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Das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers gem. §§ 110a ff. StPO. Gesetzliche Grundlagen und rechtsstaatliche Grenzen

Titel: Das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers gem. §§ 110a ff. StPO. Gesetzliche Grundlagen und rechtsstaatliche Grenzen

Seminararbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 14 Punkte

Autor:in: Aurelia Volland (Autor:in)

Jura - Strafrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, in das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers einzuführen. Der Schwerpunkt wird zum einen auf den gesetzlichen Grundlagen des Einsatzes eines Verdeckten Ermittlers liegen. Zum anderen werden die rechtsstaatlichen Grenzen der verdeckten Ermittlung diskutiert, wobei vertieft auf der unzulässigen Tatprovokation eingegangen wird. Abschließend werden eine Schlussbemerkung und ein Ausblick gegeben.

Der Einsatz Verdeckter Ermittler beginnt bei dem Einsatz eines minderjährigen Käufers, um einen Verkäufer bei dem Verkauf von Alkohol an Minderjährige zu überführen über die Aufklärung von Straftaten im Bereich des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) und geht bis zur Aufklärung von organisierter Kriminalität. Verdeckte Ermittlungen waren erst jüngst wieder Gegenstand einer BGH-Rechtsprechung. Die Aufgabe der Polizeibeamten als sog. Verdeckte Ermittler besteht darin, einen Verdächtigen bei kriminellen Aktivitäten zu observieren, um ihn dann auf frischer Tat festnehmen zu können. Das Ziel des Staates zur möglichst effizienten Aufklärung von Straftaten geht jedoch einher mit Eingriffen in die Grundrechte jedes Einzelnen. Daher können sich bei verdeckten Ermittlungsmaßnahmen vielseitige Probleme ergeben und die Beamte geraten an die Grenzen ihres rechtsstaatlichen Handelns.

Die gesetzlichen Regelungen zum Einsatz eines Verdeckten Ermittlers wurden durch das Gesetz zur Bekämpfung des illegalen Rauschgifthandels und anderer Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität (OrgKG) in die Strafprozessordnung eingeführt. Mit Inkrafttreten der §§ 110a-110c StPO am 22.09.1992 wurde die bislang fehlende Rechtsgrundlage für den Einsatz eines Verdeckten Ermittlers kodifiziert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Rechtsgrundlage des Verdeckten Ermittlers

I. Allgemeines

II. Begriffsbestimmung

III. Tatbestandsmerkmale der §§ 110a-110c

1. Materielle Voraussetzungen, § 110a Abs. 1

a) Anfangsverdacht

b) Katalogtat und Wiederholungsgefahr

c) Straftat von erheblicher Bedeutung

d) Subsidiaritätsklausel

2. Formelle Voraussetzungen, § 110b

a) Verfahren bei einfachen Einsätzen, § 110b Abs. 1

aa) Grundsatz: Zustimmung der Staatsanwaltschaft

bb) Ausnahme: Gefahr im Verzug

b) Verfahren bei qualifizierten Einsätzen, § 110b Abs. 2

aa) Grundsatz: Zustimmung des Gerichts

bb) Ausnahme: Gefahr im Verzug

c) Form, Befristung und Verlängerung der Zustimmung

d) Folgen von Verfahrensfehlern

3. Geheimhaltung der Identität, § 110b Abs. 3

a) Problem: Sperrwirkung

b) Lösung: Drei-Stufen-Theorie und audiovisuelle Vernehmung

4. Befugnisse von verdeckten Ermittlern, § 110c

a) Betreten einer Wohnung

b) Keuschheitsproben

c) Belehrungspflicht

d) Zulässige Tatprovokation

C. Rechtsstaatliche Schranken verdeckter Ermittlungen

I. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung

II. Der Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit

III. Das Recht auf ein faires Verfahren („fair trial“)

1. Zuständigkeit des EGMR und Rang der EMRK

2. Die unzulässige Tatprovokation

a) Voraussetzungen

aa) Prüfungsmaßstab des EGMR

bb) Prüfungsmaßstab des BGH

b) Rechtsfolgen der unzulässigen Tatprovokation

aa) Rechtsprechung des EGMR

bb) Rechtsprechung des BGH

D. Schlussbemerkungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers im deutschen Strafprozessrecht. Ziel ist es, die gesetzlichen Grundlagen für den Einsatz zu erläutern und dabei insbesondere die verfassungsrechtlichen sowie rechtsstaatlichen Grenzen, wie etwa das Problem der unzulässigen Tatprovokation, kritisch zu analysieren.

  • Gesetzliche Grundlagen des Verdeckten Ermittlers (§§ 110a-110c StPO)
  • Formelle und materielle Voraussetzungen für verdeckte Ermittlungsmaßnahmen
  • Rechtsstaatliche Schranken und Grundrechtsschutz
  • Die Problematik der unzulässigen Tatprovokation (agent provocateur)
  • Rechtsprechung des EGMR und des BGH zum fairen Verfahren

Auszug aus dem Buch

3. Geheimhaltung der Identität, § 110b Abs. 3

Die von dem legendierten Ermittler gewonnenen Informationen müssen nun auch in den Prozess eingebracht werden. Es kann viele Gründe geben, warum ein Polizeibeamter, der als verdeckter Ermittler im Verfahren tätig war, nicht persönlich in der Hauptverhandlung aussagen möchte. Vor allem im Bereich der organisierten Kriminalität ist mit Rache zu rechnen. Dies ist ein nachvollziehbares Motiv des Verdeckten Ermittlers nicht als Zeuge zur Verfügung zu stehen. Daher kann die Identität des Verdeckten Ermittlers grundsätzlich auch nach Beendigung des Einsatzes geheim gehalten werden, § 110b Abs. 3 S. 1. Ausnahmsweise können jedoch Staatsanwaltschaft und Gericht von der „Offenbarungspflicht“ Gebrauch machen und verlangen, dass die Identität ihnen gegenüber offenbart wird, § 110b Abs. 3 S. 2.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Problematik von Eingriffen durch verdeckte Ermittlungsinstrumente in Grundrechte und legt den Fokus auf gesetzliche Grundlagen und rechtsstaatliche Grenzen.

B. Rechtsgrundlage des Verdeckten Ermittlers: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Verdeckten Ermittlers und erläutert detailliert die materiellen sowie formellen Voraussetzungen für dessen Einsatz gemäß den §§ 110a-110c StPO.

C. Rechtsstaatliche Schranken verdeckter Ermittlungen: Hier werden die Grenzen verdeckter Ermittlungen im Hinblick auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, die Selbstbelastungsfreiheit und das Recht auf ein faires Verfahren analysiert, mit besonderem Augenmerk auf die unzulässige Tatprovokation.

D. Schlussbemerkungen und Ausblick: Das Kapitel fasst die Reformbedürftigkeit bezüglich der Eingriffsgrundlagen im Internet sowie der Notwendigkeit einer gesetzlichen Kodifizierung der Tatprovokation zusammen.

Schlüsselwörter

verdeckter Ermittler, Strafprozessordnung, StPO, § 110a, Tatprovokation, agent provocateur, faires Verfahren, EMRK, EGMR, BGH, Beweisverwertungsverbot, informationelle Selbstbestimmung, organisierte Kriminalität, Rechtssicherheit, Strafrechtspflege

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Einordnung von Verdeckten Ermittlern im deutschen Strafverfahren sowie den verfassungs- und rechtsstaatlichen Grenzen ihrer Tätigkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die gesetzlichen Voraussetzungen für den Einsatz verdeckter Ermittler, deren Befugnisse sowie die rechtsstaatlichen Bedenken, insbesondere bei unzulässiger Tatprovokation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Instrument des Verdeckten Ermittlers zu systematisieren, die gesetzlichen Grundlagen (§§ 110a-110c StPO) zu erläutern und die Konsequenzen unzulässiger Ermittlungsmethoden kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die einschlägige Gesetze, Kommentarliteratur und die aktuelle Rechtsprechung von BGH und EGMR analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ermittlungsbefugnisse (materiell/formell) und die detaillierte Diskussion der Schranken wie dem Recht auf ein faires Verfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern zählen Verdeckter Ermittler, Tatprovokation, Beweisverwertungsverbot, faires Verfahren und die einschlägigen Normen der StPO.

Wie unterscheidet sich die Bewertung einer unzulässigen Tatprovokation zwischen EGMR und BGH?

Der EGMR fordert als Mindeststandard ein Beweisverwertungsverbot. Der BGH ist in seiner Rechtsprechung weniger streng und entwickelte teilweise die „Strafzumessungslösung“, um rechtswidrige Eingriffe zu kompensieren.

Was bedeutet „Sperrwirkung“ im Kontext des Verdeckten Ermittlers?

Diese meint die Verhinderung der Aussage des Verdeckten Ermittlers durch eine Sperrerklärung der obersten Dienstbehörde, um den Schutz des Ermittlers vor Racheakten zu gewährleisten.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers gem. §§ 110a ff. StPO. Gesetzliche Grundlagen und rechtsstaatliche Grenzen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
14 Punkte
Autor
Aurelia Volland (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1300063
ISBN (eBook)
9783346768049
ISBN (Buch)
9783346768056
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verdeckte Ermittler Verdeckte Ermittlungsmaßnahmen Strafprozessordnung Das Recht auf ein faires Verfahren Fair Trial Grundsatz Europarecht Tatprovokation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aurelia Volland (Autor:in), 2022, Das personale Ermittlungsinstrument des Verdeckten Ermittlers gem. §§ 110a ff. StPO. Gesetzliche Grundlagen und rechtsstaatliche Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1300063
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Leseprobe aus  21  Seiten
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