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Die Pflicht in Kants 'Grundlegung zur Metaphysik der Sitten'

Title: Die Pflicht in Kants 'Grundlegung zur Metaphysik der Sitten'

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jinan Kauf (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff der Pflicht in Immanuel Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ zunächst dargestellt, anschließend auf das Verhältnis von
Pflicht und Neigung, inwieweit der Neigungs- vom Pflichtbegriff abgesondert ist,
eingegangen, wozu verschiedene andere Positionen angeführt werden. Grundlage
dieser Arbeit ist zunächst und vor allem neben Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" der zugehörige Kommentar von Dieter Schönecker und Allen W. Wood. Darüber hinaus wurde Schillers Abhandlung „Über Anmut und Würde“, die zugehörige Erwiderung Kants sowie die diesbezügliche Kommentierung aus Hans Reiners „Die Grundlagen der Sittlichkeit“ herangezogen. Weiterhin flossen Publikationen von Max Scheler und Christine M. Korsgaard ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Der gute Wille

3. Die Pflicht

3.1 Die Pflichtsätze

3.1.1 Der erste Satz

3.1.2 Der zweite Satz

3.1.3 Der dritte Satz

4. Pflicht und Neigung

4.1 Kant und Schiller

4.2 Scheler

4.3 Korsgaard

5. Schluss

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Pflichtbegriff in Immanuel Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ und analysiert kritisch das Verhältnis von Pflicht und Neigung unter Einbeziehung verschiedener philosophischer Gegenpositionen und Kommentarliteratur.

  • Analyse des Begriffs des „guten Willens“ bei Kant.
  • Untersuchung der Struktur der Pflichtsätze.
  • Debatte um das Spannungsfeld zwischen moralischer Pflicht und menschlicher Neigung.
  • Diskussion der Positionen von Schiller, Scheler und Korsgaard zum moralischen Wert von Handlungen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der erste Satz

Nun ist es oben bereits öfters angeklungen, dass bei der Beurteilung dessen was moralisch ist auf den Grund des Handelnden geachtet wird und nicht auf die Wirkung seiner Handlung, so dass es nicht ausreicht, wenn die Handlung dem Gesetz gemäß ist, sondern darüber hinaus diese Pflichtmäßigkeit vom Handelnden gewollt sein muss. Kants These lautet also, dass nur die Handlung als absolut lobenswert und hochschätzungswert angesehen wird, die nur aus dem Grund der Pflicht heraus vollzogen wird, was aus reiner Achtung vor dem moralischen Gesetz bedeutet, und unbeeinflusst von anderweitigen Interessen und Neigungen ist. Er möchte darstellen, was eine Handlung aus Pflicht ist. Dazu trifft er einige Unterscheidungen.

Zunächst schließt er die pflichtwidrigen Handlungen im vorneherein aus, was auf der Hand liegt, da eine Handlung, die gegen eine Pflicht verstößt, keine sein kann, die aus Pflicht erfolgt. Dabei geht er aber nicht auf die Fälle ein, in denen jemand glaubt, eine Handlung sei dem Gesetz gemäß, diese jedoch aus objektiver Sicht pflichtwidrig ist. Aus seinen Ausführungen gefolgert können solche Fälle nur als pflichtwidrig bewertet werden, da zum Begriff der Pflicht zwei Merkmale, ein objektives und ein subjektives, gehören, und hier das objektive Merkmal fehlt. Somit müssen Handlungen aus Pflicht welche sein, die pflichtmäßig sind.

Des weiteren schließt er diejenigen pflichtmäßigen Handlungen aus, die aus mittelbarer Neigung, d.h. nicht aus unmittelbarer Neigung, sondern aus beispielsweise Eigennutz, erfolgen. Die Handlung erfüllt in diesem Sinne zwar die objektive Komponente, indem sie dem Gesetz entspricht, doch fehlt die subjektive Komponente, weil sie nicht aus Pflicht geschieht. In diesen Fällen ist indes das Fehlen des subjektiven Merkmals nicht schwer zu erkennen. Hierzu beschreibt er ein Beispiel, indem ein Verkäufer seine Kunden deswegen ehrlich bedient, weil er aus Eigennutz die Absicht hat, dass diese weiterhin bei ihm einkaufen und ihn nicht eventuell anzeigen. Dies ist eine lediglich mittelbare Neigung, denn die unmittelbare wäre, wenn der Verkäufer deswegen ehrlich zu seinen Kunden wäre, weil er sich an ihrer Zufriedenheit ehrlich behandelt zu werden erfreut. Handlungen aus Pflicht sind also pflichtmäßig und erfolgen aus keiner mittelbaren Neigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Es wird der Untersuchungsgegenstand, die Pflicht bei Kant, sowie die herangezogene Forschungsliteratur kurz vorgestellt.

2. Der gute Wille: Kant identifiziert den guten Willen als das einzig uneingeschränkt moralisch Gute, welches nicht durch Naturgaben oder Glücksgaben bestimmt wird.

3. Die Pflicht: Der Pflichtbegriff wird als Einschränkung des guten Willens bei unvollkommen vernünftigen Wesen wie dem Menschen eingeführt.

3.1 Die Pflichtsätze: Es wird die hermeneutische Problematik der Bestimmung der drei Sätze zur Pflicht bei Kant erörtert.

3.1.1 Der erste Satz: Dieser Abschnitt erläutert die moralische Notwendigkeit, Handlungen rein aus Pflicht und ohne mittelbare Neigungen zu vollziehen.

3.1.2 Der zweite Satz: Hier wird dargelegt, dass der moralische Wert einer Handlung auf dem formellen Prinzip des Wollens a priori basiert.

3.1.3 Der dritte Satz: Dieser Teil definiert die Pflicht als Notwendigkeit der Handlung aus Achtung vor dem Gesetz als selbstgewirktem Gefühl.

4. Pflicht und Neigung: Die Arbeit diskutiert kritisch Kants Beispiel der Wohltätigkeit im Kontext der moralischen Bewertung von Neigungen.

4.1 Kant und Schiller: Die Auseinandersetzung thematisiert Schillers Ideal der „schönen Seele“ im Kontrast zu Kants Pflichtbegriff.

4.2 Scheler: Max Schelers Kritik an der kantischen Auffassung bezüglich der moralischen Wertigkeit des Widerwillens wird untersucht.

4.3 Korsgaard: Es wird die Sichtweise von Korsgaard präsentiert, die mögliche Missverständnisse bei der Interpretation von Kants Handlungsbeispielen aufklärt.

5. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass die Reflexionsfähigkeit des Menschen und die Unabhängigkeit von Neigungen zentral für Kants Bestimmung des moralisch Wertvollen sind.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Pflicht, guter Wille, Neigung, moralischer Wert, Achtung, Vernunft, Tugend, schöne Seele, Max Scheler, Christine M. Korsgaard, Friedrich Schiller, Pflichtmäßigkeit, Handlungsantrieb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Pflichtbegriff bei Immanuel Kant, insbesondere dessen Darstellung in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ und das komplexe Verhältnis von moralischer Pflicht zu persönlichen Neigungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition des guten Willens, die Struktur der Pflichtsätze, die Abgrenzung von Neigung und Pflicht sowie die kritische Auseinandersetzung mit anderen Philosophen wie Schiller, Scheler und Korsgaard.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Kants Auffassung vom moralischen Wert einer Handlung zu präzisieren und zu verdeutlichen, warum für Kant der rein pflichtgemäße, von Neigungen unabhängige Wille das höchste moralische Gut darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interpretative Analyse von Primärtexten (Kants GMS) sowie eine komparative Untersuchung relevanter Kommentar- und Sekundärliteratur zur Einordnung der kantischen Thesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Exegese der drei Pflichtsätze, dem Konflikt zwischen Pflicht und Neigung anhand von Beispielen sowie den Einwänden namhafter Philosophen gegen Kants Strenge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Pflicht, guter Wille, moralischer Wert, Achtung vor dem Gesetz, Neigung, Tugend und das Vernunftwesen des Menschen.

Inwieweit spielt die „schöne Seele“ nach Schiller eine Rolle?

Der Begriff dient als Gegenposition zu Kant; während Schiller die Harmonie von Pflicht und Neigung als moralisch am wertvollsten ansieht, besteht Kant darauf, dass nur der reine Pflichtvollzug moralische Hochachtung verdient.

Wie begegnet die Arbeit dem Vorwurf der „Grausamkeit“ bei Kant?

Die Arbeit diskutiert Schelers Vorwurf einer „Werttäuschung“ oder „Schmerzliebe“ und stellt dem Kants Argument entgegen, dass die Unterordnung unter das selbstgegebene Gesetz keine Furcht, sondern eine freiwillige Vernunftleistung ist.

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Details

Title
Die Pflicht in Kants 'Grundlegung zur Metaphysik der Sitten'
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Philosophisches Institut)
Course
Kants Moralphilosophie
Grade
1
Author
Jinan Kauf (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V130025
ISBN (eBook)
9783640361922
ISBN (Book)
9783640362189
Language
German
Tags
Pflicht Kants Grundlegung Metaphysik Sitten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jinan Kauf (Author), 2005, Die Pflicht in Kants 'Grundlegung zur Metaphysik der Sitten', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130025
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