In dieser Bachelorarbeit wird sich fundiert mit dem Thema "Das Konzept der Draußenschule im Kontext der schulischen Inklusion" auseinandergesetzt. Inklusion ist ein aktuelles, gesamtgesellschaftlich relevantes Thema. In Deutschland gilt das Recht auf Bildung für alle Menschen. Demnach muss ein inklusives Bildungssystem angestrebt werden. Wie die Inklusion jedoch im Rahmen des Konzeptes der Draußenschule umgesetzt werden kann, soll in dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung analysiert werden.
Der Begriff "Draußenschule" wurde erstmals 2014 in der Schule, der Wissenschaft und der Politik etabliert, sodass der Begriff Draußenschule bis heute noch kaum bekannt ist. Das Lernen an Schulen in Deutschland findet außerhalb des Klassenzimmers nur selten statt. Dabei dienen die Naturerlebnisse einer gesunden, kindlichen Entwicklung. Zudem ist es wissenschaftlich belegt, dass auf diese Weise die Wertschätzung der Natur, die auch im Erwachsenenalter anhält, geschaffen wird. Damit dieses Wissen auch realisiert werden kann, benötigt die Bildungsarbeit starke Anstrengungen. Die Schulen eignen sich optimal für das aktive Handeln in der Natur und nicht nur für die Wissensvermittlung von Theorie. Demnach ist das Konzept der Draußenschule sehr vielversprechend, besonders in Bezug auf die SchülerInnen. Für die Kinder resultieren daraus vielversprechende Lernmöglichkeiten.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Konzept der Draußenschule
2.1 Definition Draußenschule
2.2 Lernen außerhalb der Klasse
2.3 Lernformen, Orte und Räume
2.4 Gestaltungsmöglichkeiten
3. Inklusion im schulischen Kontext
3.1 Definition der Inklusion im schulischen Kontext
3.2 Merkmale der schulischen Inklusion
3.3 Inklusive Unterrichtsgestaltung
4. Chancen, Herausforderungen und Potenziale
4.1 Chancen der Draußenschule
4.2 Herausforderungen der Draußenschule
4.3 Chancen der Inklusion im schulischen Kontext
4.4 Herausforderungen der Inklusion im schulischen Kontext
4.5 Inklusionspotenzial der Draußenschule
5. Beispielunterrichtseinheit für einen inklusiven Draußenunterricht in Kunst
5.1 Rahmenlehrpläne Bremen
5.2 Beschreibung der Unterrichtseinheit: Legebilder aus Naturmaterialien
5.3 Bezug zu den Rahmenlehrplan Ästhetik und den pädagogischen Leitideen
5.4 Inklusionspotenzial
6. Reflexion
7. Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Diese Bachelorarbeit untersucht auf der Grundlage einer Literaturanalyse, inwieweit das pädagogische Konzept der Draußenschule inklusiv gestaltet ist und welche Potenziale dieses für eine heterogene Schülerschaft bietet.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Draußenschule und des Inklusionsbegriffs.
- Identifikation von Chancen und Herausforderungen beider Konzepte im schulischen Alltag.
- Untersuchung des Inklusionspotenzials der Draußenschule durch Praxisbeispiele.
- Verknüpfung von Draußenlernen und Inklusionspädagogik zur Förderfähigkeit aller Kinder.
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Draußenschule
Bei der Draußenschule handelt es sich um ein schulpädagogisches Unterrichtskonzept (vgl. Frühe Bildung Online 2019). Im Rahmen des gesamten Schuljahres verlassen die Klassen einmal pro Woche den Klassenraum und suchen stattdessen regionale Natur- und Kulturräume auf (Grundschulverband Bremen 2022). Unter „Draußen“ sind alle Innenräume, wie beispielsweise Museen oder Büchereien, aber auch Außenräume, wie zum Beispiel Stadtzentren und Wälder, zu verstehen. Der Unterrichtsumfang im Freien reicht von einem halben bis hin zu einem ganzen Tag und wird von Lehrkräften geleitet. Je nach gewünschter Fachrichtung und gewünschten Lernorten können externe ExpertInnen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Bei dem Lernen an den Tagen außerhalb des Klassenraumes handelt es sich um ein fachspezifisches Lernen, das dem aktuellen Lehrplan folgt (vgl. Armbrüster et al. 2018, S. 9). Die Klassenräume oder das Schulgebäude werden demnach nicht mit der Intention verlassen, lediglich nur zu toben und zu spielen (vgl. Tum 2021, S. 2). Der Schwerpunkt liegt in dem Zusammenhang auf dem fächerverbindenden und -übergreifenden Lernen. Dabei sollen die kognitiven, physischen und sensorischen Sinne der SchülerInnen herausgefordert und gefördert werden.
Die Draußentage sind ebenfalls als Unterricht einzustufen und streben die Verwirklichung fachlicher sowie sozialer Lernziele an (vgl. Armbrüster et al. 2018, S. 9). Nach traditionellem Verständnis wird das schulische Lernen meist mit einem Schulbau in Verbindung gebracht. Diese räumliche Aufteilung adressiert das Bedürfnis nach Klarheit, Planung und Kontrolle und gewährleistet zudem eine ruhige und vertraute Lernumgebung (vgl. Tum 2021, S.2). Durch die Draußenschule ergeben sich Chancen, das ganzheitliche Lernen, die Bewegung, die Naturerlebnisse und die Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld im schulischen Lehrplan miteinander zu verknüpfen (vgl. Armbrüster et al. 2018, S. 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Thema der Draußenschule in den Kontext der Inklusion eingebettet und die Relevanz sowie der Aufbau der Arbeit dargelegt.
2. Konzept der Draußenschule: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Draußenschule und beschreibt, wie Lernen außerhalb des klassischen Klassenzimmers methodisch und räumlich umgesetzt werden kann.
3. Inklusion im schulischen Kontext: Die theoretischen Grundlagen der schulischen Inklusion werden erarbeitet, wobei der Fokus auf der individuellen Förderung und dem Umgang mit Heterogenität liegt.
4. Chancen, Herausforderungen und Potenziale: Der Kern der Arbeit analysiert die Schnittpunkte zwischen Draußenschule und Inklusion sowie die spezifischen Rahmenbedingungen, die für ein Gelingen notwendig sind.
5. Beispielunterrichtseinheit für einen inklusiven Draußenunterricht in Kunst: Ein praxisnahes Fallbeispiel verdeutlicht die theoretischen Erkenntnisse anhand einer Unterrichtseinheit zum Thema „Legebilder aus Naturmaterialien“.
6. Reflexion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse für angehende Lehrkräfte und die praktische Schularbeit.
7. Fazit: Die Forschungsfrage wird abschließend beantwortet und das Inklusionspotenzial der Draußenschule resümierend bewertet.
Schlüsselwörter
Draußenschule, Inklusion, inklusive Pädagogik, schulisches Lernen, außerschulische Lernorte, Heterogenität, Naturpädagogik, ganzheitliches Lernen, Kompetenzförderung, Unterrichtsentwicklung, Grundschule, Inklusionspotenzial, schülerorientierter Unterricht, handlungsorientiertes Lernen, Kooperation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das schulpädagogische Konzept der Draußenschule und prüft, inwieweit dieses mit den Anforderungen und Zielen inklusiver Beschulung vereinbar ist und diese gegenseitig stützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Konzepte von Draußenschule und Inklusion, die didaktische Gestaltung von Unterricht außerhalb des Klassenzimmers sowie die Förderung von Kompetenzen in heterogenen Lerngruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, herauszuarbeiten, inwieweit das Konzept der Draußenschule inklusiv ist und welches Potenzial für eine inklusive Schulentwicklung darin verborgen liegt.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs zu Inklusion und Draußenunterricht aufbereitet und in Beziehung setzt.
Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen als auch die Chancen und Herausforderungen für die Praxis abgewogen, ergänzt durch ein konkretes Unterrichtsbeispiel im Fach Kunst.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Inklusionspotenzial, ganzheitliches Lernen, Heterogenität, handlungsorientierter Unterricht und die Kooperation zwischen Schule und außerschulischen Lernorten sind essenziell.
Inwiefern kann eine Unterrichtseinheit das Inklusionspotenzial belegen?
Am Beispiel der „Legebilder aus Naturmaterialien“ wird aufgezeigt, wie durch offene Lernangebote im Wald Differenzierung stattfindet und Schülerinnen und Schüler auf individuellen Lernniveaus zusammenarbeiten können.
Welche Rolle spielt die räumliche Umgebung für den Inklusionsgedanken?
Die räumliche Umgebung wird als dritter Pädagoge verstanden; sie bietet eine multisensorische Atmosphäre, die das gemeinsame Erleben stärkt und bisherige Trennungen innerhalb des Klassengefüges durch neue soziale Interaktionen ersetzen kann.
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- Celine Perret (Author), 2022, Das Konzept der Draußenschule im Kontext der schulischen Inklusion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1300915