„RFID ist eine Schlüssel- und Querschnittstechnologie, die in den kommenden Jahren wesentlich an Bedeutung gewinnen wird. (…) Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2010 ca. 8 Prozent der Bruttowertschöpfung in wichtigen Bereichen des produzierenden Gewerbes, des Handels, des Verkehrs sowie der
privaten und öffentlichen Dienstleister von RFID beeinflusst sein werden. Darüber hinaus bietet RFID erhebliches Potential zur Effizienz- und Qualitätssteigerung vor allem in den Bereichen Logistik und Prozesskontrolle.“ (Auszug aus dem Bericht des Deutschen Bundestages 23. Januar 2008)
Die Stellungnahme der Bundesregierung unterstreicht die heutige und zukünftige Bedeutung der Radiofrequenz-Identifikation (Radio Frequency Identification - RFID). Mit dieser Technologie, können im Gegensatz zum Barcode, Daten ohne Sichtkontakt mittels Radiowellen übertragen und verändert werden. Aufgrund dieser Eigenschaften ist speziell in den letzten Jahren der weltweite RFID Markt rasant gewachsen. Einen besonderen Anteil an dieser Entwicklung hat der zunehmende Einsatz in der Logistikbranche. Dieser Prozess wird durch die zunehmende Globalisierung, den damit weltweiten Güterströmen und den insofern komplexeren Supply Chains zusätzlich verstärkt. Der geschätzte weltweite Umsatz der Branche für 2008 beträgt 7 Mrd. $ (zum Vergleich 3 Mrd. $ in 2006). Hiervon entfällt der größte Teil auf die Handelslogistik. In Europa wird das Marktvolumen für 2008 auf 2,5 Mrd. EUR geschätzt. Auch für die kommenden Jahre wird aufgrund steigender branchenübergreifenden Investitionen ein starkes Wachstum prognostiziert.
Im Rahmen dieser Entwicklung befasst sich die Arbeit mit der Anwendung der RFID-Technologie in einer unternehmensübergreifenden Lieferkette. Ziel ist die
spezielle Ausarbeitung der Vor- und Nachteile auf dynamischen Konsumgütermärkten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der „Radio Frequency Identification“ (RFID)
2.1 Historische Entwicklungen
2.2 Technologie und Funktionsweise
2.3 Stärken und Schwächen
3. Anwendungsbeispiele und Herausforderungen
3.1 Anwendungsbeispiele
3.2 Datenschutz
3.3 Regulierung und Standardisierung
4. Implementierung auf dynamischen Märkten
4.1 Charakterisierung dynamischer Märkte und Auswirkungen auf die Supply Chain
4.2 Fallbeispiel „Fashion“- Industrie
4.3 Anforderungen einer agilen Supply Chain
4.4 Vorteile durch RFID
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz der RFID-Technologie als Instrument zur Optimierung von Lieferketten auf hochdynamischen Konsumgütermärkten. Das zentrale Ziel besteht darin, den Nutzen der Technologie für die Bewältigung volatiler Marktanforderungen, wie sie beispielhaft in der Modebranche auftreten, kritisch zu bewerten.
- Grundlagen und Funktionsweise der RFID-Technologie
- Herausforderungen in den Bereichen Datenschutz und Standardisierung
- Charakterisierung dynamischer Märkte und ihrer Anforderungen an die Supply Chain
- Analyse der RFID-Implementierung am Fallbeispiel der Fashion-Industrie
- Optimierungspotenziale durch RFID zur Steigerung der Agilität und Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
4.1 Charakterisierung dynamischer Märkte und Auswirkungen auf die Supply Chain
Zurzeit gibt es in der Fachliteratur keine allgemein gültige Definition für einen dynamischen Konsumgütermarkt. Sehr treffend beschreibt Timm Gudehus, die Wechselwirkungen zwischen Angebot und Nachfrage auf diesen Märkten:
„Kennzeichnend für einen dynamischen Markt sind systematische Änderungen von Teilnehmeranzahl, Reihenfolge, Mengen und Preisen im Verlauf der Zeit, die stärker sind als die reinen Zufallsschwankungen.“
Als Folge der starken Volatilität der verschiedenen Marktteilnehmer, ist die Nachfrage, das Angebot und somit der Preis, starken Bewegungen ausgesetzt. Für den Anbieter bedeutet es, dass er schnell und flexibel auf diese Veränderungen reagieren muss. Situationsabhängig ist demnach das Angebot zu erhöhen, zu reduzieren oder zu verändern.
In diesem Zusammenhang verwies Fisher bereits 1997 darauf, dass die Eigenschaften der Wertschöpfungskette eines Produktes an dessen Nachfrage angepasst werden müssen. Bei einer konstanten Nachfrage soll sich der Hauptschwerpunkt an Effizienz und Kostenreduzierung orientieren. Bei schwankender Nachfrage, sollte die Supply Chain flexibel und schnell reagieren können. In letzterem Fall wird die Produktgruppe als „Innovative Produkte“ mit kurzer Marktphase klassifiziert.
Im Fall dynamischer Konsumgütermärkte kann man dementsprechend von „Innovativen Produkten“, mit starker volatiler Nachfrage sprechen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Modebranche. Sie vereint die Attribute von kurzen Marktzyklen, hoher Volatilität, schwieriger Prognosen und vielen Impulskäufen. Welche Schwierigkeiten in einem dynamischen Markt auftreten, warum eine flexible Supply Chain notwendig ist und welche Vorteile mit der Implementierung von RFID Systemen verbunden sind, wird in den nächsten Abschnitten erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von RFID als Schlüsseltechnologie und Erläuterung des Aufbaus sowie der Quellenlage der vorliegenden Hausarbeit.
2. Grundlagen der „Radio Frequency Identification“ (RFID): Darlegung der historischen Entwicklung sowie der technischen Funktionsweisen und Klassifizierungsmerkmale von RFID-Systemen.
3. Anwendungsbeispiele und Herausforderungen: Überblick über praktische Einsatzfelder von RFID sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Datenschutzaspekten und notwendigen weltweiten Standards.
4. Implementierung auf dynamischen Märkten: Analyse der spezifischen Anforderungen dynamischer Märkte an die Logistik und Untersuchung, wie RFID-gestützte, agile Supply Chains diese Probleme lösen können.
5. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Eignung von RFID für dynamische Märkte unter Berücksichtigung von Investitionsaspekten und technischem Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
RFID, Supply Chain Management, dynamische Märkte, Konsumgüterindustrie, agile Lieferkette, Datensicherheit, Standardisierung, EPC, Prozessoptimierung, Warennachverfolgung, Modebranche, Marktsensitivität, RFID-Transponder, Automatisierung, Logistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie die RFID-Technologie dazu beitragen kann, logistische Prozesse in dynamischen Konsumgütermärkten effizienter und agiler zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die technischen Grundlagen von RFID, regulatorische Herausforderungen wie Datenschutz, die Charakteristika dynamischer Märkte und spezifische Anwendungsszenarien in der Modebranche ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Ausarbeitung der Vor- und Nachteile von RFID-Systemen bei der Anwendung in unternehmensübergreifenden Lieferketten auf dynamischen Konsumgütermärkten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einem Mix aus aktuellen Fachbüchern, Fachzeitschriften und relevanten Online-Studien basiert.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Charakterisierung dynamischer Märkte und analysiert, wie RFID den Informationsfluss und die Reaktionsgeschwindigkeit der Supply Chain verbessert.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind RFID, Supply Chain Agilität, dynamische Konsumgütermärkte, Prozessintegration und Warenverfügbarkeit.
Welche Rolle spielt das „Opt-out-Modell“ in der Arbeit?
Das Opt-out-Modell wird als ein von der Wirtschaft bevorzugter Ansatz zur Wahrung der Privatsphäre diskutiert, bei dem Daten erst nach Kundenanweisung entfernt werden.
Warum ist RFID laut der Arbeit für die Modebranche besonders relevant?
Aufgrund kurzer Marktzyklen, hoher Volatilität und schwieriger Nachfrageprognosen in der Modebranche bietet RFID durch Echtzeit-Transparenz und bedarfsorientierte Steuerung enorme Vorteile bei der Bestandsverwaltung.
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- Anonym (Author), 2008, RFID-Einsatz von Identifikationstechnologien auf dynamischen Märkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129896