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Wer ist schon normal? Normalität und Abweichung im amerikanischen Spielfilm

"Blind Side – Die große Chance" und "Wunder"

Titel: Wer ist schon normal? Normalität und Abweichung im amerikanischen Spielfilm

Masterarbeit , 2022 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katja Wiemers (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie werden Normalität und Abweichung im amerikanischen Spielfilm inszeniert und verhandelt? Zu Beginn der Arbeit werden Links wichtigste Thesen zum Normalismus vorgestellt. Daran anknüpfend wird dargelegt, inwiefern Medien als ‚Normalisierungsagenturen‘ funktionieren. Zunächst werden die Ausgangslagen der Protagonisten untersucht, um festzustellen, in welchen spezifischen Situationen Normalisierungsbedarf entsteht und welche Normalitätsgrenzen dabei ins Spiel kommen. Daran anschließend wird der Prozess der ‚Selbstnormalisierung‘ aufgezeigt, wobei die im Film inszenierte ‚Mitte‘ sowie die ‚kurvenreichen Fahrten‘, die die Subjekte durchleben, herausgearbeitet werden. Am Ende der Studie wird versucht, einen Bezug der Filme zur Realität herzustellen.

Bei ‚Norm‘, ‚Normalität‘ und ‚Abweichung‘ handelt es sich um Begriffe, die in unserem Alltag und auch im wissenschaftlichen Diskurs in verschiedenen Bedeutungen vorkommen. Matthias Thiele schlägt daher vor, den Begriff ‚Normalität‘ möglichst eng zu definieren und bezeichnet ihn „als Gesamtheit aller sowohl diskursiven als auch praktisch-intervenierenden Verfahren, Dispositive, Instanzen und Institutionen, durch die in modernen Gesellschaften ›Normalitäten‹ produziert und reproduziert werden. In seinem „Versuch über den Normalismus“ (1996) hat es sich der Literaturwissenschaftler Jürgen Link zur Aufgabe gemacht, den ‚Archipel‘ des Normalismus zu erkunden, indem er die vielfältigen Wissensbestände seiner Zeit aufgearbeitet und eine umfangreiche fachübergreifende Studie veröffentlicht hat. Sie spielt für die Literatur- und Medienwissenschaften eine prägnante Rolle, da ein Großteil der Literatur ab 1885 sowie Kinofilme und gegenwärtige Fernsehformate normalistisch funktionieren. Vor allem fiktionale Erzählungen wie die des Spielfilms stellen Rolf Parr zufolge als eine Art von ‚Normalitätstest‘ die Möglichkeit bereit, Normalitätskonzepte zu durchbrechen, indem sie das Normalitätsspektrum und mit ihm die Grenzen zwischen ‚normal‘ und ‚anormal‘ verschieben. Um die normalistische Funktionsweise von Medien zu überprüfen, werden in vorliegender Arbeit zwei amerikanische Spielfilme aus dem Genre des Dramas auf der Ebene der Narration hinsichtlich der Strategie des flexiblen Normalismus untersucht. Es handelt sich dabei um die Filme: „Blind Side – Die große Chance“ (2009) und „Wunder“ (2017).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Normale Menschen – anormale Menschen. Die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten

2. Link, Jürgen: Leben in (flexibel-normalistischen) Kurvenlandschaften

3. Medien als ‚Normalisierungsagenturen‘. Zur Funktionalität und Effektivität normalistischer Massenmedien

4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens

5. Der hypernormalistische Aufstieg eines Subnormalen: BLIND SIDE – DIE GROẞE CHANCE

5.1 Weiße Wände, schwarze Mauern. Die Figur Michael gefangen im Feld des Anormalitätsspektrums

5.2 „Auf den Mut hoffen und es der Ehre wegen versuchen“: Michaels Lebensfahrt zur Überdurchschnittlichkeit

6. Kinder können grausam sein: Augusts Weg aus der Krise der Subnormalität: WUNDER

6.1 „Ich weiß, dass ich kein normaler Zehnjähriger bin.“ Die Selbstsituierung Augusts als gesellschaftliche Randfigur

6.2 Es ist ok, nicht normal zu sein: Selbstakzeptanz schafft gesellschaftliche Akzeptanz

7. Fazit: (A-)normale Subjekte im amerikanischen Spielfilm

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, wie „Normalität“ und „Abweichung“ im amerikanischen Spielfilm konstruiert und verhandelt werden. Dabei wird analysiert, inwieweit Medien als „Normalisierungsagenturen“ fungieren, die gesellschaftliche Diskurse über Normalität aufgreifen, reproduzieren oder auch infrage stellen können.

  • Konstruktion von Normalität in massenmedialen Narrativen
  • Theoretische Modelle (z. B. Jürgens Links „normale Kurvenlandschaft“)
  • Medien als Akteure der Normalisierung (Normalisierungsagenturen)
  • Analyse filmischer Fallbeispiele (Drama-Genre)

Auszug aus dem Buch

4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens

Ursula Kreft zeigt auf, dass in den Medien auf verschiedenste Weisen ein elementares sozio-ökonomisches Wissen geschaffen wird: durch die Form von Narrationen (kürzere oder längere Geschichten), durch dramenartige Episoden, Biografien oder Exempel, durch bildhafte Elemente (darunter Kollektivsymbolik) und statistischen Daten, die als symbolische Kurven erscheinen und häufig in Erzählungen integriert sind. Dadurch können dann statistische Daten jenseits der Wissenschaften zu narrativen Elementen werden. Als komplexe Beobachtungssysteme der Gesellschaft kommt es in den Medien zu einer Thematisierung von Lebensrisiken und den Formen ihrer Bewältigung, indem sie diese von den Figuren ihrer Geschichten erleben lassen. Für das Medium Film definiert Link zwei Typen der Narration. Der erste Typ stellt eine (Lebens-) Fahrt dar, die durch Normalitätsabweichungen irritiert wird, wobei die Figuren am Ende jedoch wieder in die Normalität zurückgelangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Normale Menschen – anormale Menschen. Die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten: Dieses Kapitel führt in die massenmediale Konstruktion (a-)normaler Identitäten ein und verdeutlicht, wie durch gesellschaftliche Diskurse klare Grenzen zwischen „Normalen“ und „Abweichenden“ gezogen werden.

2. Link, Jürgen: Leben in (flexibel-normalistischen) Kurvenlandschaften: Diese theoretische Grundlage expliziert das Modell der „normalistischen Kurvenlandschaft“ nach Jürgen Link, um die statistische Erfassung und soziale Positionierung von Normalität zu erklären.

3. Medien als ‚Normalisierungsagenturen‘. Zur Funktionalität und Effektivität normalistischer Massenmedien: Hier wird die Rolle der Medien als Normalisierungsinstanzen analysiert, die den Normalisierungsbedarf in der Gesellschaft diskursiv bearbeiten.

4. (Nicht) normale Fahrten als Narrationstyp normalistischen Erzählens: Kapitel 4 untersucht narrative Strukturen, insbesondere das Konzept der (Lebens-)Fahrt, die durch Abweichungen irritiert werden, als Methode der Filmgestaltung.

5. Der hypernormalistische Aufstieg eines Subnormalen: BLIND SIDE – DIE GROẞE CHANCE: Eine Filmanalyse, die zeigt, wie die Figur Michael Oher durch Normalisierungsprozesse in ein gesellschaftlich akzeptiertes „Normalfeld“ integriert wird.

6. Kinder können grausam sein: Augusts Weg aus der Krise der Subnormalität: WUNDER: Diese Analyse fokussiert den Film „Wunder“ und zeigt auf, wie durch Selbstakzeptanz im Umgang mit einer körperlichen Deformation eine gesellschaftliche Integration erreicht werden kann.

7. Fazit: (A-)normale Subjekte im amerikanischen Spielfilm: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert, wie Spielfilme als mediale Konstrukte Normalität verhandeln.

Schlüsselwörter

Normalität, Abweichung, Spielfilm, Normalisierungsagenturen, Medienanalyse, Film, Narration, Identitätskonstruktion, Subnormalität, Hypernormalität, Normalitätsdiskurs, Blind Side, Wunder, Soziale Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die filmische Inszenierung und Verhandlung von „Normalität“ und „Abweichung“ anhand von US-amerikanischen Spielfilmen im Kontext soziologischer und medientheoretischer Modelle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Prozess der Normalisierung, die Rolle von Medien als „Normalisierungsagenturen“ und die narrativen Strukturen, die „normale“ von „unnormalen“ Lebensführungen im Film differenzieren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie Spielfilme Normalität konturieren und durch welche narrativen Strategien Abweichungen in den Diskurs der Normalität integriert (oder ausgeschlossen) werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienwissenschaftliche Filmanalyse angewandt, die auf diskurstheoretischen Ansätzen (u.a. von Jürgen Link) zur Normalitätskonstruktion basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Kurvenlandschaft, Normalisierungsagenturen) und die konkrete Analyse der Filme „Blind Side“ und „Wunder“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Normalität, Abweichung, Normalisierungsagenturen, Konstruktion von Identität und die narrativen Typen normalistischen Erzählens.

Wie unterscheidet sich die Normalisierung von Michael Oher in "Blind Side"?

Michael erfährt eine Normalisierung durch die Unterstützung seiner Pflegefamilie, die ihn in soziale Netzwerke integriert und ihm hilft, kulturelle Codes sowie den American Dream zu erfüllen.

Warum spielt die Figur August in "Wunder" eine besondere Rolle?

August muss aufgrund einer Gesichtsentstellung seinen Platz zwischen gesellschaftlicher Ausgrenzung und Normalisierung suchen, wobei der Film besonders die Perspektive des Protagonisten und seines Umfelds (z.B. Schwester Via) einbezieht.

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Details

Titel
Wer ist schon normal? Normalität und Abweichung im amerikanischen Spielfilm
Untertitel
"Blind Side – Die große Chance" und "Wunder"
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Germanisitk)
Note
1,3
Autor
Katja Wiemers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
45
Katalognummer
V1301448
ISBN (PDF)
9783346767332
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Normalismus Jürgen Link Filmanalyse normal Abweichung anormal Blind Side flexibler Normalismus Wunder normalistische Massenmedien Normalisierungsagenturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katja Wiemers (Autor:in), 2022, Wer ist schon normal? Normalität und Abweichung im amerikanischen Spielfilm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301448
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  45  Seiten
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