Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Planungsinstrumente vorzustellen, deren effiziente Nutzung eine langfristige Existenzsicherung für KMU gewährleisten können. Dieses Ziel wird durch die Präsentation der verschiedenen Planungsinstrumente – operativ und strategisch – sowie eine Überprüfung ihrer Anwendbarkeit in KMU verwirklicht werden.
In der Literatur wird das Thema Planung in KMU seit Jahrzehnten diskutiert und es gibt immer wieder neue Journalbeiträge, die sich mit dem Ausmaß und der Art des Planungseinsatzes in Unternehmen auseinandersetzen, wobei der Fokus auf KMU noch zu kurz kommt. Planung ist folglich noch immer ein Aspekt, dem in KMU zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie in der Status-Quo-Beschreibung hervorgeht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Vorgehensweise
2. Abgrenzungen und Definitionen
2.1. Klein- und Mittelunternehmen
2.1.1. Quantitative Merkmale
2.1.2. Qualitative Merkmale
2.2. Planung
2.2.1. Operative (kurzfristige) Planung
2.2.2. Strategische (langfristige Planung)
3. Planungs- und kontrollorientiertes Controlling
4. Planung in KMU – Status Quo
5. Chancen und Nutzen durch Planung in KMU
6. Planungsinstrumente – eine Untersuchung
6.1. Budgetierung
6.2. Portfolio-Analyse
6.3. Stärken-Schwächen-Analyse
6.4. Konkurrenz-Analyse
6.5. Kennzahlenanalyse
6.6. Balanced Scorecard
7. Zusammenfassung und Reflexion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie österreichische Klein- und Mittelunternehmen (KMU) durch den gezielten Einsatz geeigneter Planungsinstrumente eine langfristige Existenzsicherung erreichen können, um der hohen Insolvenzrate aufgrund mangelnder Planung entgegenzuwirken.
- Status-Quo-Analyse der Planungssituation in KMU
- Identifikation von Gründen für den Verzicht auf Planung
- Darstellung der Chancen und Nutzen des operativen und strategischen Planungseinsatzes
- Untersuchung von ausgewählten Planungsinstrumenten (u.a. Budgetierung, SWOT, Balanced Scorecard)
- Empfehlungen für KMU zur ressourcenschonenden Anwendung dieser Instrumente
Auszug aus dem Buch
6.2. Portfolio-Analyse
Im Rahmen einer Portfolio-Analyse können in einem Koordinatensystem auf der horizontalen und vertikalen Achse74 verschiedene Dimensionen (Marktwachstum, Marktanteil, Marktattraktivität u. Ä.) ausgewählt werden um Geschäftseinheiten wie Kunden, Erlöse oder Produkte eines Unternehmens danach einzuteilen75. Durch die Größe des Kreises der Geschäftseinheit kann der anteilige Umsatz verdeutlicht werden76. Verfügt ein Unternehmen über entsprechend technische Unterstützung kann eine Auswertung auch von komplexen Zusammenhängen sehr rasch und einfach erstellt werden77. Ziel ist eine zukünftige ausgewogene Balance der Geschäftseinheiten im Unternehmen78.
Im bekanntesten Portfoliomodell, dem Marktanteils-Marktwachstums-Portfolio, werden beispielsweise Produkte in Star-, Nachwuchs-, Problem- und Cash-Produkte eingeteilt. Aufgrund dessen wird entschieden in welche Produkte weiter investiert werden soll, welche Produkte eliminiert oder zur Generierung von Cash gehalten werden sollen.79 Der relative Marktanteil80 und das Marktwachstum81 berechnen sich dabei wie folgt:
Da Einflüsse nur in geringem Ausmaß berücksichtigt werden82 und aufgrund der hohen strategischen Relevanz83 ist die Portfolio-Analyse ein gut anwendbares und mit wenig Aufwand verbundenes Planungsinstrument für KMU da KMU in der Regel sowieso über ein kleineres Produkt-Portfolio verfügen als größere Unternehmen. Als weitere Vorteile können die Übersichtlichkeit über die strategischen Tätigkeitsfelder und die Darstellung der aktuellen Positionierung am Markt genannt werden.84
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Umreißt die Relevanz des Themas Planung für KMU in Österreich und leitet die Forschungsfrage sowie die wissenschaftliche Vorgehensweise ab.
2. Abgrenzungen und Definitionen: Definiert die zentralen Begriffe KMU sowie operative und strategische Planung zur Schaffung einer theoretischen Basis.
3. Planungs- und kontrollorientiertes Controlling: Erläutert das Controlling als ein untrennbares Zusammenspiel von Planung und Kontrolle.
4. Planung in KMU – Status Quo: Analysiert, warum viele KMU auf Planung verzichten, wobei Zeitmangel und fehlende Kenntnisse als Hauptursachen identifiziert werden.
5. Chancen und Nutzen durch Planung in KMU: Zeigt die Vorteile auf, insbesondere die Krisenprävention und die verbesserte Informationsbasis für Geldgeber.
6. Planungsinstrumente – eine Untersuchung: Untersucht Instrumente wie Budgetierung, Portfolio-Analyse, SWOT-Analyse, Konkurrenz-Analyse, Kennzahlen und Balanced Scorecard auf ihre Eignung.
7. Zusammenfassung und Reflexion: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit einer intensiveren Beschäftigung mit Planungsinstrumenten in KMU.
Schlüsselwörter
Planung, KMU, Controlling, Existenzsicherung, Insolvenzprävention, Budgetierung, Portfolio-Analyse, SWOT-Analyse, Konkurrenz-Analyse, Kennzahlenanalyse, Balanced Scorecard, Strategie, Unternehmensführung, KMU-Erfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Planung in Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in Österreich unter besonderer Berücksichtigung der Existenzsicherung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von KMU und Planung, den Status Quo der Planung in diesen Unternehmen, die Chancen durch Planung und die Untersuchung verschiedener Planungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, österreichischen KMU die Relevanz von Planung aufzuzeigen, sie zu sensibilisieren und geeignete Planungsinstrumente vorzustellen, um künftige Insolvenzrisiken zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Themas unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und Studien sowie einer Analyse des planungs- und kontrollorientierten Controlling-Ansatzes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Grundlage, die Status-Quo-Analyse, die Darstellung der Vorteile von Planung und eine detaillierte Untersuchung spezifischer Planungsinstrumente für KMU.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?
Kernbegriffe sind Planung, KMU, Controlling, Existenzsicherung, Insolvenzprävention, Budgetierung, SWOT-Analyse und Balanced Scorecard.
Warum verzichten KMU laut der Arbeit oft auf Planung?
Als Hauptgründe nennt die Untersuchung den Mangel an zeitlichen Ressourcen, fehlendes Planungs-Know-how sowie oft nur technisches Fachwissen beim Unternehmer.
Welche Rolle spielt die "Portfolio-Analyse" laut der Autorin?
Sie gilt als gut anwendbares und ressourcenschonendes Instrument, das KMU hilft, ihre strategischen Tätigkeitsfelder und die Marktposition besser zu visualisieren.
Ist eine eigene Controlling-Abteilung für KMU sinnvoll?
Die Autorin stellt fest, dass sich eine eigene Abteilung für die meisten KMU aufgrund der Ressourcenbelastung kaum amortisiert und Aufgaben daher oft vom Unternehmer selbst oder extern übernommen werden.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis von Planung und Kontrolle?
Planung und Kontrolle werden als in einer wechselseitigen Abhängigkeit stehend betrachtet; Kontrolle kann ohne vorherige Planung nicht erfolgen und Planung benötigt Kontrolle zur Abweichungsanalyse.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Klemens (Autor:in), 2016, Welche ausgewählten Planungsinstrumente können österreichische KMU nutzen, um eine langfristige Existenzsicherung zu gewährleisten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302710