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Alphabetisierung in Afrika

Title: Alphabetisierung in Afrika

Term Paper , 2004 , 21 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Africa
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Summary Excerpt Details

Die meisten afrikanischen Länder gehören zu den ärmsten Ländern der Welt und sind am stärksten von Analphabetismus betroffen. Mit der Überzeugung, dass Alphabetisierung ein Antrieb zur Entwicklung ist, unterstützen die Experten der Entwicklungsplanung Alphabetisierung als unentbehrliche Ressource für gute Perspektiven in den ärmsten Ländern. Deswegen ist die Frage des Kampfes gegen Analphabetismus nicht mehr ein ´Ob`, sondern ein ´Wie`. Neben dem guten Willen der UNESCO und der Regierungen in Afrika besteht ein bedeutsames Problem: nämlich die Finanzierung der Alphabetisierungsprojekte sowie die Rekrutierung und die Ausbildung von Lehrkräften. Wenn man die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis in solchen Ländern betrachtet, fragt man sich, welchem Zweck Alphabetisierung dient und wie sie zu der mündlichen Tradition und der Spaltung zwischen Muttersprachen und Unterrichtsprachen steht. Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit einem historischen Überblick über Alphabetisierung in Afrika. Dabei spielt die Schrift von Sultan Njoya in Kamerun eine besondere Rolle. Die Akteure der Alphabetisierung in Afrika, der Staat, die Kirche, die Nicht- Regierungsorganisationen (NRO) und private Akteure, werden im zweiten Teil dargestellt. Der dritte Teil behandelt die Methoden der Alphabetisierung mit einer besonderen Thematisierung von der Methode Paulo Freires und Julius Nyerere. Anschließend werden im Teil vier die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und strukturellen Probleme der Alphabetisierungskampagne analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Geschichte der Alphabetisierung in Afrika

1. 1 Der Stand des Analphabetismus in Afrika

1. 2 Alphabetisierung in der Vorkolonialzeit

1.2.1 Das Beispiel der Schrift von Sultan Njoya

1.3 Alphabetisierung in der Kolonialzeit

1.4 Alphabetisierung in der Nachkolonialzeit

2. Akteure von Alphabetisierung in Afrika

2.1 Der Staat

2.2 Die Kirche, NRO und Private Initiativen

3. Methoden der Alphabetisierung in Afrika

3.1 Paulo Freire in Afrika? Das Beispiel Ghanas

3.2 Julius Nyerere und Bildung für „Self reliance“

4. Probleme der Alphabetisierung in den Afrikanischen Gesellschaften

4.1 Unterricht in einheimischen Sprachen oder Amtsprachen?

4.1 2 Das Beispiel Kameruns

4.2 Wirtschaftliche und strukturelle Probleme

4.3 Politische und soziokulturelle Probleme

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen der Alphabetisierung auf dem afrikanischen Kontinent unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen von der Vorkolonialzeit bis in die heutige Ära. Dabei wird insbesondere analysiert, wie politische Rahmenbedingungen, die Wahl der Unterrichtssprache und verschiedene Akteure – vom Staat bis zur Kirche – den Bildungserfolg beeinflussen.

  • Historische Analyse der Alphabetisierung in Afrika seit der Vorkolonialzeit.
  • Die Rolle von Staat, Kirche und Nichtregierungsorganisationen als Bildungsakteure.
  • Pädagogische Ansätze zur Alphabetisierung, insbesondere durch Paulo Freire und Julius Nyerere.
  • Sozioökonomische und politische Hürden für Bildungsreformen in afrikanischen Gesellschaften.
  • Die Problematik der Unterrichtssprache in Bezug auf den Erhalt einheimischer Identitäten und den Schulerfolg.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Das Beispiel der Schrift von Sultan Njoya

Njoya ist 1876 in Fuban (Bamun) geboren. Er war vier Jahre alt, als sein Vater, der König Bamuns, starb. Als er neunzehn Jahre alt war, übernahm er den Thron. Der erste große Offizier des Palasts, Gbetnkom, wollte den Thron jedoch nicht verlassen, wie es die Tradition forderte. Mit Hilfe der Peul von Banyo kämpfte Njoya gegen Gbetnkom und konnte ihn von der Macht entfernen. Beeindruckt von den Reitern der Banyo betet Njoya den "Lamidat" um ihm welche zu geben. Außerdem beschäftigte er sich intensiv mit dem Islam. Da die Banyo Muslime waren und den Koran lesen konnten, entschied sich Njoya, diese Schrift zu erlernen. Aber er will nicht nur die Schrift des Korans erlernen, sondern seine eigene erfinden. Tatsächlich erschuf und entwickelte er seine eigene Schrift und verbreitete sie unter seinem Volk. Zudem brachte er seinem Volk harte Arbeit bei, statt den ganzen Tag herumzusitzen, um Palmwein zu trinken.

Laut Njoya selber, der seine Memoiren in einem Werk über die Geschichte und Gebräuche der Bamun in seiner eigenen Schrift festhielt, gab ihm eine Erscheinung während eines Traums den Anstoß für die Erschaffung seiner Schrift. Bei der Umsetzung sollte ihm ein Team von Gelehrten und Notabeln behilflich sein. Ein Mann erschien in seinem Traum und forderte ihn auf, seine Hand zu zeichnen. Er sollte dieses Zeichen waschen und anschließend das Wasser trinken. Als er aufwachte, trank er das Wasser mit dem er das Zeichen gewaschen hatte und rief seine Leute. Er forderte sie zu zeichnen auf. Mit diesen unterschiedlichen Zeichen wollte er ein Buch erstellen, das „allein ohne Laute spricht“.

Nach vielen Versuchen und mit Hilfe seiner Leute und seiner Mutter, verglich er alle Zeichen und arbeitete 500 Piktogrammen und Ideogramme heraus. All dies geschah noch im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, also noch vor der Ankunft der Europäer in Bamun. Und dies war nicht die einzige Entwicklung einer Schrift in Afrika während dieser Zeit:

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Krise des Analphabetismus und verdeutlicht die Notwendigkeit der Alphabetisierung als fundamentales Recht, insbesondere im afrikanischen Kontext.

1. Zur Geschichte der Alphabetisierung in Afrika: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Schrift und Bildung nach, wobei das Beispiel von Sultan Njoya in Kamerun als bemerkenswerte vorkoloniale Innovation hervorgehoben wird.

2. Akteure von Alphabetisierung in Afrika: Hier wird untersucht, welche Akteure – insbesondere der Staat und religiöse Institutionen – maßgeblich die Bildungslandschaft prägen und wo deren jeweilige Motivationen liegen.

3. Methoden der Alphabetisierung in Afrika: Dieser Teil analysiert pädagogische Ansätze, wobei der Fokus auf den Konzepten von Paulo Freire und Julius Nyerere und deren Anwendung in Ghana bzw. Tansania liegt.

4. Probleme der Alphabetisierung in den Afrikanischen Gesellschaften: Dieses Kapitel identifiziert strukturelle, politische und soziokulturelle Hindernisse, wie die Frage der Unterrichtssprache und die Diskriminierung von Mädchen in Bildungssystemen.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass echte Alphabetisierung über das bloße Erlernen von Buchstaben hinausgehen muss und eine tiefgreifende politische sowie gesellschaftliche Befreiung zum Ziel haben sollte.

Schlüsselwörter

Alphabetisierung, Analphabetismus, Afrika, Bildungssysteme, Paulo Freire, Julius Nyerere, Kolonialismus, Postkolonialismus, Sprachenpolitik, Bildungsrecht, Entwicklungshilfe, Sultan Njoya, Kamerun, gesellschaftliche Transformation, "Bildung für alle".

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und Strategien der Alphabetisierung in afrikanischen Gesellschaften im historischen und aktuellen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Schrift in Afrika, die Rolle von Bildungsakteuren, Methoden der Alphabetisierung sowie soziokulturelle und wirtschaftliche Barrieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welchen Zweck Alphabetisierung in Afrika verfolgt, wie sie historisch gewachsen ist und warum die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis oft zu einem Scheitern von Alphabetisierungsprogrammen führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische und komparative Analyse, wobei theoretische Bildungskonzepte mit Fallbeispielen aus verschiedenen afrikanischen Ländern verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den historischen Rückblick, die Akteure des Bildungssystems, spezifische pädagogische Methoden und die drängenden sozioökonomischen Probleme der Alphabetisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Alphabetisierung, Postkolonialismus, Sprachenpolitik, Paulo Freire, "Bildung für alle" und soziokulturelle Barrieren.

Welche besondere Bedeutung hat das Beispiel von Sultan Njoya?

Sultan Njoya ist ein zentrales Fallbeispiel für eine indigene afrikanische Schrifterfindung in der Vorkolonialzeit, die eine eigenständige kulturelle und bürokratische Entwicklung in Bamun ermöglichte.

Warum spielt die Sprache des Unterrichts eine so große Rolle?

Die Verwendung von Kolonialsprachen als Unterrichtssprachen führt oft zur Entfremdung und behindert das Verständnis, während der Unterricht in der Muttersprache nachweislich zu besseren Reflexions- und Lernerfolgen bei Kindern führt.

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Details

Title
Alphabetisierung in Afrika
College
University of Siegen
Course
Schriftsprache und schriftsprachliche Kommunikation
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V130050
ISBN (eBook)
9783640361984
ISBN (Book)
9783640362240
Language
German
Tags
Alphabetisierung Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2004, Alphabetisierung in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130050
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