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Staatsbeteiligungen an systemrelevanten Unternehmen

Titel: Staatsbeteiligungen an systemrelevanten Unternehmen

Hausarbeit , 2020 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jens Kondring (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Hausarbeit ist es, das wirtschaftspolitische Instrument der Staatsbeteiligung einzuordnen, historische Beispiele von Staatsbeteiligungen zu analysieren und eine Bewertung der Staatsbeteiligung an der Lufthansa vorzunehmen.

Seit Anfang des Jahres sorgt die Corona-Pandemie nicht nur für einen gesundheitlichen Notstand in vielen Ländern der Erde, sondern auch für massive wirtschaftliche Probleme. Die zur Bekämpfung des Virus eingeführten Auflagen wie Ausgangssperren, Kontaktverbote oder Einreiseverbote schränken die globale Wirtschaft stark ein. Weltweit werden Lieferketten unterbrochen und Unternehmen müssen ihre Produktion stoppen – weil sie durch Auflagen dazu gezwungen werden oder ihnen schlicht die nötigen Vorprodukte fehlen. Da die Menschen vielerorts zu Hause bleiben müssen und sie teilweise um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes fürchten müssen, sinkt auch der private Konsum. Das ifo Institut rechnet für Deutschland in diesem Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,6 % und stellt eine Erholung der Wirtschaft auf den Zustand vor Corona erst für Ende 2021 in Aussicht. Es bahnt sich somit eine starke Rezession an. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. Während einige Branchen, wie zum Beispiel der Onlinehandel oder die Pharmaindustrie von der Krise profitieren, trifft es andere Branchen umso heftiger. Zu den Verlierern gehören insbesondere Unternehmen aus der Touristik- und Luftfahrtbranche, deren Umsatz beinahe komplett eingebrochen ist. Diese Unternehmen sind auf staatliche Hilfe angewiesen, um die Krise zu überstehen. Deutschland und die Europäische Union haben schnell mit umfangreichen Förderpaketen reagiert. Die Bundesregierung hat unter anderem einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds eingerichtet, der milliardenschwere Hilfen in Form von Krediten, Bürgschaften und direkten staatlichen Beteiligungen für die betroffenen Unternehmen beinhaltet. Staatliche Beteiligungen werden von vielen Unternehmern und Ökonomen kritisch gesehen und sollten stets als letztes Mittel dienen. Das prominenteste Beispiel für eine mögliche Staatsbeteiligung ist zurzeit die Deutsche Lufthansa AG, die sich dazu aktuell mit dem Bund in der Endphase der Verhandlungen befindet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das wirtschaftspolitische Instrument der Staatsbeteiligung

2.1 Die Rolle des Staates in Krisenzeiten

2.2 Staatliche Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft

2.3 Bedingungen für Staatsbeteiligungen

3 Historische Beispiele von Staatsbeteiligungen in Deutschland

3.1 Die Commerzbank AG

3.2 Die Deutsche Bahn AG

4 Die geplante Staatsbeteiligung an der Lufthansa

4.1 Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lufthansa

4.2 Das staatliche Stabilisierungspaket

4.3 Bewertung des Stabilisierungspakets

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das wirtschaftspolitische Instrument der staatlichen Unternehmensbeteiligung im Kontext systemrelevanter Akteure. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Instruments zu beleuchten, historische Erfahrungen durch Fallbeispiele kritisch einzuordnen und das aktuell diskutierte staatliche Stabilisierungspaket bei der Lufthansa ökonomisch sowie ordnungspolitisch zu bewerten.

  • Rolle staatlicher Interventionen in Krisenzeiten
  • Rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen für Staatsbeteiligungen
  • Analyse historischer Staatsengagements (Commerzbank, Deutsche Bahn)
  • Bewertung des Rettungspakets für die Deutsche Lufthansa AG
  • Diskussion von Mitspracherechten und langfristigen Folgen für Unternehmen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Rolle des Staates in Krisenzeiten

In Krisenzeiten der Wirtschaft kommen dem Staat verschiedene Aufgaben zu. Neben der Sicherung der politischen Stabilität soll er sich auch um die Stabilisierung der Wirtschaft kümmern. Diese Auffassung der Rolle des Staates findet ihren Ursprung in der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik nach John Maynard Keynes. Laut Keynes sollte der Staat eine antizyklische Konjunkturpolitik betreiben, um konjunkturelle Schwankungen zu glätten. Dazu werden im Boom die Einnahmen des Staates durch restriktive Geldpolitik gesteigert, um in der Rezession durch eine expansive Geldpolitik – auch „deficit spending“ genannt – den Einbruch der Wirtschaft abzuschwächen. Zwangsläufig geht mit der expansiven Geldpolitik eine anwachsende Staatsschuld einher, die später bei der Erholung der Wirtschaft wieder ausgeglichen werden soll. Zwar gibt es auch andere Ansichten zur Rolle des Staates, die sich z.B. in der wirtschaftspolitischen Konzeption des Neoliberalismus wiederfinden, jedoch wurde in Deutschland in der Vergangenheit meist eine an den Keynesianismus angelehnte Wirtschaftspolitik verfolgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die durch die Corona-Pandemie ausgelöste globale Wirtschaftskrise und begründet die Notwendigkeit staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für systemrelevante Unternehmen.

2 Das wirtschaftspolitische Instrument der Staatsbeteiligung: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Legitimation staatlicher Eingriffe, erläutert Instrumente wie direkte Beteiligungen und definiert die rechtlichen Bedingungen gemäß der Bundeshaushaltsordnung.

3 Historische Beispiele von Staatsbeteiligungen in Deutschland: Hier werden die Fallbeispiele Commerzbank und Deutsche Bahn analysiert, um die praktischen Auswirkungen und oft negativen wirtschaftlichen Konsequenzen staatlicher Unternehmensbeteiligungen aufzuzeigen.

4 Die geplante Staatsbeteiligung an der Lufthansa: Dieser Hauptteil widmet sich der spezifischen Krise der Luftfahrtbranche, dem staatlichen Rettungspaket für die Lufthansa sowie einer Bewertung der Chancen und Risiken dieses Engagements.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Staatsbeteiligungen als ultima ratio zwar sinnvoll zur Sicherung von Arbeitsplätzen sein können, jedoch zeitlich begrenzt bleiben müssen, um Fehlsteuerungen zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Staatsbeteiligung, Systemrelevanz, Corona-Pandemie, Lufthansa, Wirtschaftskrise, Stabilisierungspaket, Konjunkturpolitik, Keynesianismus, Commerzbank, Deutsche Bahn, Unternehmensführung, Fiskalpolitik, Sperrminorität, staatliche Intervention, Wirtschaftsdienst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem wirtschaftspolitischen Instrument staatlicher Beteiligungen an Unternehmen und bewertet deren Einsatz in Krisensituationen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die Rolle des Staates als Akteur in der Krisenbewältigung, die rechtlichen Voraussetzungen für Hilfen sowie Fallbeispiele aus dem Banken-, Bahn- und Luftverkehrssektor.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Staatsbeteiligungen einzuordnen sind, welche historischen Lehren daraus gezogen werden können und ob das Lufthansa-Rettungspaket eine ökonomisch sinnvolle Entscheidung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Wirtschaftsdaten, um historische und aktuelle Sachverhalte vergleichend gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung, die Analyse vergangener Staatsengagements und eine detaillierte Bewertung der Lufthansa-Stabilisierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Systemrelevanz, Sperrminorität, Wirtschaftsstabilisierungsfonds und antizyklische Konjunkturpolitik geprägt.

Warum wird die Lufthansa als systemrelevant eingestuft?

Aufgrund ihrer Bedeutung für den Luftverkehr, die nationale Infrastruktur und die Vernetzung der Wirtschaft klassifiziert die Regierung die Lufthansa als systemrelevantes Unternehmen, dessen Insolvenz staatlich abgewendet werden muss.

Welche konkreten Auflagen enthält das Lufthansa-Stabilisierungspaket?

Das Paket sieht u.a. stille Einlagen, eine 20-prozentige Kapitalbeteiligung des Bundes, Kreditlinien, Einschränkungen bei der Managementvergütung sowie Aufsichtsratssitze für den Bund vor.

Warum sind Staatsbeteiligungen bei der Commerzbank als Verlustgeschäft bewertet worden?

Da der Einstieg zu einem hohen Preis erfolgte und das Unternehmen nach der Krise dauerhaft an Wert verlor, konnte der Staat seine Investitionen bisher nicht wirtschaftlich erfolgreich zurückgewinnen.

Was ist das zentrale Argument im Hinblick auf ein zeitlich begrenztes staatliches Engagement?

Der Autor argumentiert, dass der Staat sich zurückziehen sollte, sobald das Unternehmen die Krise überwunden hat, um dauerhafte Ineffizienzen durch staatliche Einflussnahme zu vermeiden und eigene finanzielle Verluste zu begrenzen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Staatsbeteiligungen an systemrelevanten Unternehmen
Hochschule
Hochschule Ruhr West
Note
1,3
Autor
Jens Kondring (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1302872
ISBN (PDF)
9783346772213
ISBN (Buch)
9783346772220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Staatsbeteiligung Lufthansa Stabilisierungspaket systemrelevante Unternehmen Staatshilfen Unternehmensfinanzierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Kondring (Autor:in), 2020, Staatsbeteiligungen an systemrelevanten Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302872
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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