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Die Methode des Wahnsinns in Patrick Süskinds postmodernem Roman "Das Parfum"

Titel: Die Methode des Wahnsinns in Patrick Süskinds postmodernem Roman "Das Parfum"

Bachelorarbeit , 2019 , 43 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Thematik dieser Arbeit schließt vor allem an die Schattenseite der Geniethematik an – den Wahnsinn. Wie in der Definition zu sehen sein wird, ist das übereinstimmende Merkmal aller herangezogenen Wörter- und Bedeutungswörterbücher der Aspekt der psychischen Erkrankung. Unter Grenouilles Methode des Wahnsinns fällt seine olfaktorische Begabung, deretwegen er die Morde überhaupt begeht und begehen kann. Gleichzeitig ist die mit dieser Begabung einhergehende Geruchslosigkeit der zentrale Grund für Grenouilles Exklusion aus der Gesellschaft. So fungiert die Olfaktorik als Leitmotiv. Im Verlauf der folgenden Arbeit soll die olfaktorische der visuellen Wahrnehmung gegenübergestellt werden, um auszumachen, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Wahrnehmungsarten zueinanderstehen.

Seit dem Erscheinen 1985 stand "Das Parfum" auf jeder nur erdenklichen Bestsellerliste und hat sich zu einem Longseller entwickelt. Obwohl Süskind versucht hat, sein Werk in den Mantel der Trivialität zu hüllen und trotz des Markterfolgs, haben viele diesen Versuch durchschaut und die wissenschaftliche Reflexion setzte ein. Den bisherigen Forschungsstand betreffend, ist die Intertextualität als Charakteristik der Postmoderne ausführlich untersucht worden. Ein weiteres Untersuchungsfeld bildet die Geniethematik mit ihrer Schattenseite, dem Wahnsinn. In Bezug auf psychische Erkrankungen wurden bei Grenouille Schizophrenie und Narzissmus festgestellt. Auch der Olfaktorik hat sich die Forschungsliteratur gewidmet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahrnehmungskonzeption und Sozialisierung

2.1 Mechanismus der Exklusion

2.1.1 Geburt und Jugend

2.1.2 Folgender Werdegang

2.2 Wahnsinnsbegriff

2.2.1 Olfaktorische Wahrnehmung

2.2.1.1 Mirabellenmädchen

2.2.1.2 Fünfundzwanzig Morde

2.2.1.3 Hinrichtung

2.2.2 Visuelle Wahrnehmung

2.2.2.1 Plomb du Cantal

2.2.2.2 Verhaftung

2.2.2.3 Ende des Romans

2.2.3 Vergleich

3. Resümee und Schluss

4. Literaturverzeichnis

4.1 Primärliteratur

4.2 Siglenverzeichnis

4.3 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von visueller und olfaktorischer Wahrnehmung in Patrick Süskinds Roman "Das Parfum". Im Zentrum steht die Analyse, wie der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille durch seine außergewöhnliche olfaktorische Begabung und seine Geruchslosigkeit aus der Gesellschaft exkludiert wird und wie diese Mechanismen zusammen mit dem Wahnsinnsbegriff sein Handeln determinieren.

  • Analyse des Zonen- und Übergangsmodells der Exklusion im Roman
  • Untersuchung der psychologischen Konstruktion von Wahnsinn und Geniethematik
  • Kontrastierung von visueller und olfaktorischer Wahrnehmung
  • Untersuchung der sprachlichen Vermittlung olfaktorischer Eindrücke
  • Reflexion über Sozialisierungsprozesse und Identitätsbildung der Hauptfigur

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1 Mirabellenmädchen

Grenouilles erster Mord – der Mord am Mirabellenmädchen – ereignet sich im achten Kapitel (Vgl. P 49-58) des Romans. Dieses beginnt mit einem prächtigen Feuerwerk, für dessen Schönheit Grenouille jedoch keine Augen hat, stattdessen zerlegt er das Feuerwerk geruchlich in seine Überbleibsel. So heißt es, dass das Feuerwerk lediglich „ein höchst eintöniges Duftgemisch von Schwefel, Öl und Salpeter“ (P 50) hinterlässt. Das achte Kapitel beginnt also mit einer Abgrenzung der visuellen von der olfaktorischen Wahrnehmung, die sich für Grenouilles folgende Morde als charakteristisch erweisen wird.

Grenouille folgt dem Duft, der metaphorisch gesprochen den „Schlüssel zur Ordnung aller anderen Düfte“ (P 50) darstellt. Intervallartig steigt Grenouille der Duft in die Nase. Es handelt sich um einen entfernten Vergleich aus dem Bereich der Akustik, einerseits auf die zeitlichen Abstände zwischen den Gerüchen bezogen, andererseits die unterschiedlichen Intensitäten der Düfte betreffend, die in Analogie zu dem Abstand zweier Tonhöhen betrachtet werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Erzählperspektive und den Forschungsstand zum Roman vor dem Hintergrund der postmodernen Literatur und Geniethematik.

2. Wahrnehmungskonzeption und Sozialisierung: Theoretische Grundlegung des Exklusionsmechanismus anhand von soziologischen Modellen und deren Anwendung auf die Lebensphasen Grenouilles.

2.1 Mechanismus der Exklusion: Eingehende soziologische Definition von Inklusion und Exklusion sowie Anwendung dieser Begriffe auf Grenouilles Isolation.

2.1.1 Geburt und Jugend: Analyse der ersten Lebensjahre Grenouilles und der frühen Abgrenzung als "Körper ohne Person" im sozialen Umfeld.

2.1.2 Folgender Werdegang: Untersuchung der beruflichen Entwicklung bei Baldini und deren Funktion als Scheinwelt der Normalität.

2.2 Wahnsinnsbegriff: Etymologische und literaturwissenschaftliche Herleitung des Wahnsinnsmotivs und dessen Verbindung zum Geniebegriff.

2.2.1 Olfaktorische Wahrnehmung: Analyse der Bedeutung des Geruchs als primärem Erfassungsmodus der Welt für Grenouille.

2.2.1.1 Mirabellenmädchen: Betrachtung des ersten Mordes als Wendepunkt zur bewussten Nutzung der olfaktorischen Begabung.

2.2.1.2 Fünfundzwanzig Morde: Untersuchung der methodischen Vorgehensweise bei der systematischen Gewinnung von Düften.

2.2.1.3 Hinrichtung: Analyse der Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung durch Parfum und der visuellen Entlarvung als Mörder.

2.2.2 Visuelle Wahrnehmung: Untersuchung der Rolle des Sehens als soziopolitisches Instrument der Kontrolle und Identitätszuweisung.

2.2.2.1 Plomb du Cantal: Reflexion über die Zeit der Abgeschiedenheit und die Erkenntnis der eigenen Geruchslosigkeit.

2.2.2.2 Verhaftung: Analyse der Festnahme und der Wirkung der öffentlichen Präsentation von Beweisstücken auf die Menge.

2.2.2.3 Ende des Romans: Untersuchung des Scheiterns der Identitätssimulation und der zirkulären Struktur des Romans zum Tod des Protagonisten.

2.2.3 Vergleich: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Wahrnehmungsmodi und deren Bedeutung für die Exklusionsmechanismen des Romans.

3. Resümee und Schluss: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur Dominanz der Olfaktorik gegenüber der visuellen Wahrnehmung im Roman.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

4.1 Primärliteratur: Angabe der verwendeten Romanausgabe.

4.2 Siglenverzeichnis: Erläuterung der verwendeten Kürzel.

4.3 Sekundärliteratur: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Patrick Süskind, Das Parfum, Jean-Baptiste Grenouille, Exklusion, Inklusion, olfaktorische Wahrnehmung, visuelle Wahrnehmung, Wahnsinn, Genie, Postmoderne, Sozialisierung, Geruchslosigkeit, Identität, Intertextualität, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von Sinneswahrnehmungen – speziell Geruchssinn gegenüber Sehsinn – als Grundlage für die soziale Ausgrenzung oder Inklusion des Protagonisten im Roman "Das Parfum".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Soziologie der Exklusion, die Analyse literarischer Wahrnehmungskonzeptionen, die Geniethematik sowie die Psychopathologie des Wahnsinns.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterschiedliche Formen der Wahrnehmung den Exklusionsstatus von Jean-Baptiste Grenouille bedingen und wie er versucht, durch seine olfaktorischen Fähigkeiten diese Exklusion zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der soziologische Modelle (Zonen-Modell nach Schroer) auf die Romanbiographie anwendet und dabei rhetorische sowie erzähltheoretische Aspekte (Fokalisierung, Metaphorik) analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Exklusionsmechanismen in Grenouilles Lebensphasen und eine detaillierte Gegenüberstellung von olfaktorischer Weltwahrnehmung und visuellen sozialen Konventionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Geruchslosigkeit, olfaktorische Wahrnehmung, Exklusionsmechanismus, Identitätskrise und die postmoderne Erzählstruktur.

Inwiefern spielt der Wahnsinn bei Grenouille eine Rolle?

Die Arbeit betrachtet Wahnsinn nicht nur als psychische Störung, sondern als notwendige Konsequenz seines Genies und seiner Identitätslosigkeit, die ihn in eine Konfrontation mit der gesellschaftlichen Ordnung zwingt.

Warum scheitern Grenouilles Versuche der Sozialisierung?

Laut der Studie scheitern seine Versuche, weil sie lediglich auf Simulation und täuschenden Parfums basieren und ihm aufgrund seiner fehlenden Sozialisation das moralische Verständnis für echte zwischenmenschliche Bindungen fehlt.

Welche Bedeutung hat das "Plomb du Cantal" für den Protagonisten?

Diese Phase fungiert als Wendepunkt, da Grenouille dort in der Isolation seine "geruchliche Identität" – oder deren Fehlen – erkennt, was den entscheidenden Anstoß für seinen späteren Feldzug gegen die Umwelt gibt.

Wie unterscheidet sich die visuelle von der olfaktorischen Wahrnehmung im Roman?

Während die Welt visuell wahrnimmt und durch soziale Standards sowie Sprache ordnet, erfasst Grenouille alles olfaktorisch. Die visuelle Welt dient dabei als ordnende Ebene, der er sich durch seine Gerüche entzieht oder die er durch diese täuscht.

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Details

Titel
Die Methode des Wahnsinns in Patrick Süskinds postmodernem Roman "Das Parfum"
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
43
Katalognummer
V1300835
ISBN (PDF)
9783346766700
ISBN (Buch)
9783346766717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
methode wahnsinns patrick süskinds roman parfum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Die Methode des Wahnsinns in Patrick Süskinds postmodernem Roman "Das Parfum", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1300835
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Leseprobe aus  43  Seiten
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