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Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses"

Title: Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses"

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabian Bruckschen (Author)

Sociology - Miscellaneous
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David Gabbard zieht einen außergewöhnlichen Vergleich zwischen den herrschenden Machtverhältnissen in Michel Foucaults Werk <<Überwachen und Strafen>> (Erscheinungsjahr 1974, im folgenden Text <<ÜuS>>) und dem Science-Fiction-Film Matrix: „… these technologies function as the ultimate disciplinary machines, even more utopian in their design and function than Bentham’s panopticon. They enable power to achieve a level of omnipotence and omniscience far greater than that achieved by any of the disciplinary technologies addressed by Foucault, including compulsory schooling.” Er zeigt damit u.a. wie jede Gesellschaft, sogar eine rein fiktive, von der Strategie der Macht durchzogen ist.2 „The Matrix is a computer-generated dream world to keep us under control.” Dieser Kommentar widmet sich genau dem Buch Foucaults, welches sich mit solchen Thesen und speziell mit der Entwicklung der Strafmechanismen beschäftigt, die durch das
soziale Medium Macht bedingt sind. Beginnend bei der peinlichen Strafe der Marter im 18. Jahrhundert bis zur Haftstrafe als universale Form der Bestrafung. Eine erstaunliche
Transformation, da sich die Sanktion durch Inhaftierung, trotz heftiger Kritik, gegen alle anderen strafenden und überwachenden Mechanismen durchsetzen konnte. Der Autor selbst behauptet, dass das Gefängnis durch die Willkür des Vollzugs und die bewusste Produktion von Delinquenz versagt hat. Trifft seine Aussage zu unserer Zeit noch zu? Im Verlauf des Kommentars werde ich den wesentlichen Inhalt des Buches im Bezug zu der aufgeworfenen Frage erläutern, zeigen wie das Werk von der Nachwelt interpretiert wurde und mit einer persönlichen Würdigung abschließen. Zuvor sollte allerdings der Hintergrund des Buches und seine Bedeutung im Gesamtwerk Foucaults analysiert werden. Was veranlasste ihn, <<ÜuS>> zu schreiben, und welche Rolle spielt das Werk in seiner Entstehungszeit?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Werk in Foucaults Biografie

2.1 Die Vorgeschichte von <<Überwachen und Strafen>>

2.2 Die Zeit seiner Entstehung

3. Der wesentliche Inhalt von „Überwachen und Strafen“

3.1 Das Ende der peinlichen Strafen

3.2 Die Zeit der Reformer

3.3 Die zügige Eroberung des Gefängnisses

3.3.1 Disziplin als Katalysator

3.3.2 Massive Kritik am Gefängnis

3.4 Architektonische Perfektion der Disziplinarmacht: Das Panoptikum

4. Rezeptionskontext

5. Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Michel Foucaults Werk „Überwachen und Strafen“ auseinander. Ziel ist es, die Transformation der Strafsysteme vom 18. Jahrhundert bis zur Etablierung des Gefängnisses als universale Strafform zu analysieren, die zeitgenössische Rezeption des Werkes darzustellen und Foucaults Kernthese, wonach das Gefängnissystem durch Willkür und die bewusste Produktion von Delinquenz versagt hat, anhand aktueller Beispiele kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Entwicklung der Bestrafungspraktiken (von der Marter zur Haftstrafe)
  • Die Rolle der Disziplinargesellschaft und ihrer Machtmechanismen
  • Architektur als Machtinstrument (das Panoptikum nach Bentham)
  • Kritische Rezeptionsgeschichte und Interpretationsansätze
  • Empirische Hinterfragung des Gefängnissystems anhand von Fallbeispielen wie Guantanamo

Auszug aus dem Buch

3.4 Architektonische Perfektion der Disziplinarmacht: Das Panoptikum

Das Panoptikum von Jeremy Bentham stellt eine Technik der Disziplinargesellschaft in Form einer utopischen Disziplinarmaschine dar. Foucault hat diesen „… Plan von 1836 für ein Gefängnis, in dem die Zellen kreisförmig angelegt sind und alle vom zentralen Platz des Wärters aus eingesehen werden können, zum Inbegriff des modernen Strafsystems erklärt.“25 Im Panoptikum wird die Macht automatisiert und entindividualisiert.26 Es herrscht hier eine optische Asymmetrie, da die Zellen weder in den Turm, den zentralen Punkt, noch sich untereinander sehen können. Dank der lichtdurchfluteten Konstruktion der Zellen kann der Überwacher alles sehen ohne selbst gesehen zu werden und die Gefangenen sind in jedem Moment sichtbar ohne selbst sehen zu können.27 Es ist die perfekte Überwachung, da sich die Häftlinge durch das Bewusstsein, ständig überwacht werden zu können, im Grunde selbst überwachen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Verbindung zwischen Foucaults Machttheorien und modernen dystopischen Metaphern her und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Versagen des Gefängnissystems.

2. Das Werk in Foucaults Biografie: Das Kapitel verortet „Überwachen und Strafen“ in der intellektuellen Entwicklung des Autors und beleuchtet dessen persönliches Engagement in der Gefangenenhilfe.

3. Der wesentliche Inhalt von „Überwachen und Strafen“: Dieses Hauptkapitel analysiert den historischen Übergang von körperlicher Bestrafung zu disziplinierender Haft und untersucht das Gefängnis als Instrument der Überwachung und Delinquenzproduktion.

4. Rezeptionskontext: Hier werden unterschiedliche Interpretationen und Kritikpunkte am Werk, etwa durch Gilles Deleuze oder Hans Joas, diskutiert.

5. Würdigung: Der Autor schließt mit einer persönlichen kritischen Reflexion ab und wendet die Thesen Foucaults auf das Beispiel des Gefangenenlagers Guantanamo an.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Gefängnis, Disziplinargesellschaft, Macht, Panoptikum, Disziplin, Delinquenz, Strafvollzug, Machtmechanismen, Normierung, Körper, Aufklärung, Repression, Prävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Michel Foucaults einflussreiches Werk „Überwachen und Strafen“ und untersucht die historischen und soziologischen Hintergründe der modernen Gefängnisstrafe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Strafsysteme, die Mechanismen der Disziplinarmacht, die Funktion des Gefängnisses in der Gesellschaft sowie die architektonische Umsetzung von Macht durch das Panoptikum.

Welches Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist es, Foucaults Argumentation zur Genese des Gefängnisses nachzuvollziehen und zu prüfen, ob seine These des Scheiterns des Strafvollzugs auch heute noch Bestand hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung von Foucaults Thesen, ergänzt durch eine diskursive Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur und aktuellen Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse des Übergangs von der öffentlichen Marter zur Haft, die Rolle der Reformer, das Konzept der Disziplinargesellschaft und die architektonische Bedeutung des Panoptikums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Disziplinargesellschaft, Macht, Überwachung, Delinquenzproduktion und Gefängnis definiert.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des Gefängnisses?

Der Autor schließt sich Foucaults Einschätzung an, dass das Gefängnis in seiner beabsichtigten Funktion versagt hat, da es Delinquenz eher produziert als erfolgreich resozialisiert.

Warum wird Guantanamo als Beispiel angeführt?

Guantanamo dient als aktuelles Extrembeispiel, um zu demonstrieren, wie Willkür und der Mangel an Rechtsstaatlichkeit innerhalb eines Haftsystems Foucaults Thesen zur Machtausübung untermauern.

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Details

Title
Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses"
College
University of Freiburg  (Soziologie)
Grade
1,7
Author
Fabian Bruckschen (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V130022
ISBN (eBook)
9783640368778
ISBN (Book)
9783640369171
Language
German
Tags
Foucault Panoptikum Panopticon Überwachung Marter Bestrafung Gefängnis Justiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Bruckschen (Author), 2009, Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130022
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