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Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler in der Vernehmung und ihre Auswirkungen auf die polizeilichen Ermittlungen

Titel: Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler in der Vernehmung und ihre Auswirkungen auf die polizeilichen Ermittlungen

Hausarbeit , 2022 , 20 Seiten , Note: 14,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Psychologie - Forensische Psychologie und Strafvollzug
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Kern der Hausarbeit wird die Problematik betrachtet, was passiert, wenn Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler in der Vernehmung auftauchen und wie diese sich auf die polizeilichen Ermittlungen auswirken können. Das Ziel dieser Ausarbeitung ist es aufzuzeigen, wie anfällig das Gedächtnis des Menschen auf Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler ist. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Erscheinungsformen dieser Fehler in der polizeilichen Praxis ableiten. Nur so ist es dem vernehmenden Beamten möglich, Erinnerungs- und Wahrnehmungsfehler zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Durch das Gedächtnis besitzt der Mensch die Fähigkeit sich an Dinge, Personen und Ereignisse zu erinnern. Es bildet die Grundstruktur des täglichen Lebens. Das Gedächtnis ist für den Menschen essenziell, um Routinehandlungen auszuführen, Problemlösungen zu finden, sich räumlich zu orientieren und die Individualität des Menschen aufzubauen.

Auch wenn das Gedächtnis im Alltag in der Regel zuverlässig ist, können sich Fehler in den Erinnerungen und Wahrnehmungen eines Menschen einschleichen. Dies hat für gewöhnlich keine Auswirkungen auf das tägliche Leben. Was passiert jedoch, wenn Zeugenaussagen durch Erinnerungs- und Wahrnehmungsfehler beeinflusst werden? Wie wirkt sich die Beeinflussung eines Polizeibeamten auf die Wahrnehmungen und Erinnerungen eines Zeugen aus? Zeugenaussagen sind für die polizeilichen Ermittlungen von großer Bedeutung und ermöglichen die Aufklärung von Sachverhalten. Zeugenaussagen geben Auskunft über den Täter, den Tathergang oder weitere wichtige Details zum Tatgeschehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gehirn

2.1 Hippocampus

2.2 Amygdala

3. Gedächtnis

3.1 Explizites und implizites Gedächtnis

3.2 Mehr-Speicher-Modell

4. Erinnerungen

4.1 Wahrnehmung

4.2 Encodierung

4.3 Speicherung und Abruf

5. Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler

5.1 Entstehung von Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehlern

5.1.1 Fehlinformationseffekt

5.1.2 Imaginationseffekt

5.2 Unterscheiden von echten und falschen Erinnerungen

6. Bezug auf die polizeiliche Praxis

6.1 Bewertung von Personalbeweisen

6.2 Beeinflussung der Vernehmung durch den Polizeibeamten

6.3 Wie kann die Polizei Erinnerungs- und Wahrnehmungsfehler bei der Vernehmung entgegenwirken?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anfälligkeit des menschlichen Gedächtnisses für Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler sowie deren Auswirkungen auf polizeiliche Ermittlungsergebnisse, um Polizeibeamten Strategien zur Vermeidung dieser Fehler in der Vernehmungspraxis aufzuzeigen.

  • Biologische Grundlagen des Gedächtnisses (Hippocampus/Amygdala)
  • Phasen der Erinnerungsbildung: Wahrnehmung, Encodierung, Speicherung und Abruf
  • Psychologische Mechanismen von Erinnerungsfehlern (Fehlinformation- und Imaginationseffekt)
  • Bedeutung und Problematik von Personalbeweisen im Strafprozess
  • Präventive Maßnahmen zur Fehlerreduktion in der polizeilichen Vernehmung

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Fehlinformationseffekt

In dem bekanntesten Experiment von Elizabeth Loftus konnte nachgewiesen werden, wie Probanden einen Verkehrsunfall auf Grundlage ihrer Erinnerungen rekonstruiert haben. Im Rahmen des Experiments wurden die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Beiden Gruppen wurde ein Film vorgeführt, welcher ein Verkehrsunfall beinhaltet. Nach dem Film wurden die Probanden gefragt, was sie gesehen haben. Dabei wurden zwei verschiedene Fragestellungen genutzt. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit der Fragestellung: „Wie schnell fuhren die Autos, als sie aufeinander krachten?“. Für die zweite Gruppe wurde die Fragestellung geringfügig wie folgt geändert: „Wie schnell fuhren die Autos, als sie zusammenstießen?“. Es konnte festgestellt werden, dass die Probanden der ersten Gruppe die Geschwindigkeit der Fahrzeuge höher einschätzten. Nach einer Woche wurden die Probanden gefragt, ob sie sich daran erinnern würden Glassplitter gesehen zu haben. Die erste Gruppe stimmten mit doppelter so hoher Wahrscheinlichkeit zu, obwohl in dem gezeigten Film keinerlei Glassplitter zu sehen waren. Das Ergebnis des beschriebenen Experimentes hinsichtlich der Entstehung von Erinnerungsfehlern konnte durch einige weitere, weltweit durchgeführte, Versuche verdeutlicht werden. Das Ergebnis war eindeutig: es konnten Fehlinformationen als Erinnerung festgestellt werden. Durch irreführende Informationen steigt die Wahrscheinlichkeit sich falsch zu erinnern. Beispielsweise wird eine Cola Dose zu einer Fanta Dose, ein Bagel zu einem Donut oder ein Stopp-Schild zu einem „Vorfahrt gewähren“-Schild. (vgl. Myers 2014: S. 356)

Irreführende Informationen, die von außen aufgenommen werden, können somit bereits gespeicherte Erinnerungen verändern. Dies wird als Fehlinformationseffekt bezeichnet. Da dieser Effekt außerhalb der bewussten Wahrnehmung auftritt, ist es fast unmöglich, die manipulierten Erinnerungen aus der größeren Menge der echten Erinnerungen herauszufiltern. (vgl. ebd. 2014: S 356)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung des Gedächtnisses und thematisiert die Problematik fehlerhafter Zeugenaussagen für die polizeiliche Ermittlungsarbeit.

2. Gehirn: Das Kapitel beschreibt biologische Strukturen wie den Hippocampus und die Amygdala, die für die Informationsverarbeitung und Gedächtnisbildung entscheidend sind.

3. Gedächtnis: Hier werden die verschiedenen Gedächtnisarten sowie das Mehr-Speicher-Modell eingeführt, um die theoretische Basis für die Informationsverarbeitung beim Menschen zu legen.

4. Erinnerungen: Dieses Kapitel arbeitet die Phasen der menschlichen Erinnerung auf, von der initialen Wahrnehmung über die Encodierung bis hin zum Abruf.

5. Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler: Es werden zentrale Phänomene wie der Fehlinformationseffekt und der Imaginationseffekt sowie die Problematik der Unterscheidung von wahren und falschen Erinnerungen erörtert.

6. Bezug auf die polizeiliche Praxis: Dieser Kernteil analysiert die Rolle von Personalbeweisen, die Gefahr suggestiver Vernehmungsmethoden und erarbeitet konkrete präventive Handlungsanweisungen für Polizeibeamte.

7. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont, dass Wissen über Erinnerungsprozesse essenziell ist, um qualitativ hochwertige Vernehmungen und gerechte Ermittlungsergebnisse zu gewährleisten.

Schlüsselwörter

Vernehmungspsychologie, Gedächtnis, Zeugenaussage, Wahrnehmungsfehler, Erinnerungsfehler, Fehlinformationseffekt, Imaginationseffekt, Personalbeweis, Polizeiliche Praxis, Suggestivfragen, Strafprozess, Ermittlungsgrundsatz, Rekonsolidierung, Sachbeweis, Informationsverarbeitung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses und analysiert, wie Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler entstehen und wie diese die Qualität polizeilicher Zeugenvernehmungen beeinträchtigen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die neurobiologischen Grundlagen des Gehirns, der Prozess der Erinnerungsbildung, spezifische Störeffekte (wie Suggestion) sowie die methodische Verbesserung polizeilicher Vernehmungstechniken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Polizeibeamten die Mechanismen von Erinnerungsfehlern darzulegen, um sie für eine objektive Vernehmungsführung zu sensibilisieren und ihnen Werkzeuge zur Fehlervermeidung in der Praxis an die Hand zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Ausarbeitung stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse neuropsychologischer und kriminologischer Erkenntnisse sowie die Auswertung bekannter psychologischer Experimente zur Zeugenpsychologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Gedächtnisprozesse und eine Untersuchung von Wahrnehmungs- und Erinnerungsphänomenen, gefolgt von einer praktischen Anwendung auf die Polizeiarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Vernehmungspsychologie, Zeugenaussage, Fehlinformationseffekt, Imaginationseffekt, Suggestion und personaler Beweiswert.

Wie trägt das Wissen über den Hippocampus zur Polizeipraxis bei?

Das Verständnis seiner Funktion bei der vorübergehenden Informationsspeicherung hilft Beamten, die Verletzlichkeit von Zeugenaussagen kurz nach einem Ereignis besser einzuschätzen.

Warum sind Suggestivfragen in der Vernehmung so problematisch?

Sie können Erinnerungslücken beim Zeugen durch fremdinduzierte Informationen füllen und führen so oft zu einer unbewussten Falschaussage, die das Ermittlungsergebnis verfälscht.

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Details

Titel
Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler in der Vernehmung und ihre Auswirkungen auf die polizeilichen Ermittlungen
Hochschule
Polizeiakademie Niedersachsen
Note
14,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
20
Katalognummer
V1298219
ISBN (PDF)
9783346762573
ISBN (Buch)
9783346762580
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie Vernehmung Fragestellungen Wahrnehmung Gedächtnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Wahrnehmungs- und Erinnerungsfehler in der Vernehmung und ihre Auswirkungen auf die polizeilichen Ermittlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1298219
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Leseprobe aus  20  Seiten
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