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Das Problem von Zeit und Zeitlichkeit bei Parmenides und Nagarjuna: Ein Kulturvergleich

Title: Das Problem von Zeit und Zeitlichkeit bei Parmenides und Nagarjuna: Ein Kulturvergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: gut (2)

Autor:in: Dirk Dollet (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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In der `westlichen Welt` wird Zeit traditioneller Weise als einen Anfangs- und Endpunkt habend verstanden. Somit bewegt sich das Lebewesen auf einem begrenzten Strahl auf ein Ziel zu- es lebt zielorientiert. In Indien hingegen versteht man Zeit als etwas zyklisches, ohne Anfang und Ende sich ständig- wenn auch in beinahe unüberschaubaren Dimensionen- wiederholendes. Hier ist dem sich selbst bewussten Wesen also kein nach vorn gerichtetes Ziel gegeben und erst hierdurch wird die Aussage Gandhis „der Weg ist das Ziel“ wirklich verständlich. Noch weiter von dem Zeitverständnis unseres Kulturkreises entfernt scheint die Vorstellung zu sein, die durch den Buddhismus vertreten wird. Schon durch den Buddha selbst wurde das zyklische Weltbild, das in Indien zur spätvedischen Zeit etabliert und philosophisch untermauert wurde, übernommen. Seine Lehre, die auf die Befreiung aus dem Leiden ausgerichtet ist, baut darauf auf, dass die Entstehung von Leid verknüpft ist mit der Vorstellung eines Kreislaufes von Usache-Wirkung- Prinzipien. Im Päli-Kanon des Theraväda-Buddhismus (Schule der Alten), der auf die Worte des historischen Buddha zurückgeführt wird, wird dieser Kreislauf `das Entstehen in Abhängigkeit` (p.: paöiccasamuppäda) genannt. Diesen zu durchbrechen, und damit dem Leiden ein Ende zu bereiten, ist das erklärte Ziel des Buddhismus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Parmenides

2.1 Zur Person

2.2 Die Unmoeglichkeit des Nicht-Seins

2.3 Die Beschaffenheit des Seienden

2.4 Die Beziehung zwischen Seiendem und Denken

2.5 Der Zeitbegriff bei Parmenides

2.6 Die Dualitätslehre des Parmenides

2.7 Bedeutung für den westliche Zeitbegriff

3. Nägärjuna

3.1 Zur Person

3.2 Historischer Hintergrund

3.3 Nägärjunas Methode

3.4 Nägärjunas Zeitbegriff

3.5 Die Bedeutung der Lehre von der Leere

4. Vergleich

4.1 Sinn und Unsinn einer Komparatistik

4.2 Das Sein bei Parmenides und Nägärjuna

4.3 Die Thematik der Zeit

4.4 Zwei verschiedene Weltsichten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Zeit in Nägärjunas "Mülamadhyamakakärikas" im Vergleich mit dem Seinsbegriff des vorsokratischen Philosophen Parmenides, um die unterschiedlichen kulturellen Zeitverständnisse und deren Einfluss auf die jeweiligen Weltsichten zu beleuchten.

  • Vergleichende Analyse philosophischer Zeitvorstellungen
  • Ontologische Untersuchung des Seienden bei Parmenides
  • Erläuterung von Nägärjunas Lehre der Leere (çünyatä)
  • Kritische Reflexion der komparatistischen Methode
  • Unterscheidung zwischen westlich-substanzieller und buddhistisch-abhängiger Weltsicht

Auszug aus dem Buch

3.4 Nägärjunas Zeitbegriff

Im vorangegangenen Kapitel dieser Arbeit wurde dargelegt, wie Nägärjuna in seinem Werk die Absurdität von begrifflicher Einteilung der Erscheinungen beweist. Nicht um den Erscheinungen eine Existenz abzusprechen, sondern um zu zeigen, dass sie nur in Abhängigkeit zueinander erklärt werden können und deshalb keinen Wesenskern beinhalten, nicht mit Eigensein erfüllt sind. Er stellt die Fragwürdigkeit der Erscheinungen vor, mit dem Ziel, sich nicht an sie zu haften, da es keinen Sinn macht, sich an etwas zu hängen, dass leer ist. In Kapitel 19 seiner MMK. beschäftigt er sich mit dem Begriff „ Zeit“, um auch diesen der Fragwürdigkeit zu übergeben. Da dieses Kapitel mit sechs Versen recht kurz ist, soll es hier in Gänze besprochen werden:

19.1: Wenn nun Gegenwart und Zukunft die Vergangenheit fordern, dann sind Gegenwart und Zukunft in der vergangenen Zeit enthalten.

Ohne eine vergangene Zeit kann eine gegenwärtige und so auch eine zukünftige Zeit nicht existieren. Das aber bedeutet, dass Gegenwart und Zukunft in der Vergangenheit bereits enthalten sind, dies aber widerspricht der allgemeinen Erfahrung von Zeit. Wäre nämlich die Zukunft in der Vergangenheit enthalten, so gäbe es keine Abfolge der Momente und der Mensch wüsste bereits in der Gegenwart, was die Zukunft sein wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach dem Wesen der Zeit ein und begründet die komparatistische Vorgehensweise sowie die Wahl der Vergleichsobjekte.

2. Parmenides: Dieses Kapitel analysiert Parmenides’ ontologische Seinslehre, die Unmöglichkeit des Nicht-Seins und deren prägenden Einfluss auf das westliche, substanzielle Zeitverständnis.

3. Nägärjuna: Der Autor untersucht Nägärjunas Methode und seine "Mülamadhyamakakärikas", um die Leerheit der Dinge und die Nicht-Existenz eines unabhängigen Zeitbegriffs aufzuzeigen.

4. Vergleich: Der Vergleich stellt die beiden Denker gegenüber, arbeitet die grundlegenden Differenzen zwischen der westlichen Substanzlogik und der buddhistischen Lehre von der Abhängigkeit heraus und reflektiert die kulturellen Folgen.

Schlüsselwörter

Zeit, Parmenides, Nägärjuna, Mülamadhyamakakärikas, Sein, Nicht-Sein, Leere, çünyatä, Komparatistik, Substantialismus, Entstehen in Abhängigkeit, Ontologie, Zeitlichkeit, Westliche Philosophie, Buddhismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Zeitvorstellungen in der Philosophie von Parmenides und Nägärjuna, um die Unterschiede zwischen westlich-christlichen und buddhistischen Weltanschauungen aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Begriffe "Sein", "Zeit", "Leerheit" (çünyatä) und die Bedeutung von Substanz vs. Abhängigkeit in der Philosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, mittels komparatistischer Analyse zu verstehen, wie unterschiedliche philosophische Grundannahmen über das Sein unser heutiges Zeitverständnis und die damit verbundene Weltsicht prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparatistische, philosophisch-hermeneutische Methode angewandt, um Textfragmente und philosophische Konzepte beider Denker kritisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ontologischen Grundlagen bei Parmenides, Nägärjunas Lehre von der Leere und führt einen systematischen Vergleich dieser Positionen in Bezug auf die Thematik der Zeit durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Zeit, Sein, Leere, Substanz, Dualismus, Komparatistik, Abhängigkeit und Ontologie.

Wie unterscheidet sich die Zeitauffassung von Parmenides und Nägärjuna?

Parmenides erklärt das Sein als ein unteilbar Ewiges und stellt Zeit als zweitrangig dar, während Nägärjuna die Zeit als abhängigen, substanzlosen Begriff entlarvt, um den Geist vom Leid zu befreien.

Welche Rolle spielt die "Lehre von der Leere" in Nägärjunas Argumentation?

Die Lehre dient dazu, die Existenz eines ewigen Wesenskerns zu widerlegen und den Menschen zu einer konzeptfreien Weltsicht zu führen, in der Leid als Ergebnis falscher Annahmen über Beständigkeit erkannt wird.

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Details

Title
Das Problem von Zeit und Zeitlichkeit bei Parmenides und Nagarjuna: Ein Kulturvergleich
College
University of Heidelberg  (Uni Heidelberg, ReWI)
Course
Hauptseminar "Komparatistik"
Grade
gut (2)
Author
Dirk Dollet (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V130289
ISBN (eBook)
9783640355990
ISBN (Book)
9783640356355
Language
German
Tags
Problem Zeit Zeitlichkeit Parmenides Nagarjuna Kulturvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dirk Dollet (Author), 2007, Das Problem von Zeit und Zeitlichkeit bei Parmenides und Nagarjuna: Ein Kulturvergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130289
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