Im Gegensatz zu heterosexuellen und cis-geschlechtlichen Jugendlichen, stehen queere Jugendliche vor zusätzlichen Herausforderungen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen benötigen sie Ressourcen, die ihnen im Alltag meistens nicht zur Verfügung stehen. Um queere Jugendliche zu empowern und somit in ihrer Lebensbewältigung zu unterstützen, ist es notwendig zu verstehen in welchen Lebensbereichen sie Diskriminierung erfahren und wie diese entsteht, um darauf zu analysieren, wie die Zirkuspädagogik unterstützen kann.
Das Ziel der vorliegend Arbeit ist es zu beantworten, inwiefern zirkuspädagogische Arbeit zu einer möglichen Methode des Empowerments für queere Jugendliche sein kann. Die dazugehörige Forschungsfrage ist: Welche Aspekte machen die zirkuspädagogische Arbeit zu einer möglichen Methode des Empowerments für queere Jugendliche und in welchem pädagogischen Rahmen kann diese stattfinden?
Um diese Forschungsfrage zu beantworten, wurden unterschiedliche Konzepte des Empowerments analysiert, sowie der pädagogische und empowernde Wert von Zirkuspädagogik. Zudem wurden die Lebenssituationen queerer Jugendlicher in Deutschland anhand von verschiedenen Studien zusammengefasst, um somit einen Einblick in das Leben und die Probleme dieser zu bekommen. Mit Hilfe dieser theoretischen Grundlage wurde untersucht, welche Aspekte der Zirkuspädagogik die Ressourcen der queeren Jugendlichen aktiviert und ihnen Bewältigungsstrategien lehrt. Weiter wird auf den pädagogischen Rahmen eingegangen, welche Anforderungen eine homogene und heterogene Gruppe mit sich bringt und wie ein pädagogische Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- Die Zirkuspädagogik
- Vom Zirkus zur Zirkuspädagogik
- Pädagogische Aspekte
- Empowerment
- Das Empowerment-Konzept nach Herriger
- Empowerment nach adis e. V.
- Herausforderungsfelder für queere Jugendliche
- Coming-Out
- Familie
- Schule
- Freizeit- und Sportangebote
- Empowerment
- Analyse – Zusammenspiel von Zirkustraining und Empowerment
- Queer-Empowerment in der Zirkuspädagogik
- Empowerment in heterogenen Zirkusgruppen
- Empowerment in homogenen queeren Zirkusgruppen
- Anforderungen an pädagogische Begleitung
- Schlusswort
- Beantwortung der Fragestellung
- Persönliche Reflexion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit untersucht das Potenzial der Zirkuspädagogik als Instrument des Empowerments für queere Jugendliche. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Zirkustraining und pädagogische Begleitung queere Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen und der Stärkung ihres Selbstbewusstseins unterstützen können.
- Die Zirkuspädagogik als pädagogische Methode
- Das Empowerment-Konzept und seine Anwendung auf queere Jugendliche
- Die Herausforderungen, denen sich queere Jugendliche in verschiedenen Lebensbereichen (Familie, Schule, Freizeit) stellen müssen
- Die Möglichkeiten und Grenzen der Zirkuspädagogik im Kontext von Queer-Empowerment
- Die Rolle der pädagogischen Begleitung im Zirkusumfeld
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die besondere Situation queerer Jugendlicher im Kontext gesellschaftlichen Wandels und zunehmender Diskriminierung. Sie stellt die Relevanz des Empowerments für diese Gruppe heraus und führt zur Fragestellung der Arbeit: Inwiefern kann Zirkuspädagogik ein Instrument des Empowerments für queere Jugendliche sein?
- Die Zirkuspädagogik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Zirkuspädagogik und beschreibt seine Entstehung aus dem traditionellen Zirkus. Es werden die pädagogischen Aspekte der Zirkuspädagogik, insbesondere die Förderung von sozialen, emotionalen, motorischen und kognitiven Kompetenzen, näher betrachtet.
- Empowerment: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Empowerment-Konzept und seinen unterschiedlichen Facetten. Es werden die Definitionen von Herriger und adis e. V. vorgestellt, die die Bedeutung von Selbstwirksamkeit und Ressourcenaktivierung im Empowerment-Prozess hervorheben.
- Herausforderungsfelder für queere Jugendliche: Dieses Kapitel beleuchtet die besonderen Herausforderungen, denen sich queere Jugendliche in verschiedenen Lebensbereichen (Coming-Out, Familie, Schule, Freizeit) gegenübersehen. Es wird deutlich, wie Diskriminierung und Marginalisierung die Lebenswelt queerer Jugendlicher prägen und ihre Selbstbestimmung und Entfaltung beeinträchtigen können.
- Analyse – Zusammenspiel von Zirkustraining und Empowerment: In diesem Kapitel wird analysiert, wie Zirkustraining und Empowerment für queere Jugendliche zusammenwirken können. Es wird der Einfluss von Zirkuspädagogik auf das Queer-Empowerment sowie die spezifischen Herausforderungen und Potenziale von Zirkusgruppen mit unterschiedlicher Zusammensetzung (heterogen, homogen queer) betrachtet. Abschließend werden die Anforderungen an pädagogische Begleitung im Kontext von Zirkuspädagogik und Queer-Empowerment diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Bachelorarbeit fokussiert auf die Themen Zirkuspädagogik, Empowerment, queere Jugendliche, Diskriminierung, Selbstbestimmung, Heteronormativität, Geschlechterrollen, soziale Kompetenzen, pädagogische Begleitung und Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Zirkuspädagogik?
Zirkuspädagogik ist eine handlungsorientierte Methode, die soziale, emotionale und motorische Kompetenzen durch Zirkustechniken wie Akrobatik, Jonglage oder Clownerie fördert.
Wie hilft Zirkuspädagogik queeren Jugendlichen?
Sie dient als Medium des Empowerments, indem sie einen geschützten Raum für Selbstentfaltung bietet, das Selbstbewusstsein stärkt und den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen erleichtert.
Welche Herausforderungen erleben queere Jugendliche im Alltag?
Queere Jugendliche sind oft mit Diskriminierung in der Schule, der Familie und in Freizeitangeboten konfrontiert, was Ressourcen für eine gesunde Lebensbewältigung erfordert.
Was bedeutet Empowerment in diesem Kontext?
Empowerment bezeichnet den Prozess der Selbstermächtigung, bei dem Individuen ihre eigenen Stärken entdecken und lernen, ihre Lebensumstände aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.
Was ist der Unterschied zwischen homogenen und heterogenen Zirkusgruppen?
Homogene queere Gruppen bieten einen sichereren Schutzraum (Safer Space), während heterogene Gruppen die Chance zur Inklusion und zum Abbau von Vorurteilen in der Gesamtgesellschaft bieten.
Welche Anforderungen gibt es an die pädagogische Begleitung?
Pädagogen müssen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sensibilisiert sein, eine diskriminierungskritische Haltung einnehmen und eine unterstützende, wertschätzende Atmosphäre schaffen.
- Quote paper
- Mia-Zoé Marben (Author), 2021, Zirkuspädagogik als Medium des Empowerments. Selbstermächtigung in der Manege?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302328