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Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34

Grundlegende Darstellung der Elternarbeit anhand verschiedener Methoden, Formen und Arbeitsweisen

Title: Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34

Examination Thesis , 2009 , 31 Pages , Grade: Sehr gut bestanden

Autor:in: Dominik Molnos (Author)

Pedagogy - Family Education
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Ich möchte anfangs einen kurzen Überblick darüber gehen, wie in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts grundsätzlich neue Sichtweisen zu Theorie und Praxis der Heimerziehung entstanden sind. Danach soll erläutert werden, was man unter Elternarbeit versteht und welche Grundlagen und Ziele formuliert worden sind. Anschließend will ich auf typisches Elternverhalten bei einer bevorstehenden Heimaufnahme des Kindes hinweisen und schildern, welche Anforderungen gerade bei diesem Trennungsprozess an sie gestellt werden. Der nachfolgende Abschnitt soll über die verschiedenen Formen der Elternarbeit informieren, die schlimmstenfalls auch ohne die Teilnahme der Eltern stattfinden soll. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit einer sehr weit gefassten Sichtweise von Elternarbeit, die das gesamte familiäre System einschließt. Hier wird auch auf die Schwierigkeiten eingegangen, die durch die Zugehörigkeit des Kindes zu zwei Systemen entstehen. Danach folgt die Zusammenfassung einer ziemlich umfassenden und grundsätzlich orientierten Kritik an der Elternarbeit. Schließlich soll an einem Beispiel in Australien dargestellt, dass Elternarbeit in anderen Ländern sehr unterschiedlich zu der in Deutschland eingeführten Praxis gesehen werden kann. Schlussendlich versuche ich ein Resümee aus dem gewonnenen Wissen zu ziehen.
Die gesamte Facharbeit gründet sich auf Fachliteratur, da meine eigenen Erfahrungen nicht als repräsentativ gewertet können. Ich beziehe mich auf stationäre Jugendhilfeeinrichtungen nach dem KJHG §32- §34. Der Begriff Heim, wird zum besseren Verständnis verwendet. Die hier dargestellten Methoden können je nach Einrichtung und Anwendung in der Praxis abweichen. Elternarbeit ist ein sehr komplexes Themenfeld, in der es keine 100%ige Lösung gibt,sondern nur Ansätze zur möglichen Erreichung der Ziele.

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Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Anfang und Entwicklung der Elternarbeit

2. Definition, Ziele und Begründungen der Elternarbeit

2.1 Definition

2.2 Ziele

2.3 Gesetzliche Begründung der Elternarbeit

2.4 Pädagogische Begründung

2.5 Die Adressaten der Elternarbeit

3. Zusammentreffen von Eltern und Erziehern

3.1 Verhaltensformen von Eltern

3.2 Anforderungen an die Erzieher

3.3 Kompetenzbasiertes Arbeiten mit Eltern

4. Die verschiedenen Formen der Elternarbeit

4.1 Kontaktpflege und Betreuung als einfachste Form

4.2 Methodische Arbeit mit fester Zielsetzung

4.3 Familientherapeutisch orientierte Elternarbeit

4.4 Elternarbeit als Trauerarbeit

4.5 Elternarbeit ohne Eltern

5. Theoretische Grundlagen für eine systemische Sichtweise

5.1 Die Familie als ganzheitliches natürliches System

5.2 Das Heim als künstliches „inszeniertes“ System

5.3 Erziehung des Kindes an zwei Orten

5.4 Emotionale Barrieren im Erzieher-Eltern-Verhältnis

5.5 Soziale Hindernisse im Erzieher-Eltern-Verhältnis

6. Kritik und Zweifel an den Formen der Elternarbeit

7. Ein Einrichtungsgebundenes Konzept

8.Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung der Elternarbeit in stationären Jugendhilfeeinrichtungen gemäß §34 KJHG. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie trotz oft schwieriger Ausgangslagen eine konstruktive Kooperation zwischen Eltern und Erziehern gelingen kann, um das Wohl des Kindes zu fördern und den Ablösungsprozess sinnvoll zu gestalten.

  • Historische Entwicklung der Elternarbeit in der Heimerziehung
  • Methoden und Formen der Zusammenarbeit mit Eltern
  • Systemische Sichtweise auf das Verhältnis von Familie, Kind und Heim
  • Herausforderungen, emotionale Barrieren und soziale Hindernisse
  • Kritische Reflexion der aktuellen Praxis und Konzepte

Auszug aus dem Buch

3.1 Verhaltensformen von Eltern

Genau wie die Vertreter der Jugendämter zuvor sehen sich dann auch die Mitarbeiter der Heime ganz verschiedenen Eltern und ihren Verhaltungsweisen gegenüber. Auch wenn jede Familie ihre eigene kleine Welt mit unterschiedlichen Individuen repräsentiert, lassen sich die unterschiedlichen Reaktionen doch ganz grob anhand der Beschreibungen von Fachkräften in drei typische Kategorien unterteilen: Die Defensiven, die Dominanten und die Sucht oder psychisch Kranken.

-Die defensiven Eltern werden als schwach empfunden; sie empfinden sich als Versager und begegnen den Helfern mit Unsicherheit, Scham und Furcht. Sie sind aber in der Regel bereit, Hilfe anzunehmen und werden deshalb von den Familienarbeitern als diejenigen eingestuft, mit denen man am besten arbeiten und mit denen man die größten Erfolge erzielen kann. Bei diesen Eltern geht es vorrangig um die Aufspürung der Ressourcen und die Entwicklung derselben. Die Betroffenen fühlen sich in ihren Kompetenzen wahrgenommen und sind meist zur Mitarbeit bereit.

-Die Schwierigkeiten mit sogenannten dominanten Eltern sind zum Teil erheblich. Diese strotzen vor Selbstsicherheit und sehen das Kind meist als alleinigen Verursacher aller Schwierigkeiten. Sie fordern, dass sich die Fachkräfte dessen Schwierigkeiten annehmen und möchten denen möglichst das Vorgehen vorschreiben.

So versuchen sie, einen starken Einfluss auf die Einrichtung auszuüben. Sie sind schwer davon zu überzeugen, dass sie als Eltern auch Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber ihren Kindern haben und weisen jegliches Verantwortungsgefühl von sich. Mit der Einweisung ins Heim sind für diese Familie die Probleme erstmal beseitigt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema aus der Praktikumserfahrung heraus und definiert die zentrale These, dass Elternarbeit als wertvolle pädagogische Arbeitsweise zu verstehen ist.

1. Anfang und Entwicklung der Elternarbeit: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung von autoritären Heimstrukturen hin zur Einbeziehung der Eltern als wichtige Akteure ab den späten 60er Jahren.

2. Definition, Ziele und Begründungen der Elternarbeit: Es werden verschiedene Definitionen sowie die rechtlichen und pädagogischen Begründungen für die Arbeit mit Eltern in stationären Kontexten erörtert.

3. Zusammentreffen von Eltern und Erziehern: Das Kapitel analysiert die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Eltern, die Anforderungen an das pädagogische Personal und Ansätze für kompetenzbasiertes Arbeiten.

4. Die verschiedenen Formen der Elternarbeit: Hier werden unterschiedliche Interventionsmöglichkeiten vorgestellt, von einfacher Kontaktpflege bis hin zu familientherapeutisch orientierten Ansätzen und Elternarbeit ohne Eltern.

5. Theoretische Grundlagen für eine systemische Sichtweise: Die systemische Perspektive auf die Familie als Gesamtsystem und die Herausforderungen der Erziehung an zwei Orten bilden den theoretischen Kern dieses Abschnitts.

6. Kritik und Zweifel an den Formen der Elternarbeit: Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Praxis der Elternarbeit, insbesondere durch die theoretische Linse von Michael Winkler.

7. Ein Einrichtungsgebundenes Konzept: Vorstellung eines speziellen Konzeptansatzes, bei dem die Einbeziehung der Familie grundlegend in die Struktur der Einrichtung integriert ist.

8.Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Elternarbeit als kontinuierlichen, individuellen und unverzichtbaren Prozess zu begreifen.

Schlüsselwörter

Elternarbeit, Heimerziehung, stationäre Einrichtung, KJHG, Familientherapie, Kooperation, systemische Sichtweise, Erziehungspartnerschaft, Kindeswohl, Pädagogik, Jugendhilfe, Hilfeplanung, Loyalitätskonflikt, Sozialarbeit, Familienberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Facharbeit setzt sich kritisch und analytisch mit der Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach §34 KJHG auseinander und beleuchtet deren Stellenwert sowie die Herausforderungen in der täglichen Praxis.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung, die gesetzliche und pädagogische Fundierung, verschiedene Interventionsmethoden sowie eine systemische Perspektive auf die Zusammenarbeit mit Herkunftsfamilien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Handlungsweisen aufzuzeigen, die eine gute Kooperation zwischen Eltern und Erziehern ermöglichen und Eltern als Partner und Experten ihrer Kinder ernst zu nehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Facharbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Reflexion theoretischer Konzepte sowie der Übertragung auf die praktische Arbeit in stationären Einrichtungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Zielen, die Analyse von Elternverhalten, die Darstellung verschiedener Arbeitsmethoden und die theoretische Unterfütterung durch systemische Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Elternarbeit, Heimerziehung, systemische Sichtweise, Kooperation, Kindeswohl und pädagogische Handlungsoptionen sind die zentralen Begriffe.

Warum spielt die "systemische Sichtweise" eine so wichtige Rolle?

Die systemische Sichtweise ermöglicht es, das Verhalten des Kindes im Heim nicht isoliert, sondern als Teil des Familiensystems zu verstehen, wodurch Erzieher effektiver mit den Eltern an Ursachen arbeiten können.

Wie geht die Autorin mit dem Problem um, wenn Eltern nicht mitarbeiten wollen?

Die Arbeit stellt verschiedene Konzepte der Elternarbeit vor, darunter sogar spezielle Formen der "Elternarbeit ohne Eltern", falls ein direkter Kontakt zum Wohl des Kindes nicht möglich oder sinnvoll ist.

Welche Kritik übt die Arbeit an der aktuellen Praxis?

Die Arbeit kritisiert unter anderem die teilweise späte Intervention der Jugendhilfe und warnt davor, Elternarbeit lediglich als Mittel zur reinen Aufenthaltsverkürzung oder rein als "Reparaturarbeit" zu missverstehen.

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Details

Title
Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34
Subtitle
Grundlegende Darstellung der Elternarbeit anhand verschiedener Methoden, Formen und Arbeitsweisen
College
Pestalozzi-Fröbel-House Berlin
Grade
Sehr gut bestanden
Author
Dominik Molnos (Author)
Publication Year
2009
Pages
31
Catalog Number
V130170
ISBN (eBook)
9783640374755
ISBN (Book)
9783640374496
Language
German
Tags
Elternarbeit im Heim pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Molnos (Author), 2009, Elternarbeit in stationären Einrichtungen nach dem KJHG §34, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130170
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