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Bildung-Geschlecht-Gesellschaft. Konstruktionen von Geschlecht in der Biologie

Eine Diskussion von Kerstin Palms Ansatz einer reflexiven Biologiedidaktik

Titel: Bildung-Geschlecht-Gesellschaft. Konstruktionen von Geschlecht in der Biologie

Hausarbeit , 2021 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Louisa Eberhard (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der folgenden Arbeit sollen die Erkenntnisse von Kerstin Palm bezüglich einer reflexiven Biologiedidaktik analysiert und diskutiert werden. Laut Palm fehlt in den meisten biologischen Themen und ihrer Didaktik die Einarbeitung von Genderaspekten. Dabei steht im Vordergrund, wie eine naturgegebene Zweigeschlechtlichkeit in der biologischen Theoriebildung hervorgebracht und durch welche Mechanismen sie gestützt wird. Weiterhin soll untersucht werden, inwiefern diese unsere Gesellschaft und speziell Kinder beeinflusst. Damit geht die Frage einher, wie sich die anhand von biologischer Theoriebildung hervorgebrachte Vorstellung der naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit auf Geschlechtsstereotype und normative Vorstellungen von Geschlecht auswirkt. Abschließend soll geklärt werden, wie Lehrerende im Biologieunterricht diese, aber auch die soziale Konstruktion von Geschlecht mit Schüler*innen kritisch reflektieren können. Diese Arbeit kann aufgrund des begrenzten Rahmens nicht den Anspruch auf Vollständigkeit bieten, stattdessen geht es lediglich darum, einen fundierten Überblick bezüglich der Thematik darzustellen.

„Die Biologie legt fest, wie Männer und Frauen ticken und dass sie verschieden sind.“(Schutzbach, 2017)
Schon lange wird in Diskussionen über Geschlecht, den damit einhergehenden Möglichkeiten, Einschränkungen und Leistungsunterschieden mit dem Argument der naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit und somit der Biologie argumentiert. Während dies lange Zeit als selbstverständlich hingenommen und reproduziert wurde, lässt sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Paradigmenwechsel beobachten. Die biologischen Erklärungen werden kritisch hinterfragt und in neuen Kontext gesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

DIE NATURGEGEBENE ZWEIGESCHLECHTLICHKEIT IN DER BIOLOGISCHEN THEORIE

WAHRHEITSWERT BIOLOGISCHER THEORIEN

GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNGEN VON BIOLOGISCHEN THEORIEN

AUSWIRKUNGEN AUF DIE INSTITUTION SCHULE

REFLEXIVE BIOLOGIEDIDAKTIK

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie biologische Theorien zur Konstruktion einer naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit beitragen und welche gesellschaftlichen sowie schulischen Auswirkungen diese Diskurse haben. Dabei wird analysiert, inwiefern ein Paradigmenwechsel hin zu einer reflexiven Biologiedidaktik notwendig ist, um geschlechtsspezifische Stereotype im Unterricht kritisch zu hinterfragen.

  • Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit in biologischen Theorien
  • Einfluss von Geschlechterideologien auf naturwissenschaftliche Forschung
  • Gesellschaftliche Folgen durch die Naturalisierung geschlechtsspezifischer Rollen
  • Kritische Analyse des Biologieunterrichts an Schulen
  • Ansätze für eine gendertheoretisch informierte Biologiedidaktik

Auszug aus dem Buch

Die naturgegebene Zweigeschlechtlichkeit in der biologischen Theorie

Die Schaffung einer naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit in der Biologie bleibt oft unbeobachtet. Besonders das Schulfach Biologie gilt aufgrund geringer Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen nicht als gefährdet (vgl. Rendtorff 2016: 84). Doch betrachtet man fachliche Inhalte und Vermittlungsweisen genauer, fällt auf, dass die Zweigeschlechtlichkeit nicht nur angenommen sondern auch unkritisch reproduziert wird. Palm (2012: 70) führt als Beispiel an, dass sich in der Fachliteratur zur Biologie oft nur der männliche Körper für eine humanbiologische Darstellung wiederfindet. Der weibliche Körper dient nicht als Beispiel. Dies impliziert, dass trotz der teils vermeintlichen biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen eine Darstellung des männlichen Körpers reiche. Vor Allem aber stützt es die These, dass im westlichen Denken „der männliche Mensch als die allgemeine Grundform des Menschlichen angesehen (...), der weibliche aber als Abweichung“ gesehen wurde (Rendtorff 2016: 31).

Auch Schmitz (2005) schreibt von einer „"Normierung des Männlichen" unter "Ignoranz des Weiblichen". Diese bezieht sich dabei auf Darstellung des Gehirns, die einseitige Darstellungsweise in Bezug auf den Wegfall der weiblichen Form bleibt dieselbe. Hartnäckig hält sich trotzdem die Vorstellung, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Gehirn zu finden seien, die durch die Natur erklärbar sind (vgl. Schmitz 2005). Beispielsweise würden Männer demnach nur je eine Gehirnhälfte, entweder links oder rechts, je nach geforderter Kompetenz, nutzen, bei Frauen würden beide Gehirnhälften stärker zusammenarbeiten. So wurde das Bild einer klare Differenz zwischen Gehirnprozessen bei Männern und Frauen geschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Problematik ein, wie biologische Argumente zur Naturalisierung von Geschlecht eingesetzt werden, und skizziert das Ziel, Kerstin Palms Ansatz einer reflexiven Biologiedidaktik kritisch zu analysieren.

DIE NATURGEGEBENE ZWEIGESCHLECHTLICHKEIT IN DER BIOLOGISCHEN THEORIE: Dieses Kapitel erläutert, wie wissenschaftliche Theorien sowie die Auswahl von Untersuchungsobjekten eine Zweigeschlechtlichkeit reproduzieren, indem etwa der männliche Körper als Norm und der weibliche als Abweichung behandelt wird.

WAHRHEITSWERT BIOLOGISCHER THEORIEN: Es wird kritisch diskutiert, dass Naturwissenschaften nicht objektiv sind, sondern von theoretischen Vorannahmen geleitet werden, die zu einseitigen und teilweise widersprüchlichen Interpretationen führen.

GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNGEN VON BIOLOGISCHEN THEORIEN: Hierbei werden die fatalen Folgen der Naturalisierung beleuchtet, insbesondere wie eine zugeschriebene Aktivität bei Männern und Passivität bei Frauen zur Zementierung von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und Arbeitsteilungen beiträgt.

AUSWIRKUNGEN AUF DIE INSTITUTION SCHULE: Die Analyse zeigt auf, wie ein unkritischer Biologieunterricht ein dogmatisches Wissenschaftsverständnis fördert und Schülerinnen und Schüler auf starre Geschlechterrollen festlegt.

REFLEXIVE BIOLOGIEDIDAKTIK: Das Kapitel entwickelt Konzepte für einen modernen Unterricht, der durch transdisziplinären Dialog und Gender-Sensibilität dazu beiträgt, Geschlechtervorstellungen als soziale Konstruktion begreifbar zu machen.

FAZIT: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass eine umfassende Reform notwendig ist, wobei die praktische Umsetzung primär in der Verantwortung der Lehrenden liegt, um Schülerinnen und Schüler zu mündigem kritischen Denken zu befähigen.

Schlüsselwörter

Biologiedidaktik, Zweigeschlechtlichkeit, Geschlechterforschung, wissenschaftliche Objektivität, Geschlechterstereotype, Gender Science, normativer Männlichkeitsbegriff, soziale Konstruktion, Bildungsforschung, kritische Biologie, Lehrplan, Wissenschaftsgläubigkeit, Geschlechteridentität, Naturwissenschaft, transdisziplinärer Dialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung darüber, wie biologische Theorien das Bild von einer naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit prägen und legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die fachliche Darstellung in der Biologie, die wissenschaftstheoretische Infragestellung von Objektivität sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen biologischer Diskurse auf Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Thesen von Kerstin Palm zur reflexiven Biologiedidaktik zu untersuchen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie ein reflektierterer Umgang mit biologischen Inhalten im Unterricht gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Methodisch erfolgt eine Literaturanalyse und Diskussion, in der Argumente aus der Genderforschung und Biologiedidaktik verknüpft werden, um die Problematik der Naturalisierung von Geschlecht zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konstruktion von Geschlecht in biologischen Theorien, hinterfragt den Wahrheitsanspruch dieser Studien und diskutiert die Konsequenzen für das Schulwesen durch eine unreflektierte Vermittlung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Reflexive Biologiedidaktik, Geschlechterkritik, Wissenschaftssoziologie und die Hinterfragung der Zweigeschlechtlichkeitsnorm.

Warum spielt die Gehirnforschung in dieser Debatte eine so zentrale Rolle?

Die Gehirnforschung wird oft zur Rechtfertigung angeblicher biologischer Unterschiede zwischen den Geschlechtern herangezogen, wobei die Arbeit aufzeigt, dass diese Studien oft einseitig interpretiert werden und plastische Lernprozesse ignorieren.

Welche kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung des Biologieunterrichts werden diskutiert?

Als kurzfristig umsetzbar wird die stärkere Einbeziehung der Rolle weiblicher Forscherinnen sowie die kritische Reflexion von strukturellen Barrieren in der wissenschaftlichen Laufbahn innerhalb des Unterrichts gesehen.

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Details

Titel
Bildung-Geschlecht-Gesellschaft. Konstruktionen von Geschlecht in der Biologie
Untertitel
Eine Diskussion von Kerstin Palms Ansatz einer reflexiven Biologiedidaktik
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Louisa Eberhard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
11
Katalognummer
V1302860
ISBN (PDF)
9783346769268
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildung-geschlecht-gesellschaft konstruktionen geschlecht biologie eine diskussion kerstin palms ansatz biologiedidaktik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Louisa Eberhard (Autor:in), 2021, Bildung-Geschlecht-Gesellschaft. Konstruktionen von Geschlecht in der Biologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302860
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Leseprobe aus  11  Seiten
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