Die Förderung des Hörsinnes durch die Hörerziehung im Kindergarten


Hausarbeit, 2008

30 Seiten, Note: 1,0

Anne Herrmann (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Das Wunderwerk Ohr
1.1 Sinnesorgan Ohr - das Ohr zur Welt
1.2 Die Bestandteile des menschlichen Ohrs
1.3 Der Aufbau des Ohrs
1.4 Wozu haben wir Ohren?
1.5 Was kann das Ohr?

2. Schon gehört!
2.1 Die Entwicklung des Gehörs - vom Säugling bis zum Vorschulkind
2.2 Wie Kinder das Hören lernen
2.3 Warum das Hören so wichtig ist
2.4 Von Tonwahrnehmung und Lautstärke

3. Wenn die Ohren nichts mehr hören
3.1 Ursachen und Arten von Hörschädigungen
3.2 Hinweise auf Hörschwierigkeiten bei Kindern
3.3 Verdacht „hörgeschädigt“ - und jetzt?

4. Das Abenteuer Hören im Kindergarten
4.1 Hörerziehung - was ist das?
4.2 Warum muss der Hörsinn gefördert werden?
4.3 Welche Ziele verfolgt die Hörerziehung?
4.4 Welche Aufgaben hat die pädagogische Fachkraft?
4.5 Das methodische Vorgehen in der Hörerziehung

5. Projektarbeit: „ Ganz Ohr sein! “
5.1 Intention
5.2 Inhalte des Projektes

6. Anhang
6.1 Mindmap zur Projektübersicht
6.2 Die Ohrenkiste
6.3 Lärm und seine Folgen
6.4 Lärm im Kindergarten - so bekommt man`s in den Griff
6.5 Hörtipps für den Kindergarten

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

Vorwort

„ Nicht sehen trennt den Menschen von den Dingen.

Nicht hören trennt den Menschen vom Menschen." Zitat: Immanuel Kant Schon der Philosoph Immanuel Kant hat diese Feststellung gemacht - und trotzdem achten wir zum Einem viel zu wenig auf unsere Ohren und zum Anderen muten wir ihnen viel zu viel zu.

Dem Lärm, der uns den ganzen Tag umgibt, sind unsere Ohren schutzlos ausgeliefert und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir schon in frühen Jahren beginnen, unsere Ohren zu schützen und zu pflegen. Um dies aber bewusst leisten zu können, sind die Eltern und Erzieher gefragt, die sich jeden Tag mit den Jungen und Mädchen auseinandersetzen. Es ist an ihnen, den Kindern die Wichtigkeit des Hörsinnes zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass es auch anders geht.

Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, meine Facharbeit über das Thema Hörerziehung im Kindergarten bzw. über die Förderung des Hörsinnes zu schreiben. Denn nur wenn man sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, kann man die nötigen Hintergrundinformationen erlangen, die man braucht, um den Jungen und Mädchen ein Vorbild sein zu können. Zusätzlich erwirbt man dadurch Kompetenzen, die für die Arbeit mit den Kindern im Bereich Hörerziehung unerlässlich sind. Deshalb möchte ich auch mein erworbenes Wissen an meine Kolleginnen weiter geben. Auch sie sollen, um die Wichtigkeit des Hörsinnes und über die Förderungsmöglichkeiten, aufgeklärt werden. Diese gewonnen Erkenntnisse können die Fachkräfte in ihre praktische Arbeit einfließen lassen und somit ihre berufliche Kompetenz erweitern.

Meine Facharbeit soll aber nicht nur eine Bereicherung für die Erzieher und Erzieherinnen sein, sondern auch für die Kinder. Da diese ebenfalls von diesem Wissen profitieren.

1. Das Wunderwerk Ohr

1.1 Sinnesorgan Ohr - das Ohr zur Welt

Unser Ohr ist ein echtes Wunderwerk, es ist ein hochkomplexes System, das permanent im Einsatz ist. Das Gehör ist allerdings so komplex, dass es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen ist, alle wichtigen Funktionen bis ins Detail zu erforschen.

Das Ohr (Lateinisch auris) ist das empfindlichste unserer Sinnesorgane und das erste Organ, dass - schon ungefähr 18 Wochen nach der Zeugung - fertig ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass es als erstes seine Tätigkeit aufnimmt und es ist in der Regel auch das letzte der Sinnesorgane, welches seine Funktion einstellt.

Eine Fähigkeit, die das Wunderwerk Ohr nicht besitzt, ist, dass sie sich einfach zurückziehen oder zuzumachen, wenn es zu viel wird. Die Ohren sind dem ständigen Lärm, dem Stimmengewirr und der musikalischen Dauerbeschallung hilflos ausgeliefert. Sie können sich also nicht vor der Reizüberflutung im Alltag schützen, wie beispielsweise die Augen. Trotzdem lassen sie uns meist nicht im Stich, deshalb ist es besonders wichtig, dass wir sie schützen. Denn ohne unsere Ohren könnten wir weder sprechen noch lesen oder schreiben.

Aber unsere Ohren können nicht nur hören, sondern sie haben noch weitere Fähigkeiten, die uns im Alltag hilfreich sind, auch wenn wir es oft vergessen oder gar nicht wissen. Sie können beispielsweise Töne, Geräusche und Klänge wahrnehmen und diese unterscheiden oder Entfernungen abschätzen. Deshalb wissen wir auch, wo die Person, die uns ruft, sich befindet, dass heißt weit entfernt oder gleich neben uns.1

1.2 Die Bestandteile des menschlichen Ohrs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Querschnitt des menschlichen Ohrs2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten3

1.3 Der Aufbau des Ohrs

Außenohr

Das äußere Ohr umfasst den Ohrknorpel, die Ohrmuschel, das Ohrläppchen und den äußeren Gehörgang. Die vielen Erhebungen und Vertiefungen der Ohrmuschel bilden jeweils akustische Resonatoren, die bei Schalleinfall aus einer bestimmten Richtung angeregt werden.4

Mittelohr

Zum Mittelohr gehören das Trommelfell, die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss) sowie der Steigbügel, die eustachische Röhre verbindet das Mittelohr und den Nasen- Rachen-Raum. Außerdem findet eine mechanische Impedanzwandlung statt, diese ermöglicht eine optimale Übertragung des Signales vom Außen- zum Innenohr.5

Innenohr

Das Innenohr besteht aus der Gehörschnecke, in der der Schall in Nervenimpulse umgesetzt wird, und dem Labyrinth, welches als Gleichgewichtsorgan dient. Gehörschnecke und die Bogengänge sind ähnlich aufgebaut, denn beide sind mit Flüssigkeit (Endolymphe) gefüllt und haben Haarzellen. Diese feinen Haare reichen bis in die Flüssigkeit. Durch die Bewegungen der Flüssigkeit werden die Härchen gebogen und dabei werden Nervenimpulse ausgelöst.6 Die von den Haarzellen abgegebenen bioelektrischen Impulse werden vom Hörnerv aufgenommen - einer komplexen, aus rund 30 000 Fasern bestehenden Nervenbahn, die das Innenohr mit dem Hörzentrum im Gehirn verbindet.7

1.4 Wozu haben wir Ohren?

Das menschliche Ohr hat einige enorm wichtige Aufgaben zu erfüllen. Denn es dient zum einem dem Hören und zum anderen sitzt in unserem Ohr der Gleichgewichtssinn. Außer diesen zwei sich im Ohr befindlichen Dingen ist auch die Schall-Lokalisation ein wichtiges Instrument.

Der Gehörsinn

Die Ohren sind die "Empfangsstationen" des Gehörzentrums im Gehirn. Ihre Anordnung auf beiden Seiten des Kopfes ermöglicht uns das räumliche Hören. So können wir die Geräuschquellen lokalisieren. Über die Ohrmuschel und durch den Gehörgang gelangen die Schallwellen ins Innenohr. Durch die Vibration des Trommelfells werden Hammer, Amboss und Steigbügel aktiviert. Die Hebelwirkung dieser kleinsten Knochen des Menschen erhöht den Schalldruck um etwa das 20-fache. Derartig verstärkt, gelangen die einzelnen Töne zur Ohrschnecke (Cochlea).

In der Ohrschnecke befindet sich eine feine, straffe Membran, die Basilarmembran. Auf ihr befindet sich das Cortische Organ mit etwa 20.000 Haarzellen, die in 24 Gruppen unterteilt sind. Die Haarzellen wandeln die eingehenden mechanischen Reize in elektrische Impulse um. Diese Impulse erregen den Hörnerv, eine aus rund 30.000 Fasern bestehende Nervenbahn, die sie ans Gehörzentrum im Gehirn weiterleitet. Erst dort werden die einzelnen Töne decodiert und „verstanden“.8

Gleichgewichtssinn (Vestibuläre Wahrnehmung)

Das Zentrum der vestibulären Wahrnehmung liegt im Innenohr und im Kleinhirn. Der Gleichgewichtssinn hat zwei wichtige Aufgaben, zum einen ist er für die Körperhaltung zuständig und zum anderen für die Orientierung im Raum. Des Weiteren ist dieser Sinn eng mit den Augen, weiteren Sinnen und mit den Reflexen verknüpft. Auch das Empfinden für oben und unten, die Lageorientierung, der Rhythmus und die Linear- und Drehbeschleunigung des Kopfes in alle Richtungen gehören dazu.9

Schall-Lokalisation

Das Lokalisieren oder das räumliche Hören ist wichtig, um Geräuschquellen räumlich einzuordnen und die Richtung, aus der beispielsweise eine Stimme oder ein Geräusch kommt, einordnen zu können. Die auditive Lokalisation basiert auf dem Richtungshören, das wiederum die Zeit- und die Phasendifferenz zwischen beiden Ohren auswertet. Außerdem kann der Mensch seine Stimme und sein Gehör wie ein Echolot benutzen, um sich zum Beispiel in einem dunklen Raum zu orientieren.10

1.5 Was kann das Ohr?

Auditive Diskrimination

Der Mensch wäre völlig überfordert, wenn er ständig jeden einzelnen Ton, der an sein Ohr dringt, isoliert wahrnehmen und analysieren müsste. Davor schützt ihn die Fähigkeit zur auditiven Diskrimination. Das bedeutet: Töne, welche als weniger wichtig eingestuft werden, können weitgehend ausgeblendet oder in den Hintergrund gedrängt werden. Zugleich wird die Wahrnehmung auf jene Töne und Schallquellen konzentriert, die man wirklich zu hören wünscht.11

Selektive Wahrnehmung

Auf Grund der selektiven Wahrnehmung ist es dem Menschen möglich, sich in lauter Umgebung auf bestimmte akustische Informationen zu konzentrieren; beispielsweise sich im Geräusch- und Stimmengewirr eines öffentlichen Lokals auf bestimmte Gesprächspartner zu fixieren. Das gilt auch für das Schlafen, denn dabei werden relativ laute Geräusche wie beispielsweise das Vorbeifahren eines Zuges nicht gehört, während uns relativ leise Warngeräusche sofort aus dem Schlaf reißen.12

[...]


1 Vgl. Renate Zimmer- Handbuch der Sinneswahrnehmung , Herder Verlag Freiburg, 1995 (Seite 86)

3

2 Bild www.de.Wikipedia.org/wiki/ohr 28.12.2007

3 Vgl. Dr. J.P. Schadé- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag, 1993 (Seite 148-149)

4 Vgl. Dr. J.P. Schadè- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag Jena, 1993 (Seite 148-149)

5 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 4-6)

6 Vgl Dr. J.P. Schadè- Anatomischer Atlas des Menschen, Gustav Fischer Verlag Jena, 1993 (Seite 148-149)

7 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 4-6)

8 Vgl. TPS: Das Ohr Kallmeyer Heft 3/ 2004 (Seite 6)

9 Vgl. www.de.wikipedia.org/wiki// vestibul%C3%A4re Wahrnehmung 3.01. 2008

10 Vgl. TPS- Das Ohr, Kallmeyer, Heft 3/ 2004 (Seite 10)

11 Vgl. Renate Zimmer- Handbuch der Sinneswahrnehmung, Herder Verlag Freiburg, 1995 (Seite 91)

12 Vgl. Renate Zimmer- Handbuch der Sinneswahrnehmung, Herder Verlag Freiburg, 1995 (Seite 91)

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die Förderung des Hörsinnes durch die Hörerziehung im Kindergarten
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V130329
ISBN (eBook)
9783640387700
ISBN (Buch)
9783640388097
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Förderung, Hörsinnes, Hörerziehung, Kindergarten
Arbeit zitieren
Anne Herrmann (Autor:in), 2008, Die Förderung des Hörsinnes durch die Hörerziehung im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130329

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