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Körper im Feminismus. Wie veränderte sich die Rolle des Körpers im Feminismus?

Titel: Körper im Feminismus. Wie veränderte sich die Rolle des Körpers im Feminismus?

Hausarbeit , 2020 , 13 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Louisa Eberhard (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den 90er Jahren revolutionierte Judith Butler die feministische Theorie mit der These, dass Geschlecht, also der Körper, ein sozial konstruiertes Phänomen sei. Diese neue Denkweise sorgte dafür, dass der Körper nachfolgend aus dem Fokus des Feminismus verschwand und nur noch vereinzelt thematisiert wurde. Barbara Duden fand klare Worte für Butlers Vorgehen: „Wir könnten von diesem phantomatischen Produkt neuer Subjektivität als der entkörperten Frau sprechen“ (Duden, 1993, S.26).
Spätestens mit der metoo Bewegung erkämpfte sich das Thema des Körpers seinen rechtmäßigen Platz im Feminismus zurück. Aktuell ist dieser aus feministischen Theorien kaum noch wegzudenken, das Spektrum der Diskussionen erstreckt sich von Behaarung, Körperbild und Subjektivierung bis hin zu körperlicher Gewalt und Objektivierung. Diese Hausarbeit soll einen Überblick über die Rolle des Körpers im Feminismus geben. Aufgrund des begrenzten Umfangs werden hier Iris Young und Judith Butler, sowie aktuellere Entwicklungen thematisiert. Der Anspruch dieser Hausarbeit ist nicht, eine vollständige Darstellung des Körpers im Feminismus zu bieten, sondern soll stattdessen gewisse Veränderungen und Unterschiede gegenüberstellen.
Im Folgenden wird ausführlich auf die Rolle des Körpers in Iris Young „Werfen wie ein Mädchen“ eingegangen, anschließend wird ein kurzer Überblick über Judith Butlers Verständnis vom Körper stattfinden. Nachfolgend werden neue Entwicklungen betrachtet und der Verlauf der Körperrolle in einem Fazit zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung „Werfen wie ein Mädchen“

3. Bedeutung des Körpers in „Werfen wie ein Mädchen“

4. Körperhaltung

5. Modalitäten

6. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter / Körper von Gewicht

7. Me too, Body posivity, free the nipple

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und aktuelle Bedeutung des menschlichen Körpers innerhalb feministischer Theorien, indem sie insbesondere die Ansätze von Iris Marion Young und Judith Butler gegenüberstellt und in den Kontext heutiger Bewegungen setzt.

  • Phänomenologische Analyse der Körperexistenz bei Iris Marion Young.
  • Diskursive Konstruktion des Körpers im Werk von Judith Butler.
  • Kritische Reflexion über die Entkörperung durch feministische Konstruktivismus-Debatten.
  • Aktuelle Perspektiven: #metoo, Body Positivity und die Bewegung "free the nipple".

Auszug aus dem Buch

Modalitäten

Nach Young existieren drei Modalitäten bei dem gehemmten Bewegungsvermögen von Frauen: „mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität und nicht kontinuierliche Einheit mit der jeweiligen Umgebung“ (ebd.: S. 9) Dabei nimmt sie an, dass der Körper Subjekt und somit in der Lage sei, über das Innenweltliche hinauszuwachsen. Bei der weiblichen Körperexistenz findet sich jedoch eine mehrdeutige Transzendenz, da diese gleichzeitig mit einer Immanenz, also dem Verbleiben in einem Bereich, verwoben sei. Im Gegensatz zur männlichen Körperexistenz sei die Immanenz des Körpers nicht nur Startpunkt, aus dem durch gerichtete Aktionen ausgebrochen wird – die Immanenz bleibe bei Bewegungen der Frauen bestehen und würde nicht überwunden (vgl. ebd.: S.10f) Daraus wird deutlich, dass sie trotz theoretisch möglicher Transzendenz, also dem Überschreiten von Grenzen der Erfahrungen bei einer körperlichen Aufgabe, ihre vorgegebenen Grenzen nicht überschreiten.

Die zweite Modalität, die gehemmte Intentionalität, beschreibt das Phänomen, dass Frauen noch vor Beginn einer körperlichen Aufgabe die Neigung haben, sich und ihre Kraft zu unterschätzen. Somit existiert neben dem Vorhaben, eine Aufgabe zu bewältigen, gleichzeitig der Gedanke des Misserfolgs. Dadurch, dass die Intentionalität also nur gehemmt besteht, kann auch der Körper nicht volle Leistung zum Erreichen des bestehenden Zieles erbringen. So entsteht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die das Ergebnis schwächt.

Aus der gehemmten Intentionalität ergibt sich die dritte Modalität: die nicht kontinuierliche Einheit mit der jeweiligen Umgebung. Demnach nutzen Frauen nur einen bestimmten Teil ihres Körpers bei körperlichen Aufgaben, der restliche Körper bleibt unbeweglich. Diese Disharmonie zwischen dem einzigen agierenden Körperteil und dem starren Rest des Körpers ist die nicht kontinuierliche Einheit.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der Körperwahrnehmung im Feminismus, von der Butler’schen Theorie der sozialen Konstruktion bis zur aktuellen Rückkehr des Körpers in den Diskurs durch Bewegungen wie #metoo.

Einführung „Werfen wie ein Mädchen“: Hier wird Iris Maria Youngs Text eingeführt, der soziale Geschlechtsunterschiede an praktischen Alltagsbewegungen analysiert.

Bedeutung des Körpers in „Werfen wie ein Mädchen“: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass der Körper für Young kein diffuser Gegenstand, sondern ein reales Phänomen ist, das durch patriarchale Strukturen beeinflusst wird.

Körperhaltung: Der Fokus liegt auf den verinnerlichten körperlichen Hemmungen von Frauen, die sich in einer distanzierteren Raumwahrnehmung und Schutzhaltungen widerspiegeln.

Modalitäten: Das Kapitel definiert die drei zentralen Einschränkungen weiblicher Bewegungsfreiheit: mehrdeutige Transzendenz, gehemmte Intentionalität und nicht kontinuierliche Einheit.

Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter / Körper von Gewicht: Auseinandersetzung mit Butlers These, dass Geschlechtsidentität und körperliche Materie als diskursiv konstruierte Machtinstrumente zu verstehen sind.

Me too, Body posivity, free the nipple: Untersuchung aktueller gesellschaftlicher Bewegungen, die den Körper wieder in den Fokus rücken und als Subjekt, nicht als Objekt, thematisieren.

Fazit: Zusammenfassung der Gegenüberstellung: Während Young den Körper als sichtbares Phänomen rehabilitiert, hinterfragt Butler dessen biologische Naturalität, wobei beide Ansätze für ein Verständnis heutiger Körperpolitik essenziell sind.

Schlüsselwörter

Feminismus, Körper, Iris Marion Young, Judith Butler, Körperhaltung, Modalitäten, Geschlechtsidentität, Patriarchat, #metoo, Body Positivity, Sexismus, Subjektivierung, Konstruktivismus, phänomenologische Analyse, körperliche Lebenswirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselhafte Rolle des Körpers im Feminismus, von der phänomenologischen Betrachtung bei Iris Marion Young bis hin zur konstruktivistischen Perspektive von Judith Butler und modernen aktuellen Strömungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung des weiblichen Körpers, die Analyse von Körperhaltung und Bewegungen, sowie das Spannungsfeld zwischen dem Körper als gelebtes Phänomen und als soziales Konstrukt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die feministische Perspektive auf den Körper verändert hat und warum der Körper als Grundstein menschlicher Existenz heute wieder stärker ins Zentrum feministischer Debatten rückt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturarbeit basiert, bestehende feministische Theorien vergleicht und diese mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Youngs „Werfen wie ein Mädchen“, Butlers Theorien zu Geschlechtsidentität („Das Unbehagen der Geschlechter“, „Körper von Gewicht“) und eine Analyse gegenwärtiger Bewegungen wie #metoo.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Feminismus, Körperlichkeit, patriarchale Sozialisation, Gender-Konstruktion, körperliche Autonomie und die performative Kraft sozialer Normen.

Warum wird Iris Marion Youngs Analyse so betont?

Young erlaubt durch ihren Fokus auf praktische Bewegungsabläufe eine sehr konkrete und greifbare Analyse weiblicher Körpererfahrung, die für viele Leser nachvollziehbarer bleibt als rein abstrakte Konstruktionstheorien.

Welche Kritik übt Barbara Duden an Judith Butler?

Duden argumentiert, dass Butlers Fokus auf den Körper als Konstrukt zu einer „Entkörperung“ der Frau führt, wodurch Frauen ihre reale Körpererfahrung und damit ihren Handlungsspielraum im politischen Diskurs verlieren könnten.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Körper im Feminismus. Wie veränderte sich die Rolle des Körpers im Feminismus?
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,3
Autor
Louisa Eberhard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1302862
ISBN (PDF)
9783346769275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körper feminismus rolle körpers
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Louisa Eberhard (Autor:in), 2020, Körper im Feminismus. Wie veränderte sich die Rolle des Körpers im Feminismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302862
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Leseprobe aus  13  Seiten
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