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Das Böse aus Sicht der Ethologie und der christlichen Lehre

Titel: Das Böse aus Sicht der Ethologie und der christlichen Lehre

Facharbeit (Schule) , 1985 , 39 Seiten , Note: 1

Autor:in: Herbert Hofmann (Autor:in)

Biologie - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich werde im Kapitel über den „geheimnisvollen“ Aggressionstrieb darstellen, wie kurzlebig Thesen und Behauptungen über das Böse sein können und sind. Während meiner Suche durch Berge und Material nach geeigneter Literatur fiel mir immer deutlicher ein fast schon als „böse“ zu bezeichnender Krieg der Wörter und Ansichten auf, der von mehr oder weniger bekannten Ethologen, Psychologen und wie sich sonst noch nennen mögen, erbittert ausgefochten wird. Oft schien es mir, als ob es den Wissenschaftlern gar nicht so sehr um die Richtigkeit ihrer Thesen geht, sondern vielmehr um die Anerkennung ihrer persönlichen Leistungen. Ich habe dem dadurch Rechnung getragen, dass ich eben vom „geheimnisvollen Aggressionstrieb“ und vom sogenannten „sogenannten Bösen“ – wenn auch nur in Form einer „Schlagzeile“ – spreche.

Nichtsdestotrotz werde ich in den anschließenden Kapiteln verschiede Formen der Aggression schildern. Mit Bedacht habe ich Modelle ausgewählt, die mir ausreichend begründet schienen und denen ich aus meinen bisherigen Erfahrungen zustimmen kann. Auffallend wird hier sein, dass man zwischen den natürlichen und daher gesunden Formen der Gewalttätigkeit unterscheiden muss, auch wenn die Grenze nicht so ohne weiteres definitiv bestimmt werden kann. Deswegen schien es mir als wenig sinnvoll, das „Böse“ in seiner „Reinform“ zu behandeln. Vielmehr muss man es wie eine bösartige Wucherung auf einem gesunden Feld der Selbstbehauptung sehen.

„Frieden ist ein so durch und durch „gutes“ Wort, dass man sich vor ihm in Acht nehmen soll. Für die verschiedensten Menschen hat es seit jeher die allerverschiedensten Dinge bedeutet. Sonst könnten sich nicht alle so bereitwillig und allgemein auf Frieden einigen…“
C. Wright Mills

Wie kann ein Zitat über den Frieden zu einer Arbeit über das Böse passen? Vielleicht nur ein journalistischer Gag, vielleicht aber auch ein Hinweis auf die Strapazierbarkeit von Worten- oder gar von Meinungen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2.1. Der „geheimnisvolle“ Aggressionstrieb – oder:

Das sogenannte „Sogenannte“ Böse

2.2. Formen der Aggression und deren Exzesse

2.2.1. Aggression und Ablösung

2.2.2. Aggression und Besitz und deren Konsequenzen für den Weltfrieden

2.2.3. Gefährliche Aggression

2.3. Vom Spiel zum Blutdurst

2.3.1. Spielerische Gewalttätigkeit

2.3.2. Reaktive Gewalttätigkeit

2.3.3. Rachsüchtige Gewalttätigkeit

2.3.4. Kompensatorische Gewalttätigkeit

2.3.5. Archaische Blutdurst

2.3.6. Nekrophilie, Narzissmus, symbiotische Fixierung an Mutter

3. Das Böse aus Sicht der Christlichen Lehre

3.1. Interview: Pfarre Peter Thorn

3.2. Begriff: Sünde

3.3. Sünde als individuelle bewusste Tat

3.4. Urkeim der Sünde

3.5. Folgen der Sünde

3.6. Dialektik des Bösen in der Welt

4. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht das Phänomen des "Bösen" durch eine interdisziplinäre Gegenüberstellung ethologischer Aggressionstheorien und der theologischen Perspektive einer christlichen Lehre, um die Ursprünge menschlicher Gewalt und Destruktivität zu ergründen.

  • Biologische und psychologische Fundierung von Aggression (Aggressionstrieb vs. Frustrations-Aggressions-Theorie).
  • Die Differenzierung zwischen konstruktiver Selbstbehauptung und pathologischer Destruktivität.
  • Analyse des "Bösen" als Sünde im theologischen Kontext durch ein Experteninterview.
  • Die Rolle kollektiver Strukturen bei der Entstehung von Gewalt ("Dialektik des Bösen in der Welt").

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Spielerische Gewalttätigkeit

Die normale und am wenigsten pathologische Form ist die „spielerische Gewalttätigkeit“. Man findet sie dort, wo man sich ihrer bedient, um Geschicklichkeit vor Augen zu führen und nicht, um Zerstörung anzurichten, dort, wo sie nicht von Hass oder Destruktivität motiviert ist. Für diese spielerische Gewalttätigkeit lassen sich Beispiele vieler Arte anführen: von den Kriegsspielen primitiver Stämme bis hin zur Kunst des Schwertkampfes im Zen-Buddhismus. Bei all diesen Kampfspielen geht es nicht darum, den Gegner zu töten … (siehe Bild III, S. 20) …

Natürlich muss man sich auf den idealen Typ solcher Spiele beziehen, um behaupten zu können, dass bei der spielerischen Gewalttätigkeit kein Zerstörungswille vorhanden sei. In Wirklichkeit dürfte häufig unbewusste Aggression und Destruktivität hinter den explizit festgelegten Spielregeln zu finden sein. Aber selbst dann ist die Hauptmotivation, dass man seine Geschicklichkeit zeigt, und nicht, dass man etwas zerstören will.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor führt in die Problematik der "Strapazierbarkeit" des Begriffs "Böse" ein und grenzt sich von oberflächlichen Thesen ab, wobei er seinen interdisziplinären Ansatz erläutert.

2.1. Der „geheimnisvolle“ Aggressionstrieb – oder: Das sogenannte „Sogenannte“ Böse: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Aggressionstheorien von Lorenz und Freud sowie der Gegenposition der Frustrations-Aggressions-Theorie.

2.2. Formen der Aggression und deren Exzesse: Untersucht die Grundlagen der Aggressivität als Selbstbehauptung und geht auf die pathologische Übersteigerung ein.

2.3. Vom Spiel zum Blutdurst: Eine Differenzierung verschiedener Aggressionsformen anhand ihrer unbewussten Motivationen, von spielerischer Betätigung bis hin zu destruktiver Gewalt.

3. Das Böse aus Sicht der Christlichen Lehre: Analysiert das Böse als Sünde und Widerstand gegen Gott, unterfüttert durch ein Interview mit Pfarrer Peter Thorn.

4. Nachwort: Ein abschließender Kommentar, der die Dringlichkeit individueller Verantwortung angesichts globaler Eskalation und technischer Perfektion betont.

Schlüsselwörter

Aggression, Böses, Ethologie, Christliche Lehre, Sünde, Selbstbehauptung, Destruktivität, Frustration, Instinkt, Moral, Weltfrieden, Gewalttätigkeit, Territorium, Entfremdung, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das menschliche Phänomen des "Bösen" durch eine Verbindung aus verhaltensbiologischen Erkenntnissen und theologischen Begriffen wie "Sünde".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind ethologische Aggressionsmodelle, die Unterscheidung zwischen gesunder Selbstbehauptung und pathologischer Destruktivität sowie die christliche Deutung des Bösen als Abkehr von Gott.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Ursprünge menschlicher Gewalt aufzuzeigen und zu klären, ob Aggression ein angeborener Trieb oder eine Folge von Frustration und psychischer Verletzung ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse ethologischer und theologischer Fachpublikationen, ergänzt durch ein Experteninterview mit einem evangelischen Pfarrer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biologisch-psychologische Analyse verschiedener Aggressionsformen (Spiel, Rache, Kompensation) und eine theologische Untersuchung des Sündenbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Aggression, Christliche Lehre, Sünde, Selbstbehauptung, Destruktivität und ethologische Triebtheorien.

Inwiefern spielt der Begriff "Sünde" in der Arbeit eine Rolle?

Sünde wird nicht nur als religiöse Verfehlung, sondern als bewusster Missbrauch der Freiheit und als Ausdruck einer störungsanfälligen Beziehung des Menschen zu Gott interpretiert.

Wie bewertet der Autor die "Dialektik des Bösen in der Welt"?

Der Autor weist darauf hin, dass das Böse nicht nur individuell geschieht, sondern durch verfestigte repressive gesellschaftliche Strukturen zur Institution werden kann.

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Details

Titel
Das Böse aus Sicht der Ethologie und der christlichen Lehre
Veranstaltung
Leistungskurs Biologie
Note
1
Autor
Herbert Hofmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1985
Seiten
39
Katalognummer
V1302508
ISBN (PDF)
9783346771100
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aggression Das Böse Sünde Weltfrieden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Herbert Hofmann (Autor:in), 1985, Das Böse aus Sicht der Ethologie und der christlichen Lehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302508
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Leseprobe aus  39  Seiten
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