Ich möchte mich in dieser Arbeit mit der Kolonialzeit in Südamerika und dem aktuellen Stand in Venezuela beschäftigen. Dabei werde ich versuchen auf verschiedene historische Gegebenheiten einzugehen, die vielleicht zur aktuellen Situation geführt haben. Dass die Kolonialzeit in vielen Ländern in Afrika und Südamerika große Schäden angerichtet hat und auch heute noch teilweise großen Einfluss auf die Politik hat, ist allgemein bekannt. Auch, dass die Europäer dabei mit absurder Brutalität vorgegangen sind, ist kein Geheimnis mehr.
Vor allem am Beispiel Venezuela kann man gut erkennen, wie ein Personenkult um einen Befreier schnell zu einer Gefahr für ein komplettes Land werden kann. Ich werde verschiedene Herrscher Venezuelas an ihren Errungenschaften analysieren und bewerten um am Ende ein Bild davon zu bekommen, wie sich jeder einzelne Präsident in die Geschichte einreihte. Am Ende möchte ich ein Bild bekommen, wer sich für sein Land eingesetzt hat und wer das Land nur als Geldgrube benutzt hat. Es ist im Rahmen der Arbeit natürlich nicht möglich jeden Präsident zu analysieren, aber das ist auch gar nicht nötig, denn schon bei einer Handvoll Beispielen zieht sich ein bestimmtes Bild durch die Politik und die Art der Regierung.
Trotz des Oberthemas „Dekolonialisierung“, welches ich eigentlich nur anschneide, hat mein Thema einen Bezug darauf, weil sich die Regierung der Präsidenten nach der Revolution eben auf diese Revolution bezogen hat. Aber war dieser Kult um seine Person wirklich so schädlich? Hat er vielleicht doch den einen oder anderen Vorteil für die Geschichte gehabt? Auch das sind die Fragen, die ich in dieser Arbeit versuchen werde zu klären.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
2. Einleitung
3. Frühgeschichte Südamerikas
4. Der Befreier „El Libertador“ Simón Bolívar
4.1 Die Person Bolívar
5. Von Inflation, Korruption, Vetternwirtschaft, Personenkult und einem Wirtschaftsboom
5.1 Der Erdölfund und seine Folgen
5.2. Venezuela nach 1973
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und politischen Entwicklungen in Venezuela, um zu ergründen, ob die koloniale Vergangenheit die direkte Ursache für die heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme des Landes darstellt. Dabei wird analysiert, inwieweit Personenkult um historische Figuren sowie Korruption durch aufeinanderfolgende Regierungen die instabile Lage des Landes geprägt haben.
- Die Frühgeschichte Südamerikas und die Auswirkungen der Kolonialisierung.
- Die Rolle von Simón Bolívar und die Entstehung des Bolívar-Kults.
- Die Auswirkungen des Erdölreichtums auf die ökonomische Entwicklung Venezuelas.
- Strukturelle Probleme wie Korruption, Inflation und Vetternwirtschaft in der jüngeren Geschichte.
- Die Analyse verschiedener Präsidentschaften und deren politisches Erbe.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Person Bolívar
Geboren wurde Simón Bolívar als Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco, später nur noch „der Befreier“. Er war der Sohn einer reichen Familie und verfügte früh durch seine Familie über einzigartige Kontakte zu den Führungspositionen des Landes. Nachdem er 1799 nach dem Tod seiner Mutter Vollwaise wurde, intensivierte er seine Bemühungen, so viel Wissen zu erlernen, wie möglich. Besonders geprägt haben ihn die Werke der Aufklärer Voltaire und Jean-Jaques Rousseau. Um seine Ausbildung danach endgültig abzuschließen, schickte ihn sein Hauslehrer nach Europa. Dort war er wegen seiner Vorfahren überall gern gesehen und regelmäßig Gast bei den einflussreichsten Menschen Europas. So lernte er seine Frau María Teresa Rodríguez del Toro y Alaysa kennen. Nur ein Jahr nach der Hochzeit in Caracas, der heutigen Hauptstadt Venezuelas, starb sie an Gelbfieber. Bolívar selbst glaubte, dass dieser tragische Tod seiner Frau erst dazu geführt hat, dass er sich in so jungen Jahren der Politik zuwandte. Auf einer weiteren Reise in Europa traf er auf Alexander von Humboldt.
Als er mit seinem Hauslehrer auf seinem Weg nach Rom auf den Monte Sacro Höhen standen, legte er ein Gelübde ab: „Ich werde mein Land befreien!“
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Formuliert die Forschungsfrage, ob die Kolonialzeit oder aktuelle politische Fehler (z.B. Personenkult, Korruption) für die heutige Situation Venezuelas verantwortlich sind.
3. Frühgeschichte Südamerikas: Gibt einen historischen Überblick über die Besiedlung des Kontinents und die verheerenden Folgen der europäischen Eroberung ab 1492.
4. Der Befreier „El Libertador“ Simón Bolívar: Porträtiert Simón Bolívar als Schlüsselfigur der Unabhängigkeitsbewegung und als Ursprung eines langanhaltenden Personenkults in Venezuela.
4.1 Die Person Bolívar: Beschreibt Bolívars Werdegang, seine Ausbildung und persönliche Schicksalsschläge, sowie sein politisches Gelübde zur Befreiung seiner Heimat.
5. Von Inflation, Korruption, Vetternwirtschaft, Personenkult und einem Wirtschaftsboom: Analysiert die Ära der Caudillos und deren Ausnutzung staatlicher Ressourcen zugunsten privater Bereicherung.
5.1 Der Erdölfund und seine Folgen: Untersucht, wie der Reichtum aus Erdöl zur Vernachlässigung der Landwirtschaft und zu massiver Abhängigkeit von Importen beitrug.
5.2. Venezuela nach 1973: Beleuchtet die politische Instabilität, hohe Inflation und grassierende Korruption der späteren Regierungen bis hin zum Aufstieg Hugo Chavez’.
Schlüsselwörter
Venezuela, Kolonialzeit, Simón Bolívar, Personenkult, Erdöl, Inflation, Korruption, Vetternwirtschaft, Unabhängigkeit, Wirtschaftskrise, Politik, Geschichte, Südamerika, Regierungsführung, Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren für die wirtschaftliche und politische Instabilität Venezuelas verantwortlich sind und wie stark die koloniale Vergangenheit dabei ins Gewicht fällt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Geschichte Venezuelas, die Rolle des Unabhängigkeitshelden Bolívar, die Auswirkungen der Erdölwirtschaft sowie die systemische Korruption in der Regierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die prekäre aktuelle Lage des Landes zu identifizieren und zu bewerten, wer in der Regierungsgeschichte Verantwortung für das heutige Versagen trägt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung historischer Fakten basiert, um Zusammenhänge zwischen verschiedenen politischen Epochen aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Frühgeschichte, das Leben von Simón Bolívar, die Ära der Caudillos, den Einfluss der Erdölexploration sowie die Korruptions- und Krisengeschichte nach 1973.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bolívar-Kult, Erdölfluch, Korruption, politische Dekadenz und historische Abhängigkeit.
Welche Bedeutung hat der „Bolívar-Kult“ für das Land?
Der Kult um Simón Bolívar diente vielen Machthabern als Vorbild und Legitimationsgrundlage, führte jedoch auch dazu, dass nationale Ressourcen oft eher zur persönlichen Bereicherung als zum Gemeinwohl eingesetzt wurden.
Welche Auswirkungen hatte die Entdeckung des Erdöls?
Der Erdölfund führte zwar zu einem Wirtschaftsboom, löste aber eine gefährliche Abhängigkeit aus, ruinierte die einheimische Industrie und begünstigte durch die einfache Einnahmequelle Korruption und Misswirtschaft.
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- Anonym (Author), 2021, Die Kolonialzeit in Venezuela. Simón Bolívar, Erdölfund und Venezuela nach 1973, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301234