Die vorliegende Arbeit setzt sich mit zwei Ansätzen aus der Diskussion um den Begriff Schlüsselqualifikation auseinander. Es werden die Ansätze von Lothar Reetz und Ute Laur-Ernst betrachtet und im Anschluss daran wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese beiden Ansätze Eingang in den Transfer von Schlüsselqualifikationen gefunden haben. Hierzu werden die von F.E. Weinert postulierten zehn Thesen „Wie erwirbt man Schlüsselqualifikationen?“ herangezogen. Die Fragestellung hierbei war: Wie lassen sich Weinerts Thesen mit den beiden Ansätzen in Einklang bringen oder gibt es keinen Einklang?
Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff Schlüsselqualifikation
1.1 Zur Geschichte des Begriffes
1.2 Der Wandel des Begriffes
2. Vorstellung der Konzepte
2.1 Lothar Reetz
2.2 Ute Laur-Ernst
3. Einbezug der Konzepte in die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen
3.1 Am Beispiel der Arbeit von F.E. Weinert
4. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht zwei zentrale pädagogische Ansätze zur Definition und Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, um deren praktische Anwendbarkeit im Kontext beruflicher Bildung zu evaluieren und mit den Thesen von F.E. Weinert in Beziehung zu setzen.
- Historische Genese und Bedeutungswandel des Begriffs Schlüsselqualifikation
- Vergleichende Analyse der Konzepte von Lothar Reetz und Ute Laur-Ernst
- Theoretische Fundierung berufspädagogischer Handlungsfähigkeit
- Transfer der Ansätze auf die Anforderungen einer modernen Ausbildung
- Synthese von Theorie und Praxis anhand der Lehrmodelle von F.E. Weinert
Auszug aus dem Buch
2.1 Lothar Reetz
Wenn beiden Ansätzen gemeinsam ist, dass sie „die Bestimmung der berufspädagogischen und arbeitspsychologischen Grundlagen einer Neuorientierung der Berufsbildung, in welcher die individuelle Persönlichkeit im Mittelpunkt steht“ (Dörig, 1994, S. 104) in das Zentrum ihrer Arbeiten stellen, ist es nun an der Zeit, nach dem Wie zu fragen.
Wie also geht Reetz vor? In einem ersten Schritt untersucht Reetz den Begriff der Schlüsselqualifikationen und stellt fest, dass es sich hierbei um eine besondere Art von Qualifikation handelt. Welcher Art diese Qualifikation ist, bedarf einer näheren Untersuchung. Zunächst einmal findet sich der Begriff der Qualifikation vor allem in drei theoretischen Kontexten wieder. Und zwar in den Kontexten der „Arbeitsmarkt und der Qualifikationsforschung, der Curriculumtheorie und der Kompetenztheorie“ (Reetz, 1990, S.17). Reetz stellt weiterhin fest, dass der Begriff der Qualifikation ein relationaler Begriff ist, der die Beziehung eines Individuums und seiner situativen Umwelt kennzeichnet. Hierbei sind sich die Person und die Situation entlang einer Achse auf den gegenüberliegenden Polen zugeordnet. Der Begriff der Schlüsselqualifikationen lässt sich nun verdeutlichen wenn Individuum und Umwelt durch „das Handeln im Sinne einer Einheit von Denken und Tun“ (Reetz, 1990, S.17) miteinander in Verbindung treten. Je mehr ein Individuum in der Lage ist, die Situation handelnd zu bestimmen, sich mit ihr auseinander zusetzen, sie zu bewältigen um so mehr Handlungsfähigkeit erlangt das Individuum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff Schlüsselqualifikation: Beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Begriffs unter Dieter Mertens sowie den Wandel vom arbeitsmarktpolitischen Instrument hin zu einem persönlichkeitsorientierten Konzept.
2. Vorstellung der Konzepte: Analysiert die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven von Lothar Reetz und Ute Laur-Ernst auf Schlüsselqualifikationen und deren Bedeutung für die Berufsbildung.
3. Einbezug der Konzepte in die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen: Verknüpft die theoretischen Ansätze mit den Thesen von F.E. Weinert, um aufzuzeigen, wie Kompetenzvermittlung und Lernbedingungen in der Praxis gestaltet werden können.
4. Resümee: Führt die Analyse zusammen und betont den Wert eines theoretisch fundierten und praktisch orientierten Verständnisses von Schlüsselqualifikationen.
Schlüsselwörter
Schlüsselqualifikation, Berufsbildung, Lothar Reetz, Ute Laur-Ernst, F.E. Weinert, Handlungsfähigkeit, Persönlichkeitsbildung, Kompetenztheorie, Qualifikationsforschung, Didaktik, Lernzielsystem, berufliche Ausbildung, Schlüsselkompetenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und praktischen Relevanz des Begriffs "Schlüsselqualifikation" in der beruflichen Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des Begriffs, der Vergleich zweier bedeutender Ansätze (Reetz und Laur-Ernst) sowie deren Anwendung in Lehr-Lernsituationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Konzepte von Reetz und Laur-Ernst theoretisch fundiert sind und inwiefern sie sich mit den Thesen von F.E. Weinert zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen harmonisieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und einen theoretischen Vergleich, bei dem Konzepte von Autoren in den Kontext bildungspädagogischer Thesen gestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte von Reetz und Laur-Ernst und gleicht diese mit den zehn Thesen von F.E. Weinert ab, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie man Schlüsselqualifikationen erwirbt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schlüsselqualifikation, Handlungsfähigkeit, berufliche Bildung, Kompetenztheorie und Persönlichkeitsbildung.
Inwiefern unterscheidet sich die Herangehensweise von Reetz von der von Laur-Ernst?
Reetz fokussiert stärker auf menschenbild- und persönlichkeitstheoretische Grundlagen, während Laur-Ernst eine stärkere Orientierung an der praktischen Neugliederung der Berufsausbildung und den konkreten Lernbedingungen einnimmt.
Warum wird F.E. Weinert als Referenz herangezogen?
Weinert liefert mit seinen Thesen zur Vermittlung von Qualifikationen eine Brücke zwischen theoretischer Reflexion und konkreter didaktischer Umsetzung, was den Abgleich mit den anderen beiden Autoren ermöglicht.
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- Mario Huber (Author), 2000, Schlüsselqualifikationen - Ein Begriff, zwei Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1304