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Zeit bei Aristoteles und ihr subjektivistisches Moment

Title: Zeit bei Aristoteles und ihr subjektivistisches Moment

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 3

Autor:in: Magister Henning Braun (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Zeittheorie von Aristoteles, wie sie im Buch IV der „Physik“ beschrieben ist. Besondere Bedeutung wird dabei der Frage nach dem subjektivistischen Moment der Theorie zugewiesen. Versteht Aristoteles Zeit eher als etwas Subjektives oder als etwas Reales? Oder ordnet er sie keinem der beiden Bereiche eindeutig zu? Diese Frage hängt auch mit der Frage nach der Einheit von Zeit zusammen. Gibt es eine universale Zeit, oder gehört zu jeder Bewegung eine eigene Zeit? In diesem Sinne schenke ich auch der Zeitmessung besondere Aufmerksamkeit.
„Das ist Zeit: Die Meßzahl von Bewegung hinsichtlich des >>davor<< und >>danach<<.“ Von dieser Definition geleitet, gliedern sich die einzelnen Kapitel folgen-dermaßen:
1. Es wird die Beziehung von Zeit und Bewegung dargestellt. Sind beide gleichzusetzen, oder sind sie etwas Unterschiedliches? Welche Eigenschaften besitzen sie und wie hängen sie zusammen?
2. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Jetzt. Welche Eigenschaften besitzt es? Wie begrenzt es Bewegung in ein früher und später? Wie verhält es sich zur Zeit? Was hat die Zahl mit ihm zu tun? Schließlich wird noch die Messung von Zeit behandelt.
3. Nun wird das subjektivistische Moment der Zeittheorie reflektiert. Wenn nichts da ist, das zählen kann, gibt es dann trotzdem Zeit? Ist Zeit an sich Zahl oder nur Zahl im menschlichen Bewusstsein? Wie verhält sich Zeit zur Wahrnehmung, wo existiert sie? Gibt es etwas bewusstseins-unabhängiges an der Zeit?
4. Letztlich wird die Einheit der Zeit hinterfragt. Wenn Zeit mit Bewegung zusammenhängt, gibt es dann genauso viele Zeiten wie Bewegungen? Es werden die zwei von Aristoteles gebotenen Lösungen dargestellt und reflektiert.
5. Der Schluss zieht noch mal ein Resümee und gibt den Eindruck wieder, den ich nach dieser Arbeit von der Zeittheorie des Aristoteles bekommen habe.

Anmerkung: Der benutzte Text ist eine Übersetzung von H. G. Zekl. Da ich keine Griechischkenntnisse habe, kann ich die Güte dieser oder anderer Übersetzungen nicht beurteilen. Da es sich um einen altgriechischen Text handelt, bei dem schon die Rekonstruktion Schwierigkeiten bereitet, ist jede Übersetzung, stärker als bei zeitgemäßen Texten, auch schon eine Interpretation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zeit und Bewegung

2. Das Jetzt

2.1 Eigenschaften des Jetzt

2.2 Gezählte Zeit

2.3 Bewegungsvergleich

3. Subjektive Zeit

3.1 Wahrnehmung von Zeit

3.2 Zählende Seele

3.3 Einheitlichkeit des Jetzt

4. Einheitliche Zeit

4.1 Einheitliche Zahl

4.2 Einheitliche Bewegung

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zeittheorie von Aristoteles, wie sie im vierten Buch der Physik dargelegt wird, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, inwieweit aristotelische Zeitansätze subjektivistische Momente enthalten. Dabei wird analysiert, wie Aristoteles das Verhältnis von Zeit, Bewegung und Wahrnehmung definiert und ob diese Konstruktion eine objektive Existenz der Zeit zulässt oder sie zwingend an das menschliche Bewusstsein bindet.

  • Die Analyse der Beziehung zwischen Zeit und Bewegung.
  • Die Untersuchung der Rolle des Jetzt als ausdehnungslose Grenze.
  • Die kritische Reflexion des "subjektivistischen Moments" durch die zählende Tätigkeit der Seele.
  • Die Frage nach der Einheit der Zeit und der Rolle der Vergleichsbewegung.
  • Die Verknüpfung von aristotelischer Zeitphilosophie mit modernen Wahrnehmungsaspekten.

Auszug aus dem Buch

2.1 Eigenschaften des Jetzt

Das Jetzt spielt in Aristoteles Zeittheorie eine wichtige Rolle. Ich hebe drei zentrale Punkte hervor: Erstens bildet es den Zusammenhang von Vergangenheit und Zukunft. Zweitens ist das Jetzt ausdehnungslos. Drittens bewirkt seine begrenzende Funktion die Einteilung der Bewegung nach dem >vorher< und >nachher<.

„Die Zeit ist [...] aufgrund des Jetzt sowohl zusammenhängend, wie sie (andererseits) auch mittels des Jetzt durch Schnitte eingeteilt wird.“ Den Zusammenhang bildet das Jetzt wohl, indem es zwischen Vergangenheit und Zukunft steht. Da die eine noch nicht ist, die andere aber schon vergangen, scheint es sich nicht um zusammenhängende Zeitstücke zu handeln. Jedoch besteht „aus diesen Stücken [...] sowohl die (ganze) unendliche, wie auch die jeweils genommene Zeit.“ Das Jetzt ist nun, und in diesem Sinne ist es auch Grenze, das Ende der Vergangenheit und der Anfang der Zukunft. Und obwohl es beides ist, muss es als ein Jetzt begriffen werden, da es eben ausdehnungslose Grenze ist. Auch bildet es erst in seiner Ausdehnungslosigkeit den Zusammenhang. Würde das Jetzt als gegenwärtige Zeitspanne begriffen werden, dann gäbe es keinen Zusammenhang mehr zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Gegenwart, als Zeitspanne, könnte den Zusammenhang nicht liefern, da in ihr selbst wieder einige Teile Vergangenheit, einige Zukunft sein müssen, da man Zeit, als Kontinuum, endlos teilen kann. So ist das Jetzt des Aristoteles ein mathematischer, theoretischer Begriff, dessen ausdehnungsloser Teilungscharakter eben in der theoretischen Möglichkeit logisch notwendig ist. Real kann aber nichts teilen, ohne zu teilen, ohne etwas zwischen die beiden Teile zu schieben und den Zusammenhang zu zerstören, denn eben das bedeutet teilen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach dem subjektivistischen Moment in der Zeittheorie des Aristoteles vor und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

1. Zeit und Bewegung: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Zeit für Aristoteles zwar eng mit Bewegung verknüpft, aber nicht mit ihr identisch ist.

2. Das Jetzt: Es wird die fundamentale Rolle des Jetzt als ausdehnungslose Grenze untersucht, die Zeit zusammenhält und zugleich in eine zeitliche Abfolge gliedert.

2.1 Eigenschaften des Jetzt: Detaillierte Analyse der Rolle des Jetzt als Verbindungspunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie als mathematisch idealisierter Begriff.

2.2 Gezählte Zeit: Darstellung der Zeit als Messzahl von Bewegung, wobei die zählende Funktion des Verstandes hervorgehoben wird.

2.3 Bewegungsvergleich: Erläuterung, wie verschiedene Bewegungen durch eine konstante Vergleichsbewegung in ein einheitliches Zeitmaß gebracht werden.

3. Subjektive Zeit: Untersuchung der Frage, inwiefern Zeit an das menschliche Bewusstsein gebunden ist und ob sie ohne eine zählende Seele existieren kann.

3.1 Wahrnehmung von Zeit: Analyse der zeitlichen Wahrnehmung und der Rolle von Erinnerung und Erwartung beim Konstruieren einer zeitlichen Abfolge.

3.2 Zählende Seele: Vertiefung der These, dass das Zählen eine notwendige Bedingung für die Existenz von Zeit im aristotelischen Sinne darstellt.

3.3 Einheitlichkeit des Jetzt: Diskussion der Problematik, wie das Jetzt für verschiedene Subjekte oder Bewegungen einheitlich gesetzt werden kann.

4. Einheitliche Zeit: Erörterung, wie Aristoteles die Einheit der Zeit trotz der Vielfalt an Bewegungen zu begründen sucht.

4.1 Einheitliche Zahl: Darstellung der Lösung über die Identität der Zählung bei verschiedenen Bewegungsvorgängen.

4.2 Einheitliche Bewegung: Untersuchung der Rolle der Kreisbewegung als universelles Maß zur Sicherung der Einheit der Zeit.

5. Schluss: Zusammenfassendes Resümee über die aristotelische Zeittheorie als Reflexion über Zeitmessung und die zirkuläre Struktur ihrer Begründung.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Zeittheorie, Physik, Zeitmessung, Bewegung, Das Jetzt, Subjektivismus, Zahlbegriff, Kontinuum, Wahrnehmung, zählende Seele, Vergleichsbewegung, Kreisbewegung, Metaphysik, Zeitspanne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Zeittheorie des Aristoteles, wie sie in Buch IV seiner „Physik“ beschrieben wird, mit besonderem Fokus auf die Frage nach dem Verhältnis von Objektivität und Subjektivität innerhalb dieser Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Definition von Zeit als „Messzahl der Bewegung“, die Bedeutung des „Jetzt“ als Grenzpunkt, die Funktion der Seele als zählendes Instanz und das Streben nach einer einheitlichen Zeit durch kosmologische Bewegungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Aristoteles Zeit primär als etwas Objektives oder Subjektives begreift und wie er die notwendige Einheit der Zeit trotz unterschiedlicher Bewegungsformen innerhalb seiner Theorie begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-philosophische Analyse, die den Originaltext (in der Zekl-Übersetzung) mit fachwissenschaftlichen Kommentaren (u.a. von Conen, Marquardt, Wieland) konfrontiert, um die internen logischen Strukturen und möglichen Zirkelschlüsse aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Zeit-Bewegungs-Beziehung, die mathematische und funktionale Analyse des Jetzt, die Reflexion über die zählende Seele und den Versuch, die Einheit der Zeit über eine übergeordnete Kreisbewegung zu erklären.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Aristoteles, Zeitmessung, Bewegung, zählende Seele und die theoretische Einheit des Jetzt charakterisiert.

Warum ist das Jetzt bei Aristoteles nicht als Zeitspanne, sondern als Punkt zu begreifen?

Aristoteles definiert das Jetzt als ausdehnungslose Grenze, um einen logischen Zusammenbruch (unendliche Teilbarkeit) zu vermeiden. Würde man es als Zeitspanne begreifen, gäbe es keinen klaren Übergang zwischen Vergangenheit und Zukunft, da diese wiederum in unendlich viele Teile zerfallen würde.

Inwiefern weist Aristoteles’ Theorie subjektivistische Tendenzen auf?

Die Theorie weist subjektivistische Züge auf, da Aristoteles das Zählen (und damit die Konstitution der Zeit als Zahl) an das menschliche Bewusstsein bindet. Ohne ein zählendes Subjekt scheint Zeit als „Zahl der Bewegung“ nach der aristotelischen Definition nicht existieren zu können.

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Details

Title
Zeit bei Aristoteles und ihr subjektivistisches Moment
College
University of Bonn  (Philosophisches Seminar)
Course
Ausgewählte Texte zur modernen Naturphilosophie
Grade
3
Author
Magister Henning Braun (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V130101
ISBN (eBook)
9783640359844
ISBN (Book)
9783640359660
Language
German
Tags
Zeit Aristoteles Moment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Henning Braun (Author), 2005, Zeit bei Aristoteles und ihr subjektivistisches Moment , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130101
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