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Landwirtschaft im Nationalsozialismus: Der Reichsnährstand

Title: Landwirtschaft im Nationalsozialismus: Der Reichsnährstand

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Köhlerschmidt (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Der landwirtschaftliche Sektor während des Nationalsozialismus, fristete in der historischen Forschung lange ein Schattendasein. Erst nach dem Erscheinen von Farquharsons Standardwerk „The Plough an the Swastika“ setzte eine intensivere Auseinander-setzung mit dem Erkenntnisobjekt „Landwirtschaft im Nationalsozialismus“ ein. Dennoch blieben Untersuchungen mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt bisher die Ausnahme. Die vorliegende Arbeit nimmt sich daher dieser Forschungslücke an, indem sie die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der zentralen agrarpolitischen Maßnahmen des „Reichsnährstandes“ auf die Agrarbetriebe untersucht. Dafür muss auch die Institution "Reichsnährstand" sowie die Vorgeschichte ihrer Entstehung beleuchtetet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einflussnahme der NSDAP im landwirtschaftlichen Sektor bis 1933

1.1 Erste Erfolge in landwirtschaftlich geprägten Regionen

1.2 Ausbau des agrarpolitischen Apparats der NSDAP

2. Die Konstituierung des Reichsnährstandes im Jahr 1933

2.1 Aufbau und Gliederung

2.2 Kompetenzen und Zielsetzungen

3. Agrarpolitische Maßnahmen des Reichsnährstandes

3.1 Das „Reichserbhofgesetz“

3.2 Gestaltung der „Marktordnung“

3.3 Durchführung der „Erzeugungsschlachten“

4. Betriebswirtschaftliche Folgen der Agrarpolitik

4.1 Erlös- versus Gewinnentwicklung

4.2 Begrenzung der Finanzierungsmöglichkeiten

4.3 Einschränkung der Unternehmensführung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der nationalsozialistischen Agrarpolitik auf deutsche Agrarbetriebe unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Reichsnährstandes. Dabei wird analysiert, inwieweit die zentralen agrarpolitischen Maßnahmen zu einer Stabilisierung oder Belastung der Landwirtschaft führten und wie diese in das nationalsozialistische Herrschaftssystem eingebettet waren.

  • Die Entwicklung und der Ausbau des agrarpolitischen Apparats der NSDAP vor 1933.
  • Struktur, Kompetenzen und ideologische Ziele des Reichsnährstandes.
  • Die Auswirkungen des „Reichserbhofgesetzes“ auf die Erbfolge und Eigentumsverhältnisse.
  • Die staatliche Lenkung von Preisen, Märkten und Produktion durch die „Marktordnung“.
  • Die betriebswirtschaftlichen Folgen der „Erzeugungsschlachten“ für die landwirtschaftlichen Betriebe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das „Reichserbhofgesetz“

Da der „Reichsnährstand“ zumindest bis 1936 die Inhalte der Agrargesetzgebung wesentlich determinierte, ist das „Reichserbhofgesetz“33 als dessen Maßnahme anzusehen. Es trägt den Stempel von Darrés ideologischer Ausrichtung, denn mit ihm sollte „das Bauerntum als Blutsquelle des deutschen Volkes erhalten“34 werden. Es weist den Familien der Bauern damit implizit die Rolle zu, einen, im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie, „wertvollen“ Nachwuchs zu produzieren. Andererseits zielte dieses Gesetz darauf ab, die Zersplitterung von landwirtschaftlichem Besitz durch Erbteilung ebenso zu beenden wie deren Überschuldung. Verankert wurde dafür das Anerbenrecht, welches die ungeteilte Vererbung von Agrarbetrieben, die unter die Bestimmungen des Reichserbhofgesetzes fielen, erzwang.35

Bei der Erbfolge mussten primär männliche Alleinerben, das heißt die Söhne des Erbhofbauern oder deren männliche Abkömmlinge, berücksichtigt werden. Hier wurde allerdings ein Gestaltungsspielraum zugestanden, denn der Bauer durfte den Anerben, sofern er mehrere Söhne hatte, aus diesen frei bestimmen. Weibliche Verwandte kamen dagegen nur nachrangig zum Zuge oder wurden, wie die Witwe des Erbhofbauern, ganz von der Erbfolge ausgeschlossen. Gleichermaßen wurden die Erbhöfe weitgehend aus der wirtschaftlichen Ordnung herausgelöst, indem sie „grundsätzlich unveräußerlich und unbelastbar“36 durch Grundschuld oder Hypotheken wurden, und auch deren Zwangsvollstreckung nicht mehr möglich war. Die Dispositionsfreiheit des Bauern über sein Eigentum wurde damit weitgehend aufgehoben.37

Als weiterer Aspekt des Reichserbhofgesetzes ist die Verwirklichung einer Strukturreform anzusehen, die insbesondere mittelgroße Agrarbetriebe bis zu einer Betriebsfläche von 125 Hektar stärken, und Großgrundbesitzer schwächen sollte, um „eine gesunde Verteilung der landwirtschaftlichen Betriebsgrößen“38 zu erreichen. Diese Agrarbetriebe sollten dann eine Selbstversorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln gewährleisten.39

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einflussnahme der NSDAP im landwirtschaftlichen Sektor bis 1933: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der agrarpolitischen Ambitionen der NSDAP nach und beschreibt den Aufbau eines Netzwerks von Fachberatern zur Vorbereitung des Machtgewinns.

2. Die Konstituierung des Reichsnährstandes im Jahr 1933: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die organisatorische Struktur des Reichsnährstandes erläutert, der als zentrale berufsständische Vertretung fungierte.

3. Agrarpolitische Maßnahmen des Reichsnährstandes: Der Abschnitt behandelt das Reichserbhofgesetz, die Marktordnung und die Erzeugungsschlachten als Instrumente der staatlichen Kontrolle und ideologischen Ausrichtung.

4. Betriebswirtschaftliche Folgen der Agrarpolitik: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Konsequenzen für die Agrarbetriebe, insbesondere hinsichtlich der Erlös- und Gewinnentwicklung, der Kreditproblematik und der eingeschränkten unternehmerischen Freiheit.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Landwirtschaft, Reichsnährstand, Richard Walther Darré, Reichserbhofgesetz, Blut-und-Boden-Ideologie, Agrarpolitik, Marktordnung, Erzeugungsschlacht, Autarkie, Anerbenrecht, Agrarbetriebe, Betriebswirtschaft, Rassenideologie, Planungssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Auswirkungen der nationalsozialistischen Agrarpolitik sowie der Rolle des Reichsnährstandes als zentrale Institution zur Steuerung der deutschen Landwirtschaft zwischen 1933 und 1939.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Einflussnahme der NSDAP auf den Agrarsektor, die Organisation des Reichsnährstandes, die Einführung von Gesetzen wie dem Reichserbhofgesetz und die ökonomischen Folgen für landwirtschaftliche Betriebe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Analyse der betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der zentralen agrarpolitischen Maßnahmen des Reichsnährstandes auf die Agrarbetriebe unter Berücksichtigung der ideologischen Vorgeschichte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte historische Analyse, die Primärquellen wie Gesetze und Statistiken sowie eine breite Auswahl an Sekundärliteratur aus der wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Forschung kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vereinnahmung der Landwirtschaft bis 1933, den Aufbau des Reichsnährstandes, spezifische agrarpolitische Maßnahmen wie Marktordnungen und Erzeugungsschlachten sowie deren ökonomische Folgen.

Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reichsnährstand, Agrarpolitik, Reichserbhofgesetz, Autarkie und betriebswirtschaftliche Folgen definieren.

Wie beeinflusste das „Reichserbhofgesetz“ die Kreditfähigkeit der Bauern?

Da Erbhöfe nach dem Gesetz „unveräußerlich und unbelastbar“ waren, konnten sie kaum noch als Sicherheiten für Bankkredite dienen, was den Zugang zu Investitionskapital für notwendige Modernisierungen massiv erschwerte.

Was verstand man unter der „Erzeugungsschlacht“?

Die „Erzeugungsschlacht“ war eine staatlich forcierte Kampagne zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, um die kriegswirtschaftliche Autarkie des Deutschen Reiches bei der Lebensmittelversorgung sicherzustellen.

Wie beurteilt der Autor den Erfolg der NS-Agrarpolitik im Resümee?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Politik scheiterte: Die autarke Versorgung wurde nicht erreicht, und die strukturellen Probleme der Landwirtschaft verschärften sich, während die Bauern zunehmend unter dem bürokratischen Druck und der fehlenden Verfügungsfreiheit litten.

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Details

Title
Landwirtschaft im Nationalsozialismus: Der Reichsnährstand
College
University of Bamberg
Grade
1,3
Author
Markus Köhlerschmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V129812
ISBN (eBook)
9783640364527
ISBN (Book)
9783640364626
Language
German
Tags
Landwirtschaft Nationalsozialismus Reichsnährstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Köhlerschmidt (Author), 2004, Landwirtschaft im Nationalsozialismus: Der Reichsnährstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129812
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