Manipulation durch Sprache insbesondere am Beispiel politischer Rede


Hausarbeit, 2007

26 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Allgemeines
II.1. Definitionen der Wörter Manipulation und Sprache
II.2. Wie und wo wird Manipulation durch Sprache eingesetzt?

III. Beispiele für den Einsatz von Sprachmanipulation in politischer Rede
III.1. Analyse: „Die Verkündung des totalen Krieges“ durch Joseph Goebbels
III.2. Analyse der Ansprache von MdB Martin Hohmann zum National- feiertag am 3. Oktober 2003
III.3. Vergleich der „Verkündung des totalen Krieges“ durch Joseph Goebbels mit der Ansprache von MdB Martin Hohmann zum Nationalfeiertag am 3. Oktober 2003 im Hinblick auf die Manipulationstechniken

IV. Schlussfolgerung

Anhang

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der Hauptteil dieser Hausarbeit besteht aus der Analyse zweier politischer Reden und der darin enthaltenen Demagogie.

Diese Technik des Redegebrauchs wird als Rhetorik bezeichnet. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel des Redners: den Zuhörer zu beeinflussen und ihn von den Intentionen des Redners zu überzeugen. Diese Überzeugung geht - vor allem in Politik und Medien wie Werbung- bis zur bewussten Manipulation durch die Sprache.

Daher werde ich im zweiten Teil dieser Arbeit erst einmal das Thema „Manipulation durch Sprache“ im Allgemeinen behandeln.

Das Ziel dieser Arbeit soll sein, deutlich zu machen, wie man mit einfachen demagogischen Techniken manipulieren und somit überzeugen kann.

Die Verwendung von Wörtern ist häufig nur darauf angelegt, das Denken und Handeln anderer Personen zu beeinflussen.

Wichtig dabei ist, dass der Redner selbst von seinen Aussagen überzeugt ist und den Zuhörern gegenüber glaubwürdig erscheint.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden möchtest.“

Aurelius Augustinus (354-430 n. Chr.)[1]

Die Sprache ist also eines der effizientesten Instrumente zur Beeinflussung und Manipulation, was vor allem in der Politik erkennbar ist.

Politische Rede wird hauptsächlich mit dem geschickten, in Täuschungsabsicht erfolgenden Gebrauch von bestimmten Begriffen gemacht. Dieser Gebrauch kann durch Verschleierung und Umdeutung das Bewusstsein manipulieren.

Zu diesem Zweck wird die Semantik der Wörter zur Verschleierung –meistens durch Euphemismen- genutzt. Diese Wortfiguren bezeichnet man als Rhetorische Mittel, welche wesentlicher Bestandteil politischer Demagogie und Literatur generell sind. Da der Einsatz dieser Mittel meist nur wirkt, wenn der Zuhörer es nicht bemerkt, wird dieser Einsatz als Manipulation bezeichnet. Um dies zu verdeutlichen werde ich im dritten Teil die Reden von Joseph Goebbels und Martin Hohmann vergleichend auf ihre Demagogie analysieren.

II. Allgemeines

II.1. Definitionen der Wörter Manipulation und Sprache

„Manipulation (lateinisch manus: Hand)

nicht klar definierter Begriff für das „Handhaben”, d. h. im übertragenen Sinn das Beeinflussen von Geschehnissen oder Zusammenhängen. Die Psychologie befasst sich in diesem Sinne vor allem mit den Mechanismen der Manipulation anderer Menschen zur Erreichung eigener Zwecke und Ziele mit Hilfe von Desinformation, Übertreibung und Suggestion. In der Sozialpsychologie wird der Begriff zumeist zur Kennzeichnung bestimmter Strategien und Machenschaften zur Beeinflussung der allgemeinen

öffentlichen Meinung beispielsweise durch die Werbeindustrie, die Massenmedien sowie politische Parteien gebraucht. Gegenwärtig gewinnt auch die kriminelle Manipulation von Informationen im Internet an Bedeutung. (…)“

Aus: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002

Definition des Wortes Sprache:

„Sprache, Ausdruck und Darstellung von Gedanken, Gefühlen, Willensregungen durch Zeichen (Zeichensprache), Gebärden (Gebärdensprache), besonders durch Laute. Die Lautsprache ist die vollendetste aller Formen menschlicher Kommunikation.

Natürliche Sprachen (historisch gewachsene Sprachen wie Deutsch, Englisch) sind Ausdruck menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens. Künstl. Sprachen (Welthilfssprachen) sind Vereinfachungen von Sprachen zur Erleichterung der internationalen sprachlichen Verständigung. Die auch zu den künstlichen Sprachen gehörenden formalisierten Sprachen sollen für exakt definierte Zwecke Aussagen präzisieren und Missverständnisse und Mehrdeutigkeiten ausschalten, (…). Die Gesamtheit der einer Menschengruppe gemeinsamen sprachlichen Möglichkeiten heißt Sprachbesitz (Muttersprache). Eine Menschengruppe mit wesentlich gleichem Sprachbesitz heißt Sprachgemeinschaft. Sie ist vielfach gegliedert, u. a. nach Mundarten, Dialekten oder Berufsgruppen. Diesen Besonderheiten steht die Gemeinsprache als gemeinsames Kommunikationsmittel gegenüber. Nach dem Zweck des Sprechens unterscheidet man die situationsgebundene Umgangssprache des täglichen Lebens von der Hochsprache (Standardsprache) der Literatur, der Wissenschaft, der Verwaltung, der feierlichen Rede.“

Aus: Bibliographisches Institut F. A. Brockhaus AG, Mannheim

II.2. Wie und wo wird Manipulation durch Sprache eingesetzt?

Jeder Mensch nimmt Eindrücke anders wahr, sie werden von uns und unseren Sinnen unterschiedlich geprägt.

Die Sprache hilft uns dabei, diesen Wahrnehmungen Ausdruck zu verleihen, z.B. dadurch, dass Gegenstände, Gefühle, Geschehnisse etc. mit Worten und Namen belegt werden und somit erfassbar gemacht werden.

Die jeweilige Wortwahl ist deshalb sehr wichtig, da schnell das Gegenteil des Beabsichtigten erreicht wird.

Ist es aber der Fall, dass die Wortwahl genau darauf ausgerichtet ist, andere von etwas zu überzeugen, was sie im Grunde gar nicht wollen, bezeichnet man diese Anwendung von Sprache als Manipulation.

Es gibt sehr unterschiedliche Formen der Manipulation, jedoch wird jede Form dadurch gekennzeichnet, dass sie das Bewusstsein des Zuhörers bzw. des Gesprächspartners beeinflusst.

Nur ein paar Beispiele dafür, wie im Alltag durch eine Umbenennung (Metonymie) einfache Ausdrücke verschönert werden und somit manipulativ wirken:

Müllkippe - Entsorgungspark (Park!) Arbeiter entlassen - Arbeitskräfte freisetzen (Freiheit!) Kriegsminister - Verteidigungsminister (Grundrecht der Verteidigung!)

Außerdem muss unterschieden werden wessen Nutzen die jeweilige Manipulation sucht und inwieweit sie anderen schadet.

So gesehen ist Manipulation also nicht immer von Anfang an negativ.

Trotzdem kann man sagen, dass sie heute die Kommunikation, vor allem in den Medien dominiert. Im Bereich der Werbung soll die Manipulation zu einer Verkaufssteigerung durch den Umworbenen führen. Sie soll also zum Kauf anregen.

Der Trick der dahinter steckt ist einfach: Es werden lediglich die positiven Aspekte des Produktes angesprochen und betont. Es kann sich um die Unwahrweit handeln, da wesentliche Aspekte eventuell ausgelassen werden. Die Beeinflussung geschieht also häufig durch die Technik des Verschweigens von nicht unwesentlichen Tatsachen.

Eine weitere Form der Manipulation ist die so genannte Propaganda (lateinisch propagare: ausbreiten). Propaganda ist die Verbreitung von Ideen und Informationen mit dem Ziel der Manipulation. Sie ist eine spezielle Form der Werbung mit dem Ziel der ideologischen Beeinflussung. Politische Propaganda war vor allem im nationalsozialistischen Deutschland sehr ausgeprägt.

So war Joseph Goebbels als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und als Herausgeber des Propagandablattes ‚Der Angriff’ unter anderem für die Entwicklung des Führerkults um Adolf Hitler verantwortlich. Seine extreme antisemitische Propaganda gipfelte 1938 in der von ihm organisierten Reichskristallnacht.[2]

III. Beispiele für den Einsatz von Sprachmanipulation in politischer Rede

III.1. Analyse: „Die Verkündung des totalen Krieges“ durch Joseph Goebbels

Joseph Goebbels (1897-1945) war seit 1929 Reichspropagandachef der NSDAP.

1945 bestimmte Adolf Hitler ihn zu seinem Nachfolger im Amt des Reichskanzlers, doch nur wenige Tage später nahm Goebbels sich mit seiner gesamten Familie das Leben.

Eine der bedeutendsten Reden Goebbels’ ist die „Verkündung des totalen Krieges“, in welcher er am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast zum "Totalen Krieg" aufruft.

Der geschichtliche Hintergrund dieser Rede war die Kapitulation der sechsten deutschen Armee in Stalingrad. Fast alle Soldaten dieser Armee verloren dort im Herbst 1942 ihr Leben. Dies war die erste große Niederlage Hitlers und brachte die Kriegswende. Die Bevölkerung sah, dass das deutsche Reich nicht unverwundbar war, der Glaube an seine Unbesiegbarkeit war zerstört. Viele zweifelten am Erfolg dieses Krieges, das deutsche Volk war dabei sein Vertrauen in den Führer Adolf Hitler zu verlieren. In dieser fast aussichtslosen Situation ging es Hitler vor allem darum, neue Männer für die Front zu gewinnen, wobei ihre Arbeitsstellen durch Frauen ersetzt werden sollten.

Goebbels’ Intention war es, mit dieser Rede das Stimmungstief zu überwinden, das durch die Niederlage in Stalingrad entstanden war. Außerdem sollte der Kriegswillen des Volkes gestärkt und das Vertrauen zur nationalsozialistischen Führung wieder hergestellt werden.

Goebbels selbst hielt den Text seiner Rede für ein besonders gelungenes Beispiel politischer Demagogie.

Die größtenteils von der Partei bestellten Zuhörer begleiteten die im Rundfunk übertragene Rede mit permanentem Jubel und Beifall. Insgesamt wurde die Rede mehr als zweihundert Mal durch Zustimmungsäußerungen, positive Zwischenrufe, beifälliges Gelächter und Sprechchöre unterbrochen. Dabei handelte es sich um Rufe wie „Jawohl“, „Bravo“ und rhythmisch gerufene Slogans wie „Sieg heil“ und „Führer befiehl, wir folgen“.[3]

Zeitweise wurde jeder Satz Goebbels’ mit Beifall quittiert.

[...]


[1] (Aurelius Augustinus (354-430 n. Chr.) Nordafrikanischer Bischof, einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der lateinischen Kirche.

Microsoft Encarta Enzyklopädie 2002)

[2] ( s. Literaturverzeichnis: Nr. 12)

[3] ( Tonaufnahme)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Manipulation durch Sprache insbesondere am Beispiel politischer Rede
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
26
Katalognummer
V130429
ISBN (eBook)
9783640360529
ISBN (Buch)
9783640360260
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Manipulation, Sprache, Beispiel, Rede
Arbeit zitieren
Katharina Muders (Autor), 2007, Manipulation durch Sprache insbesondere am Beispiel politischer Rede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130429

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