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Das Werk Blanchots und die Beziehung zu seiner Biographie

Title: Das Werk Blanchots und die Beziehung zu seiner Biographie

Seminar Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefanie Schmidt (Author)

French Studies - Literature
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Im ersten Kapitel wird der Zusammenhang zwischen den frühen und den späten Werken Blanchots untersucht werden. In einem nächsten Kapitel soll geklärt werden, wie Blanchot die Beziehung zwischen Literatur und Politik sieht. In den vier letzten Kapiteln wird gezeigt, wie Blanchot die Begriffe „Schweigen“, „Tod“, „Schreiben“ und „Sprache“ definiert.
Zum Forschungsstand ist zu sagen, dass der unmittelbaren Wirksamkeit Blanchots zunächst so gut wie keine akademische Rezeption entspricht. Erst in den 70er Jahren beginnt mit der Monographie von Francoise Collin eine kritische Aufarbeitung. Zumal in den USA ist Blanchot im Umfeld des Dekonstruktivismus eine wichtige Referenzfigur geworden. Von einer deutschen Blanchot-Rezeption zu sprechen ist so gut wie kaum möglich. Friedrich Wolfzettels Artikel Maurice Blanchot und der monographische Abriß von Karl Hölz bilden eine der wenigen und kaum zur Kenntnis genommenen Ausnahmen. Im Jahr 1993 ist in den Untersuchungen zu den romanischen Literaturen der Neuzeit ein Band von Gerhard Poppenberg erschienen, der sich mit den Begriffen „Schreiben“, „Lesen“ und „Werk“ nach Blanchot auseinandersetzt. Schließlich ist als eine der neusten Studien die des Frankfurter Komparatisten Andreas Gelhard zu nennen, die sich bemüht die philosophische Dimension von Blanchots Werk ernst zu nehmen. Zu den politischen Schriften Blanchots ist erst 2007 ein Band von Diaphanes erschienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Der Zusammenhang zwischen den frühen und den späteren Werken Blanchots

3. Literatur und Politik

4. Das „Schweigen“ bei Blanchot in Literatur und Biographie

5. Der Begriff des „Todes“ in der Literatur Blanchots:

6. Der Begriff „Schreiben“ bei Blanchot

7. Der Begriff der „Sprache“ bei Blanchot

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenverzeichnis:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem literarischen Werk Maurice Blanchots und seiner ungewöhnlichen, von politischer Kontinuität und Schweigen geprägten Biographie besteht. Dabei wird analysiert, wie Blanchot den Rückzug in die Literatur konzipiert, um sich seiner antisemitischen Vergangenheit der 1930er Jahre nicht explizit stellen zu müssen.

  • Analyse der biografischen Hintergründe und politischer Verstrickungen der 1930er Jahre
  • Untersuchung der Trennung zwischen literarischem Schaffen und politischer Verantwortung
  • Deutung der Leitbegriffe „Schweigen“, „Tod“, „Schreiben“ und „Sprache“
  • Reflexion des „Rückzugs“ als literarische und existenzielle Strategie
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Blanchot-Rezeption

Auszug aus dem Buch

4. Das „Schweigen“ bei Blanchot in Literatur und Biographie

Nach Blanchot werden laut Sigrid Brinkmann und René Weiland die Dinge in der Welt durch die Sprache verzerrt. Die Sprache sei ein „primärer Trug“ für Blanchot. Nach Brinkmann/Weiland sind der Tod und das Schweigen Leitbegriffe bei Blanchot was sie durch einige Textauszüge aus den Werken Blanchots belegen. Zum Beispiel sagt der Ich-Erzähler in La folie du jour, nachdem er entdeckt hat, dass „la lumière devenait folle“ und „la clarté avait perdu tout bon sens“: „Les mots parlaient seuls. Le silence entrait en eux, refuge excellent, car personne que moi ne s`en apercevait.“ In L`arrêt de mort bereut es der Ich Erzähler sehr, dass er aufgehört hat zu schweigen:

„Avoir perdu le silence, le regret que j`en prive est sans mesure. Je ne puis dire quel malheur envahit l`homme qui une fois a pris la parole. Malheur immobile, lui-même voué au mutisme; par lui, l`irrespirable est l`élement que je respire.“

Schließlich will Blanchot in La littérature et le droit du mort klar machen, dass die Literatur auf dem Nichts und dem Schweigen basiert. Die Leere, die sie in sich selbst trägt muss sie verwirklichen. Dies stellt nach Blanchot die Freiheit der Literatur dar und ist so mit dem Begriff des „Alles ist möglich“ der Revolution zu verbinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt die These dar, dass Blanchots Werk untrennbar mit seiner Biografie verknüpft ist, und umreißt die behandelten Begriffe sowie den aktuellen Forschungsstand.

2. Der Zusammenhang zwischen den frühen und den späteren Werken Blanchots: Dieses Kapitel untersucht die Kontinuität von Blanchots politischem und literarischem Wirken von den 1930er Jahren bis zur Nachkriegszeit.

3. Literatur und Politik: Hier wird die komplexe Beziehung zwischen politischem Engagement und dem „Rückzug“ in die Literatur analysiert, wobei Blanchot eine strikte Trennung propagiert.

4. Das „Schweigen“ bei Blanchot in Literatur und Biographie: Das Schweigen wird als zentrales Element und bewusste Strategie Blanchots identifiziert, die Literatur zum Rückzugsort macht.

5. Der Begriff des „Todes“ in der Literatur Blanchots: Dieses Kapitel erläutert die Verbindung von Tod und Literatur als strukturelle Bedingung des Schreibens.

6. Der Begriff „Schreiben“ bei Blanchot: Die Definition des Schreibens wird gegen Sartres Aufklärungs-Verständnis abgegrenzt und als Bewegung zum Nichts hin definiert.

7. Der Begriff der „Sprache“ bei Blanchot: Die Sprache wird als Medium der Vernichtung des Bezeichneten und als Raum des Unbestimmbaren untersucht.

8. Fazit: Das Fazit bestätigt die These der engen Verflechtung von Biografie und Werk und deutet das literarische Schweigen als Vertuschungsstrategie.

9. Literatur- und Quellenverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Maurice Blanchot, Literatur und Politik, Schweigen, Tod, Schreiben, Sprache, Antisemitismus, Résistance, Engagement, Dekonstruktivismus, Werkbiografie, Leere, Espace littéraire, Écriture blanche, Holocaust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem literarischen Schaffen von Maurice Blanchot und seiner biographischen Vergangenheit, insbesondere im Hinblick auf seine politischen Aktivitäten in den 1930er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind das literarische Schweigen, die Definition von Sprache und Schreiben, das Verhältnis zwischen Literatur und Politik sowie der Begriff des Todes bei Blanchot.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Blanchots spätere Literaturtheorie und sein Rückzug aus der Öffentlichkeit dazu dienen, seine antisemitische Vergangenheit aus den 1930er Jahren zu überschreiben oder zu vertuschen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze und existierende Forschungsliteratur (u.a. von Steven Ungar, Andreas Gelhard und Axel Schmitt) kritisch vergleicht und in den Kontext von Blanchots Werk stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Blanchots frühen und späten Werken, die Analyse seiner Haltung zur Politik sowie die detaillierte philosophische Klärung der Begriffe „Schweigen“, „Tod“, „Schreiben“ und „Sprache“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Blanchots Werkbiografie, die kritische Auseinandersetzung mit dem „Tod des Autors“, das literarische „Schweigen“ und die moralische Verantwortung des Intellektuellen charakterisieren.

Warum spielt Heidegger eine so große Rolle in Blanchots Denken?

Blanchot setzt sich in seinem Werk intensiv mit Heidegger auseinander. Dabei nutzt er ihn einerseits als Referenz, übt aber gleichzeitig radikale Kritik an der politischen Instrumentalisierung von Sprache und Philosophie durch Heidegger.

Wie deutet die Autorin den „Rückzug“ Blanchots?

Der Rückzug wird nicht als bloße Abkehr von der Welt interpretiert, sondern als eine bewusste, vielleicht notwendige Strategie, um sich der Konfrontation mit der eigenen politischen Vergangenheit zu entziehen und Literatur als autonomen Raum zu etablieren.

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Details

Title
Das Werk Blanchots und die Beziehung zu seiner Biographie
College
University of Freiburg  (romanisches Seminar)
Course
Hauptseminar
Grade
2
Author
Stefanie Schmidt (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V129970
ISBN (eBook)
9783640366958
ISBN (Book)
9783640367207
Language
German
Tags
Werk Blanchots Beziehung Biographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Schmidt (Author), 2007, Das Werk Blanchots und die Beziehung zu seiner Biographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129970
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