„Was würde der Gesellschaft ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk fehlen? Würde ihr überhaupt etwas fehlen?“ so fragte Sarcinelli bereits 1991 in einem Aufsatz. Bis heute hält die Diskussion um die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, insbesondere um seine Gebührenfinanzierung, an. Die vorliegende Arbeit wird sich speziell mit dem Informationsangebot der beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF beschäftigen und dessen heutige gesellschaftliche Relevanz untersuchen. Dazu werden zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und seines Informationsangebotes erläutert, aus denen die Qualitätsanforderungen an das Programm abgeleitet werden können. Darauf aufbauend sollen interne und externe Einschätzungen herangezogen werden, um zu untersuchen, inwiefern ARD und ZDF ihren rechtlichen und qualitativen Anforderungen im Informationsbereich noch gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtliche Grundlagen des deutschen Rundfunksystems
2.1 Grundgesetz
2.2 Rundfunkurteile
2.2.1 Die rechtliche Definition des Grundversorgungsauftrags
2.2.2 Erläuterungen zum Grundversorgungsauftrag
2.3 Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien (Rundfunkstaatsvertrag)
2.3.1 Allgemeines
2.3.2 Aussagen zum Bereich „Information“
3. Inwiefern erfüllt das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Bereich „Information“ seine rechtlichen Rahmenbedingungen?
3.1 Selbsteinschätzung
3.1.1 ARD
3.1.2 ZDF
3.1.3 Externe Einschätzungen
3.2 Zwischenfazit
4. Gesellschaftlichen Funktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im Bereich „Information“
5. Zusammenfassung
6. Quellen
6.1 Literaturquellen
6.2 Internet- und sonstige Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle gesellschaftliche Relevanz und die Erfüllung des gesetzlichen Grundversorgungsauftrags durch das Informationsangebot der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Dabei wird analysiert, inwieweit die Sender ihre rechtlichen und qualitativen Anforderungen im Bereich der Informationsvermittlung unter Berücksichtigung interner und externer Einschätzungen tatsächlich einhalten.
- Rechtliche Grundlagen des Rundfunksystems (Grundgesetz, Rundfunkurteile, Rundfunkstaatsvertrag)
- Strukturelle Analyse und Selbsteinschätzung des Informationsangebots bei ARD und ZDF
- Kritische externe Betrachtung der Programmqualität und Informationskompetenz
- Gesellschaftliche Funktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens (Informations-, Orientierungs-, Foren- und Kontrollfunktion)
Auszug aus dem Buch
3.1.2 ZDF
Wie in den „Programm-Perspektiven des ZDF 2007-2008“ nachzulesen ist, zählt das ZDF neben Nachrichtensendungen („heute“, „heute-journal“), Magazinen (z. B. „Frontal 21“, „Berlin direkt“), Polit-Talk (z. B. „Berlin Mitte“) und der Sportberichterstattung (z. B „Das aktuelle Sportstudio“) anders als die ARD auch Dokumentationen und Reportagen zu seinem Informationsangebot. (vgl. Schächter in: ZDF 2006: S. 2ff.) Das ZDF gibt an, sein Programm bestehe insgesamt „zu rund der Hälfte aus Informationen“, wobei die Nachrichtensendungen der „heute“-Familie das Rückgrat der aktuellen Informationen bilden. (vgl. ebd.: S. 2, vgl. Kammann u. a. 2007: S. 101) Nach der ARD-„Tagesschau“ ist die „heute“-Nachrichtensendung den Einschaltquoten nach die zweiterfolgreichste deutsche Nachrichtensendung, die „glaubwürdige und professionell gemachte Nachrichten“ liefert. Dies ist dem ZDF-Intendant Markus Schächter zufolge u. a. der Verdienst des „herausragenden Personals“ im Informationsbereich, womit er z. B. die Nachrichtensprecher Steffen Seibert und Marietta Slomka meint.
Mit den beiden investigativen Magazinen „Frontal 21“ und „Berlin direkt“ hat das ZDF eigenen Angaben zufolge die erfolgreichsten Magazine des deutschen Fernsehens im Programm. Auch die Polit-Talkshow „Berlin Mitte“ belegte, zumindest in der Zeit, als „Sabine Christiansen“ noch auf Sendung ging und die höchsten Einschaltquoten erreichte, den zweiten Platz der erfolgreichsten politischen Talkshows. Mit seinen Geschichtsdokumentationen und der Dokumentationsreihe „37°“ kann das ZDF die erfolgreichsten Marken im Dokumentationsbereich vorweisen. (vgl. http://www.zdf-jahrbuch.de/2005/grundlagen/gerhard.html, vgl. Kammann 2007: S. 27) Wie die ARD beruft sich das ZDF auch bei seiner Sportberichterstattung auf sein aktuelles, hintergründiges und vielfältiges Informationsangebot. (vgl. Schächter in: ZDF 2006: S. 4)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor dem Hintergrund der Gebührenfinanzierung und untersucht die gesellschaftliche Relevanz der Informationsangebote von ARD und ZDF.
2. Rechtliche Grundlagen des deutschen Rundfunksystems: Das Kapitel erläutert die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, die Rundfunkurteile des Bundesverfassungsgerichts sowie die Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags hinsichtlich des Informationsauftrags.
3. Inwiefern erfüllt das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Bereich „Information“ seine rechtlichen Rahmenbedingungen?: Hier werden die Selbsteinschätzungen der Sender ARD und ZDF sowie externe Kritiken und Studien zur tatsächlichen Qualität und Reichweite der Informationsangebote analysiert.
4. Gesellschaftlichen Funktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im Bereich „Information“: Dieser Abschnitt beleuchtet die normativen Leistungen wie Informations-, Orientierungs-, Foren- und Kontrollfunktion, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer Demokratie legitimieren.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht das Fazit, dass die Sender ihre rechtlichen Vorgaben weitgehend erfüllen, jedoch Kritik hinsichtlich der Themenwahl und handwerklichen Umsetzung bestehen bleibt.
6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur sowie Internet- und sonstigen Quellen, die der Arbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, ARD, ZDF, Informationsangebot, Grundversorgungsauftrag, Rundfunkstaatsvertrag, Medienqualität, Programmgestaltung, Demokratische Funktion, Nachrichtenjournalismus, Rundfunkfreiheit, Medienmanagement, Politische Magazine, Informationsfunktion, Medienregulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland, insbesondere mit der Qualität und Relevanz des Informationsangebots von ARD und ZDF im Vergleich zu den rechtlichen Vorgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Grundgesetz und Rundfunkurteile, die Selbstdarstellung der Sender, die externe Qualitätskritik und die gesellschaftlichen Funktionen der Sender.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob ARD und ZDF ihren gesetzlichen Grundversorgungsauftrag im Bereich „Information“ tatsächlich erfüllen oder ob Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Rundfunkurteilen, Staatsverträgen sowie der Auswertung von Jahresberichten und Studien zur Medienqualität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die rechtlichen Grundlagen, die spezifische Programmgestaltung von ARD und ZDF sowie die gesellschaftlichen Funktionen wie Informations- und Kontrollinstanz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Grundversorgungsauftrag, Rundfunkstaatsvertrag, Informationsvielfalt, Medienqualität und gesellschaftliche Legitimation.
Wie bewerten die Sender ihr eigenes Informationsangebot?
ARD und ZDF betonen ihre hohe Informationskompetenz, ihre Rolle als glaubwürdige Nachrichtenquellen und ihren Beitrag zu einer fundierten Berichterstattung, wobei sie sich als Marktführer im Informationsbereich positionieren.
Welche Kritikpunkte werden gegenüber ARD und ZDF geäußert?
Zu den Kritikpunkten gehören Boulevardisierungstendenzen, ein Mangel an inhaltlicher Konzentration, die teilweise fehlende kritische Distanz bei Themen wie Sportberichterstattung und eine mangelnde Selbstkritik.
Welche Bedeutung hat die „Orientierungsfunktion“ für die Zuschauer?
In einer digitalisierten Welt mit Informationsüberfluss soll das öffentlich-rechtliche Fernsehen den Bürgern helfen, Komplexität zu reduzieren, Zusammenhänge zu verstehen und eine fundierte Meinung zu bilden.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung von ARD und ZDF?
Während beide Sender einen ähnlichen Auftrag verfolgen, unterscheiden sich ihre Formate, Schwerpunkte bei Dokumentationen und ihre Selbsteinschätzung bezüglich ihrer Professionalität und journalistischen Herangehensweise.
- Quote paper
- Cornelia Steinigen (Author), 2007, Information im öffentlich-rechtlichen Fernsehen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129871