Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stellt eine wichtige gesellschaftliche Ressource dar, die der Beeinflussung der unterschiedlichen Determinanten der Gesundheit unterliegt. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll aufgezeigt werden, welche physischen sowie auch psychischen Folgen und Risiken die Einschränkungen in den Sport- und Bewegungsalltag von Kindern und Jugendlichen mit sich bringt.
Seit im Januar 2020 der erste Corona-Patient identifiziert wurde, hat das Virus Deutschland fest im Griff. Das Coronavirus, SARS-CoV-2 (COVID-19) ist eine durch Tröpfchen übertragene potentiell tödliche Infektionserkrankung mit hoher Ansteckungsgefahr. Welche Auswirkungen das Coronavirus auf das alltägliche Leben der Bevölkerung hat, war zu dem Zeitpunkt unvorstellbar. Die gegenwärtige Coronavirus-Pandemie stellt für viele Menschen die wohl größte Herausforderung nach Ende des Zweiten Weltkrieges dar. Schon seit dem Mittelalter wird die Menschheit immer wiederkehrend durch Infektionskrankheiten geplagt, die erhebliche Einschnitte in Gesellschaft und Politik mit sich bringen und Seuchenbekämpfung in den Fokus rückt.
Die aktuelle weltweite Krise fordert nicht nur zahlreiche Menschenleben, sondern geht auch mit einer Wirtschaftskrise, umfassenden Einschnitten in das Leben und den Wohlstand der Menschen, sowie in einigen Teilen der Welt mit einem Leben unter den notwendigen Lebensgrundlagen einher. Die Empfehlung der WHO umfasst soziale Distanzierung und versetzt zahlreiche Länder in einen „Lockdown“. Aus den vielfältigen Einschränkungen des alltäglichen Lebens resultieren ökonomische und soziale Auswirkungen, die bisher nur schwer abgeschätzt werden können. Besonders die gesamte Bandbreite des organisierten Sports und der Fitnessbranche, sowie Tourismus und Gastronomie sind besonders hart betroffen.
Auch die Teilnahme an öffentlichen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, welche normalerweise als gesundheitsfördernd gilt, wurde stark eingeschränkt. Studien der Weltgesundheitsorganisation belegen, dass Sport und Bewegung einen erheblichen Beitrag zu physischer und psychischer Gesundheit des Menschen beitragen und zu einem starken Immunsystem beitragen, welches die beste Prophylaxe gegen Krankheiten und Infektionen bietet. Der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) appelliert mit einem Schreiben an die Regierung, Sport als Teil der Lösung der Pandemiebekämpfung anzusehen und nicht als Problem.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Corona Maßnahmen in Deutschland
2.2 Gesundheit
2.2.1 Determinanten von Gesundheit
2.3 Psychische Gesundheit
3. Sport und Bewegung in Zeiten der Corona-Pandemie
3.1 Schule zu Corona Zeiten
3.2 Bedeutung von Sport und Bewegung im Kindes- und Jugendalter
3.4 Bewegungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen
3.5 Bewegungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie
4. Auswirkungen des eingeschränkten Sportangebots auf Kinder und Jugendliche
5. Fazit und Ausblick
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die physischen und psychischen Auswirkungen der durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen des organisierten Sport- und Bewegungsangebots auf Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, das Ausmaß dieser Belastungen sowie die Konsequenzen für die gesundheitliche Entwicklung dieser vulnerablen Gruppe unter Berücksichtigung verschiedener Sozialisationsinstanzen zu analysieren.
- Analyse der pandemiebedingten Maßnahmen im Sport- und Bildungsbereich
- Bedeutung von Bewegung für die kindliche und jugendliche Entwicklung
- Veränderungen der Bewegungsgewohnheiten unter dem Einfluss von Lockdowns
- Zusammenhang zwischen eingeschränktem Sportzugang, psychischer Gesundheit und sozialer Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
3.2 Bedeutung von Sport und Bewegung im Kindes- und Jugendalter
Die physischen, psychischen und sozialen Entwicklungsprozesse, die Kinder und Jugendliche durchleben sind äußerst komplex. Sportliche Aktivität kann dabei helfen, die Ressourcenentwicklung zu fördern, die bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgabe nötig sind (Diel, De Bock und Schneider, 2014, S. 311). Zu den positiv beeinflussten physischen Ressourcen zählen in der Regel alle konditionellen Fähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit. Diese können durch Sport trainiert und verbessert werden und sind auf physiologische Veränderungen zurückzuführen (Diehl, De Bock & Schneider, 2014, S. 313).
Regelmäßige körperliche Aktivität ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesundheit und des Wohlbefindens in jeder Altersstufe. Für Kinder und Jugendliche ist sie eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Aufwachsen (Lampert, Mensink, Romahn und Woll, 2007, S. 634). Zwischen Sport und Gesundheit herrscht eine dynamische Zweierbeziehung, ein aktiver Lebensstil gilt einerseits als wichtiges Element einer gesunden Lebensführung, ebenso auch als Basis für aktuelle und lebenslange Gesundheit (Sygusch, Brandl-Bredeck, Tittlbach, Ptack und Töpfer, 2020).
Ein aktiver Lebensstil beugt in jedem Alter die Entstehung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Mellitus II, Darmkrebs und Osteoporose vor. Im Kindesalter beobachtet man insbesondere positive Effekte auf die organische und motorische Entwicklung, ebenso wie auf das psychosoziale Wohlbefinden, die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen sozialer Kompetenz. Es wird vermutet, dass schon in jungen Jahren die entscheidenden Grundlagen für einen aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstil gelegt werden und so ein Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität im Kindes- und Erwachsenenalter besteht (Lampert, Mensink, Romahn und Woll, 2007, S. 634). Im Interview mit „InForm“ berichtet Professorin Ulrike Ungerer-Röhrich, dass körperliche Aktivität und Bewegung immensen Einfluss auf die physische, psychische und soziale kindliche Entwicklung haben. Aktuelle Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung vor allem die kognitiven Fähigkeiten und somit auch die Konzentrationsfähigkeit von Kindern erheblich steigert (Bundesministerium für Gesundheit, 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das tägliche Leben ein und thematisiert die besondere Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen durch Sport- und Bewegungseinschränkungen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert prägende Corona-Maßnahmen in Deutschland sowie das Bio-psycho-soziale Gesundheitsmodell, um die Basis für die gesundheitliche Analyse zu schaffen.
3. Sport und Bewegung in Zeiten der Corona-Pandemie: Hier wird der Einfluss von Schul- und Vereinsschließungen auf das Bewegungsverhalten von jungen Menschen untersucht und die allgemeine Bedeutung von körperlicher Aktivität hervorgehoben.
4. Auswirkungen des eingeschränkten Sportangebots auf Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel analysiert, wie das Ausbleiben sportlicher Betätigung physiologische Risiken sowie psychosoziale Belastungen, insbesondere bei sozial benachteiligten Gruppen, verstärkt.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gesundheitlichen Folgen für Kinder und Jugendliche zusammen und fordert kreative Lösungsansätze, um die Teilhabe am Sport trotz der dynamischen Pandemielage sicherzustellen.
6. Anhang: Der Anhang enthält grafische Darstellungen, wie etwa ein Modell zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Familie, zur Unterstützung der Ausführungen.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Sportpädagogik, Kindergesundheit, Jugendgesundheit, Bewegungsverhalten, Lockdown, physische Ressourcen, psychische Gesundheit, soziale Ungleichheit, Sportangebote, Gesundheitsförderung, Schließungen, Bewegungsfreiheit, Vereinsleben, Salutogenese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der pandemiebedingten Einschränkungen des Sport- und Bewegungsalltags auf Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zentrale Themen sind der theoretische Gesundheitsbegriff, die Auswirkungen von Schul- und Vereinsschließungen sowie die psychosozialen und körperlichen Konsequenzen für Heranwachsende.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf die ernstzunehmenden Folgen des Bewegungsmangels hinzuweisen und aufzuzeigen, wie Kinder und Jugendliche in dieser Krisensituation besser unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien, epidemiologischer Daten zur Corona-Pandemie sowie sportwissenschaftlicher Modelle zur Gesundheitsförderung.
Was wird im Hauptteil detailliert diskutiert?
Der Hauptteil analysiert die Wandlungen im Bewegungsverhalten, die psychosoziale Belastung durch fehlende Peer-Kontakte und die Problematik sozialer Ungleichheit beim Zugang zu Sportmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Corona-Pandemie, Kinder- und Jugendgesundheit, Bewegungsalltag, soziale Netzwerke und gesundheitliche Prävention.
Wie unterscheidet sich die Situation von Kindern aus sozial benachteiligten Familien?
Kinder aus einkommensschwächeren Familien haben oft weniger Zugang zu privatem Raum für Bewegung und leiden stärker unter dem Wegfall von öffentlichen Sportangeboten, da ihnen häufig zudem die nötige digitale Ausstattung fehlt.
Welche Auffälligkeiten stellten Eltern in der Region Hannover fest?
Es wurde eine Zunahme von Traurigkeit, Ängsten, Wutanfällen, Schlafproblemen sowie körperlichen Beschwerden bei Kindern als soziale Folge der Pandemie beobachtet.
- Quote paper
- Nele Lisann Schubert (Author), 2021, Auswirkungen eines eingeschränkten Sportangebots auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301002