Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten transformatorischen Führungsstil und Diskussion der Auswirkung auf die Mitarbeiter


Seminararbeit, 2022

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Dunkle Triade
2.2 Transformatorischer Führungsstil

3 Hauptteil
3.1 Die dunkle Triade und Führungspositionen
3.2 Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten, transformationalen Führungsstil
3.3 Auswirkungen der dunklen Triade auf die Mitarbeiter

4 Zusammenfassung und Fazit

Literatur

1 Einleitung

In einer immer mehr und mehr vernetzten und komplexen Welt steigt auch die Komple­xität der Unternehmensstrukturen. So gibt es heutzutage innerhalb eines Unternehmens feingranulare Team- oder Abteilungszugehörigkeiten, bei welchen die Rollenverteilung zwi­schen Führungskraft und Mitarbeiter klar definiert ist. Die Herausforderung hierbei ist, dass der Erfolg eines Teams oder einer Abteilung und dessen Mitarbeiter von der Leitung durch die Führungskraft abhängig ist. Ist dies nicht erfolgreich, etwa wenn die Mitarbei­ter negativ durch die Führungskraft beeinflusst werden, ist letztlich auch mit negativen Konsequenzen für das Unternehmen zu rechnen.

Beginnt man die Suche in Google mit den Wörtern „Mein Chef“ erhält man unter an­derem folgende Vorschläge: „Mein Chef macht mich krank“, „Mein Chef ist respektlos“, „Mein Chef mobbt mich“, „Mein Chef ist ein Narzisst“. Ohne weiteres Wissen vorauszu­setzen, ist an dieser Stelle bereits zu erkennen, dass es in der Welt der Führungskräfte und Mitarbeiter reichlich Konfliktpotential gibt, welches sich negativ auf die Mitarbeiter auswirkt.

Im Zentrum dieser Seminararbeit steht die dunkle Triade, ein meist negativ assoziiertes Persönlichkeitskonstrukt, sowie der transformationale Führungsstil, welcher sich stark auf die Motivation der Mitarbeiter eines Unternehmens konzentriert. Nach einer Begriffsde­finition, welche die Voraussetzungen für die Behandlung des Themas darstellt, erfolgt zunächst eine kurze Beantwortung der Frage, wieso Personen der dunklen Triade (oft) in Führungspositionen gelangen. Darauf wird der Einfluss der dunklen Triade auf den genannten Führungsstil und die entsprechende Führungskraft dargestellt. Letztlich bleibt noch die Frage, wie sich die dunkle Triade auf die Mitarbeiter eines Unternehmens aus­wirkt. Zunächst wird der generelle Einfluss der dunklen Triade auf andere anhand eines realen Beispiels dargestellt, wonach zusätzlich ein kurzes, fiktives Beispiel genutzt wird, um die Auswirkungen auf die Mitarbeiter zu verdeutlichen. Anhand der Darstellung der Auswirkungen auf den Mitarbeiter wird so ein Einblick gegeben, wie die aufgeführten Google-Suchanfragen zustande kommen können.

2 Begriffsdefinitionen

Um eine angemessene Antwort auf die Fragestellung zu finden, müssen zunächst alle in diesem Kontext notwendigen Begriffe definiert werden. Dieses Kapitel dient dazu, die Begriffe dunkle Triade und transformatorischer Führungsstil zu erklären. Durch die Schaf­fung dieser Grundlage kann in einem nächsten Schritt der Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten, transformatorischen Führungsstil betrachtet werden.

2.1 Dunkle Triade

Die dunkle Triade, oder auch die dunkle Triade der Persönlichkeit (engl. Dark Triad of Personality) genannt, wurde von Paulhus und Williams zum ersten Mal im Jahr 2002 beschrieben. Die dunkle Triade besteht dabei aus drei verschiedenen Dimensionen, dem Narzissmus, dem Machiavellismus und der subklinischen Psychopathien und beschreibt deren Zusammenhänge und die Auswirkungen auf den Menschen. Die Psychopathie wird hierbei als subklinisch bezeichnet, was bedeutet, dass diese Erkrankung nur in schwacher Form auftritt und somit die betroffenen Personen nicht als psychisch Erkrankte eingestuft werden können (Furtner, 2017). In dem folgenden Abschnitt wird jeder dieser Dimensio­nen einzeln beschrieben.

Narzissmus

Der Begriff Narzissmus bezeichnet ein Persönlichkeitsmerkmal, wenn die betroffene Per­son eine überschätzte und nicht realistische Wahrnehmung von sich selbst besitzt, sodass bei dieser Person das „Ich“ im Zentrum steht. Dies äußert sich unter anderem durch das Verlangen nach Aufmerksamkeit und Macht. Außerdem stehen die Bedürfnisse anderer Personen immer an zweiter Stelle oder werden nicht beachtet, wobei Andere gerne für die eigenen Zwecke missbraucht werden. Personen, die zu narzisstischen Zügen tendieren, neigen zu überheblichem Verhalten und versuchen, vor anderen Personen anzugeben oder diese sogar zu manipulieren bzw. zu verunsichern, um selbst als besser oder bedeutsamer zu erscheinen. Wenn die Bedürfnisse solcher narzisstischen Personen nicht erfüllt wer­den können, sind diese schnell frustriert und verhalten sich feindselig gegenüber anderen Personen. Der Ursprung des Narzissmus liegt in einem erhöhten, dafür aber instabilem Selbstwertgefühl. (Externbrink, 2018)

Machiavellismus

Personen, die von dem Machiavellismus betroffen sind, besitzen eine manipulative Per­sönlichkeit. Der Kern des Machiavellismus ist es, Strategien zur der Manipulation und dem Betrug anderer Personen zu nutzen, um somit die eigenen Interessen durchzusetzen. Dies gelingt vor allem dann, wenn der Machiavellist Andere eher als Objekte anstatt als reale, individuelle Personen ansieht, da dadurch die Hemmschwelle für das eigene Handeln gesenkt wird und die Manipulation besser gelingt. Die Konsequenz daraus ist, dass soziale Interaktionen für einen Machiavellist nur dem eigenen Nutzen dient und somit von ihrer Seite aus keine emotionale Einbindung entsteht. Moralische Werte spielen keine Rolle. Der Antrieb ihrer Handlungen liegt darin, die eigenen Ziele zu erreichen. Machiavellisten werden oft als ehrgeizig und clever eingeschätzt, was dazu führt, dass das manipulative Verhalten oft nicht von anderen Personen identifiziert wird. (Kruse, 2016)

Subklinische Psychopathie

Die Psychopathie wird auch als die dunkelste Dimension der dunklen Triade bezeichnet, wobei wieder zu erwähnen ist, dass es sich um die nicht-klinische Ausprägung der Psycho­pathie handelt und nicht um das „klassische Bild“ eines Psychopathen, wie es zum Beispiel bei psychopathischen Serienmördern der Fall ist. Letzteres ist eine extreme Ausprägung und klinische Erkrankung der Psychopathie. Die subklinische Psychopathie ist eine Per­sönlichkeitsstörung, bei welcher die Betroffenen impulsiv und mit wenig Selbstkontrolle handeln. Sie gehen dabei risikoreich, gefühlslos und kalt vor, wobei keine Rücksicht auf andere Personen genommen und keine Reue gezeigt wird. In der Literatur wird die Psy­chopathie in zwei Formen eingeteilt: die primäre Psychopathie und die sekundäre Psycho­pathie. In diesem Kontext ist die primäre Psychopathie die anzutreffende Form, da diese ein Defizit beschreibt, welches angeboren ist und sich vor allem durch Gleichgültigkeit, Empathielosigkeit und Manipulationsfähigkeit äußert. Subklinische Psychopathen können aufgrund dieser Eigenschaften besonders erfolgreich sein, da sie sich auf ihre eigenen Ziele fokussieren und keine Rücksicht auf die Auswirkungen ihres Handels auf andere Personen nehmen. Außerdem verstehen sie es, ihren Charakter hinter einer Fassade zu verbergen. (Furtner, 2017; Kruse, 2016)

Nach der Definition der einzelnen Dimensionen der dunklen Triade ist zu erkennen, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt, die sich als die Kernpunkte der dunklen Triade äußern. So wird das eigene Wohl und die eigenen Ziele über das Wohl der anderen gestellt. Es wird emotional kalt, rücksichtslos, egoistisch, Ich-orientiert und ohne Moral gehandelt. Betroffene der dunklen Triade sind außerdem machtgierig und manipulativ, auch diese Eigenschaften helfen ihnen, ihre Bedürfnisse nach Geld, Macht und Status zu erfüllen, indem sie oftmals zu Führungspositionen aufsteigen (Finckler, 2017).

2.2 Transformatorischer Führungsstil

„My job is not to be easy on people. My job is to take these great people we have and to push them and make them even better.“ - Steve Jobs (Walter, 2013)

Im Kontext des Leaderships werden vor allem die Begriffe der transaktionalen und trans- formationalen Führung als moderne Führungsstile benannt. Die transaktionale Führung sorgt in einem Unternehmen für die notwendige Ordnung und zeichnet sich durch ana­lytische, sach-orientierte, planende und kontrollierende Führung aus. Das Motto „Dinge richtig tun“ zeichnet die transaktionale Führung aus, wobei die Effizienz im Mittelpunkt steht. Daneben gibt es den transformationalen Führungsstil, wobei sich dieser Führungs­stil durch Inspiration, Vision, Motivation und Kommunikation äußert. Das Ziel ist es, die „richtigen Dinge zu tun“. Somit fokussiert sich der transformationale Führungsstil auf die Effektivität eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter (Lauer, 2019). Beide dieser Füh­rungsstile sind relevant und ergänzen sich, im Rahmen dieser Ausarbeitung wird jedoch der transformationale (oder transformatorische) Führungsstil näher betrachtet.

Im Mittelpunkt des transformationalen Führungsstils steht die intrinsische Motivation der Mitarbeiter, also die Mitarbeiter durch ihren inneren Anreiz und ihre innere Motivation für die Erfüllung der Unternehmensziele zu nutzen. Zur Umsetzung dieses Führungsstils gibt es vier Kernpunkte, die auf den Umgang mit den Mitarbeitern abzielen.

Der idealisierte Einfluss beschreibt die Identifikation der Mitarbeiter zu ihrer Füh­rungskraft, es soll eine Art Vorbild entstehen. Somit werden Mitarbeiter loyaler und der Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern und der Führungskraft steigt. Dies muss in erster Linie durch das Charisma der Führungskraft erreicht werden.

Bei der inspirierenden Motivation wird durch die Kommunikation der Vision des Un­ternehmens die Motivation und der Antrieb der Mitarbeiter gefördert. Die Mitarbeiter sollen optimistisch und enthusiastisch sein. Dabei muss die Vision attraktiv verpackt wer­den, um eine Festsetzung der Ziele dieser Vision bei den Mitarbeitern zu erreichen.

Die intellektuelle Stimulation zielt darauf ab, den Blickwinkel der Mitarbeiter zu än­dern. Durch die Hinterfragung von vorhandenen Annahmen und Voraussetzungen werden Aufgaben und Probleme neu angegangen. Somit wird das problemlösende Denken bei den Mitarbeitern gefördert und die Möglichkeit geschaffen, über den Tellerrand zu schauen und eigene Ideen einzubringen.

Um das volle Potential der Mitarbeiter auszuschöpfen ist es wichtig, diese zu fördern. Die individuelle Zuwendung beschreibt die individuelle Unterstützung eines Mitarbei­ters in seiner Entwicklung. Dabei soll der Mitarbeiter in seinem Werdegang unterstützt und seine persönlichen Bedürfnisse miteinbezogen werden. Durch die Förderung und Wei­terentwicklung wird er letztendlich wertvoller für das Unternehmen. (Fallgatter, 2020; Bentley & Saklofske, 2021)

Aus diesen Punkten lässt sich erkennen, dass eine Führungskraft bei der transformatio- nalen Führung die Rollen eines Coaches, Leaders, Enablers und Vorbilds übernimmt. So wird die intrinsische Motivation der Mitarbeiter angesprochen und ihre Leistung gestei­gert. Ein prominentes Beispiel einer transformationalen Führungskraft ist Steve Jobs. Der transformationale Führungsstil orientiert sich an Veränderungen und ist besonders für ein im Wandel befindliches Umfeld geeignet.

3 Hauptteil

In diesem Kapitel wird der Einfluss der dunklen Triade betrachtet. Dabei wird zunächst ein kurzer Überblick gegeben, wieso Personen der dunklen Triade (oft) in Führungsposi­tionen gelangen. Darauf folgt die Betrachtung des Einflusses der dunklen Triade auf einen ausgeprägten, transformationalen Führungsstil. Zuletzt werden die Auswirkungen auf die Mitarbeiter dargestellt und diskutiert. In diesem Kapitel soll die Fragestellung vor allem durch die eigene Kreativität gelöst werden.

3.1 Die dunkle Triade und Führungspositionen

Generell ist zu erkennen, dass Personen, die die Persönlichkeitsmerkmale der dunklen Triade besitzen, leichter in Führungspositionen gelangen als Personen ohne diese Persön­lichkeitsmerkmale. Das lässt sich auf die charakterlichen Eigenschaften der dunklen Triade zurückführen, die in Kapitel 2.1 dargestellt sind.

Manipulatives und unethisches Verhalten sowie die Rücksichtslosigkeit sind Eigenschaften, die Personen der dunklen Triade helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen. Es wird lediglich auf sich selbst geachtet, unabhängig der negativen Konsequenzen für andere. Außerdem wurde gelernt, dass diese Personen sehr selbstbewusst und Ich-bezogen auftreten und somit ein von sich überzeugtes Bild nach außen tragen. Das Selbstbewusstsein ist eine wichtige Eigenschaft für Führungskräfte und für das Führen von Mitarbeitern und ver­schafft den Betroffenen der dunklen Triade somit einen Vorteil, wenn es um die Auswahl der Führungskraft geht.

Des Weiteren ist es für Personen mit den Eigenschaften der dunklen Triade einfacher, in die oberen Etagen der Führungspositionen zu gelangen. Das große Verlangen nach Macht, Status und Geld ist ein Motor, der diese Personen antreibt und dadurch können weitere Aufstiegsmöglichkeiten eröffnet werden. (Schiemann & Jonas, 2020)

3.2 Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten, transformationalen Führungsstil

In diesem Abschnitt wird der Einfluss der dunklen Triade auf einen transformationalen Führungsstil dargestellt. Dafür werden die in Kapitel 2.1 beschriebenen Persönlichkeits­merkmale zunächst einzeln betrachtet.

Narzissten sehnen sich nach Macht und wollen gerne die Führung übernehmen. Dies hat zur Folge, dass sie ihre eigene Meinung durchsetzen wollen, was letztlich die Meinung und die Ansichten der anderen, genauer ihrer Mitarbeiter, beeinflusst. Aufgrund ihres egozen­trischen Weltbildes legen Narzissten als Führungspositionen die Visionen so aus, dass sie für sich selbst vorteilhaft sind und ihren Vorstellung entsprechen. Da dies nicht zwingend mit der Vision des Unternehmens übereinstimmt, entsteht ein Widerspruch zum transfor- mationalen Führungsstil, da dieser durch die Vermittlung einer unternehmerischen Vision die intrinsische Motivation der Mitarbeiter steigen soll. In Bezug auf die individuelle Unterstützung des Mitarbeiters ist es fraglich, ob eine Ich-bezogene Führungskraft eine angemessene Unterstützung für den Werdegang des Mitarbeiters leisten kann. Schließlich interessiert sich eine Ich-bezogene Person nicht für die Bedürfnisse anderer. Weiterhin ist bekannt, dass Narzissten sich schnell frustriert und feindselig verhalten. Im Fehlerfall ist es somit und durch den Egoismus eines Narzissten sehr wahrscheinlich, dass es kein Zuge­ständnis gibt, sondern der Fehler auf andere Mitarbeiter abgewälzt wird. Es entsteht also ein Konfliktpotential in der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter. Aufgrund dieses Verhaltens kann die Führungskraft der Vorbildfunktion nicht gerecht werden, was gegen einen transformationalen Führungsstil spricht.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten transformatorischen Führungsstil und Diskussion der Auswirkung auf die Mitarbeiter
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Veranstaltung
Advanced Management
Note
1,5
Autor
Jahr
2022
Seiten
13
Katalognummer
V1303406
ISBN (Buch)
9783346769947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dunkle Triade, transformatorischer Führungsstil, Auswirkungen auf die Mitarbeiter
Arbeit zitieren
Tobias Roth (Autor:in), 2022, Einfluss der dunklen Triade auf einen ausgeprägten transformatorischen Führungsstil und Diskussion der Auswirkung auf die Mitarbeiter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1303406

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