Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › English Language and Literature Studies - Literature

Groteske Literatur

Edgar Allan Poes "Tales" anhand Wolfgang Kaysers "Theorien der Groteske"

Title: Groteske Literatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Raphaela Reiber (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit dem Werk von Edgar Allan Poe hat sich die Literaturwissenschaft im letzten Jahrhundert intensiv beschäftigt, wobei unter Berücksichtigung seiner Märchensammlung "Tales of the Grotesque and Arabesque" auch stets der Aspekt des Grotesken große Beachtung fand. Wie der Name dieses Werks schon aussagt, gilt dieses insofern als repräsentativ für die groteske Literatur, da es sowohl das Element des Grauenerregenden (Arabesken) als auch das des Lächerlichen (Grotesken) in sich verbindet .
Wolfgang Kayser hat sich in seinem Buch "Theorien des Grotesken", erschienen im Jahr 1957, genauer mit diesem und einigen weiteren Merkmalen des Grotesken in Malerei und Dichtung auseinandergesetzt und eine Reihe von Thesen aufgestellt, die nicht überall auf Zuspruch stießen. Auch wenn seine Gegner einige Makel an seiner Argumentation feststellen konnten, so ist es doch durchaus möglich viele seiner Theorien auf ‚groteske’ Schriften anzuwenden und somit diese Bezeichnung eben dieser Werke zu rechtfertigen. Dies ist zum Beispiel bei Edgar Allan Poes "Tales" der Fall. Kayser bezeichnet Poes Märchen explizit als grotesk in doppeltem Sinne: ‚grotesk’ bedeutet für ihn zunächst die „Bezeichnung für eine konkrete Situation, in der die Welt aus den Fugen gegangen ist“ und andererseits die „Bezeichnung für den ‚Tenor’ ganzer Geschichten, in denen von dem Erschreckend-Unfaßbaren, dem Unerklärlich-Nächtlichen, gelegentlich auch dem Phantastisch-Bizarren erzählt wird“. Diese These soll im Folgenden nicht nur dargestellt und auf Poes Tales übertragen, sondern auch, unter Berücksichtigung widersprüchlicher Ansichten von Kaysers Kritikern, betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wolfgang Kaysers Theorien des Grotesken, herausgearbeitet an den Märchen von Edgar Allan Poe

2.1 Eine bisher unbekannte Art Ornamentik

2.2 Das Lustige verbunden mit dem Grauenerregenden

2.3 Wirklichkeit oder Traum/ Rausch

2.4 Tiermotiv

2.5 Der Übergang zwischen den Welten

2.6 Das Motiv des Todes

2.7 Doppelgängermotiv

2.8 Das Motiv des Wahnsinns

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der Literaturtheorien Wolfgang Kaysers zum Grotesken auf ausgewählte Erzählungen von Edgar Allan Poe. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern Kaysers Thesen – trotz der Kritik anderer Literaturwissenschaftler – dazu beitragen können, die grotesken Elemente in Poes Werk zu systematisieren und zu begründen.

  • Die Definition des Grotesken nach Wolfgang Kayser
  • Die Analyse von Motiven wie Wahnsinn, Tod und Doppelgänger bei Poe
  • Die Verknüpfung von Lustigem und Grauenerregendem als zentrales Merkmal
  • Das Spannungsfeld zwischen Realität, Traum und Rausch
  • Die kritische Gegenüberstellung von Kaysers Theorien mit anderen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Lustige verbunden mit dem Grauenerregenden

Zentraler Kritikpunkt an Kaysers Theorien des Grotesken war für viele seiner Gegner die Tatsache, dass er, ihrer Meinung nach, den Aspekt des Lachens, der z.B. in Michail Bachtins Werk Rabelais und seine Welt wesentlich mehr Beachtung findet, vernachlässigt hätte. Doch muss dabei bedacht werden, dass Kayser nicht von einem befreienden Lachen spricht, sondern von einem Lachen, das, wie er es nennt, „Züge des höhnischen, zynischen, schließlich des satanischen Gelächters“ in sich vereinbart. Und auch wenn in einer Welt, in der sich angesichts ihrer Verfremdung „in das Lächeln ein leises Grauen mischt“ das Grauen auch in Poes Märchen zumeist überwiegt, wird beim Leser doch von Zeit zu Zeit ein leises Schmunzeln hervorgerufen.

Als Beispiel hierfür kann wieder die Figur des Engels in The Angel of the Odd dienen. Allein schon die Beschreibung seiner physischen Erscheinung zaubert uns ein Lächeln auf die Lippen. Dazu kommt sein deutscher Akzent und natürlich in erster Linie seine Handlungen.

Er stellt so gar nicht das dar, was man sich gewöhnlicherweise unter einem Engel vorstellt. Poe beschreibt ihn folgendermaßen: His body was a wine-pipe[...] In its nether extremity were inserted two kegs, which seemed to answer all the purposes of legs. For arms there dangled from the upper portion of the carcass two tolerably long bottles, with the necks outward for hands. All the head that I saw the monster possessed of was like a Hessian canteen[...]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die literaturwissenschaftliche Relevanz von Poes Werk ein und stellt die theoretische Grundlage von Wolfgang Kaysers „Theorien des Grotesken“ vor.

2. Wolfgang Kaysers Theorien des Grotesken, herausgearbeitet an den Märchen von Edgar Allan Poe: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Motive bei Poe und prüft deren Übereinstimmung mit Kaysers Thesen zur grotesken Literatur.

2.1 Eine bisher unbekannte Art Ornamentik: Es wird untersucht, wie Poe durch exzessive und unnatürliche Ornamentik Grenzen zwischen Realität und Unterwelt verschwimmen lässt.

2.2 Das Lustige verbunden mit dem Grauenerregenden: Das Kapitel diskutiert die ambivalente Mischung aus Grauen und Lachen, die Kayser als zentrales Merkmal des Grotesken identifiziert.

2.3 Wirklichkeit oder Traum/ Rausch: Hier steht die narrative Unsicherheit im Fokus, ob die Ereignisse in Poes Geschichten in der Realität stattfinden, erträumt oder drogeninduziert sind.

2.4 Tiermotiv: Diese Analyse zeigt auf, wie Tiere bei Poe oft als Unglücksboten oder unheimliche Begleiter fungieren, die zur grotesken Atmosphäre beitragen.

2.5 Der Übergang zwischen den Welten: Das Kapitel betrachtet die Auflösung der starren Grenze zwischen Leben und Tod und die Rolle des Transzendenten bei Poe.

2.6 Das Motiv des Todes: Hier wird analysiert, wie Poe den Tod nicht als endgültig, sondern als ein rätselhaftes, oft groteskes Phänomen darstellt.

2.7 Doppelgängermotiv: Es wird untersucht, wie Figuren bei Poe durch ihre Ähnlichkeit oder Transformation die Identität der Protagonisten infrage stellen.

2.8 Das Motiv des Wahnsinns: Dieser Abschnitt erläutert Kaysers Definition des Wahnsinns als fremde, besitzergreifende Macht, die den freien Willen des Individuums aushebelt.

3. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Kaysers Theorien trotz ihrer Komplexität und Kritikwürdigkeit eine geeignete Basis für die Kategorisierung von Poes Werk als groteske Literatur bieten.

Schlüsselwörter

Edgar Allan Poe, Wolfgang Kayser, Groteske, Arabesken, Literaturtheorie, Wahnsinn, Doppelgänger, Unheimliches, Ambivalenz, Literaturwissenschaft, Ligeia, The Black Cat, Eleonora, Transzendenz, Realität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Konzepte von Wolfgang Kayser zur grotesken Literatur und wendet diese exemplarisch auf ausgewählte Erzählungen von Edgar Allan Poe an.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit beleuchtet Motive wie das Unheimliche, den Übergang zwischen Leben und Tod, die Rolle des Wahnsinns sowie die Verbindung von lächerlichen und grauenerregenden Elementen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Anwendbarkeit von Kaysers Theorien auf Poes Märchen zu prüfen und die groteske Qualität dieser Texte wissenschaftlich zu fundieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primäre Texte von Poe mit der theoretischen Sekundärliteratur von Kayser sowie Gegenargumenten von Kritikern wie Bachtin kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene motivgeschichtliche Unterkapitel, die spezifische groteske Aspekte bei Poe analysieren, darunter Ornamentik, Traum vs. Wirklichkeit, das Doppelgängermotiv und das Tiermotiv.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Groteske, Literaturtheorie, Wolfgang Kayser, Edgar Allan Poe sowie die spezifischen Motive des Wahnsinns, Todes und der Identitätsauflösung.

Wie unterscheidet sich Poes „Engel“ in „The Angel of the Odd“ von der klassischen Vorstellung eines Engels?

Poe stellt das Wesen grotesk dar, indem er es nicht als gütig, sondern als zusammengesetzt aus Flaschen und Weinschläuchen beschreibt, was die Grenze zwischen dem Menschlichen und dem Gerätehaften verwischt.

Wie bewertet die Arbeit die Glaubwürdigkeit der Erzähler bei Poe?

Die Erzähler in Texten wie „The Black Cat“ oder „Ligeia“ werden aufgrund von Alkoholismus oder Opiumkonsum als unzuverlässig eingestuft, was das Dilemma zwischen Schein und Wirklichkeit in der Erzählung verstärkt.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Groteske Literatur
Subtitle
Edgar Allan Poes "Tales" anhand Wolfgang Kaysers "Theorien der Groteske"
College
LMU Munich  (Romanistisches /Anglistisches Institut)
Course
HS Groteske Literatur
Grade
2
Author
Raphaela Reiber (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V130128
ISBN (eBook)
9783640371020
ISBN (Book)
9783640371242
Language
German
Tags
Groteske Literatur Edgar Allan Poes Tales Wolfgang Kaysers Theorien Groteske
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raphaela Reiber (Author), 2008, Groteske Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130128
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint