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Schulische Sozialisation nach der Bezugsgruppenkonzeption.

Ein bildungs- und gruppensoziologischer Einblick in die Jugendphase

Title: Schulische Sozialisation nach der Bezugsgruppenkonzeption.

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tobias Reiche (Author)

Sociology - Children and Youth
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Die vorliegende Erarbeitung setzt sich mit der Sozialisation von Schülerinnen und Schülern im Lebensbereich Schule auseinander und stellt dabei insbesondere auf die wechselseitigen Prozesse ab, die vor allem die Beziehungen der Schüler untereinander entscheidend beeinflussen. Schule war und ist eine für Kinder und Jugendliche maßgebliche Sozialisationsinstanz, in der zukünftig durch weitreichende Umwandlung in Ganztagsschulen tendenziell
mehr Zeit verbracht werden wird als dies bisher der Fall war.

Thematisch richtet die Arbeit ihren übergeordneten Blick auf die Soziologie der Gruppe, so dass nach einer kurzen Vorstellung der Schule als Sozialisationsagentur in Kapitel 1 die vielfältigen gruppendynamischen Prozesse beleuchtet werden sollen. Den Kern der Arbeit stellt das dritte Kapitel dar, in dem zunächst einige theoretische, dann auch praxisbezogene Überlegungen zum Bezugsgruppenkonzept angestellt werden.

Nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch in anderen Formen von Bezugsgruppen nimmt die genannte Konzeption einen bedeutsamen
Stellenwert in der Gruppensoziologie, vor allem aber auch in der modernen Sozialpsychologie ein. Sie untersucht den Einfluss sozialer Gruppen auf das Wahrnehmen, Denken und Handeln von Personen und sollte somit von Lehrkräften an Schulen und Vorschulen sowie Fachkräften auf anderen pädagogischen Tätigkeitsfeldern nicht unberücksichtigt bleiben. Es wird zu erkennen sein, dass eine Schulklasse als Ganzes ebenso wie kleinere daraus und darüber hinaus entstandene Gruppen eine beträchtliche Sozialisationswirkung auf das Individuum entfachen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Schule als Sozialisationsinstanz

1.1 Sozialisation als vielseitig anwendbarer Begriff

1.2 Die Verlagerung von Sozialisation in den Schulbereich

2 Schulen als Orte gruppendynamischer Prozesse

3 Sozialisation nach dem Bezugsgruppenkonzept

3.1 Begriffliche Einordnung

3.2 Ausgangspunkte der Bezugsgruppentheorie

3.3 „Normatives“ vs „Interpretatives Paradigma der Bezugsgruppentheorie

3.4 Relative Deprivation als Sonderfall der Bezugsgruppentheorie

3.5 Soziale u. personale Bedingungen d. Bezugsgruppenwahl

3.6 Bezugsgruppentheorie aus der Personperspektive

3.7 Bezugsgruppentheorie aus der Gruppenperspektive

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Schule als zentrale Sozialisationsinstanz für Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Fokus auf gruppendynamische Prozesse. Ziel ist es, das Konzept der Bezugsgruppe theoretisch zu fundieren und dessen Bedeutung für das Sozialverhalten sowie die Identitätsbildung von Schülern im schulischen Kontext zu verdeutlichen.

  • Sozialisation im Lebensbereich Schule
  • Gruppendynamische Prozesse in Schulklassen
  • Theoretische Grundlagen der Bezugsgruppentheorie
  • Individuation und Integration als Spannungsverhältnis
  • Einfluss von Bezugsgruppen auf Leistungsverhalten und Selbstbild

Auszug aus dem Buch

3.2 Ausgangspunkt der Bezugsgruppentheorie

Lange Zeit verließ sich die Wissenschaft in der Frage, was die Bestimmungsgründe für soziales Handeln des Menschen sind, auf ein allgemein anerkanntes Konformitätstheorem. Im Rahmen einer Studie über Einstellungen und Auffassungen bezüglich der eigenen Situation und der sozialen Stellung kamen empirische Befunde auf, die nicht mit den bis dato geltenden Grundannahmen über die Bedingungen jenes sozialen Handelns vereinbar waren. Zwar erwiesen sich die Annahmen in vielen Fällen als zutreffend, konnten jedoch nicht erklären, warum sich beispielsweise amerikanische Collegestudenten und US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg nicht an der eigenen, sondern an einer Fremdgruppe orientierten. Es ist also zu fragen, wodurch Gruppenzugehörigkeiten von Personen bestimmt werden.

Um die Widersprüche aufzulösen unterscheidet Gukenbiehl die bislang undifferenzierten Begriffe „Mitgliedschaft“ und „Zugehörigkeitsgefühl“. Beide Begriffe beschreiben Formen der Zugehörigkeit von Personen zu Gruppen, jedoch in unterschiedlichen Qualitätsstufen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Schule als Sozialisationsinstanz ein und skizziert den Fokus auf gruppendynamische Prozesse sowie das Bezugsgruppenkonzept.

1 Die Schule als Sozialisationsinstanz: Dieses Kapitel definiert den Sozialisationsbegriff und erläutert die zunehmende Bedeutung der Schule bei der Tradierung kultureller Werte.

2 Schulen als Orte gruppendynamischer Prozesse: Hier werden die Funktionen von Sozialisationsprozessen sowie der Zusammenhang zwischen sozialer Identitätsbildung und der schulischen Umgebung beschrieben.

3 Sozialisation nach dem Bezugsgruppenkonzept: Das Kernkapitel überträgt gruppensoziologische Erkenntnisse auf den schulischen Alltag und analysiert Vergleichs- und Bezugsprozesse.

4 Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass Lehrkräfte die Bezugskonstellationen innerhalb der Klasse für eine gelungene Förderung der Schüleridentität berücksichtigen sollten.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Bezugsgruppentheorie, Schule, Gruppensoziologie, Identitätsbildung, Individuation, Integration, Relative Deprivation, Sozialpsychologie, Schulklima, Gruppendynamik, Normatives Paradigma, Interpretatives Paradigma

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schule als eine maßgebliche Sozialisationsinstanz und untersucht, wie soziale Gruppenprozesse das Verhalten und die Identität von Schülern prägen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Bezugsgruppentheorie, das Spannungsfeld zwischen Individuation und Integration sowie die Praxisrelevanz gruppendynamischer Prozesse in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wirkungsweise von Bezugsgruppen auf das Individuum zu erklären und aufzuzeigen, wie Schüler durch Vergleichsprozesse ihr eigenes Handeln und Selbstbild ausrichten.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen bildungs- und gruppensoziologischen Ansatz, der durch eine literaturbasierte Analyse theoretischer Paradigmen und empirischer Studien wie der Stouffer-Studie geprägt ist.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung des Bezugsgruppenkonzepts, die Unterscheidung zwischen normativen und interpretativen Paradigmen sowie die psychologischen Faktoren der Bezugsgruppenwahl.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialisation, Bezugsgruppenkonzept, Identitätsbildung, Gruppendynamik und die Rollen von Lehrkräften im Kontext des sozialen Lernens.

Was bedeutet das "Spannungsverhältnis" zwischen Individuation und Integration?

Es beschreibt das Risiko, dass Schüler Schwierigkeiten haben, die Anforderungen an eine eigene individuelle Persönlichkeitsentwicklung (Individuation) mit den Erwartungen der sozialen Gruppe und der Gesellschaft (Integration) in Einklang zu bringen.

Welche Rolle spielt die "Relative Deprivation" in diesem Kontext?

Sie dient als Sonderfall der Theorie und erklärt, warum sich Individuen benachteiligt fühlen, wenn sie ihre eigene Situation mit für sie relevanten Referenzgruppen vergleichen, die besser gestellt sind.

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Details

Title
Schulische Sozialisation nach der Bezugsgruppenkonzeption.
Subtitle
Ein bildungs- und gruppensoziologischer Einblick in die Jugendphase
College
University of Koblenz-Landau  (Fachbereich 6: Kultur- und Sozialwissenschaften - Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die Soziologie
Grade
1,7
Author
Tobias Reiche (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V130358
ISBN (eBook)
9783640388578
ISBN (Book)
9783640388479
Language
German
Tags
Sozialisation Bezugsgruppe Gruppensoziologie Jugendphase Hurrelmann Gukenbiehl
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Reiche (Author), 2009, Schulische Sozialisation nach der Bezugsgruppenkonzeption., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130358
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