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Innovationen des Geschichtsdramas in Georg Büchners "Dantons Tod". Das Drama der Revolution und die Revolution des Dramas

Titel: Innovationen des Geschichtsdramas in Georg Büchners "Dantons Tod". Das Drama der Revolution und die Revolution des Dramas

Masterarbeit , 2021 , 67 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Oliver Fröhlich (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Masterarbeit verfolgt mehrere Ziele. Sie sensibilisiert in Bezug auf Georg Büchner für relevante Epochen- und Gattungsfragen und nimmt Büchner als Person im Kontext seiner Zeit inklusive seines Werdegangs und seines Denkens in den Blick. Das primäre Anliegen dieser Arbeit ist es, Büchners Innovationen für die Gattung des Dramas in seinem ersten Werk "Dantons Tod" herauszuarbeiten. Im Zentrum der Analyse stehen dabei die Darstellung und das Bild der Revolution sowie die Bedeutung und Wertung der Geschichte, aber auch dramenstrukturelle sowie dramentechnische Aspekte werden Teil der Analyse sein.

Eingangs wird retrospektiv die Epoche des Vormärz und damit Büchners Wirkungszeit hinsichtlich der für die Analyse des Dramas relevanten Aspekte charakterisiert sowie der Stellenwert des Dramas als Gattung allgemein und hier insbesondere des Geschichtsdramas herausgestellt. Auch soll dabei in diachroner Vorgehensweise die Entwicklung der Gattung des Geschichtsdramas bis ins 19. Jahrhundert nachgezeichnet werden.

Die so gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse bilden die Ausgangslage für den Hauptteil, der sich vollumfänglich der Analyse und Interpretation der dramenimmanenten Aspekte von "Dantons Tod" widmen wird. Dabei wird zunächst darauf eingegangen, wie Büchner auf das Thema des Dramas kam, was ihn an der Revolution interessierte und es soll sein eigenes revolutionäres Engagement beleuchtet werden.

Anschließend werden einige Strukturüberlegungen zum Drama angestellt und Büchners Quellenarbeit sowie seine Zitations- und Montagetechnik analysiert, wobei immer auch das innovatorische Potenzial herausgestellt werden soll. Im weiteren Verlauf geht es dann darum, die Standpunkte und Sichtweisen des Dramenpersonals auf die Revolution und die Geschichte, insbesondere von Danton und Robespierre, aber auch die ihrer jeweiligen Anhänger, zu eruieren. Der Hauptteil schließt mit der Analyse der Gestaltung und der Funktion von Büchners Frauenfiguren.

Darauffolgend werden zwei Aspekte noch gesondert behandelt, und zwar einerseits mit Fokus auf das Briefwerk Büchners eine Annäherung an dessen eigene Person und Gedankengut sowie Büchners Bild vom großen Mann der Geschichte. Dies ist ein Aspekt, der ebenfalls mit einer fortschrittlichen Haltung Büchners einhergeht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Epoche des Vormärz und das Geschichtsdrama

2.1 Vormärz in Deutschland – Charakterisierung einer Epoche

2.2 Stellenwert des Dramas allgemein und des Geschichtsdramas zur Zeit Büchners

2.3 Die Entwicklung des Geschichtsdramas bis zum 19. Jahrhundert

3. Georg Büchner und das Drama der Revolution

3.1 Georg Büchners Zugang zur Revolution und sein revolutionäres Engagement

3.2 Strukturüberlegungen zum Drama

3.3 Büchners Quellenarbeit und Zitations-/Montagetechnik

3.4 Das Bild der Revolution und die Rolle der Geschichte

3.5 Büchners Frauenfiguren

4. Georg Büchner – Geschichtsfatalist und Anti-Idealist?

4.1 Annäherungen an Georg Büchners Geschichtsbild und Kunstauffassung

4.2 Büchners Bild vom ‚großen Mann‘ der Geschichte

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Georg Büchners erstes Drama "Danton’s Tod" unter besonderer Berücksichtigung seiner gattungsgeschichtlichen Innovationen für das Geschichtsdrama. Das zentrale Anliegen besteht darin, die Darstellung von Revolution und Geschichte, die dramaturgische Struktur sowie Büchners Handhabung von Zitations- und Montagetechniken zu untersuchen, um den Stellenwert des Werks in der Epoche des Vormärz und dessen Vorbildcharakter für das moderne Drama herauszuarbeiten.

  • Innovationspotenzial von "Danton’s Tod" als Geschichtsdrama
  • Büchners ambivalentes Verhältnis zu revolutionären Bewegungen
  • Die Funktion der Zitations- und Montagetechnik als "Drama der Rede"
  • Die Rolle der Frauenfiguren als Gegenpol zum historischen Geschehen
  • Kritische Analyse des Heldenbildes und der Geschichtsauffassung bei Büchner

Auszug aus dem Buch

3.3 Büchners Quellenarbeit und Zitations-/Montagetechnik

Büchners akribische Quellenarbeit und seine literarische Verarbeitung der Quellen sind schon seinen Zeitgenossen als besonders aufgefallen. Die Forschung begann mit der quellenkundlichen Arbeit zu Büchner bereits vor dem Ersten Weltkrieg und sie ist bis heute ein wichtiger Aspekt der Auseinandersetzung, gerade in Bezug auf Danton´s Tod. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die Frage nach den historischen und literarischen Quellen in Büchners Werk vollständig zu klären bzw. kann man sogar so weit gehen, es als fast unmöglich zu bezeichnen. Viele Quellen lassen sich eindeutig identifizieren, weil Büchner teils längere Stellen direkt zitiert oder übersetzt hat, aber viele Quellen sind auch unsicher und so einige wohl bis heute unentdeckt, denn die Zuordnung beruht oft auch nur auf Annahmen oder besonders im Fall der literarischen Quellen schlicht auf „spekulativer Einflußforschung“.

Die maßgebliche Ausgabe für die Auseinandersetzung mit Büchner Quellenarbeit und Zitat-/Montagetechnik ist die Marburger Ausgabe. Sie weist zu Danton´s Tod einen quellenbezogenen Text aus, an dem sich Büchners Verfahren gut nachvollziehen lassen. Band 3.3 listet zudem die wichtigsten historischen Quellen auf und kategorisiert sie in bezeugte und nicht gesicherte Quellen sowie Belege für weitere Übernahmen. Seine Hauptquellen - nämlich der 6. Band von Thiers Histoire de la Révolution francaise sowie die Zeitschrift Unsere Zeit, aus der Büchner schon im Elternhaus vorgelesen bekommen hat - hat die Forschung früh und eindeutig identifiziert sowie deren Einarbeitung umfassend untersucht. Thiers Geschichtswerk diente Büchner als inhaltliche Strukturgrundlage für sein Drama.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Büchners Sonderstellung als "Dichter der Moderne" und benennt die Zielsetzung der Arbeit, sein innovatorisches Potenzial in "Danton’s Tod" aufzuzeigen.

2. Die Epoche des Vormärz und das Geschichtsdrama: Dieses Kapitel charakterisiert den Vormärz als politisch brisante Zeit und erörtert die theoretischen Grundlagen sowie die Entwicklung des Geschichtsdramas.

3. Georg Büchner und das Drama der Revolution: Dieser Hauptteil analysiert Büchners politisches Engagement, die dramaturgische Struktur des Werkes, die innovative Montagetechnik, das Bild der Geschichte sowie die spezifische Gestaltung der Frauenfiguren.

4. Georg Büchner – Geschichtsfatalist und Anti-Idealist?: Hier wird Büchners Geschichtsauffassung kritisch hinterfragt und die Frage nach dem "großen Mann" in der Geschichte im Kontext seines anti-idealistischen Weltbildes diskutiert.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und konstatiert Büchners Leistung als experimenteller Innovator, der das Geschichtsdrama nachhaltig geprägt hat.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Danton’s Tod, Vormärz, Geschichtsdrama, Revolution, Montagetechnik, Zitate, Historismus, Anti-Idealismus, Frauenfiguren, Drama, Literaturgeschichte, Geschichtsdeterminismus, Performation, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit hauptsächlich?

Die Arbeit untersucht das Drama "Danton’s Tod" von Georg Büchner und analysiert, wie der Autor durch strukturelle und ästhetische Neuerungen das Genre des Geschichtsdramas revolutioniert hat.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Im Zentrum stehen die Darstellung der Französischen Revolution, das Verhältnis des Einzelnen zur Geschichte, die Rolle von Gewalt sowie die künstlerische Verarbeitung historischer Quellen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Herauszuarbeiten, inwiefern Büchner in seinem Erstlingsdrama gattungstypische Normen durchbrach, um ein realistisches und kritisch-distanziertes Geschichtsbild zu entwerfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es erfolgt eine detaillierte Textanalyse der dramenimmanenten Aspekte, ergänzt durch einen forschungsgeschichtlichen Rückblick und eine Untersuchung der quellenkundlichen Montagetechnik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Büchners revolutionärem Zugang, der dramaturgischen Form, der Zitate-Verwendung und der individuellen Charakterzeichnung – insbesondere von Danton, Robespierre und den Frauenfiguren.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Innovation des Dramas, anti-idealistische Geschichtsauffassung, Performation durch Zitate, soziale Revolution und die Dekonstruktion des Heldenmythos.

Welche Funktion hat das Zitat in "Danton’s Tod"?

Das Zitat fungiert nicht nur als historisches Zeugnis, sondern als Instrument der performativen Macht und politischer Aktionsform, durch das die Protagonisten ihre Rollen auf der "Bühne der Geschichte" einnehmen.

Wie unterscheidet sich Büchners Geschichtsbild von seinen Zeitgenossen?

Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen verweigert Büchner eine sinnstiftende oder idealisierende Deutung der Geschichte und zeichnet ein Bild, in dem der Mensch als statistische Figur in einem unkontrollierbaren Prozess agiert.

Welche Bedeutung kommt den Frauenfiguren zu?

Büchners Frauenfiguren wie Lucile und Julie entziehen sich der dominanten Theatermetaphorik des Stücks und werden als authentisch private Personen gezeichnet, die dem sinnentleerten Sterben im Drama eine neue Dimension verleihen.

Ist "Danton’s Tod" eine Tragödie im klassischen Sinn?

Die Arbeit verneint dies, da Büchner zentrale Elemente einer klassischen Tragödie – wie die hohe Fallhöhe oder das ausweglose Konfliktmodell – bewusst aushebelt und das Drama damit als Prototyp einer neuen, offenen Dramenform etabliert.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Innovationen des Geschichtsdramas in Georg Büchners "Dantons Tod". Das Drama der Revolution und die Revolution des Dramas
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät)
Note
1,3
Autor
Oliver Fröhlich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
67
Katalognummer
V1301716
ISBN (eBook)
9783346779861
ISBN (Buch)
9783346779878
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dantons Tod Georg Büchner Revolution Vormärz Geschichtsdrama Französische Revolution Quellenarbeit Montagetechnik Dramenanalyse Frauenfiguren Figurenanalyse Geschichtsbild Kunstauffassung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Fröhlich (Autor:in), 2021, Innovationen des Geschichtsdramas in Georg Büchners "Dantons Tod". Das Drama der Revolution und die Revolution des Dramas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301716
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Leseprobe aus  67  Seiten
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