Ziel dieser Arbeit soll sein, aufzuzeigen, inwiefern das Eingreifen höherer Mächte (durch Gott und den Teufel) Einfluss auf das Medium der Tafel und auf die Entwicklung des Helden Gregorius nimmt. Letzteres soll anhand des Oxymorons (der Zusammenfassung von Gegensätzen) "der guote sündære" gezeigt werden, das signalisiert, dass der Held sich von Anfang an auf dem rechten Weg befindet.
Das Medium der Tafel begleitet Gregorius von dem Moment seiner inzestuösen Geburt an bis zu seiner Erwählung zum Papst. Die Tafel enthält dabei den handschriftlich festgehaltenen Lebensentwurf der Mutter für ihr neugeborenes Kind, den der Abt, der Finder des Kindes, in die Tat umsetzt. Besagter Lebensentwurf zieht eine Reihe von bedeutenden Ereignissen nach sich. Das Kind, das durch den Abt den Namen Gregorius erhält, wächst ohne das Wissen um seine sündhafte Geburt auf und erhält die Tafel erst mit dem Verlassen der Klosterinsel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Das Medium der Tafel
1.2 Das Eingreifen höherer Mächte
1.3 Grenzüberschreitung
2. Der Weg der Tafel und das Wirken des Schicksals
2.1 Vorgeschichte
2.2 Erste Grenzüberschreitung
2.3 Kindheit und Jugend auf der Klosterinsel
2.4 Zweite Grenzüberschreitung
2.5 Befreiung Aquitaniens und Landesherrschaft
2.6 Dritte Grenzüberschreitung
2.7 Buße auf dem Felsen
2.8 Resümee
3. Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern das Eingreifen höherer Mächte sowie das Element des Wassers bei der Grenzüberschreitung die Funktion der Tafel und die Entwicklung des Helden in Hartmanns von Aue "Gregorius" beeinflussen.
- Analyse des Mediums der Tafel als strukturelles und identitätsstiftendes Element.
- Untersuchung der heilsgeschichtlichen Dimension durch das Wirken Gottes und des Teufels.
- Bedeutung von Grenzüberschreitungen und Wasser als Übergangsbereiche.
- Erforschung der Identitätsentwicklung zwischen Schuld und Erlösung.
- Interpretation des Oxymorons "der guote sündære" im Kontext der Heldenentwicklung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Medium der Tafel begleitet Gregorius von dem Moment seiner inzestuösen Geburt an bis zu seiner Erwählung zum Papst. Die Tafel enthält dabei den handschriftlich festgehaltenen Lebensentwurf der Mutter für ihr neugeborenes Kind, den der Abt, der Finder des Kindes, in die Tat umsetzt. Besagter Lebensentwurf zieht eine Reihe von bedeutenden Ereignissen nach sich. Das Kind, das durch den Abt den Namen Gregorius erhält, wächst ohne das Wissen um seine sündhafte Geburt auf und erhält die Tafel erst mit dem Verlassen der Klosterinsel.
Ziel dieser Arbeit soll sein, aufzuzeigen, inwiefern das Eingreifen höherer Mächte (durch Gott und den Teufel) Einfluss auf das Medium der Tafel und auf die Entwicklung des Helden nimmt. Letzteres soll anhand des Oxymorons (der Zusammenfassung von Gegensätzen) „der guote sündære“ gezeigt werden, das signalisiert, dass der Held sich von Anfang an auf dem rechten Weg befindet.1
Zunächst werden daher, noch unter den Punkt der Einleitung gefasst, die Charakteristika des Mediums der Tafel erläutert, die Stationen des Eingreifens der höheren Mächte (im Verlauf der Arbeit häufig auch als Schicksal bezeichnet) abgesteckt und die Bedeutung des Elements Wasser bei Grenzüberschreitung dargelegt. Der Weg der Tafel und das Wirken des Schicksals sollen im Folgenden anhand des Handlungsverlaufs analysiert werden. Beginnend mit der Vorgeschichte der Eltern, der Aussetzung des Kindes auf dem Wasser (erste Grenzüberschreitung), über die Kindheit und Jugend auf der Felseninsel, gefolgt von der Rückkehr ins Land seiner Eltern (zweite Grenzüberschreitung), der Landesherrschaft und schließlich der Übergang zur Buße auf der Felseninsel (dritte Grenzüberschreitung). Diese Räume sind jeweils durch eine Überquerung des Wassers voneinander getrennt. Anhand dieser Überquerungen soll das Wirken des Schicksals erläutert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Medium der Tafel als zentrales Motiv und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses höherer Mächte und des Wassers auf die Entwicklung des Helden.
2. Der Weg der Tafel und das Wirken des Schicksals: Dieses Kapitel analysiert systematisch den Handlungsverlauf und die Bedeutung der Tafel anhand der verschiedenen Grenzüberschreitungen des Gregorius.
2.1 Vorgeschichte: Der Prolog und die Rolle der Mutter sowie die erste Bezeichnung des Helden als "guote sündære" werden als Ausgangspunkt der Entwicklung eingeführt.
2.2 Erste Grenzüberschreitung: Das Kapitel behandelt die Aussetzung des Kindes auf dem Wasser und die Rolle Gottes bei der Bewahrung des Neugeborenen sowie die Bedeutung der Dopplung des Schutzes.
2.3 Kindheit und Jugend auf der Klosterinsel: Hier wird die Erziehung des Helden durch den Abt und die Bedeutung der Tafel als Beweisstück für die Herkunft thematisiert.
2.4 Zweite Grenzüberschreitung: Die Abkehr vom Klosterleben und der Beginn des Ritterdaseins werden als Akt der individuellen Bestimmung analysiert.
2.5 Befreiung Aquitaniens und Landesherrschaft: Die Rückkehr in die Welt und die Entdeckung der Tafel durch die Mutter führen zu einem Bedeutungswandel und der Konfrontation mit der Schuld.
2.6 Dritte Grenzüberschreitung: Der Übergang zur maßlosen Buße auf der Felseninsel und das bewusste Aussetzen des Helden werden hier detailliert erörtert.
2.7 Buße auf dem Felsen: Das Kapitel untersucht die jahrelange Isolation als notwendige Voraussetzung für die göttliche Erwählung zum Papst.
2.8 Resümee: Dieses Kapitel fasst die Analyse zusammen und betont den Übergang von schicksalhafter Fremdbestimmung zu autonomer Entscheidungsfreiheit des Helden.
3. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die positive Korrelation zwischen dem Wandel der Tafel und der Entwicklung des Helden hervor.
Schlüsselwörter
Gregorius, Hartmann von Aue, Tafel, Schicksal, Grenzüberschreitung, Wasser, Heilsgeschichte, Inzest, Sündhaftigkeit, Erwählung, Willensfreiheit, Papst, Identität, Literaturheiliger, Oxymoron.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Funktion der Tafel und das Wirken höherer Mächte im Epos "Gregorius" von Hartmann von Aue.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Bedeutung von Grenzüberschreitungen, die Rolle des Wassers und die Entwicklung der Heldenfigur zwischen Sünde und Erlösung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Frage lautet: Inwiefern wirkt sich das Überlassen des Schicksals bei der Überquerung von Wasser auf Heil und Unheil, das Medium der Tafel und die Entwicklung des Helden aus?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Handlungsverlaufs durchgeführt, gestützt auf fachspezifische Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Stationen des Gregorius, vom Inzest der Eltern bis zur Papstwerdung, immer unter Berücksichtigung der Tafel als zentralem Motiv.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind das Tafel-Motiv, die Grenzüberschreitung, das Schicksal, Heil und Unheil sowie das Oxymoron "guote sündære".
Warum spielt das Element Wasser eine so große Rolle?
Wasser dient als Übergangsbereich, der die weltliche und geistliche Sphäre trennt und das Wirken Gottes beziehungsweise die Entwicklung des Helden strukturiert.
Welche Bedeutung kommt dem Tafel-Motiv zu?
Die Tafel fungiert als Beweisstück für die Herkunft, als strukturelles Element der Erzählung und schließlich als Symbol für die Tilgung der Schuld bei der Heilwerdung des Helden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Die Tafel des Gregorius vor dem Hintergrund des Schicksals. Der Einfluss auf das Medium der Tafel und die Entwicklung des Helden in Hartmann von Aues "Gregorius", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1300831