Im Rahmen der Abschlussarbeit zur Lehrveranstaltung "UE Lektüre historiographischer Texte und Historiographiegeschichte" befasse ich mich mit der Kalenderreform aus dem Jahr 1582, welche zur Einführung des Gregorianischen Kalenders geführt hat, welcher heute weiterhin verwendet wird. Zunächst befasse ich mich mit der Zeit vor der Kalenderreform 1582. Dabei gehe ich auf Veränderungen ein, welche sich innerhalb von Europa tätigten und die auch hinsichtlich der Kalenderreform eine Rolle spielten.
Darauf folgt meine Auseinandersetzung mit der Kalenderreform 1582 und dem Gregorianischen Kalender und seinen Eigenschaften selbst. Dabei geh ich auf die konkreten Umstände und Veränderungen ein, die durch die Kalenderreform eingetreten sind. Den Schwerpunkt meiner Arbeit bilden die verschiedenen Umsetzungen der Kalenderreform in mehreren, katholischen Ländern Europas. Der Fokus liegt hier auf den Ländern Italien, Spanien, Portugal, Frankreich und Ungarn.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
2.1 Zeit vor der Reform
2.2 Kalenderreform 1582
2.3 Zeit nach der Reform
2.3.1 Alternativen zum Gregorianischen Kalender
3. Wie wurde die Kalenderreform von 1582 in katholischen Ländern Europas umgesetzt?
3.1 Italien
3.2 Spanien und Portugal
3.3 Frankreich
3.4 Ungarn
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Einführung und die unterschiedlichen Umsetzungsprozesse der Kalenderreform von 1582 in ausgewählten katholischen Ländern Europas, wobei insbesondere die sozio-religiösen Widerstände und die Rolle des Papsttums beleuchtet werden.
- Die historische Notwendigkeit für die Ablösung des julianischen Kalenders.
- Die spezifischen technischen Regeln und Hintergründe des gregorianischen Kalenders.
- Unterschiede in der nationalen Umsetzung in Italien, Spanien, Frankreich und Ungarn.
- Der Einfluss konfessioneller Konflikte auf die Akzeptanz der Kalenderreform.
Auszug aus dem Buch
3.4 Ungarn
In Ungarn erfolgt die Umsetzung der Kalenderreform nicht so einfach wie in Spanien, Portugal und Italien. Ungarn war zu dieser Zeit in drei Teile gegliedert, nämlich in den von den Habsburgern kontrollierten Westen, auch Königliches Ungarn genannt, in den von Osmanen kontrollierten Süden und in das östlich gelegene Fürstentum Siebenbürgern. Letzteres stand ebenfalls unter der Herrschaft der Osmanen. Hinsichtlich der Konfessionen war Ungarn ebenfalls nicht einheitlich.
Ungarn war zu einem starken Teil protestantisch, genauer gesagt in den Städten, im Westen befanden sich vermehrt katholisch geprägte Gebiete und im Fürstentum Siebenbürgern lebten Rumänen, welche griechisch-orthodox waren.
Die Umsetzung der Kalenderreform erfolgte zunächst durch den katholischen Klerus, welcher den neuen Kalender in ihren Kreisen umsetzte. Kaiser Rudolf II. zögerte zunächst, aber versuchte den Gregorianischen Kalender per Dekret in Ungarn umzusetzen. Dies erfolgte jedoch erst September 1583 nach dem Befehl, die Kalenderreform umzusetzen. Der Versuch der Umsetzung wurde von den meist protestantischen Ständen nicht akzeptiert. Sie sahen darin nämlich ein Werk des gehassten Papstes. Weiters sahen sie darin eine Verletzung des Mitspracherechts der Stände, da der Kaiser die Umsetzung der Reform eigenständig durchführen wollte. Daher plante Rudolf zunächst eine Einführung des neuen Kalenders innerhalb von behördlichen Einrichtungen. Berichten zufolge wurden in den Folgejahren sowohl der Julianische als auch der Gregorianische Kalender verwendet, da man einerseits dem kaiserlichen Befehl Folge leisten wollte und gleichzeitig das Mitspracherecht der Stände nicht verletzen wollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Gibt einen kurzen Überblick über die Themenstellung, den zeitlichen Rahmen und den geografischen Schwerpunkt der Arbeit.
2. Einleitung: Setzt den historischen Kontext, beschreibt die Mängel des julianischen Kalenders und die Etablierung des gregorianischen Systems.
3. Wie wurde die Kalenderreform von 1582 in katholischen Ländern Europas umgesetzt?: Analysiert die spezifischen Verläufe der Kalendereinführung in vier verschiedenen europäischen Ländern sowie die auftretenden Widerstände.
4. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Akzeptanz der Reform stark von der konfessionellen Zugehörigkeit der Bevölkerung abhing.
Schlüsselwörter
Kalenderreform, 1582, Gregorianischer Kalender, Julianischer Kalender, Papst Gregor XIII., katholische Länder, Europa, Reformation, Protestanten, Zeitrechnung, historische Umsetzung, Konfessionskonflikt, Schaltjahr, Ungarn, Kalenderänderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit prinzipiell?
Die Arbeit analysiert die Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 und die damit verbundene Neuregelung der Zeitrechnung als Reaktion auf die Ungenauigkeiten des julianischen Kalenders.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die historischen Hintergründe der Zeitrechnung, die religiös motivierten Widerstände gegen päpstliche Dekrete und die unterschiedliche Implementierung in verschiedenen europäischen Staaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie und unter welchen Umständen sich die Kalenderreform in katholisch geprägten Gebieten durchsetzen konnte oder auf welchen Widerstand sie stieß.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine historiographische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur basiert, um die historischen Abläufe und Gesetzmäßigkeiten der Kalenderumstellung zu rekonstruieren.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Entwicklung des Kalenders, die Zeit vor und nach der Reform und detaillierte Länderstudien zu Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und Ungarn.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Kalenderreform, Gregorianischer Kalender, konfessionelle Reaktionen und die politische Umsetzung durch staatliche und klerikale Akteure.
Warum gab es in Ungarn besonders große Schwierigkeiten bei der Umsetzung?
Die Schwierigkeiten in Ungarn waren auf die politische Teilung des Landes zwischen Habsburgern und Osmanen sowie auf die starke protestantische Konfession zurückzuführen, die päpstliche Dekrete ablehnte.
Wie unterscheidet sich die Umsetzung in Frankreich von derjenigen in Italien?
Während die Einführung in Italien reibungslos verlief, kam es in Frankreich aufgrund mangelnder Kalenderexemplare zu Verzögerungen, was die Koordination der feierlichen Termine erschwerte.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Die Kalenderreform 1582. Umsetzung in katholischen Ländern Europas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301222