Der Konjunktiv und seine Verwendung im heutigen Deutsch


Hausarbeit, 2008

10 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Bildung und Gebrauch des Imperativs

3. Die Funktion und der Gebrauch des Indikativmodus

4. Die Funktion und der Gebrauch des Konjunktivmodus

5. Die Bildung des Konjunktiv 1

6. Das Vorkommen des Konjunktiv 1 in der Gegenwartssprache

7. Fazit

Literaturverzeichnis / Quellenangabe

1. Vorbemerkung

Diese Arbeit befasst sich mit der allgemeinen Darstellung der drei Verbmodi der deutschen Sprache. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Verwendung bzw. Nichtanwendung des Konjunktivs (1) im heutigen Sprachgebrauch gesetzt. Des Weiteren wird hinterfragt, ob sich die Paradigmen für den Konjunktivgebrauch im heutigen gesprochenen und geschriebenen Deutsch noch wieder finden beziehungsweise welche Differenzen zwischen Regel und Anwendung bestehen (marginal). Dabei werden auch die Benutzung des Indikativs anstelle des Konjunktivs sowie die Verwendung der würde -Form angesprochen. Die Übereinstimmungen von Indikativ- und Konjunktivformen werden ebenfalls thematisiert.

Die deutsche Grammatik unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Verbmodi, deren Unterscheidung sich auf den Redehintergrund des Sprechers bezogen auf die Sprechzeit bezieht. Indikativ, Konjunktiv und Imperativ geben Auskunft darüber, welche Intention der Sprecher mit seiner Aussage verfolgt, über

seine Auffassung davon, was in der Wirklichkeit der Fall und was nicht der Fall ist, den Geltungsbereich seiner Aussage, seinen Wissenshorizont und die Quellen seines Wissens, seine Glaubenswelt, seinen Willen und seine Wünsche mit Bezug auf die Wirklichkeit, seine Einstellungen zu dem, was gesagt wird, usw.[1]

2. Bildung und Gebrauch des Imperativs

Der Imperativ (lat.: befehlend, zwingend, bindend) ist nicht Hauptbetrachtungsgegenstand dieser Arbeit und wird hier deshalb nur kurz erläutert. Mit dem Imperativ wird eine Bitte, ein Wunsch, eine direkte Aufforderung oder auch ein Befehl geäußert. Der Imperativ wird immer mit der ersten Stammform gebildet, das Verb steht grundsätzlich in Erstposition.

Es wird zwischen der vertraulichen Form (es wird geduzt) und der Höflichkeitsform (es wird gesiezt) unterschieden. Einen spezifischen Imperativ gibt es nur im Singular, dort ist die Imperativform in der Regel mit der Stammform identisch oder erhält ein –e am Ende angehängt:

Stör (e) mich nicht! Verschwinde von hier!

Im gesprochenen Alltagsdeutsch wird meist nur die Form ohne –e benutzt, im geschriebenen mit –e.

Bei starken Verben mit Vokalwechsel e / i wird der Imperativ mittels des Stammvokales i oder ie gebildet, eine Endung wird nicht angehängt:

Sieh mich an, wenn ich mit Dir rede! Sprich mir nach!

Im Plural wird an die erste Stammform in der Regel ein –t angehängt:

Geht weg! Lasst mich nicht allein!

Die Höflichkeitsform besteht im Singular wie im Plural aus der 3.Pers.Pl.Präsens und dem entsprechenden Personalpronomen:

Verschwinden Sie, Herr Nachbar! Verschwinden Sie (an das Nachbar-Ehepaar gerichtet)!

3. Die Funktion und der Gebrauch des Indikativmodus

Der Indikativ (lat. indicare – zeigen) stellt im Sprachgebrauch des Deutschen den am häufigsten verwendeten Modus dar.

„Der Indikativ ist der unmarkierte Modus, der Normal- oder Standardmodus. Er wird verwendet, wenn kein Anlass besteht, einen anderen Modus zu gebrauchen.“[2]

Ein Blick in das Fremdwörterbuch vermittelt eine leichter verständliche Definition: Der Indikativ wird dort schlicht (allerdings „nicht sehr glücklich verdeutscht“[3]) als „Wirklichkeitsform“[4] des Verbs bezeichnet. Geschehnisse, die für den Sprecher der Wahrheit, der Wirklichkeit, dem Tatsächlichen entsprechen, werden demnach von ihm im Indikativmodus ausgedrückt: Ich schreibe (an meiner Hausarbeit) ist die Aussage darüber, was im „Jetzt“ des Sprechers tatsächlich passiert.

Um das zeitliche Verhältnis des Sprechzeitpunktes des Sprechers zu einem Ereignis oder Geschehen ausdrücken zu können, stehen Verbformen des Indikativs immer in einem zeitlichen (Tempus-) Gefüge, das wirkliches vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Geschehen aus Sicht des „Sprecher-Jetzt“[5] ausdrückt.

Der im Indikativmodus obligate zeitliche Bezugspunkt zu einer Aussage ist im Präsens durch das Verb allein gegeben: Ich schreibe (an meiner Hausarbeit). Es ist deutlich, dass sich diese Aussage auf die zum Sprechzeitpunkt stattfindende Handlung bezieht.

Aus Sicht des Sprechers ist es Gegenwart. Ändert sich der zeitliche Bezugspunkt des Sprechers, so ändert sich damit auch das zu benutzende Tempus des Verbs:

Ich schrieb (gestern an meiner Hausarbeit) lässt den Sprecher aus Sicht seines „Jetzt“ eine wahrhaftige Aussage über die Vergangenheit machen. Ich werde morgen (…) schreiben verlegt den Aussageinhalt in die Zukunft.

[...]


[1] Duden (2006), Band 4, §713, S.506f

[2] ebd., §714, S.507

[3] Duden (1959), Band 4, § 112, S.118; hier wird darauf hingewiesen, dass der Indikativ eben nicht immer die Wirklichkeit bezeichnet, sondern auch zukünftiges, bedingt mögliches, bezweifeltes Geschehen.

[4] Duden (1990), Band 5

[5] vgl. Duden (2006), Bd.4, §§ 709, 710, S.504f

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Konjunktiv und seine Verwendung im heutigen Deutsch
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Deutsche Grammatik
Note
2,0
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V129888
ISBN (eBook)
9783640359219
ISBN (Buch)
9783640359561
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit befasst sich mit der allgemeinen Darstellung der drei Verbmodi der deutschen Sprache mit Schwerpunkt auf der Problematik der (Nicht-)Anwendung des Konjunktivs (1) im heutigen Sprachgebrauch.
Schlagworte
Konjunktiv, Verwendung, Deutsch
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Der Konjunktiv und seine Verwendung im heutigen Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129888

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