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Interpretation: Thomas Mann - Der Tod in Venedig

Title: Interpretation: Thomas Mann - Der Tod in Venedig

Presentation (Elaboration) , 2001 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: M.A. Saskia Dams (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Erzählung Der Tod in Venedig entstand im Frühjahr 1911, zunächst als anspruchslose, »rasch zu erledigende Improvisation und Einschaltung« in die Arbeit an den Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull Auf dem Lido bei Venedig konzipiert, entwickelte sich die Novelle im Lauf ihrer etwa einjährigen Entstehungszeit zu einem höchst beziehungsreichen, vielfältig deutbaren und gedeuteten Hauptwerk Thomas Manns, das sein vor dem Ersten Weltkrieg liegendes erzählerisches Werk - auch als eine Art "Selbstgericht" abschließt.
Der ersten Konzeption der Novelle ging aber ein anderer, in dieser Form nie verwirklichter Plan voraus: Im 9. Notizbuch findet sich unter der Rubrik »Novellen, die zu machen« der Arbeitstitel Goethe in Marienbad, Thema dieser Novelle sollte der plötzliche "Einbruch der Leidenschaft" in eine scheinbar gesicherte Existenz, die »Entwürdigung eines hochgestiegenen Geistes" sein- Dass nicht Goethe der Held der geplanten Novelle wurde, lag jedoch weniger an einer Art heiliger Scheu, zu der Thomas Mann später seinen Verzicht stilisierte, als vielmehr an der Intention, mit der Entwürdigung auch die Korrumpierung des Künstlers und seinen Untergang zu gestalten. Daher die Erfindung des Schriftstellers Gustav von Aschenbach, der äußerlich »die leidenschaftlich strengen Züge« Gustav Mahlers trägt, dessen Tod Thomas Mann während seines Aufenthaltes auf Brioni im Mai 1911 in den Zeitungen »schrittweise miterlebte«. Zu den Zügen Mahlers gesellen sich neben Anklängen an PLATEN und WAGNER autobiographische Anspielungen: Aschenbachs Wohnung in München, sein früher schriftstellerischer Ruhm, der Hang zur Repräsentation und »Leistung«, schließlich die misslungene, fluchtartig angetretene Reise auf eine Insel vor der istrischen Küste und die Fortsetzung der Reise auf dem Lido, vor allem aber Aschenbachs Werke, die »Prosa-Epopöe vom Leben Friedrichs von Preußen«, Erzählungen wie »Maja« und „Ein Elender“, daneben eine»Abhandlung über Geist und Kunst« - Projekte, die Thomas Mann selbst verfolgte, ohne sie gänzlich auszuführen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Novelle - Eine Definition

2. Entstehung von ..Der Tod in Venedig"

3. Gesamtwerkszusammenhang mit „Der Tod in Venedig"

4. Inhalt

5. Aufbau

6. Erzählperspektive / Stil

7. Interpretation: Phasen des Daseins

a. Vor der Krise

b. In der Krise

c. Begegnung mit Tadzio

d. Klimax der Mythologie

e. Untergang

8. Deutung des Untergangs

9. Homoerotik

10. Venedig

11. Aussage

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ und untersucht den darin dargestellten Untergang des Künstlers Gustav von Aschenbach als Resultat einer krisenhaften Existenz zwischen Zucht und Leidenschaft. Dabei wird beleuchtet, wie die Erzählung mythische Motive und reale Vorgänge miteinander verwebt, um die Fragilität bürgerlicher Ordnung gegenüber dem Einbruch des Dionysischen zu demaskieren.

  • Definition und historische Einordnung der Gattung Novelle
  • Entstehungsgeschichte und autobiographische Bezüge der Erzählung
  • Analyse der fünf Phasen des Daseins von Aschenbach
  • Die symbolische Bedeutung von Venedig und der Cholera
  • Die Funktion der Homoerotik als Mittel der Sublimierung und des Untergangs

Auszug aus dem Buch

b. In der Krise

Mit äußerster Anspannung richtet der Künstler Aschenbach sein ganzes Leben darauf aus, die literarische Produktion in Gang zu halten. Zu diesem Zweck ist Genauigkeit des Willens nötig, dagegen wurde das Gefühl gezügelt und erkältet. Ein solches despotisch bestimmtes Missverhältnis in der Seele, in der ein Teil den anderen absolut beherrscht und unterdrückt, muss zu Reaktionen führen. Im Falle Aschenbachs versagt das Gefühl jeden weiteren Dienst in der Knechtschaft, wodurch die Produktion insgesamt ins Stocken kommt. Aschenbach fühlt sich gelähmt durch Skrupel der Unlust und durch nichts mehr zu befriedigende Ungenügsamkeit. Gleich der zweite Satz der Erzählung zeigt den Künstler als überreizt von der schwierigen ... Arbeit. So hatte er bald nach dem Tee das Freie gesucht, in der Hoffnung, dass Luft und Bewegung ihn wiederherstellen und ihm zu einem ersprießlichen Abend verhelfen würden. Aber diese kleine Flucht von der Arbeit an die Luft bringt keine Kraft und kein Erstarken des Willens, denn die Luft die Aschenbach atmet, ist nicht frisch, sondern dumpfig wie im August, sie führt den Helden geradewegs in die Krise, verstärkt seine Mattigkeit und verführt ihn zur Träumerei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Novelle - Eine Definition: Erläutert die literaturtheoretischen Grundlagen der Novelle von der Renaissance bis zur Moderne.

2. Entstehung von ..Der Tod in Venedig": Skizziert die Entstehungsgeschichte des Werks und den Übergang von ersten Planungen hin zur finalen Novelle.

3. Gesamtwerkszusammenhang mit „Der Tod in Venedig": Verortet die Novelle in Thomas Manns Schaffen und setzt sie in Bezug zu anderen Werken wie „Buddenbrooks“ oder „Tonio Kröger“.

4. Inhalt: Bietet einen Überblick über die Handlung und den Werdegang Aschenbachs von seiner Abreise nach Venedig bis zu seinem Tod.

5. Aufbau: Analysiert die Struktur der Erzählung und die Korrespondenz zwischen Handlungsablauf und seelischer Entwicklung des Protagonisten.

6. Erzählperspektive / Stil: Untersucht den Einsatz von Ironie, Parodie und die Bedeutung der zentralen Perspektive Aschenbachs.

7. Interpretation: Phasen des Daseins: Unterteilt das Leben und die Entwicklung Aschenbachs in fünf aufeinanderfolgende, entscheidende Phasen.

8. Deutung des Untergangs: Erörtert die tragische Notwendigkeit des Scheiterns und die griechischen Motive der Bestrafung von Hochmut.

9. Homoerotik: Diskutiert die Bedeutung der homoerotischen Züge in Aschenbachs Liebe zu Tadzio und deren symbolische Aufladung.

10. Venedig: Reflektiert die Funktion des Schauplatzes Venedig als „zweite Vaterstadt“ und todbringendes Symbol.

11. Aussage: Fasst das zentrale Anliegen der Novelle als kritische Auseinandersetzung mit der Existenzform des Künstlers zusammen.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Der Tod in Venedig, Gustav von Aschenbach, Novelle, Künstlertum, Zucht, Leidenschaft, Cholera, Tadzio, Homoerotik, Mythologie, Venedig, Untergang, tragische Ironie, Existenzvernichtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine tiefgehende literaturwissenschaftliche Analyse von Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ unter besonderer Berücksichtigung der Künstlerproblematik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Polarität zwischen Zucht und Sinnlichkeit, die Bedeutung mythologischer Bezüge, die Rolle der Homoerotik sowie die symbolische Aufladung des Schauplatzes Venedig.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Aschenbachs strenge, auf Leistung basierende Lebensweise unter dem Einfluss der Leidenschaft kollabiert und in einen unvermeidlichen Untergang mündet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt eine textimmanente Interpretation und stützt sich auf strukturanalytische Ansätze sowie den Vergleich mit dem Gesamtwerk Thomas Manns.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine phasenweise Interpretation der Handlung, eine Untersuchung der Erzähltechnik und eine eingehende Motivdeutung, etwa in Bezug auf den „Todesboten“ oder das Konzept der „Künstlerexistenz“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Künstleregoismus, dionysische Leidenschaft, tragische Ironie, Verweisungstechnik und die ästhetische Sublimierung.

Inwieweit spielt das Motiv des „Betrugs“ eine Rolle für Aschenbach?

Der Text arbeitet heraus, dass Aschenbachs Identität als „Moralist der Leistung“ auf einer strengen Unterdrückung seiner Natur basiert, was ihn laut Analyse zu einem „geborenen Betrüger“ macht, der diese Fassade letztlich nicht aufrechterhalten kann.

Welche Rolle spielt die Cholera in der Erzählung?

Die Cholera fungiert nicht nur als realer Auslöser für den Tod Aschenbachs, sondern ist primär als Symbol für das „Chaos“ und die Zersetzung bürgerlicher Ordnung sowie künstlerischer Disziplin zu verstehen.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Interpretation: Thomas Mann - Der Tod in Venedig
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Einführung in die Literaturwissenschaft
Grade
2,3
Author
M.A. Saskia Dams (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V1302
ISBN (eBook)
9783638108140
ISBN (Book)
9783638956314
Language
German
Tags
Thomas Mann Tod in Venedig Venedig Novelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Saskia Dams (Author), 2001, Interpretation: Thomas Mann - Der Tod in Venedig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302
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