Die Facharbeit beinhaltet eine von der Autorin geplante, durchgeführte und evaluierte soziale Intervention mit drei gerontopsychiatrisch veränderten Menschen, für deren Methodik die verbale Kommunikation innerhalb der Gruppe gewählt wurde. Ziel der Intervention war es, beziehungsförderlich zu wirken und das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit wie auch das Gefühl für die eigene Person zu stärken.
Von Geburt an bis zu seinem Tod ist der Mensch ein soziales Wesen, d.h. um zu überleben ist er auf das Miteinander seinesgleichen angewiesen. Ohne dieses Charakteristikum könnte unsere Spezies auf keinen Fall überleben. Damit die Entwicklung des Individuums in jedem Lebensabschnitt gewährleistet und möglichst positiv beeinflusst wird, geht es nicht nur um die Sicherstellung und Befriedigung existenzieller physischer Grundbedürfnisse wie beispielsweise nach Nahrung, Schlaf oder Schutz und Sicherheit, sondern ebenso um die Erfüllung psychischer Bedürfnisse, wie etwa dem nach Liebe und Berührung, nach Anerkennung und dem Wunsch, Teil einer Gruppe zu sein. Körperliche und geistig-seelische Bedürfnisse stehen in Korrelation zueinander: soziale Verarmung oder Isolation können somatische Beschwerden entstehen lassen. Der Mensch muss in der Interaktion mit anderen Personen sein, um sich selbst als Person zu erleben und die Welt auf kognitiver und emotionaler Ebene verstehen zu können.
Soziale Kontakte entwickeln und verändern sich im Laufe des Lebens, im zunehmenden Seniorenalter verringern sie sich meist. Für ältere und hochaltrige Menschen ist oftmals sehr schwer bzw. kaum möglich, den Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten, insbesondere dann, wenn die Mobilität krankheitsbeding eingeschränkt ist u./o. kognitive Beeinträchtigungen aufgrund gerontopsychiatrischer Veränderungen bestehen. Dann ist es notwendig, dass Dritte die Rolle des "Vermittlers" übernehmen, Beziehung zu anderen Menschen ermöglichen und mit adäquaten Maßnahmen (Interventionen) den destruktiven Konsequenzen, die durch Isolation entstehen, entgegensteuern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Theoretische Abhandlungen der sozialen Intervention
2.2 Vorstellung der teilnehmenden Personen
2.3 Begründung der Methodenauswahl
2.4 Interventionsplan
2.5 Tatsächliche Verläufe der Interventionsdurchführungen
3. Zusammenfassung und Evaluation der Interventionsdurchführung
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, inwiefern soziale Interventionen bei gerontopsychiatrisch veränderten Menschen eingesetzt werden können, um deren Selbstvertrauen und Wohlbefinden durch gezielte Interaktion und Kommunikation innerhalb einer Gruppe zu stärken.
- Grundlagen sozialer Interventionen im gerontopsychiatrischen Kontext
- Methodik der biografieorientierten Gruppenarbeit
- Einfluss von Kommunikation und Erinnerungspflege auf die Identitätsstärkung
- Praktische Erprobung und Evaluation von Gruppeninterventionen
Auszug aus dem Buch
Kommunikation (verbal und nonverbal)
„Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ (Chinesische Weisheit)
Die Basis jeder menschlichen Interaktion ist die Kommunikation (lat. communicare = teilen, mitteilen, teilnehmen lassen gemeinsam machen, vereinigen), sie ist quasi der Schlüssel zum Beziehungsaufbau und deren Gestaltung. Um eine Beziehung identitätsstiftend zu gestalten ist die Vergegenwärtigung der eigenen Grundhaltung notwendig. Der Psychologe Carl Rogers (1902-1987) entwickelte auf der Basis eines humanistischen Menschenbildes die klientenzentrierte Gesprächstherapie und formulierte dazu die Grundbedingungen „Echtheit“, „Wertschätzung“ und „Einfühlung“ (vgl. Jung, Seminare Demenz Skript 2016).
Mit Echtheit (Kongruenz, Authentizität) seinem Gegenüber zu begegnen heißt, die eigenen Gefühle und Haltungen zu kennen und anzuerkennen, sich nicht zu verstellen. Authentizität wird von anderen wahrgenommen und hilft den Interaktionspartnern sich ebenso zu verhalten. Besonders bei Menschen, deren Hörvermögen stark eingeschränkt ist oder bei Menschen, denen aufgrund ihrer Erkrankung die Sinnhaftigkeit der Worte verloren geht (Aphasie) ist es wichtig, Echtheit in der nonverbalen Sprache zu wahren, d.h. in der Mimik und Gestik aber auch in der inneren Haltung, denn je mehr der Intellekt verloren geht, umso sensibler nimmt der Mensch die Atmosphäre und die Stimmungen seiner Umgebung auf. Menschen mit vorangeschrittener Demenz reagieren beispielsweise sehr empfindsam auf den ihnen entgegengebrachten Emotionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung der Relevanz sozialer Kontakte für das menschliche Wohlbefinden und Einführung in die Fragestellung der Arbeit.
2. Hauptteil: Theoretische Fundierung von Interventionsmethoden sowie detaillierte Vorstellung der Probanden, des Interventionsplans und der praktischen Umsetzungsberichte.
3. Zusammenfassung und Evaluation der Interventionsdurchführung: Reflexion der Ergebnisse und Bedeutung der sozialen Teilhabe für Menschen mit Demenz.
Schlüsselwörter
Soziale Intervention, Gerontopsychiatrie, Demenz, Selbstvertrauen, Wohlbefinden, Gruppenarbeit, Kommunikation, Biografiearbeit, Milieugestaltung, Identität, Personenzentrierter Ansatz, Teilhabe, Pflege, Erinnerungspflege, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung sozialer Interventionen in einer Gruppe bei gerontopsychiatrisch veränderten Menschen, um deren Identität und Wohlbefinden zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Aspekte sind der personenzentrierte Ansatz nach Kitwood, Methoden der Kommunikation, Biografiearbeit sowie die strukturierte Milieugestaltung in der Altenpflege.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Es soll aufgezeigt werden, wie gezielte soziale Interaktionen den Erhalt der Identität und das Selbstvertrauen bei Menschen mit Demenz stützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu theoretischen Grundlagen sowie einer qualitativen Dokumentation von drei durchgeführten Interventionssitzungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der drei teilnehmenden Personen, die methodische Planung und die detaillierte Darstellung der durchgeführten Gruppenaktivitäten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Soziale Intervention, Gerontopsychiatrie, Biografiearbeit, Wohlbefinden und Teilhabe charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Ansprache der drei teilnehmenden Damen?
Die Arbeit zeigt, dass die Kontaktaufnahme individuell erfolgen muss, bei einer Teilnehmerin etwa über konkrete Schlüsselreize, bei einer anderen durch direkte Einbeziehung in die Biografiearbeit.
Welche Bedeutung hat das "Milieu" laut der Autorin?
Das Milieu wird als gestaltungsfähiger Faktor erkannt, der durch die bewusste Ausrichtung an den Bedürfnissen der Erkrankten den Genesungsprozess und das soziale Miteinander maßgeblich unterstützt.
- Quote paper
- Diana Tandler (Author), 2020, Anwendung einer sozialen Intervention bei drei gerontopsychiatrisch veränderten Menschen zur Stärkung des Selbstvertrauens und des Wohlbefindens über die Interaktion und Kommunikation innerhalb der Gruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1299746