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Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium in der DDR

Titel: Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium  in der DDR

Seminararbeit , 2008 , 13 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Stefan Noack (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Bild bundesdeutscher Wissenschaftler vom Journalistikstudium in der DDR wurde, laut Joachim Schlevoigt , von „[d]ümmliche[n] Vorurteile[n]“ bestimmt. Journalistikstudenten im ‚Osten’ galten als überzeugte Sozialisten, als Marionetten der SED. „Dümmliche Vorurteile“, doch was steckt dahinter? Wie dachten, lernten und lebten Journalistikstudenten in der DDR wirklich? Wie wurde mit ihnen umgegangen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorurteile und Realitäten

2. Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik

3. Der Studienstandort Leipzig

4. Auswahlkriterien

5. Grundversorgung der Studenten

6. Der Unterricht

7. Wehrdienst

8. Praktika

9. Die Macht der Partei

10. Überwachung durch die Stasi

11. Journalistische Karrieren nach der Wende

12. ‚Das Rote Kloster’ nach der Wende

13. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Journalistikstudium an der Leipziger „Sektion Journalistik“ in der DDR, um die Bedingungen, die ideologische Ausrichtung und den Alltag der Studierenden kritisch zu beleuchten und gängige Vorurteile zu hinterfragen.

  • Die theoretischen Grundlagen und die Rolle der Journalisten in der DDR.
  • Die Rolle der Sektion Journalistik als „Rotes Kloster“ zur Erziehung parteitreuer Journalisten.
  • Die Auswirkungen von politischer Einflussnahme, Militarisierung und Stasi-Überwachung auf das Studium.
  • Die Karriereverläufe ehemaliger Studierender nach der politischen Wende von 1989/90.

Auszug aus dem Buch

10. Überwachung durch die Stasi

Der ‚gute sozialistische’ Student sollte unter seinesgleichen bleiben. Er sollte sich anpassen. Schon durch eine Frisur, die von der Norm abwich, konnten Studenten unter den Verdacht geraten „Abseits vom Kollektiv“ zu stehen. Ein schwerer Vorwurf der häufig Überwachungsmaßnahmen nach sich zog. Für die Überwachung von DDR-Eliten, und dazu zählten auch die Journalistikstudenten in Leipzig, waren im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mehrere Beamte zuständig. Sie überprüften die Studienbewerber und verliehen ihnen, sofern vertretbar, das Prädikat ‚politisch einwandfrei’. Innerhalb des Studiums galt der Grundsatz „Es geht nicht darum, was sie einmal waren, sondern darum, was sie einmal sein werden.“ Die Stasi-Beamten fungierten als konstante Kontrollorgane. Ihre Kontrollfunktion konnten sie, trotz Abhöranlagen im Internat, nicht ohne Unterstützung einzelner Studenten ausüben. „Schätzungen gehen dahin, dass einer von fünf [Studenten] Zuträger der Staatssicherheit war.“ Diese ‚Zuträger’, viele von ihnen inoffizielle Mitarbeiter (IM), wurden nur in den seltensten Fällen zur Zusammenarbeit gezwungen. Die meisten kooperierten freiwillig. Einige versprachen sich Chancen auf eine Karriere beim Ministerium. „[E]s lag […] in erster Linie an einem selbst“, urteilt Cathrin Böhme, „inwieweit man Vorläufer [oder] Mitläufer […] gewesen ist.“ Der ehemalige Sportkoordinator der ARD, Hagen Boßdorf, Deckname: IM Florian Werfer, war zumindest ein Mitläufer, wenn nicht mehr. Sein Journalistik-Dozent Rainer Gummelt schlug ihn der Stasi vor. Boßdorf lieferte Beurteilungen über Mitstudenten. Die Akten, die diese Beurteilungen enthalten, lagern in der Leipziger Sektion der Birthler-Behörde. Hier befinden sich auch über 200 Säcke zerrissener Akten, die Stück für Stück wieder zusammengesetzt werden sollen. Viele ehemalige Studenten der Sektion Journalistik wehren sich dagegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorurteile und Realitäten: Einleitung in die Thematik und Auseinandersetzung mit dem Bild des DDR-Journalistikstudiums als reines Instrument der SED.

2. Die Grundprinzipien der DDR-Journalistik: Erläuterung der ideologischen Vorgaben Lenins für die Presse und deren Implementierung im Arbeiter- und Bauernstaat.

3. Der Studienstandort Leipzig: Historischer Abriss der Gründung und Neustrukturierung des Instituts auf marxistisch-leninistische Prinzipien.

4. Auswahlkriterien: Darstellung der Aufnahmebedingungen, bei denen Parteimitgliedschaft und soziale Herkunft eine entscheidende Rolle spielten.

5. Grundversorgung der Studenten: Einblick in den studentischen Alltag, die Stipendienpolitik und die Wohnsituation im Internat.

6. Der Unterricht: Analyse der Lehrinhalte zwischen handwerklicher Ausbildung und politischer Indoktrination.

7. Wehrdienst: Beschreibung der Militarisierung des Studiums und der Verpflichtung zum Dienst in der NVA.

8. Praktika: Bedeutung der praktischen Ausbildung und deren Einfluss auf die spätere berufliche Karriere.

9. Die Macht der Partei: Untersuchung des allgegenwärtigen politischen Drucks und der kollektiven Strukturen im Studienalltag.

10. Überwachung durch die Stasi: Beleuchtung der Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit bei der Kontrolle der Studierenden und der Rekrutierung von IMs.

11. Journalistische Karrieren nach der Wende: Dokumentation erfolgreicher Laufbahnen ehemaliger Studenten in den Medien der Bundesrepublik.

12. ‚Das Rote Kloster’ nach der Wende: Schilderung der Krise des Instituts nach 1989 und der Transformation zum Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften.

13. Schlusswort: Fazit über die Ambivalenz des Studiums zwischen fachlicher Qualifikation und ideologischer Bevormundung.

Schlüsselwörter

DDR, Journalistikstudium, Rotes Kloster, SED, Sektion Journalistik, Propaganda, Agitation, Stasi, Überwachung, Leipziger Universität, Medienarbeit, marxistisch-leninistisch, DDR-Journalismus, Wendezeit, journalistische Ausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Journalistikstudium in der DDR an der Universität Leipzig und hinterfragt die ideologische sowie praktische Ausbildung der dortigen Journalistikstudenten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die journalistische Theorie unter der SED, den Einfluss politischer Kontrolle und Überwachung sowie die Karrierewege der Absolventen nach 1990.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie Studierende in einem politisch extrem gelenkten System sowohl das journalistische Handwerk erlernten als auch mit der ständigen ideologischen Politisierung und Überwachung umgingen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, historische Dokumente, frühere Studien sowie Zeitzeugenberichte und Interviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Aspekte des Studienalltags, von der Zulassung und ideologischen Schulung bis hin zur militärischen Ausbildung und dem Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DDR-Journalistik, Rotes Kloster, Stasi-Überwachung, SED-Ideologie und den institutionellen Wandel nach der Wende charakterisieren.

Welche Rolle spielte die Stasi im Studium?

Die Stasi fungierte als Kontrollorgan, das die politische Zuverlässigkeit der Studenten prüfte und mittels inoffizieller Mitarbeiter (IM) Informationen über das Verhalten und die Gesinnung der Studierenden sammelte.

Wie erging es den ehemaligen DDR-Journalisten nach der Wende?

Viele der ehemaligen Leipziger Studenten konnten ihre berufliche Karriere in den bundesdeutschen Medien erfolgreich fortsetzen und nahmen teilweise führende Positionen ein.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium in der DDR
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Grundstrukturen des Mediensystems, Kommunikationspolitische Konflikte
Note
1.3
Autor
Stefan Noack (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V130232
ISBN (eBook)
9783640406579
ISBN (Buch)
9783640406814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Roten Kloster Journalistikstudium
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Noack (Autor:in), 2008, Im Roten Kloster: Das Journalistikstudium in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130232
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Leseprobe aus  13  Seiten
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