Die Forschungsfrage der vorliegenden Seminararbeit lautet: Welche Unterschiede bestehen zwischen älteren und jüngeren Wähler*innen in Bezug auf Wahlkampfthemen und Parteipräferenzen? Die Zunahme der älteren Bevölkerung hat das Potenzial, das Wahlverhalten und den damit verbundenen Wahlausgang zu prägen. Es ist von Interesse, was dieser demografische Wandel für unsere zukünftigen Demokratien und Demokratieverständnis bedeutet. Achim Goerres zeigt in einer Studie zum Wahlverhalten älterer Leute mit Senioren aus Deutschland sowie Großbritannien, dass diese eher Parteien mit einer älteren Parteiengeschichte wählen als jene mit einer jüngeren Geschichte. Dieses Verhalten sieht Marcinkiewicz in der Vertrautheit und der damit stärkeren Verbindung, die ältere Wähler*Innen mit diesen Parteien aufgebaut haben, begründet. Ein weiterer Aspekt ist die Prägung der Älteren, welche während ihrer politischen Sozialisation stattgefunden hat: “Ältere, länger existierende Parteien spielten demnach mit höherer Wahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle bei den Ereignissen, die ältere Wählergenerationen miterlebten, als sie [...] politisch aktiv wurden.”
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Stichprobengröße und Datenerhebung
Beschreibung der verwendeten Variablen
Operationalisierung des Themas
Beschreibung der in der Datenanalyse verwendeten Variablen
Methoden der Datenanalyse
Kreuztabellen
t-Test
Ergebnisse der Datenanalyse
Kreuztabelle
t-Test
Interpretation und methodisches Vorgehen
Kreuztabelle:
t-Test
Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Anhang:
Do-File
Tabellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Alters auf Wahlentscheidungen und thematische Präferenzen am Beispiel der österreichischen Nationalratswahl 2017. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen dem Alter der Wähler und ihrer Parteipräferenz sowie ihrem Fokus auf bestimmte Wahlthemen wissenschaftlich zu analysieren und Hypothesen über das Wahlverhalten älterer versus jüngerer Generationen zu prüfen.
- Analyse des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf das Wahlverhalten
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Alter und Priorisierung von Wahlkampfthemen
- Evaluierung der Parteipräferenzen hinsichtlich "alter" versus "postmaterialistischer" Parteien
- Anwendung quantitativer Methoden wie Kreuztabellen und t-Tests
- Interpretation sozio-politischer Faktoren auf Basis der AUTNES Multi-Mode Panel Study 2017
Auszug aus dem Buch
Einleitung
“Die Bevölkerung der Generation 65+ wird weiterhin zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Ab dem Jahr 2021 werden österreichweit mehr Personen im Alter von 65 und mehr Jahren leben als unter 20-Jährige” (Statistik Austria, 2020). Im Zuge des demographischen Wandels wird unsere Gesellschaft immer älter, in Österreich stagniert der Anteil der Geburten (Statistik Austria, 2020). Diese Entwicklung hat vielseitige Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, aber auch im Parteiensystem wird sich dieser Wandel bemerkbar machen. Die Forschungsfrage der vorliegenden Seminararbeit lautet aufgrund dessen:
Welche Unterschiede bestehen zwischen älteren und jüngeren Wähler*innen in Bezug auf Wahlkampfthemen und Parteipräferenzen?
Die Zunahme der älteren Bevölkerung hat zudem das Potenzial das Wahlverhalten und den damit verbundenen Wahlausgang zu prägen (Goerres, 2010b). Es ist von Interesse, was dieser demografische Wandel für unsere zukünftigen Demokratien und Demokratieverständnis bedeutet. Achim Goerres zeigt in einer Studie zum Wahlverhalten älterer Leute mit Senioren aus Deutschland sowie Großbritannien, dass diese eher Parteien mit einer älteren Parteiengeschichte wählen als jene mit einer jüngeren Geschichte (Goerres, 2008). Dieses Verhalten sieht Marcinkiewicz in der Vertrautheit und der damit stärkeren Verbindung, die ältere Wähler*Innen mit diesen Parteien aufgebaut haben, begründet (Marcinkiewicz, 2019). Ein weiterer Aspekt ist die Prägung der Älteren, welche während ihrer politischen Sozialisation stattgefunden hat: “Ältere, länger existierende Parteien spielten demnach mit höherer Wahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle bei den Ereignissen, die ältere Wählergenerationen miterlebten, als sie [...] politisch aktiv wurden.” (Marcinkiewicz, 2019, S. 64). Die erste Hypothese formuliert sich daher wie folgt:
H1: Je älter eine Person ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie eine “alte” Partei wählt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels ein und leitet aus der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft die Forschungsfrage zum Wahlverhalten ab.
Stichprobengröße und Datenerhebung: Dieses Kapitel erläutert den Rahmen der Datengewinnung aus der AUTNES Multi-Mode Panel Study 2017 mit Fokus auf die Befragungsmethodik.
Beschreibung der verwendeten Variablen: Hier werden die Variablen definiert, operationalisiert und für die statistische Auswertung vorbereitet.
Methoden der Datenanalyse: Vorstellung der eingesetzten statistischen Verfahren, konkret Kreuztabellen zur Themenanalyse und t-Tests zur Untersuchung von Mittelwertunterschieden im Wahlverhalten.
Ergebnisse der Datenanalyse: Darstellung der statistischen Auswertung und empirischen Befunde basierend auf den durchgeführten Tests.
Interpretation und methodisches Vorgehen: Verknüpfung der Messergebnisse mit den theoretischen Hypothesen unter Berücksichtigung methodischer Details.
Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Zusammenfassende Diskussion der Befunde, Einordnung in den Kontext der Literatur sowie Reflexion der Grenzen der Arbeit.
Anhang: Dokumentation des verwendeten Do-Files zur Stata-Programmierung sowie ergänzende Tabellen zur statistischen Absicherung der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Wahlverhalten, Alter, Nationalratswahl 2017, AUTNES, Postmaterialismus, Parteipräferenz, Demografischer Wandel, Kreuztabelle, t-Test, Österreich, Politische Sozialisation, Wahlkampfthemen, Quantitative Methoden, Statistik, Generation 65+.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Alter von Wählerinnen und Wählern sowie deren Wahlverhalten bei den österreichischen Nationalratswahlen 2017.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der demografischen Alterung, die Priorisierung politischer Themen sowie die Wahlpräferenzen für etablierte versus postmaterialistische Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, signifikante Unterschiede im Wahlverhalten und bei den Wahlmotiven zwischen einer jungen Altersgruppe von 16 bis 30,5 Jahren und einer älteren Gruppe ab 64 Jahren empirisch zu identifizieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden quantitative sozialwissenschaftliche Methoden wie bivariate Kreuztabellen, Chi²-Tests zur Signifikanzprüfung sowie t-Tests für unabhängige Stichproben zur Mittelwertanalyse eingesetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Operationalisierung der Daten, der statistischen Datenanalyse mithilfe der Software Stata sowie der detaillierten Interpretation der so gewonnenen Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Alterseffekte, politische Sozialisation, Wahlabsicht (PTV), Postmaterialismus und statistische Signifikanz charakterisiert.
Wird die Hypothese zum Wahlverhalten älterer Menschen bestätigt?
Die Hypothese, dass Ältere mit höherer Wahrscheinlichkeit eine "alte" Partei (traditionsreiche Partei) wählen, bestätigt sich in den Daten für die ÖVP, jedoch nicht für die SPÖ.
Gibt es einen Einfluss des Alters auf die Wahl postmaterialistischer Parteien?
Ja, die Analyse zeigt, dass jüngere Wählerinnen und Wähler signifikant eher Parteien wie die Grünen oder die NEOS bevorzugen, was die Hypothese zum postmaterialistischen Wahlverhalten untermauert.
Wie erklärt die Arbeit die erhöhte Präsenz älterer Wähler bei bestimmten Themen?
Die Arbeit führt die stärkere Gewichtung bestimmter Themen durch ältere Wähler primär auf deren höhere Wahlbeteiligung zurück.
Gilt das Ergebnis für alle Altersgruppen?
Nein, aufgrund des begrenzten Fokus auf die Nationalratswahl 2017 und spezifische Alterskohorten können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden.
- Arbeit zitieren
- Laura Götz (Autor:in), 2022, Wahlkampfthemen und Parteipräferenzen bei älteren und jüngeren Wählern. Welche Unterschiede gibt es?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302350