Das Bild bundesdeutscher Wissenschaftler vom Journalistikstudium in der DDR wurde, laut Joachim Schlevoigt , von „[d]ümmliche[n] Vorurteile[n]“ bestimmt. Journalistikstudenten im ‚Osten’ galten als überzeugte Sozialisten, als Marionetten der SED. „Dümmliche Vorurteile“, doch was steckt dahinter? Wie dachten, lernten und lebten Journalistikstudenten in der DDR wirklich? Wie wurde mit ihnen umgegangen?
Inhaltsverzeichnis
- Vorurteile und Realitäten
- Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik
- Der Studienstandort Leipzig
- Auswahlkriterien
- Grundversorgung der Studenten
- Der Unterricht
- Wehrdienst
- Praktika
- Die Macht der Partei
- Überwachung durch die Stasi
- Journalistische Karrieren nach der Wende
- „Das Rote Kloster“ nach der Wende
- Schlusswort
- Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Journalistikstudium in der DDR, insbesondere am Institut für Zeitungswissenschaft in Leipzig, dem sogenannten „Roten Kloster“. Sie analysiert die Ausbildungsbedingungen, die Ideologie und die Praxis des Journalistikstudiums im Kontext der DDR-Gesellschaft und der politischen Rahmenbedingungen.
- Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik und ihre Auswirkungen auf die Ausbildung
- Die Rolle der SED und der Parteiideologie im Journalistikstudium
- Die Auswahlkriterien für das Studium und die Rolle von Partei- und Jugendorganisationen
- Die Lebensbedingungen der Studenten und die staatliche Kontrolle
- Die Entwicklung des Journalistikstudiums in Leipzig nach der Wende
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Vorurteile und Realitäten des Journalistikstudiums in der DDR. Es wird deutlich, dass die bundesdeutschen Wissenschaftler oft ein verzerrtes Bild von der Ausbildung in der DDR hatten. Das zweite Kapitel widmet sich den Grundprinzipien der DDR-Journalistik, die von Lenins Pressetheorie geprägt waren. Die Zeitung wurde als „kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator“ betrachtet. Das dritte Kapitel beschreibt den Studienstandort Leipzig und die Geschichte des Instituts für Zeitungswissenschaft, das nach der Wiedereröffnung 1950 auf marxistisch-leninistische Prinzipien ausgerichtet wurde. Das vierte Kapitel behandelt die Auswahlkriterien für das Journalistikstudium, die eine Bevorzugung von SED-Mitgliedern und Arbeiter- und Bauernkindern beinhalteten. Das fünfte Kapitel beleuchtet die Grundversorgung der Studenten, die ein staatliches Stipendium und einen Internatsplatz erhielten.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das Journalistikstudium in der DDR, das „Rote Kloster“, die Leipziger Sektion Journalistik, die SED-Ideologie, die Grundprinzipien der DDR-Journalistik, die Auswahlkriterien für das Studium, die Lebensbedingungen der Studenten, die Überwachung durch die Stasi und die Entwicklung des Journalistikstudiums nach der Wende.
Häufig gestellte Fragen
Was war das 'Rote Kloster' in der DDR?
So wurde das Institut für Zeitungswissenschaft (später Sektion Journalistik) in Leipzig genannt, das als Kaderschmiede für sozialistische Journalisten galt.
Nach welchen Kriterien wurden Journalistikstudenten ausgewählt?
Entscheidend waren politische Zuverlässigkeit, die Mitgliedschaft in der SED oder FDJ sowie eine Herkunft aus Arbeiter- oder Bauernfamilien.
Welche Rolle spielte die Stasi im Studium?
Das Studium und das Leben im Internat wurden streng überwacht, um die ideologische Linientreue der künftigen Journalisten sicherzustellen.
Was war das Hauptprinzip der DDR-Journalistik?
Basierend auf Lenin wurde die Presse als 'kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator' im Dienste der sozialistischen Gesellschaft gesehen.
Was passierte mit der Sektion Journalistik nach der Wende?
Die Sektion wurde grundlegend umgestaltet und auf westliche, demokratische Standards der Kommunikations- und Medienwissenschaft ausgerichtet.
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- Stefan Noack (Author), 2008, Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130232