In dieser Arbeit soll geklärt werden, welchen Einfluss der Journalismus und die Medienberichterstattung auf Einstellungen von Rezipienten*innen hat, wie der Konstruktive Journalismus wirken soll, ob dieses Ziel erreicht wird und welche Chancen damit einhergehen. Dabei wird speziell das Thema Umwelt in den Vordergrund gestellt. Abschließend wird diskutiert, wo es Probleme gibt, welche Lösungen es geben könnte und welche Forschungslücken gefüllt werden müssen.
Medien sind ein wichtiger Bestandsteil der modernen Gesellschaft. Sie durchdringen und prägen den Alltag der Menschen und sind überall vertreten. Sie erfüllen „zentrale Informations- , Orientierungs-, Entscheidungs-, und Gedächtnisfunktionen“ (Zillien & Lenz, 2008). Immer wieder wird Kritik an verschiedenen Darstellungsweisen der Medien und damit einhergehend am Journalismus und Journalisten*innen laut (Prochazka & Schweiger, 2017). Daraus resultiert eine noch junge Richtung im Journalismus, dessen Umsetzung erst seit einem kurzen Zeitraum systematischer in Redaktionen erfolgt: Der konstruktive Journalismus. Sein Anspruch ist eine positivere und lösungsorientierte Darstellung von Nachrichten, um eine produktivere Wirkung auf Menschen erzielen zu können. Besonders bei Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, in unserer Zeit Themen, die viel Einsatz und Interesse benötigen, bleibt zu fragen, ob der Konstruktive Journalismus eine Möglichkeit sein kann, Einstellungen und Motivation ins Positive zu verändern. Bislang gibt es noch kaum empirische Studien, um seinen Nutzen in Bezug auf Haltungen zur Umwelt zu untersuchen. Besonders relevant ist diese Thematik durch die Flutkatastrophe in Westdeutschland geworden. Bilder und Nachrichten von der Sturmflut und den Zuständen in Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz durchdrangen täglich die Sozialen Medien, Nachrichten und Zeitungen. Informationen, Meinungen und Beschreibungen gab es im Übermaß. Die Frage ist nun, inwiefern die Darstellungen dazu führten, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Flutkatastrophe eine Folge des Klimawandels ist und dass es einer Änderung im Umgang mit der Umwelt bedarf, um solche Katastrophen nicht zum alltäglichen Leben werden zu lassen. Es gilt, zu erforschen, welche Berichterstattungen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretischer Rahmen
Begriffsdefinitionen
Umweltthemen
Wirkung von Berichterstattungen ohne Lösungsansätze
Konstruktiver Journalismus
Kritik am konstruktiven Journalismus
Zusammenfassung
Reflexion
Ausblick
Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Ansatz des Konstruktiven Journalismus als geeignetes Mittel dienen kann, um das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft zu fördern und der durch negativen Journalismus hervorgerufenen Apathie entgegenzuwirken.
- Wirkungsweise von Medien und Framing-Ansatz
- Problematik traditioneller Umweltberichterstattung (Negativismus, Komplexitätsreduktion)
- Konzept und Potenziale des Konstruktiven Journalismus
- Kritische Würdigung des konstruktiven Ansatzes
- Zusammenhang zwischen lösungsorientierter Kommunikation und Selbstwirksamkeit
Auszug aus dem Buch
Konstruktiver Journalismus
Das Genre ist auch unter den Namen „solutions journalism“ (Krüger, 2019, S. 125f) oder „constructive news“ (Haagerup, 2017, S. 76) in der Forschung vertreten. Der konstruktive bzw. lösungsorientierte Journalismus hat den Anspruch, die Berichterstattung in anderer Form zu bieten:
„Konstruktiver Journalismus will sich jedoch nicht darauf beschränken, Negativ-Ereignisse in größere Kontexte einzubetten und positive Langfrist- Trends in Erinnerung zu rufen, wenn die Nachrichten des Tages einmal wieder allzu düster sind. Vielmehr will er auch berichten, wo welche Lösungsansätze als Antworten auf gesellschaftliche Probleme verfolgt werden und warum manche Ideen und Projekte funktionieren und manche nicht,um andere Akteurinnen und Akteure zu inspirieren und gesellschaftliche Lernprozesse zu unterstützen“ (Beiler & Krüger, 2018 S. 169)
Im Unterschied zu anderen Genres, die aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit nicht weiter analysiert werden, sollen im Konstruktiven Journalismus also Zusammenhänge hergestellt und erklärt werden, um mehr Handlungsmöglichkeiten zu schaffen. Damit soll der Negativverzerrung der Berichterstattung entgegenwirkt werden, die sich seit Jahrzehnten im Journalismus gefestigt hat (vgl. ebd). Zu beachten ist, dass Konstruktiver Journalismus nicht gleichzeitig Positiver Journalismus sein soll, laut Haagerup (2017) geht es lediglich um das Erweitern der W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?) des objektiven Journalismus mit der Frage „What now?“ (S. 40).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der wissenschaftlichen Arbeit ein, erläutert die Relevanz des Themas im Kontext aktueller Umweltkrisen und definiert die zentrale Forschungsfrage.
Theoretischer Rahmen: Hier werden medienwissenschaftliche Theorien wie der Framing-Ansatz und die Mediatisierung vorgestellt, um die Rolle und Wirkungsweise des Journalismus bei der Einstellungsbildung zu analysieren.
Begriffsdefinitionen: In diesem Abschnitt werden zentrale Begriffe wie Umweltbewusstsein und ökologische Nachhaltigkeit für den weiteren Verlauf der Arbeit präzise definiert.
Umweltthemen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Umweltberichterstattung bisher meist emotionalisierend und lösungslos erfolgt, was zu einer negativen Verzerrung bei Rezipienten führt.
Wirkung von Berichterstattungen ohne Lösungsansätze: Der Fokus liegt hier auf den psychologischen Folgen negativer Berichterstattung, insbesondere der Entstehung von Apathie und einer geschwächten Selbstwirksamkeit.
Konstruktiver Journalismus: Hier wird das Konzept des konstruktiven Journalismus als lösungsorientierte Alternative vorgestellt, die durch Einordnung und Zukunftsperspektiven die Motivation der Rezipienten stärken kann.
Kritik am konstruktiven Journalismus: Dieser Abschnitt setzt sich mit kritischen Stimmen auseinander, die vor einer möglichen Nähe zur Public Relations oder einer Überforderung journalistischer Ressourcen warnen.
Zusammenfassung: Es werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst und die Eignung des Konstruktiven Journalismus als Chance für das Umweltbewusstsein hervorgehoben.
Reflexion: Die Autorin reflektiert die Limitationen der Arbeit, wie etwa das Fehlen eigener empirischer Studien, und identifiziert offene Forschungslücken.
Ausblick: Abschließend wird ein Paradigmenwechsel in der journalistischen Praxis gefordert, der verstärkt auf fundierte, lösungsorientierte Berichterstattung setzt.
Schlüsselwörter
Konstruktiver Journalismus, Umweltbewusstsein, Medienberichterstattung, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Framing, Lösungsorientierung, Selbstwirksamkeit, Nachrichtenwert, Medienwirkung, Journalismuskritik, Problemlösungsansätze, ökologische Nachhaltigkeit, Rezipientenforschung, Journalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob der Konstruktive Journalismus ein geeigneter Ansatz ist, um eine positivere Wirkung bei Mediennutzern zu erzielen und deren Umweltbewusstsein sowie die Motivation zum Handeln zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themenfelder umfassen die mediale Wirkungsforschung, die aktuelle Praxis der Umweltberichterstattung, das Konzept des Konstruktiven Journalismus sowie die kritische Reflexion journalistischer Standards.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den potenziellen Nutzen konstruktiver Berichterstattung für die Stärkung des gesellschaftlichen Umweltbewusstseins zu identifizieren und dabei sowohl Chancen als auch Risiken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und Konzepte zum Themenbereich Medienwirkung und Konstruktiver Journalismus ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung der negativen Effekte konventioneller Medienberichterstattung, der theoretischen Herleitung des Konstruktiven Journalismus und einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Umsetzbarkeit.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Konstruktiver Journalismus, Umweltbewusstsein, Klimawandel, Selbstwirksamkeit und Lösungsorientierung.
Wie kann konstruktiver Journalismus der Hilflosigkeit bei Klimathemen entgegenwirken?
Durch das Vorstellen konkreter Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten anstelle von bloßer Katastrophendarstellung wird die bei Rezipienten oft bestehende Ohnmacht abgebaut und die Selbstwirksamkeit gefördert.
Gibt es auch negative Kritik an diesem journalistischen Konzept?
Ja, Kritiker warnen vor der Gefahr einer Instrumentalisierung für Lobbyismus oder einer vermeintlichen „Schönfärberei“, wenn die journalistische Distanz zugunsten einer positiven Berichterstattung aufgegeben wird.
Warum ist das Thema gerade jetzt besonders relevant?
Die Relevanz ergibt sich aus der zunehmenden medialen Präsenz von Umweltkrisen und der Notwendigkeit, Formate zu finden, die trotz der Schwere dieser Themen eine konstruktive gesellschaftliche Auseinandersetzung ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Louisa Eberhard (Autor:in), 2021, Konstruktiver Journalismus. Eine Chance für die Ausprägung von Umweltbewusstsein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302864