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Helden und ferne Länder in mittelalterlichen Abenteuerromanen

Title: Helden und ferne Länder in mittelalterlichen Abenteuerromanen

Presentation (Elaboration) , 2009 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Karoline Wolff (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Summary Excerpt Details

Der Buchdruck hätte alle Strömungen deutschsprachiger Literatur fördern können; anhand der vorhandenen Primärquellen wird aber deutlich, dass kaum mittelniederdeutsche Werke in gedruckter Form vorliegen. Offenbar gab es keinen „Markt“ für mittelniederdeutsche Literatur.
Ein bestimmtes Genre hingegen wurde durch die Entwicklung des Buchdrucks stark gefördert: die so genannten Volksbücher. Es gab diese nicht nur in verschiedenen hochdeutschen Sprachformen, sondern, hauptsächlich als Übertragungen, auch in niederdeutscher Form. Als literarische Werke unterschiedlicher Gattungen machten die Volksbücher einen großen Teil der spätmittelalterlichen Literatur aus. Im frühen und hohen Mittelalter hatten sich Werke weltlichen Inhalts an fremdsprachigen Vorlagen orientiert; so wurden die Texte höfischer Dichtkunst aus dem Französischen übersetzt, und wissenschaftliche Texte wie Lehrwerke oder Bücher über Heilkunde aus dem Lateinischen. Mit Aufkommen der Volksbücher änderte sich diese Situation; es wurden vermehrt Texte in der Volkssprache verfasst, die nicht mehr ausschließlich religiös motiviert waren. Tatsächlich entstanden im späten Mittelalter die ersten deutschen Romane, somit die ersten ursprünglich deutschen Werke der Unterhaltungsliteratur. Zumeist wurden für solche Texte bereits bekannte Themen und Motive herangezogen, zumal, wenn die verarbeiteten Stoffe historischer Natur waren. In seltenen Fällen aber lässt sich der Inhalt eines spätmittelalterlichen Volksbuchs mit epischem Inhalt nicht auf ein früheres, fremdsprachiges Werk zurückverfolgen.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll es um die Volksbücher im gesamten deutschsprachigen Raum gehen – und um das „Fortunatus“ -Volksbuch als Beispiel spätmittelalterlicher Prosaerzählung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die spätmittelalterliche, mittelniederdeutsche Literatur

2. Die Volksbücher – Entstehung, Inhalt, Wirkung

2.1. Die Entstehung der Volksbücher

2.2. Inhalte

2.3. Wirkungsgeschichte

3. Das Volksbuch „Fortunatus“ als Beispiel spätmittelalterlicher Literatur

3.1. Inhalt

3.2. Interpretationsansätze

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Volksbücher in der spätmittelalterlichen Literatur sowie deren Einfluss auf die zeitgenössische Leserschaft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Werk „Fortunatus“, das als exemplarisches Beispiel für die Verbindung von Unterhaltung und moralischer Belehrung in der damaligen Prosaerzählung dient.

  • Entwicklung und technische Voraussetzungen der Volksbücher
  • Wandel des literarischen Gattungsbegriffs im Zeitverlauf
  • Strukturanalyse des „Fortunatus“-Volksbuchs
  • Soziale Identität und ständische Moral in spätmittelalterlichen Texten
  • Wirkungsgeschichte und Rezeption der Volksbuch-Literatur

Auszug aus dem Buch

3.2. Interpretationsansätze

Als Werk spätmittelalterlicher Literatur hatte „Fortunatus“, ebenso wie andere Prosa- und Verswerke seiner Zeit zwei Funktionen zu erfüllen: zu unterhalten und zu belehren. Diesem Ideal folgten alle bekannten Autoren des Mittelalters, ebenso wie der unbekannte Verfasser des „Fortunatus“. Das Buch kann belehrend gelesen werden; betrachtet man die dargestellte ständische Gesellschaft, das Unglück, das Fortunatus und seinen Söhnen widerfährt, weil sie sich außerhalb ihres Standes bewegen wollen, weist dies auf die Popularisierung einer bestimmten ständischen Moral hin. Unterhaltend ist „Fortunatus“, wenn es um die Beschreibung seiner und seines Sohnes Reisen geht, oder der Schelmenstücke Andolosias, wenn er sich wieder einmal um seine Kleinode gebracht hat und versucht, sie zurück zu bekommen. Die Belehrung verbindet sich im „Fortunatus“ mit der Unterhaltung; märchenhafte Elemente werden mit durchaus realistischen vermengt. Die Darstellung der Figuren im „Fortunatus“ ist ebenfalls realistisch, zumindest in Bezug auf ihre Eigenschaften.

Keiner der Charaktere wird sonderlich idealisiert; zwar zeigen Fortunatus und Andolosia besondere Fähigkeiten, aber sie werden von alltäglichen Sorgen und Nöten geplagt. Auf der unterhaltenden Ebene ist „Fortunatus“ ein abenteuerlicher Roman, der sich durch seine lebensnahen Helden auszeichnet. Ihre Reisen in ferne Länder und die Abenteuer, die sie erleben, Schilderungen von Schelmenstücken, Flügen, seltsamen Begegnungen, Liebesgeschichten, Kämpfen, Siegen und Niederlegen, sind abwechslungsreich und stellenweise fast ironisch dargestellt, so dass es nachvollziehbar wird, warum das Buch einen solchen Erfolg verzeichnen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die spätmittelalterliche, mittelniederdeutsche Literatur: Diese Einführung beleuchtet die schwierigen Entstehungsbedingungen mittelniederdeutscher Literatur und die Bedeutung des Buchdrucks für das Aufkommen der Volksbücher.

2. Die Volksbücher – Entstehung, Inhalt, Wirkung: Dieses Kapitel thematisiert die technischen Voraussetzungen für die Entstehung von Volksbüchern sowie deren variierende Inhalte und die nachhaltige Wirkungsgeschichte des Genres.

2.1. Die Entstehung der Volksbücher: Hier werden der Buchdruck und die Papierherstellung als zentrale technische Innovationen identifiziert, die eine breitere Publikation von Literatur jenseits klösterlicher Bibliotheken ermöglichten.

2.2. Inhalte: Der Abschnitt analysiert den Wandel des Begriffs „Volksbuch“ zwischen Romantik und Moderne und grenzt verschiedene Gattungen wie Ratgeberliteratur und Erzähltexte voneinander ab.

2.3. Wirkungsgeschichte: Dieser Teil beschreibt die enorme Verbreitung und internationale Übersetzungstätigkeit sowie die fortwährende Bedeutung von Volksbüchern für nachfolgende Epochen.

3. Das Volksbuch „Fortunatus“ als Beispiel spätmittelalterlicher Literatur: Dieses Kapitel stellt das „Fortunatus“-Volksbuch als zentrales Beispiel für spätmittelalterliche Prosaerzählung vor und verortet es historisch.

3.1. Inhalt: Der Abschnitt fasst die Handlung des „Fortunatus“ zusammen, von den Reisen der Hauptfigur über die Erlangung der Wunderdinge bis hin zum Schicksal seiner Söhne.

3.2. Interpretationsansätze: Hier werden die Funktionen von Unterhaltung und Belehrung analysiert und die Rolle sozialer Identität innerhalb der ständischen Gesellschaft diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit ordnet den „Fortunatus“ als Grenzstein zwischen Mittelalter und Neuzeit ein und unterstreicht seine Bedeutung als einen der ersten deutschen Romane.

Schlüsselwörter

Volksbuch, Fortunatus, Spätmittelalter, Mittelniederdeutsch, Literaturgeschichte, Buchdruck, Prosaerzählung, Unterhaltungsliteratur, soziale Identität, ständische Moral, Wirkungsgeschichte, Erzählkultur, Frühe Neuzeit, Roman, Literaturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Gattung der Volksbücher im Spätmittelalter und untersucht am Beispiel des „Fortunatus“, wie sich Literatur in dieser Übergangszeit zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit entwickelte und verbreitete.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die technischen Bedingungen durch den Buchdruck, der Wandel des Literaturbegriffs, die inhaltliche Vielfalt der Volksbücher sowie die moralischen und sozialen Aspekte in der Erzählliteratur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das „Fortunatus“-Volksbuch als exemplarisches Werk spätmittelalterlicher Literatur zu analysieren und aufzuzeigen, wie es sowohl Unterhaltungs- als auch Belehrungsfunktionen für das damalige Publikum erfüllte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur sowie einer strukturellen und inhaltlichen Untersuchung des „Fortunatus“-Textes basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehung der Volksbücher, die inhaltliche Kategorisierung der Gattung, ihre langfristige Wirkungsgeschichte sowie eine detaillierte inhaltliche und interpretative Betrachtung des „Fortunatus“ behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Volksbuch, Fortunatus, Literaturgeschichte, Spätmittelalter, Buchdruck, soziale Identität und Prosaerzählung.

Warum wird „Fortunatus“ als Beispiel für das Spätmittelalter und nicht für die Neuzeit betrachtet?

Obwohl das Werk auch frühneuzeitliche Züge trägt, ordnet die Autorin es aufgrund seiner Entstehungsbedingungen und der Verwendung im mittelniederdeutschen Sprachraum primär in die Tradition spätmittelalterlicher Erzählungen ein.

Welche Rolle spielen die „Wunderdinge“ (Seckel und Hütlein) im Fortunatus?

Die Wunderdinge fungieren als Katalysatoren für das Schicksal der Protagonisten, wobei ihre Nutzung und der damit verbundene Reichtum die moralische Fallhöhe und die ständischen Widersprüche der Charaktere verdeutlichen.

Was besagt die Moral am Ende des Werks?

Die Moral stellt das Streben nach Weisheit über das reine Streben nach materiellem Reichtum und verknüpft dies mit christlich-biblischen Deutungsmustern, wie sie etwa bei der Figur des Königs Salomo zu finden sind.

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Details

Title
Helden und ferne Länder in mittelalterlichen Abenteuerromanen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fakultät III)
Course
Niederdeutsche Sprachgeschichte 1. Alt- und Mittelniederdeutsch
Grade
1,3
Author
Karoline Wolff (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V130477
ISBN (eBook)
9783640392100
ISBN (Book)
9783640391950
Language
German
Tags
Helden Länder Abenteuerromanen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Wolff (Author), 2009, Helden und ferne Länder in mittelalterlichen Abenteuerromanen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130477
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