An der unverkürzten Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Zweitsprache nahm ich 2015 und an der Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Integrationskursen mit Alphabetisierung 2017 teil. Seit 2016 leite ich Integrationskurse bei verschiedenen Kursträgern und seit 2012 bin ich an einem Berufskolleg als Berufschullehrer tätig. Am Berufskolleg unterrichte ich unter anderem die Fächer Deutsch als Fremdsprache und Berufsorientierung. Um die Sprachkurse professioneller zu gestalten und die Kursteilnehmer:innen besser auf die Prüfungen vorzubereiten, erwarb ich bei telc die Prüferlizenzen A1, A2, DTZ, B1 und B2. Um bei den Kursteilnehmerinnen- und Teilnehmern den Übergang von Sprachkursen in einen Beruf bzw. einen Ausbildungsberuf optimal zu gestalten, nehme ich gerne an Fortbildungen teil.
Im Rahmen der ZQ-BSK möchte ich mich mit dem Beruf des Friseurs beschäftigen. In meinen Kursen wollten die meisten Kursteilnehmer*innen Friseure werden. Ein Friseurstudio in der Stadt holte z. B. extra aus dem Ausland, wie z. B. aus Albanien, Mazedonien und der Türkei die besten Friseure nach Deutschland und diese meldeten sich in den Sprachkursen an. Sie hatten eine befristete Aufenthaltserlaubnis, waren schon gelernte Friseure in ihren Heimatländern, mussten aber die deutsche Sprache schnell erlernen, um dauerhaft in Deutschland zu arbeiten. Mit Erlangung der Sprachkompetenz können sie ihren Beruf viel professioneller in Deutschland ausüben.
Inhaltsverzeichnis
EINSTIEGSREFLEXION
MODUL 1: GRUNDLAGEN DER BERUFSPÄDAGOGIK
MODUL 2: BERUFSBEZOGENE LINGUISTISCHE KOMPETENZ
MODUL 3: FÖRDERUNG DES SELBSTÄNDIGEN SPRACHENLERNENS UND ARBEITSMARKTRELEVANTER SCHLÜSSELKOMPETENZEN IM ERWACHSENENALTER
MODUL 4: DIDAKTIK UND METHODIK IM BERUFSBEZOGENEN DEUTSCHUNTERRICHT
MODUL 5: EVALUIEREN, PRÜFEN, TESTEN
MODUL 6: DIGITALE KOMPETENZ
MODUL 7: LEHRERROLLE IN BSK
1. Lehrerrolle und professionelles Handeln
2. Berufspädagogische Aspekte und Verweisberatung
3. Digitaler Unterricht im Vergleich zum Präsenzunterricht
MODUL 8: INTERKULTURALITÄT UND INTEGRATION IN DEN ARBEITSMARKT
ABSCHLUSSBERICHT: REFLEXION
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Portfolio dient der selbstreflexiven Auseinandersetzung mit der additiven Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen. Das Ziel besteht darin, durch die Dokumentation von Unterrichtsmodulen, Rollenspielen und Expertenanalysen die eigene Professionalisierung als DaF/DaZ-Lehrkraft zu erhöhen sowie Fertigkeiten in der Vermittlung berufsspezifischer Kompetenzen zu vertiefen.
- Grundlagen der Berufspädagogik und deren Anwendung im Berufsalltag.
- Methodik der Sprachvermittlung und Förderung berufsbezogener linguistischer Kompetenzen.
- Integration digitaler Werkzeuge zur Unterrichtsgestaltung und Medienkompetenz.
- Interkulturelle Aspekte und deren Relevanz für die Integration in den Arbeitsmarkt.
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und der Beratungsfunktion innerhalb von Sprachkursen.
Auszug aus dem Buch
MODUL 7: LEHRERROLLE IN BSK
Einer der wichtigen Rollen ist die Lehrerolle im BSK-Kurs. Bei der Planung und Durchführung des Unterrichts ist die Berücksichtigung des berufsbezogenen Unterrichts sehr wichtig. Die Beruflichkeit ist jederzeit in den Unterricht zu integrieren. So wird die Motivation der KTN immer gewährleistet. Auch will ich dabei die Methodenvielfalt und die unterschiedlichen Sozialformen beachten. Besonders für KTN, die lernungewohnt sind und sich nicht den ganzen Tag im Unterricht konzentrieren können, ist die Abwechslung im Unterricht sehr wichtig. Dabei ist die Interaktion mit den KTN und die Erkundung ihrer Bedürfnisse im beruflichen Umfeld sehr wichtig.
Eine weitere wichtige Lehreraufgabe sehe ich darin, grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die es dem Einzelnen ermöglichen, den Prozess des lebenslangen Lernens selbstständig zu meistern. Das Lernen lernen und die Selbständigkeit wird gefördert, die auch im Berufsleben von den KTN erwartet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
EINSTIEGSREFLEXION: Der Autor reflektiert seine bisherigen Erfahrungen als Lehrkraft, seine Motivation zur Teilnahme an der Qualifizierung und äußert Erwartungen an die Weiterbildung.
MODUL 1: GRUNDLAGEN DER BERUFSPÄDAGOGIK: Dokumentation eines Gruppengesprächs mit Experten der KAUSA-Servicestelle zum dualen Ausbildungssystem und zur Beratung von Neuzugewanderten.
MODUL 2: BERUFSBEZOGENE LINGUISTISCHE KOMPETENZ: Analyse eines authentischen Sachtextes aus dem Bereich Friseurwesen für das Niveau C1 im Hinblick auf sprachliche Merkmale und didaktischen Nutzen.
MODUL 3: FÖRDERUNG DES SELBSTÄNDIGEN SPRACHENLERNENS UND ARBEITSMARKTRELEVANTER SCHLÜSSELKOMPETENZEN IM ERWACHSENENALTER: Planung eines Rollenspiels zum Thema „Reklamation“, um soziale und kommunikative Schlüsselkompetenzen in beruflichen Konfliktsituationen zu trainieren.
MODUL 4: DIDAKTIK UND METHODIK IM BERUFSBEZOGENEN DEUTSCHUNTERRICHT: Dokumentation der Erstellung eines Lernszenarios in Kleingruppen für das Niveau A2, fokussiert auf handlungsorientierten Unterricht.
MODUL 5: EVALUIEREN, PRÜFEN, TESTEN: Skizzierung von Möglichkeiten zur Peer-Evaluation im Unterricht sowie Überlegungen zur Umsetzung formativ-summativer Bewertungsformen für verschiedene Lernaktivitäten.
MODUL 6: DIGITALE KOMPETENZ: Reflexion einer selbst erstellten Unterrichtssequenz zum Thema digitale Lebenslauferstellung und Diskussion der Herausforderungen des digitalen Unterrichts.
MODUL 7: LEHRERROLLE IN BSK: Auseinandersetzung mit der professionellen Identität der Lehrkraft, der Bedeutung der Verweisberatung und dem Vergleich von Online- zu Präsenzunterricht.
MODUL 8: INTERKULTURALITÄT UND INTEGRATION IN DEN ARBEITSMARKT: Reflexion über interkulturelle Herausforderungen anhand eines Expertenbeispiels aus der Wirtschaft sowie Analyse der Behandlung interkultureller Themen in ausgewählten Lehrwerken.
ABSCHLUSSBERICHT: REFLEXION: Abschließende kritische Bewertung der Zusatzqualifizierung, der persönlichen Lernprozesse und Ausblick auf zukünftige Fortbildungsvorhaben.
Schlüsselwörter
Berufssprachkurse (BSK), DaF/DaZ, Berufspädagogik, Interkulturelle Kompetenz, Sprachvermittlung, Digitalisierung, Lebenslanges Lernen, Handlungsorientierung, Lernszenarien, Peer-Evaluation, Verweisberatung, Berufsorientierung, Zweitspracherwerb, Integration, Lehrwerk-Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit dokumentiert die berufsbegleitende Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen und reflektiert deren didaktische und pädagogische Inhalte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Module behandeln fachdidaktische Grundlagen, digitale Werkzeuge, interkulturelle Kommunikation sowie die Rolle des Lehrers als Berater und Wissensvermittler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die professionelle Weiterentwicklung der Lehrkraft sowie die praktische Anwendung moderner didaktischer Methoden zur Förderung der Lernenden in BSK.
Welche Lehrmethoden werden besonders hervorgehoben?
Einen besonderen Stellenwert besitzt die Handlungsorientierung, die durch Rollenspiele und Lernszenarien sowie den Einsatz digitaler Tools umgesetzt wird.
Was steht im Hauptteil im Fokus des Autors?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte in den Bereichen Evaluation, Differenzierung und der Vermittlung berufsbezogener Sprachfertigkeiten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?
Zusammenfassend lässt sich die Arbeit durch Begriffe wie Berufssprachkurse, Didaktik, Interkulturalität, Medienkompetenz und Handlungsorientierung charakterisieren.
Wie nimmt der Autor die Umstellung auf den digitalen Unterricht wahr?
Der Autor konstatiert, dass digitale Tools zwar motivierend wirken, jedoch technische Voraussetzungen und eine bewusste didaktische Planung erfordern, um den Lernerfolg nicht zu gefährden.
Warum ist die Verweisberatung im Sprachkurs so wichtig?
Die Verweisberatung ist essenziell, um Kursteilnehmer effektiv an weiterführende Unterstützungssysteme, wie Behörden oder Kammern, heranzuführen und so ihre berufliche Integration zu beschleunigen.
Inwieweit spielte die Interkulturalität eine Rolle?
Interkulturalität wurde als zentrale Anforderung an moderne Arbeitsplätze identifiziert; im Unterricht sollte daher die Entwicklung interkultureller Kompetenz bei den Lernenden aktiv gefördert werden.
- Arbeit zitieren
- Bekir Kocaker (Autor:in), 2022, Portfolio zur additiven Zusatzqualifizierung für Lehrkräfte in Berufssprachkursen im Bereich Deutsch als Fremdsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301313