Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit ist auf das Ziel ausgerichtet, Ansätze für Handlungsempfehlungen und Verbesserungspotenziale für das Berufsfeld Bauleitung zu entwickeln, um potenzielle Nachwuchskräfte zu rekrutieren und die Attraktivität des Berufes zu steigern. Grundlage hierfür bilden die Auswertung von Informationen aus der Fachliteratur zum Fachkräftemangel und zum Image der Bauwirtschaft sowie die Analyse einer empirischen Studie in Form einer Studierendenbefragung. Die Studierendenbefragung wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Moderne Bauleitung" der Bergischen Universität Wuppertal – Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft – durchgeführt. Die Analyse erfolgt im Hinblick auf die beruflichen Interessen sowie die Perspektive und Einstellung der Teilnehmenden zum Beruf der Bauleitung. Dabei werden insbesondere die Angaben der weiblichen Teilnehmenden berücksichtigt.
Aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen werden Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Attraktivität des Berufsfeldes Bauleitung und der Nachwuchsgewinnung abgeleitet, formuliert und unterbreitet.
Die Bauwirtschaft hat in der deutschen Wirtschaft zunehmend an Relevanz gewonnen und wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Durch die Entwicklung der einzelnen Komponenten und die Folgen des demografischen Wandels besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Fachkräften in den verschiedenen Berufsfeldern der Bauwirtschaft. Eines dieser Berufsfelder ist die Bauleitung. Hierfür werden qualifizierte Nachwuchskräfte, wie Absolvierende von Fachhochschulen und Universitäten, benötigt.
Es besteht zwar Interesse von Studierenden an dem Berufsfeld, dennoch kann der Bedarf hinsichtlich der Bauleitung durch Nachwuchskräfte nicht gedeckt werden. Anhand von Untersuchungen wird die Bauleitung mit anspruchsvollen Arbeitsbedingungen in Verbindung gesetzt. Die Attraktivität der Bauwirtschaft ist auch im Berufsfeld Bauleitung negativ gekennzeichnet. Zu diesen negativen Merkmalen gehören zum Beispiel die Stressoren für die beschäftigten Personen und die unzureichenden Arbeitsbedingungen, wie die mangelnde Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit. Durch die Identifizierung der Ursachen der negativen Attraktivität und des damit verbundenen Fachkräftemangels können geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Fachkräftemangels und zur Verbesserung des Images ergriffen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Darstellung der Bauwirtschaft
2.1 Fachkräftemangel
2.2 Image
2.3 Ausbildungsstätten
3 Tätigkeitsfeld Bauleitung
3.1 Voraussetzungen und Kompetenzen
3.2 Tätigkeitsbereiche
3.3 Belastungsfaktoren
4 Methodik
4.1 Ziele und Fragestellungen
4.2 Methodisches Vorgehen
4.3 Datenauswertung und statistisches Verfahren
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Allgemeine Angaben
5.2 Berufliche Interessen
5.3 Berufsfeld Bauleitung
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung und Interpretation
6.2 Handlungsempfehlungen und Verbesserungspotenzial
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel, Ansätze für Handlungsempfehlungen und Verbesserungspotenziale für das Berufsfeld Bauleitung zu entwickeln, um potenzielle Nachwuchskräfte zu rekrutieren und die Attraktivität des Berufes zu steigern. Dabei werden insbesondere die Perspektive und Einstellung von Studierenden bautechnischer Studiengänge sowie die Rolle weiblicher Nachwuchskräfte untersucht.
- Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft
- Image des Tätigkeitsfeldes Bauleitung
- Empirische Studierendenbefragung zu Interessen und Einstellungen
- Handlungsempfehlungen zur Nachwuchsgewinnung
Auszug aus dem Buch
3.3 Belastungsfaktoren
Die Tätigkeiten können sich psychisch belastend auf die Verantwortlichen auswirken. Kurz- oder langfristige Folgen sind je nach Belastung und persönlichem Umgang negative Auswirkungen, die zustande kommen können. Dabei werden die Leistungen und das Wohlbefinden der betroffenen Personen beeinträchtigt. Die Bauleitung ist durch die hohen Belastungen überfordert. Das persönliche Leistungsverhalten wird negativ beeinflusst. Daher sind niedrige Leistungsfähigkeiten, Stress, Unzufriedenheit und mögliche Erkrankungen, wie ein Burn-out, die Konsequenzen.
Stress als Belastungsfaktor
Durch zu hohen Stress werden die Leistungsvoraussetzungen der Bauleitung beeinträchtigt. Misserfolg ist bei hoher Belastung deshalb zu verzeichnen, weil die Arbeit aufgrund von Überforderung trotz optimaler Nutzung der vorhandenen Funktionen nicht ausreichend bewältigt werden kann. Die kognitiven Orientierungs-, Planungs- und Kontrollfunktionen verschlechtern sich. Die Überlastung führt dazu, dass die Bauleitung den weiteren Bauablauf nicht mehr rationell und zeiteffizient planen kann, was zu einer kontinuierlichen Verringerung der zielgerichteten Bewirtschaftung der Baustelle während der gesamten Bauzeit führt. Die Zunahme der Anzahl an Fehlern ist vorprogrammiert. Die primäre Anforderung, die Baustelle unter kontrollierten Bedingungen zu führen und zu überwachen, kann nicht im erforderlichen Maße erfüllt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie der Vorgehensweise der Arbeit bezüglich des Fachkräftemangels in der Bauleitung.
2 Darstellung der Bauwirtschaft: Analyse der Branchensituation unter Berücksichtigung des Fachkräftemangels, des Images und der Ausbildungssituation.
3 Tätigkeitsfeld Bauleitung: Klassifizierung des Berufsfeldes durch Anforderungen, Kompetenzen, Aufgabenbereiche und Belastungsfaktoren.
4 Methodik: Erläuterung der empirischen Online-Befragung, der methodischen Vorgehensweise sowie der statistischen Datenauswertung.
5 Darstellung der Ergebnisse: Auswertung und Visualisierung der demografischen Daten, beruflichen Interessen und Einstellungen der befragten Studierenden.
6 Diskussion: Interpretation der Umfrageergebnisse im Kontext der Fachliteratur sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen.
7 Fazit: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Themenfeld.
Schlüsselwörter
Bauwirtschaft, Bauleitung, Fachkräftemangel, Nachwuchsgewinnung, Studierendenbefragung, Baumanagement, Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, Employer Branding, Berufsimage, Karrierechancen, Baubetrieb, Ingenieurwesen, Architektur, Personalrekrutierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Berufsfeld der Bauleitung, insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel und das teilweise negativ behaftete Image, um Strategien zur Attraktivitätssteigerung zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Fachkräftemangel, das Image der Bauwirtschaft, die Arbeitsbedingungen auf Baustellen sowie die Potenziale für die Nachwuchsgewinnung unter Studierenden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Verbesserungspotenzialen, die dazu dienen, die Bauleitung für Studierende attraktiver zu gestalten und den Einstieg für Nachwuchskräfte zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Es wurde eine Kombination aus der Auswertung von Fachliteratur und einer empirischen, quantitativen Online-Befragung von Studierenden an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Bauwirtschafts-Sektors, die detaillierte Beschreibung des Tätigkeitsfeldes Bauleitung sowie die Analyse der empirischen Ergebnisse aus der Befragung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Begriffe wie Fachkräftemangel, Bauwirtschaft, Bauleitung, Nachwuchsgewinnung, Arbeitsbedingungen und Employer Branding stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Warum ist die Untersuchung von weiblichen Nachwuchskräften so wichtig für diese Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet explizit die Rolle von Frauen, da die Baubranche bisher männerdominiert ist und die Förderung von weiblichen Fachkräften ein wesentliches Potenzial birgt, um den künftigen Personalbedarf zu decken.
Welche konkreten Belastungsfaktoren im Baustellenalltag werden identifiziert?
Identifizierte Faktoren sind unter anderem hoher Termin- und Kostendruck, lange Arbeitszeiten, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die psychische Belastung durch komplexe Koordinationsaufgaben.
- Arbeit zitieren
- Rawa Hersh Ali (Autor:in), 2022, Der Beruf Bauleitung. Potenzialanalyse zur Imageverbesserung und Verringerung des Fachkräftemangels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1300869