Die Psychologie der Lehrerpersönlichkeit

Aufsatz von Dr. phil. Dipl.-Psych. Udo Schultheis


Essay, 2001

45 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

A. Einleitung

B. Hauptteil
1. Wie versteht sich die moderne Psychologie als Wissenschaft?
2. Wie stellt sich Persönlichkeitsforschung als psychologische Wissenschaft dar und was ist Persönlichkeitspsychologie?
2.1. Typologien und Eigenschaftstheorien
2.2. Dynamische Persönlichkeitstheorien
2.3. Humanistische Theorien
2.4. Lerntheorien
2.5. Kognitive Theorien
3. Pädagogische Psychologie als Grenzdisziplin zwischen Psychologie und Pädagogik
4. Die Psychologisch / Pädagogische Forschung zur Lehrerpersönlichkeit

C. Zusammenfassung

D. Literaturverzeichnis

A. Einleitung

„Die Psychologie der Lehrerpersönlichkeit“ - ein Titel der zunächst einmal die Aufgabe hat Interesse zu wecken und zur Lektüre zu motivieren - ein Titel der aber gleichzeitig auch implizit zu erster alltagssprachlicher Interpretation verführt.

Läßt man dies zu, steht „Psychologie“ meist synonym für „Menschenkenntnis“, oder „Psychoanalyse“, der Psychologe wird dabei meist gleichgesetzt mit dem „Psychotherapeuten“. Man empfindet Scheu vor „der Psychologie“, verhilft sie doch möglicherweise dazu andere Menschen zu „durchschauen“ oder gar zu „manipulieren“.

Das Wort Lehrer steht ebenfalls nicht allein, andere, unsere Denkweise potentiell unterschiedlich beeinflussende, Vokabeln währen „Ausbilder“, „Erzieher“, „Lehrkraft“, „Lehrmeister“, „Magister“, „Mentor“ und „Pädagoge“.

Unter dem Wort „Persönlichkeit“ versteht man meist den „Charakter“, eine „Respektperson“, oder es steht synonym für „Eigenart“, „Veranlagung“ und „Wesensart“.

Im folgenden sollen die alltagssprachlichen Reflektionen ins wissenschaftliche Licht „gerückt“ und folgende Themenkomplexe betrachtet werden:

1. Wie versteht sich die moderne Psychologie als Wissenschaft?
2. Wie stellt sich Persönlichkeitsforschung als psychologische Wissenschaft dar und was ist Persönlichkeitspsychologie?
3. Pädagogische Psychologie als Grenzdisziplin zwischen Psychologie und Pädagogik.
4. Die psychologisch- / pädagogische Forschung zur Lehrerpersönlichkeit.

B. Hauptteil

1. Wie versteht sich die moderne Psychologie als Wissenschaft?

Herkömmlicherweise wird Psychologie umschrieben als empirische Wissenschaft vom Verhalten. Dabei ist Verhalten als solches nicht definierbar. Wir können nur auf bestimmte Sachverhalte verweisen - wie etwa Wahrnehmen, Problemlösen und menschliche Interaktion - und nennen sie Beispiele für Verhalten.

Charakteristisch für das „Verhalten“ ist dabei seine „Äußerlichkeit“ und seine Präsenz in der „Öffentlichkeit“. Verhalten ist somit nur dass, was der Beobachtung zugänglich und somit einer intersubjektiven Kontrolle unterworfen ist. Dadurch verschiebt sich die Frage was Verhalten ist in Richtung der Frage was „beobachtbar“ ist, was „intersubjektiv kontrollierbar“ ist. Aus dieser Erkenntnis läßt sich Psychologie umschreiben als Wissenschaft von solchen Sachverhalten die beobachtbar sind. Über diese läßt sich dann ein intersubjektives Verständnis herstellen.

Dabei werden zum Verhalten sowohl die Sachverhalte gerechnet, die sich nur dem Einzelnen Individuum sozusagen als seine Erlebnisse offenbaren, als auch jene, die von mehreren Beobachtern parallel erfaßt werden können.

Der individuelle Erlebnisanteile des Verhaltens ist nur erfaßbar durch Introspektion. Diese kann anderen aber durch Äußerungen über Erlebtes mitgeteilt werden. Psychologie definiert sich somit als „Wissenschaft vom Verhalten und Erleben“.

Allein aus jener Definition wird aber die sich daraus ergebende Vielfalt, Gegensätzlichkeit und auch Widersprüchlichkeit dessen was als Psychologie gilt nicht erkennbar. Sowenig wie das was Wissenschaft genannt wird ist die Psychologie ein einheitliches System.

So finden sich in den Vorlesungen von Thomae (in: Thomae, H. und Feger, H., 1970) notwendige Abgrenzungen und Ergänzungen. Thomae sieht dabei die Psychologie „als die Wissenschaft von jenen Verhaltensaspekten, die innerhalb geschichtlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen als jeweils relevant und methodisch in irgendeiner Art und Weise adäquat erfaßbar erscheinen“, die aber auch „aus den verschiedensten Gründen abgegrenzt werden“. Der Begriff „adäquate Erfassung“ wird dabei umschrieben durch eine Reihe von Kriterien. Diese sind „Beschreibung bzw. Messung der Variation von Verhalten und Erleben, Analyse der Bedingungen dieser Variation und Vorhersage des Verhaltens aufgrund von Gesetzmäßigkeiten“.

So wie die „Wissenschaft“ als solche, erweist sich „Psychologie“ als überaus komplexer Bereich. Bei der Persönlichkeitsforschung als Wissenschaft und Psychologie ist somit ebenfalls ein überaus hoher Grad an Komplexität zu erwarten.

2. Wie stellt sich Persönlichkeitsforschung als psychologische Wissenschaft dar und was ist Persönlichkeitspsychologie?

Die heutige Psychologie gliedert sich in Einzeldisziplinen auf. Beispielhaft sind hier zu nennen:

- Die „Allgemeine Psychologie“ als Wissenschaft vom Verhalten ohne dieses an ein bestimmtes Bezugssystem wie etwa Alter, Geschlecht, Individualität etc. zu binden.
- Die „Sozialpsychologie“ als Wissenschaft vom Verhalten bei Interaktion und Kommunikation.
- Die Pädagogische Psychologie als Grenzdisziplin zwischen Psychologie und Pädagogik definiert sich als Wissenschaft, die sich mit der Anwendung psychologischer Forschungsergebnisse und Theorien auf Probleme des Erziehens bzw. mit der Erforschung von Problemen beschäftigt, die aus der Erziehungssituation erwachsen.
- Andere hier nicht näher definierte Teildisziplinen sind die „Klinische Psychologie“, die „Entwicklungspsychologie“, die Biologische Psychologie usw..

Einer der Einzeldisziplinen gibt das Wort „Persönlichkeit“ den Namen. Vor den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts war diese Disziplin auch als „Charakterkunde“ oder als „Charakterologie“ bekannt.

Diese hatte ihren Ausgangspunkt in der Unsicherheit darüber was denn von einem Mitmenschen zu erwarten oder gar zu befürchten sei. Eine rasche und richtige Diagnose des Gegenübers stellt für uns vielfach die Voraussetzung für ein angemessenes eigenes Verhalten dar. Schon frühzeitig wurden deshalb Zeichen propagiert, um aus der äußerlichen Beschaffenheit auf den Charakter schließen zu können. Beispiele dafür sind Termini wie „Fuchs-“ oder „Habichtgesicht“, „Ohren wie ein Esel“ usw.. Eine wissenschaftliche Fortführung dieser Auswüchse fand sich in Gestalt der „Phrenologie“. Hier wurde der nicht erfolgreiche Versuch unternommen aus der Form des Schädels auf die Ausprägung von bestimmten Sinnen zu schließen. Demgegenüber hat der Versuch aus der Analyse der dynamischen Elemente der körperlichen Erscheinung, wie etwa Mimik und Gestik, Aufschlüsse zur Deutung der Persönlichkeit zu gewinnen nach wie vor nicht an Bedeutung verloren. Ein Teil dieser Ausdruckspsychologie ist dabei im übrigen auch die Graphologie. Insgesamt kann aber, trotz einer Reihe einschlägiger Lehrbücher ( z.B. Lersch, 1961; Gruhle, 1953) und außerordentlich instruktiver Darstellung von Detailproblemen (z. B. Rohracher, 1965), aus der heutigen Sicht gesagt werden, daß es sich bei der Ausdruckspsychologie ( soweit es dabei nicht nur um das richtige Verständnis von situativem Verhalten wie Lachen oder Weinen geht ) mehr um Intuition und persönliche Kunst als um fundierte Wissenschaft handelt.

Unter den Theoretikern besteht keinesfalls eine einhellige Meinung darüber, was „Persönlichkeit“ genau bedeutet (siehe: Thomae, 1968, Seite 3 und Herrmann, 1972, Seite 19). Es gibt eine Reihe von Definitionen für Persönlichkeit. Allen gemeinsam sind dabei die Konzepte der „Einzigartigkeit“ und des charakteristischen (konsistenten) Verhaltens. Wenn man es einfacher ausdrücken will, könnte man sagen: Persönlichkeit ist das , was einen Menschen charakterisiert.

Eine Art Einvernehmen scheint darüber zu bestehen, daß die Persönlichkeitspsychologie sich mit dem Individuum befaßt, mit seiner Unterschiedenheit von anderen Individuen und seiner Vergleichbarkeit mit Ihnen (siehe: Thomae, 1968, Seite 10 und Herrmann, 1972, Seite 29). Als eine Art Minimaldefinition gilt eine Umschreibung, die drei Bestimmungsstücke enthält: „Die Persönlichkeitspsychologie befaßt sich mit der Einzigartigkeit des Verhaltens von Individuen, mit der relativen Stabilität dieser Einzigartigkeit über Situationen und über Zeitabläufe hinweg“ (Herrmann, 1972, Seite 28). Obwohl nicht geklärt ist, wie konsistent das Verhalten von Menschen zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Situationen wirklich ist, nehmen die meisten Persönlichkeitstheoretiker an, daß ein beträchtliches Maß an Konsistenz existiert.

In der Tabelle 1 sind die wichtigsten Begriffe zusammengestellt, die von Psychologen bei der Persönlichkeitsbeschreibung benutzt werden.

Tabelle 1: Begriffe für die wissenschaftliche Beschreibung der Persönlichkeit. (Aus Corsini, 1977)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es gibt verschiedene Strategien zur Erforschung der Persönlichkeit. Einige Forscher die den „idiographischen Ansatz“ bevorzugen, benutzen beispielsweise Fallstudien (Einzelfallanalysen), um die einzigartigen Charakteristika einer Person zu identifizieren. Bei diesem Ansatz werden die Persönlichkeitseigenschaften eines jeden Menschen als einzigartig angesehen, weil sie bei jedem anders wirksam sind, je nach dem Gesamtmuster seiner Eigenschaften. Werden Durchschnittswerte aus den Eigenschaftsausprägungen verschiedener Personen gebildet, um zum Beispiel Gruppenkennwerte oder Korrelationen zu berechnen, so geht die Einzigartigkeit verloren.

Den Gegensatz zum „idiographischen Ansatz“ bildet der „nomothetische Ansatz“. Es wird angenommen, daß universelle, allen gemeinsame Eigenschaftsdimensionen die Grundstruktur der Persönlichkeit bilden. Nach dieser Auffassung unterscheiden sich Individuen nur „in dem Ausmaß“ von Persönlichkeitseigenschaften. Beim „nomothetische Ansatz“ wird versucht, eine universelle, gesetzmäßige Beziehung zwischen verschiedenen Aspekten der Persönlichkeit , etwa den „Eigenschaften“ mittels der „korrelativen Methode“ herzustellen. (Korrelation: Statistische Bezeichnung für die Art und das Ausmaß des Zusammenhangs zwischen zwei oder mehr Variablen. Maßzahl für die Korrelation ist der Korrelationskoeffizient.)

„Persönlichkeitstheorien“ sind Gefüge von Annahmen über die Struktur und Funktion individueller Persönlichkeiten. Sie dienen zwei Zielen:

1. verschiedene Aspekte der Persönlichkeit, ihre Geschichte, ihre Korrelate und ihre Konsequenzen zu verstehen; und
2. auf der Grundlage unseres aktuellen Wissens über die Persönlichkeit „Vorhersagen“ zu treffen.

Dabei machen jedoch verschiedene Theorien unterschiedliche Vorhersagen darüber, wie sich Menschen unter bestimmten Bedingungen verhalten werden.

Die gegenwärtig existierenden Theorien können in fünf Kategorien geordnet werden:

1. Typen- und Eigenschaftstheorien.
2. Psychodynamische Theorien.
3. Humanistische Theorien.
4. Lerntheorien.
5. Kognitive Theorien.

Diese Vielfalt ergibt sich unter anderem daraus, daß verschiedene Theoretiker die Komplexität der Psyche mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen analysieren. Sie benutzen verschiedene Analyseebenen und wählen bestimmte Variablen und Prozesse als besonders wichtig aus.

Im weiteren soll der hier der Versuch unternommen werden die in den o.a. Kategorien enthaltenen Theorien kurz vorzustellen.

2.1. Typologien und Eigenschaftstheorien

Die ältesten Ansätze der Persönlichkeitsbeschreibung bestehen darin, Menschen in eine begrenzte Anzahl von Typen einzuordnen oder ihnen bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben, die in unterschiedlichen Ausprägungen allen Menschen eigen sind.

Typologische Ansätze ordnen dabei Menschen auf der Grundlage bestimmter Ähnlichkeiten in Kategorien ein. Bei diesen Kategorien gibt es keinerlei Überschneidungen, ist eine Person einer Kategorie zugeordnet, beispielsweise nach körperlichen Eigenschaften, Beruf oder Geschlecht, wird sie in anderen Kategorien nicht mehr zu finden sein. Bei diesen Persönlichkeitstypen handelt es sich um „Alles-oder-Nichts-Phänomene“ ohne Abstufung.

Eine gleichwohl interessante, wie auch populäre Typologie beruht auf William Sheldon (1948). Er ordnete Körperbau und Temperament einander zu. Seine Körperbautypen waren:

- Endomorph (dick, weich, rund)
- Mesomorph (muskulös, rechtwinklig, stark)
- Ektomorph (dünn, lang, zerbrechlich)

Sheldon machte genaue Angaben zu Beziehungen zwischen Körperbau (Konstitution) und bestimmten Persönlichkeitseigenschaften, Aktivitäten und Präferenzen. Gemäß seiner Auffassung sind

- Endomorphe - entspannte Menschen, die gern essen, gesellig sind und auf „ihren Bauch hören“.
- Mesomorphe - sind körperlich fit, voller Energie, mutig und selbstsicher.
- Ektomorphe - sind eher „denkende“ Menschen, künstlerisch und introvertiert.

Obwohl bestechend einfach und gut in die Stereotype passend, die die Wahrnehmung der meisten Menschen beeinflußt, hat Sheldons Typologie sich als wertlos für die Vorhersage individuellen Verhaltens erwiesen. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Konstitutionen, die zudem nicht zeit- stabil sind.

H. J. Eysenck (1970) unternimmt in einem weit besser belegten typologischen Ansatz ebenfalls den Versuch die Komplexität der Persönlichkeit auf einige wenige Hauptkategorien zu reduzieren. Sein „Personality Inventory“ hat als Hauptdimensionen der Persönlichkeit

- Introversion - Extraversion, und
- Stabilität - Labilität (oder „Neurotizismus“).

Dabei sind seiner Auffassung gemäß:

- Extravertierte - gesellige, kontaktfreudige, impulsive und robuste Menschen.
- Introvertierte - stellen genau das Gegenteil dar, sind zart, zurückhaltend, passiv, vorsichtig und bedächtig.

Eine riesige Menge von Daten aus Persönlichkeitstests bilden die empirische Grundlage von Eysencks Theorie. Wenn diese Daten auch zeigen, daß Menschen viele Eigenschaften aufweisen, zerfallen sie dennoch in die vier Kategorien darstellende kleinste Anzahl grundlegender Persönlichkeitstypen. Zwar seien, gemäß Eysenck, die meisten Menschen eher auf dazwischen liegenden Positionen in jedem der vier Quadranten seines Persönlichkeitszirkels einzuordnen, doch sollen es die Extreme sein, die zwischen den Typen klar unterscheiden. Hat eine Person hohe Werte auf der Extraversionsskala und hohe Werte auf der Labilitätsskala ist demgemäß möglicherweise Kriminalität ein Lebensstil dieser Person.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: die vier Quadranten des Eysenck`schen Persönlichkeitszirkels.

Im Gegensatz zu den Typologen gehen Psychologen, die Menschen anhand von Eigenschaften beschreiben, von der Existenz zugrundeliegender kontinuierlicher Dimensionen aus, über die jeder in einem bestimmten Grad verfügt. Beispiele dafür wären Konstrukte wie Intelligenz oder Großzügigkeit. Eigenschaften, sogenannte „traits“, gelten als Attribute die das Verhalten beeinflussen, weil sie als generalisierte Handlungstendenzen wirken. Die Kenntnis der Persönlichkeitseigenschaften sollte uns demnach in die Lage versetzen, besser erklären zu können was ein Mensch getan hat, oder vorherzusagen was er tun wird. Manchmal gelingt dies und manchmal auch nicht.

Gordon Allport (1937, 1961, 1966) betrachtete Eigenschaften als eine Art Bausteine der Persönlichkeit und als Ursprung individueller Besonderheit. Seiner Meinung nach sind diese überdauernde und generelle Attribute der Person und bringen somit die Konsistenz des Verhaltens hervor.

Allport bestimmte drei Arten von Eigenschaften:

- Kardinaleigenschaften - stellen jene fundamentalen Charakterzüge dar, um die eine Person ihr Leben aufbaut. Dies könne für einige Menschen Macht oder Leistung sein, für andere Menschen beispielsweise Opferbereitschaft. Wichtig ist dabei, daß nicht alle Menschen Kardinaleigenschaften entwickeln.
- Zentrale Eigenschaften - sind die wichtigeren Charakteristika, wie etwa Ehrlichkeit oder Gewissenhaftigkeit.
- Sekundäre Eigenschaften - sind die eher weniger wichtigen Merkmale, wie z. B. bestimmte Vorlieben, Einstellungen usw.

Nach Allports Vorstellungen bilden diese drei Arten von Eigenschaften die Struktur der Persönlichkeit, die wiederum bestimmend für das Verhalten eines Menschen ist.

Allport gilt mit seiner Theorie als der einflußreichste der idiographisch orientierten Eigenschaftstheoretiker. Seiner Meinung nach verfügt jeder Mensch sowohl über irgendwelche einzigartigen, idiosynkratische Züge als auch über eine einzigartige Kombination von Eigenschaften. Sein Ansatz erfordert die intensive Untersuchung einzelner Individuen beispielsweise anhand ihres Lebenslaufes.

Typologien und Eigenschaftstheorien stützen sich sehr stark auf die Selbsteinschätzung in sogenannten Persönlichkeitsinventaren. Die subjektive Selbstbeschreibung der Person, die auf Fragen in einem Persönlichkeitsfragebogen reagiert, wird als direktes Maß ihrer Eigenschaften genommen, die dann wiederum als grundlegende Komponenten der Persönlichkeit betrachtet werden. Es liegt somit die Gefahr nahe in dieser Verbindung von Test, Eigenschaft und Persönlichkeit einem Trugschluß zu erliegen. Dies wird mehr als deutlich wenn man mit einbezieht wie beeinflußbar die Testsituation beispielsweise durch mögliche Antworttendenzen einer Person ist, wie etwa die Neigung sich eher sozial erwünschten Antworten zuzuwenden.

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Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Die Psychologie der Lehrerpersönlichkeit
Untertitel
Aufsatz von Dr. phil. Dipl.-Psych. Udo Schultheis
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut fuer Paedagogik)
Veranstaltung
Zum Beruf des Lehrers
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
45
Katalognummer
V130261
ISBN (eBook)
9783640362059
ISBN (Buch)
9783640362387
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Lehrerpersönlichkeit, Aufsatz, Dipl, Schultheis
Arbeit zitieren
Dr. phil. Udo Schultheis (Autor), 2001, Die Psychologie der Lehrerpersönlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130261

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