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Die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte im Vergleich. Die Bild-Text-Beziehung mittelalterlicher Weltkarten

Titel: Die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte im Vergleich. Die Bild-Text-Beziehung mittelalterlicher Weltkarten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lukas Braun (Autor:in)

Kunst - Malerei
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Zuge dieser Arbeit werden die große Ebstorfer Weltkarte und die kleine Psalterkarte von London samt ihrer Rückseite, die eine weitere Karte ohne bildlichen, aber mit reinem textlichem Inhalt enthält, miteinander verglichen. Ein großes Augenmerk wird dabei auf das Bild-Text-Verhältnis der jeweiligen Karten gelegt, um so zu erschließen, wie sich die mittelalterlichen Weltkarten lesen und verstehen lassen, als Gattung, die zwischen Bild und Buch zu begreifen sein scheint.

Nach einem einführenden Überblick über mittelalterliche Karten werden zunächst die beiden Karten als Einzelnes betrachtet und ihre Herkunft, Entstehung und äußere Form geklärt. Danach werden die beiden Karten nach Form, Inhalten und Darstellung gesondert betrachtet und gegenübergestellt. Stets berücksichtigt werden dabei Erscheinung und Funktion des vorhandenen Textes.

"Mappa heißt Abbild, daher Mappe mundi so viel wie: Abbild der Welt" – mit diesen Worten leitet die sogenannte Ebstorfer Weltkarte in einer ihrer rahmenden Legende den Betrachter an, sich ihrem Werk zu nähern. Jene Weltkarte hat, wie viele vergleichbare Karten des Mittelalters, ein besonderes Bild auf Pergament gebannt. Anders als heutige Weltkarten, vereinen die Mappae Mundi verschiedene Aspekte jenseits geographischer Eigenschaften. Entsprechend gelten sie als spannende Zeugnisse mittelalterlicher Wahrnehmung und mittelalterlichen Wissens.

Besonderes Interesse gilt in der kunstgeschichtlichen Betrachtung den großformatigen Weltkarten, wie die der Arbeit zugrundeliegende Ebstorfer Weltkarte oder die Hereford Map. Ihre schiere Größe ermöglicht ihnen detailreiche und faszinierende Karten zu präsentieren. Aber auch kleinere Karten, die in weitaus größerer Zahl erhalten sind, halten spannende Beobachtungen parat. Eine besonders kleinformatige, aber dennoch reichhaltige Weltkarte des Mittelalters, ist die sogenannte Psalterkarte von London. Sie gilt trotz ihres kleinen Formats als eng verwandt mit der Ebstorfkarte.

Oftmals findet sich viel Text auf den Karten, der den reichhaltigen Bildbestand und die kartographischen Inhalte ergänzt, indem er diesen beschreibt, benennt oder um Inhalte erweitert. So ergibt sich ein spannendes Geflecht aus Bild und Text.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Mittelalterliche Weltkarten

2.1.1 Die Ebstorfer Weltkarte

2.1.2 Die Psalterkarte von London

2.2 Vergleich

2.2.1 Entstehung und Quellen

2.2.2 Format, Material und Handwerk

2.2.3 Motiv

2.2.4 Christus

2.2.5 Heilsgeschichte

2.2.6 Figuren

2.2.7 Schematische Inhalte

2.2.8 Geographie

2.2.9 Städte

2.2.10 Schriftliche Inhalte

2.2.11 Funktion

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

5. Abbildungsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Bild und Text in hochmittelalterlichen Weltkarten, indem sie die großformatige Ebstorfer Weltkarte mit der kleinformatigen Londoner Psalterkarte vergleicht. Ziel ist es, die spezifischen Lesarten und Funktionen dieser Mappae Mundi zu erschließen und zu zeigen, wie textliche und bildliche Elemente als Wissensvermittlung zwischen Buch und Bild agieren.

  • Vergleichende Analyse der Ebstorfer Weltkarte und der Londoner Psalterkarte.
  • Untersuchung des Zusammenwirkens von ikonographischen Darstellungen und Textbeigaben.
  • Rolle der Karten innerhalb ihrer jeweiligen Kontexte (klösterlicher Unterricht vs. privater Psalter/Andacht).
  • Einfluss von Format und Medium auf den Grad der enzyklopädischen Wissensvermittlung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Ebstorfer Weltkarte

Die Ebstorfer Weltkarte entstand im Raum des Lüneberger Heideklosters, wohl im Benediktinerinnenkloster Ebstorf. Sie bestand aus 30 Pergamentblättern ungleicher Größe, die zusammengenäht wurden. In der Forschung wird sie auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert, die jüngere Forschung nach Kugler datiert ihre Entstehung sicher auf die Zeit um das Jahr 1300. Unbestimmt blieb bis heute die Autorschaft des Werkes. Eine Schriftanalyse nach Wilke ergab, dass sich acht verschiedene Schreiber mit dem Werk befassten. Den hochrangigen Gelehrten Gervasius von Tilbury, der lange Zeit mit der Konzeption der Karte in Verbindung gebracht wurde, schließt Kugler aus; das Latein das in den Texten der Karte geschrieben wird, sei zu einfach und weise ungeschickte und missverständliche Formulierungen auf. Über die Funktion der Karte lässt sich nur spekulieren. Ihre Größe lässt aber auf einen stationären Gebrauch schließen, etwa dem Unterricht von Novizinnen, denen so anschaulich die christliche Heilsgeschichte vermittelt werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der mittelalterlichen Mappae Mundi sowie Definition der Forschungsfrage unter Einbeziehung der gewählten Fallbeispiele.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Karten in Bezug auf Herkunft, Material, Bildmotive, Heilsgeschichte, Figuren und ihre jeweilige Text-Bild-Struktur.

3. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Arbeitsergebnisse mit Fokus auf die unterschiedlichen Funktionen und Formate der untersuchten Objekte.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

5. Abbildungsverzeichnis: Nachweis der für die Arbeit herangezogenen Bildquellen und deren Fundorte.

Schlüsselwörter

Mappa Mundi, Ebstorfer Weltkarte, Psalterkarte von London, Mittelalter, Kartographie, Bild-Text-Beziehung, Heilsgeschichte, Weltbild, Manuskript, Pergament, Ikonographie, Enzyklopädie, Jerusalem, T-O-Schema, Wissensvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von Bild und Text in den mittelalterlichen Weltkarten, insbesondere am Beispiel der Ebstorfer Weltkarte und der Londoner Psalterkarte.

Welche Rolle spielen Karten als Wissensspeicher im Mittelalter?

Sie fungierten nicht als bloße geographische Karten, sondern als universelle Enzyklopädien, die theologisches, historisches und naturkundliches Wissen in einem christlichen Weltbild vereinten.

Worin unterscheiden sich Ebstorfer Karte und Psalterkarte primär?

Der Hauptunterschied liegt im Format – die Ebstorfer Karte ist eine monumentale Wandkarte für den Unterricht, während die Psalterkarte ein handliches Buchobjekt für private Andachtszwecke ist.

Wie wird Jerusalem auf den Karten dargestellt?

Jerusalem nimmt bei beiden Karten eine zentrale Position ein, wird jedoch in der Ebstorfer Karte wesentlich aufwendiger und detaillierter als "Nabel der Welt" dargestellt.

Welchen Einfluss hat das T-O-Schema auf die Gestaltung?

Es bildet das grundlegende geographische Gerüst, das die Erdscheibe in die drei bekannten Kontinente Asien, Europa und Afrika unterteilt, wobei die Meere das Weltenmeer bilden.

Warum ist das "Bild-Text-Verhältnis" so zentral für die Arbeit?

Weil der Text die Karten erst "lesbar" macht und in der Lage ist, die komplexen Bildinhalte (Monster, biblische Szenen) einzuordnen und in einen christlichen Kontext zu setzen.

Wie wird auf der Rückseite der Psalterkarte mit Text umgegangen?

Die Verso-Seite ist eine reine „Listenkarte“, die geographische Namen linear auflistet, jedoch auf jegliche bildliche Illustration verzichtet und so eine abweichende Form der Wissenspräsentation wählt.

Welche Funktion erfüllt das Christus-Motiv auf der Ebstorfer Weltkarte?

Christus wird so in die Karte integriert, dass sein Kopf, seine Hände und Füße aus ihr entspringen, was die Erde als Leib Christi symbolisch spürbar macht.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte im Vergleich. Die Bild-Text-Beziehung mittelalterlicher Weltkarten
Note
1,3
Autor
Lukas Braun (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
34
Katalognummer
V1302156
ISBN (PDF)
9783346771797
ISBN (Buch)
9783346771803
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mappa Mundi Karte Weltkarte Psalter Kunstgeschichte Mittelalter Ebstorf Vergleich Bild und Text Text Bild
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Braun (Autor:in), 2020, Die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte im Vergleich. Die Bild-Text-Beziehung mittelalterlicher Weltkarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302156
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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