Mit der steigenden Nachfrage an digitalen Lernangeboten und einem Zuwachs an Fernstudenten steigt gleichzeitig der Bedarf an geeigneten digitalen Qualitätssicherungsmethoden. Aus diesem Grund wird in dieser Fallstudie ein beispielhaftes Evaluierungskonzept für das digitale Studienmodul „Klinische Psychologie“ entwickelt. Ziel es ist, mithilfe theoretischer Grundlagen und einer praktischen Umsetzung zu klären, ob sich das Feedback von Studierenden zur Bewertung der Lehrqualität eignet und wie ein Konzept im digitalen Rahmen gestaltet werden kann.
Es sollte im Interesse jeder Hochschule liegen, die Zahl an Studienabbrechern zu verringern, indem vor allem die Lehrqualität auf einem hohen Standard gehalten wird. Eines der meisteingesetzten Instrumente zur Qualitätssicherung ist die Lehrveranstaltungsevaluation (LVE) durch eine Befragung der Studierenden. Die Bedürfnisse der Lernenden und damit der spezifischen Zielgruppe von Lehrveranstaltungen bilden die Grundlage qualitativ hochwertiger Lehre. Das Feedback dieser Personengruppe gewährt dem Lehrenden einen tiefen Einblick in die effektive Gestaltung des Unterrichts, sodass Inhalte ansprechend aufbereitet und in interessanten praktischen sowie theoretischen Lernsequenzen vermittelt werden können. Im Rahmen von Präsenzhochschulen konnten sich standardisierte Fragebögen und weitere Messinstrumente empirisch als effektiv erweisen und für die Qualitätssicherung etablieren. Doch wie sieht es bei digitalen Lernangeboten aus?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eine Einführung in das Konzept der Evaluation
3. Die Aspekte der Evaluationsforschung
3.1 Nutzen und Ziele einer Evaluation
3.2 Evaluationsstandards
3.3 Arten der Evaluationsforschung
4. Die Lehrveranstaltungsevaluation
4.1 Evaluation von Hochschullehre
4.2 Das Bedingungs-Effekt-Modell
4.3 Die Konzeptentwicklung
5. Zusammenfassung des Theorieteils
6. Die interne Evaluation eines digitalen Studienmodules
6.1 Die Lehrveranstaltungsevaluation auf digitaler Ebene
6.2 Bedingungsfaktoren des Lehrerfolgs
6.2.1 Bedingungsfaktor Dozent
6.2.2 Bedingungsfaktor Studierende
6.2.3 Rahmenbedingungen
7. Ein Konzept zur Qualitätsevaluation des Moduls „Klinische Psychologie“
7.1 Operationalisierung und Spezifikation
7.1.1 Generierung potenzieller Indikatoren und Dimensionen
7.1.2 Spezifikation des Messmodells
7.1.3 Konstruktion der Messvorschrift
7.2 Das Messinstrument
8. Diskussion
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein beispielhaftes Evaluationskonzept für ein digitales Studienmodul zu entwickeln, um mittels theoretischer Grundlagen und qualitativer Umfragen zu klären, inwiefern Studierendenfeedback zur Bewertung der Lehrqualität geeignet ist.
- Methodische Grundlagen der Evaluationsforschung
- Anwendung des Bedingungs-Effekt-Modells auf die Hochschullehre
- Operationalisierung von Qualitätskriterien für digitale Module
- Entwicklung von messbaren Indikatoren und Items für Fragebögen
Auszug aus dem Buch
Die Lehrveranstaltungsevaluation auf digitaler Ebene
Die obigen Ausführungen zur LVE beziehen sich zwar nicht direkt auf eine digitale Umwelt, dennoch lassen sich die meisten Kriterien generalisieren und auf verschiedenen Bildungsformen übertragen. Im Rahmen einer digitalen LVE sind besonders bei der Bewertung des Dozenten und der Rahmenbedingungen des Unterrichts Anpassungen bei den Evaluationsdimensionen durchzuführen, da ein Dozent im digitalen Raum bspw. nicht in der gleichen Form mit seinen Studierenden interagieren kann wie sein Fachkollege im realen Seminarraum.
Auch die Besuchszahl eignet sich nur unter Umständen als Kriterium für die Bewertung der Lehrqualität, da die Anzahl an Teilnehmern im digitalen Rahmen keinen Einfluss auf die Dozenten-Studierenden-Interaktion haben kann. E-Studenten sind aufgrund des Lehrkonzeptes eines digitalen Studiums deutlich selbstständiger in ihrem Lernprozess, weil sie nur wenig direkten Kontakt zum Dozenten haben und der Unterrichtsstoff größtenteils im Eigenstudium angeeignet wird. Demnach werden die Darstellung des Lernstoffes und das Unterrichtsdesign als direkter Indikator der Lehrfähigkeiten des Dozenten angesehen. Die Lernenden sollten dazu angehalten werden, den Prozess des E-Learnings als ihren eigenen Lernprozess anzusehen und zu evaluieren, da sie signifikant auf diesen einwirken und den Lehrerfolg mitbestimmen.
Der Ausgangspunkt einer Lehrevaluation ist die Definition und Bestimmung der Ziele, dem Gegenstand sowie der einzusetzenden Methoden. Es sollte ein für die Lehrveranstaltung spezifisches Zielspektrum formuliert werden, welches ebenfalls die individuellen Ziele der Lehrenden und die Ziele der Hochschule beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Relevanz der Qualitätssicherung durch Lehrveranstaltungsevaluationen vor dem Hintergrund wachsender digitaler Bildungsangebote an Hochschulen.
2. Eine Einführung in das Konzept der Evaluation: Definiert Evaluation als systematische Untersuchung von Sachverhalten zur Bewertung und Optimierung.
3. Die Aspekte der Evaluationsforschung: Erläutert die theoretischen Grundlagen, Phasen und vier wesentlichen Standards der Evaluationsforschung.
4. Die Lehrveranstaltungsevaluation: Konkretisiert Begriffe für den Hochschulkontext und führt das Bedingungs-Effekt-Modell ein.
5. Zusammenfassung des Theorieteils: Bündelt die bisherigen Erkenntnisse über Qualitätskriterien und Evaluationsansätze.
6. Die interne Evaluation eines digitalen Studienmodules: Überträgt das Konzept der Lehrevaluation auf digitale Lehrformate.
7. Ein Konzept zur Qualitätsevaluation des Moduls „Klinische Psychologie“: Beschreibt die praktische Ausarbeitung eines Evaluationsbogens anhand von Indikatoren und Messmodellen.
8. Diskussion: Reflektiert die methodischen Ansätze und erörtert die Grenzen sowie Potenziale der digitalen Evaluation.
9. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung der entwickelten Instrumente zur Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
Evaluation, Lehrveranstaltungsevaluation, Qualitätssicherung, Bedingungs-Effekt-Modell, Hochschullehre, Digitale Lehre, Studienqualität, Fragebogen, Messinstrument, Operationalisierung, Lehrevaluation, Feedback, Indikatoren, Studienmodule, Lernprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Evaluation von Lehrveranstaltungen an Hochschulen, mit einem besonderen Fokus auf die Besonderheiten digitaler Studienmodule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Evaluationsforschung, die Qualitätssicherung der Lehre sowie die praktische Konstruktion eines Evaluationsinstruments für ein konkretes digitales Modul.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Evaluationskonzepts für das Modul „Klinische Psychologie“, um fundierte Rückmeldungen zur Lehrqualität durch die Studierenden zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung sowie das formative Messmodell zur Operationalisierung von Qualitätsdimensionen in einem Fragebogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Es werden das Bedingungs-Effekt-Modell als theoretischer Rahmen, die Spezifikation von Indikatoren und die Konstruktion eines spezifischen Messinstruments für ein digitales Studium behandelt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Evaluationsstandards, Lehrqualität, Bedingungsfaktoren, studentisches Feedback, Messinstrument und digitale Studienumgebungen.
Wodurch unterscheidet sich ein digitales Modul bei der Evaluation von Präsenzveranstaltungen?
Bei digitalen Modulen ist die Rolle des Dozenten durch den reduzierten direkten Kontakt verändert; daher rücken das Unterrichtsdesign und die Qualität des Studienmaterials als Indikatoren stärker in den Vordergrund.
Warum ist das Bedingungs-Effekt-Modell für diese Arbeit relevant?
Es bietet eine theoretisch fundierte Struktur, um das komplexe Zusammenwirken der Einflussfaktoren Dozent, Studierende und Rahmenbedingungen auf den Lehrerfolg messbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Die Evaluation von Bildungsprogrammen an Fernhochschulen. Kann die Lehrqualität eines digitalen Moduls mithilfe einer Onlinebefragung durch die Studierenden bewertet werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1299471