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Indirekte assertive Sprechakte. Rhetorische Fragen als indirekte Behauptungen

Titel: Indirekte assertive Sprechakte. Rhetorische Fragen als indirekte Behauptungen

Hausarbeit , 2022 , 29 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marie Gründer (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Klassifizierung rhetorischer Fragen als indirekte Behauptungen sowie assertive Sprechakte. Dazu werden anfangs Sprechakte definiert und die Sprechakttheorie Searles erläutert, wobei die Sprechaktregeln und ihre Klassifikationen einen wichtigen Teil der Arbeit einnehmen.

Es folgt ein Kapitel über indirekte Sprechakte, wobei Illokution, Illokutionspotential und indirekte illokutionäre Indikatoren wichtige Termini darstellen. Zu den indirekten Sprechakten werden in dieser Untersuchung alle Äußerungen gezählt, bei denen die tatsächliche Illokution von der durch die Basisindikatoren angezeigten Illokution abweicht, egal ob sie von ihr verschieden, mit ihr inkompatibel oder unabhängig von potentiellen Mehrdeutigkeiten ist.

Im fünften Kapitel wird dann der Bogen zu rhetorischen Fragen gespannt, angefangen bei Rhetorizität hin zu ihren sprachlichen Kennzeichen. Es folgt eine Kritik an Searles Sprechakttheorie anhand der Ausweitung auf rhetorischen Fragen.

Die These, welcher diese Arbeit nachgeht, klassifiziert rhetorische Fragen als besonders gebräuchlichen Spezialfall des rhetorischen Sprechhandelns. Sie stellen keinen eigenen Sprechakttypen dar. Durch den Aspekt der Gelingensbedingungen wird dargelegt, dass rhetorische Fragen indirekte Behauptungen darstellen und zu Recht zu den Assertionen zu rechnen sind. Diese These soll anhand einiger Beispiele und wissenschaftlicher Aufsätze untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sprechakt

3. Die Sprechakttheorie Searles

3.1 Die Sprechaktregeln

3.2 Die Sprechaktklassifikationen

4. Indirekte Sprechakte

5. Rhetorische Fragen

5.1 Rhetorizität

5.2 Indirekte illokutionäre Indikatoren

5.3 Kritik an Searles Klassifikation durch die Ausweitung auf rhetorische Fragen

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

8. Korpus der Beispiele aus DGD-Mannheim

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Klassifizierung rhetorischer Fragen als indirekte Behauptungen und assertive Sprechakte. Dabei wird hinterfragt, inwiefern rhetorische Fragen den Gelingensbedingungen von direkten Sprechakten entsprechen und ob sie eine eigene Sprechaktkategorie darstellen oder als spezialisierte Form des indirekten Sprechhandelns einzuordnen sind.

  • Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin und Searle
  • Analyse indirekter Sprechakte und deren Identifizierungsmerkmale
  • Die Rolle von Rhetorizität und Modalpartikeln bei der Dekodierung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Klassifikation rhetorischer Fragen

Auszug aus dem Buch

3. Die Sprechakttheorie Searles

Searle orientierte sich an Austins Grundbedingungen und entwarf konstitutive und regulative Regeln für Sprechakte, um Austins Modell weiterzuführen. Wie bei Austin handelt es sich um ein sprecherzentriertes Kommunikationsmodell, da immer eine Proposition und Intention des Sprechers vorhanden sind und damit der Wunsch nach einer Reaktion beim Hörer. Beide grenzen performative und konstative Äußerungen voneinander ab: Performativ sind Sätze, mit denen explizit Handlungen vollzogen werden, um etwas zu tun. Konstitutiv sind dagegen Sätze, die wahr oder falsch sein können. Austin stellte eine Reihe von Bedingungen auf, die für das Gelingen der performativen Äußerung stimmen müssen, Gelingensbedingungen genannt. Alle Äußerungen vollziehen zusätzlich zu ihrer Bedeutung bestimmte Handlungen namens illokutionäre Akte, da sie bestimmte illokutionäre Kräfte besitzen (vgl. Bechmann, 2010, S. 44 – 48). Meibauer definiert eine Illokution als „Teilakt eines Sprechaktes nach J. R. Searle“, wie bspw. ein Versprechen, eine Frage oder Aufforderung (Meibauer, 1999, S. 197).

Die illokutionäre Kraft einer Äußerung bestimmt die Richtung der Illokution (den konkreten Handlungstyp). Die Handlung, die man mit einer Äußerung vollzieht, wird entsprechend durch ihre illokutionäre Kraft als illokutionärer Akt vollzogen. Austin fehlen eindeutige Taxonimiekriterien, um Sprechakte zu klassifizieren. Neben seinen Systematisierungen der Gelingensbedingungen und der Sprechaktregeln übernimmt Searle auch seinen theoretischen Ansatz, ändert die Teilakte jedoch ab. Er isoliert den rhetischen Akt, erweitert ihn und benennt ihn in propositionaler Akt um, ebenso wie den lokutionären Akt in Äußerungsakt. Ersteres stellt die größte Veränderung der Theorie dar, da der neue propositionale Akt nicht ohne illokutionären Akt auftauchen kann und den wahrheitswertfähigen Anteil einer Äußerung bildet. In ihm wird auf ein bestimmtes Referenzobjekt oder die ihm zugeschrieben Eigenschaften referiert. Sätze mit unterschiedlicher illokutionärer Kraft können die gleiche Referenz und Prädikation aufweisen, es ist aber nicht nötig, dass beide dieselben illokutionären Akte vollziehen (vgl. Bechmann, 2010, S. 44 – 48).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Verwendung von Beispielen aus der Datenbank für gesprochenes Deutsch.

2. Der Sprechakt: Hier werden die Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin dargelegt und die Bedeutung intentionaler Äußerungen für die Definition sprachlichen Handelns herausgearbeitet.

3. Die Sprechakttheorie Searles: Dieses Kapitel behandelt Searles Weiterentwicklung des Modells durch die Einführung von Sprechaktregeln und die klassifikatorische Einteilung von Illokutionen in fünf Grundtypen.

4. Indirekte Sprechakte: Der Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen wörtlicher und intendierter Bedeutung sowie auf den Illokutionsindikatoren, die dem Hörer die Interpretation indirekter Sprechakte ermöglichen.

5. Rhetorische Fragen: Dieses Kapitel prüft, warum rhetorische Fragen als indirekte Behauptungen zu werten sind und welche Rolle Kontext und rhetorische Partikeln bei dieser Interpretation spielen.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass rhetorische Fragen keine eigenständige Sprechakttypologie erfordern, sondern als Ausnutzung von Gelingensbedingungen als assertive Akte zu klassifizieren sind.

Schlüsselwörter

Sprechakttheorie, Rhetorische Fragen, Indirekte Sprechakte, Illokution, Assertive Akte, Rhetorizität, Pragmatik, Gelingensbedingungen, Modalpartikeln, Sprechaktregeln, Proposition, Interpretationsprozess, Diskursanalyse, Kommunikation, Sprachhandlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert rhetorische Fragen aus einer sprechhandlungstheoretischen Perspektive und untersucht, wie diese als indirekte Behauptungen fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Sprechakttheorie nach John L. Searle, die Mechanismen indirekter Sprechakte sowie die Bedeutung von Kontext und sprachlichen Indikatoren bei der Dekodierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, warum rhetorische Fragen keine "echten" Fragen sind und warum sie zutreffender als indirekte assertive Sprechakte (Behauptungen) klassifiziert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit greift auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der gängigen linguistischen Fachliteratur (u.a. Searle, Meibauer, Bechmann) zurück und nutzt empirische Beispiele aus dem DGD-Korpus (Datenbank für gesprochenes Deutsch).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Sprechakttheorie, eine explizite Analyse indirekter Sprechhandlungsformen und eine Untersuchung spezifisch rhetorischer Merkmale und Partikeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprechakttheorie, Illokution, Rhetorizität, Assertiva, Gelingensbedingungen und indirekte Behauptungen.

Welchen Stellenwert haben Beispiele aus dem DGD-Mannheim?

Die Beispiele dienen der Veranschaulichung der theoretischen Konzepte in realen, gesprochenen Kommunikationssituationen und unterstützen die Argumentation hinsichtlich der kontextuellen Interpretation.

Warum lehnt die Autorin die Einstufung rhetorischer Fragen als "Direktiva" ab?

Da rhetorische Fragen keine Antwort erwarten und somit keine Informationslücke schließen sollen, erfüllen sie nicht die wesentlichen Kriterien der direktiven Fragehandlung.

Wie spielt die "Gelingensbedingung" eine Rolle für das Verständnis rhetorischer Fragen?

Die Arbeit zeigt, dass die Ausnutzung dieser Bedingungen – etwa das Ziel, zu überzeugen, statt Information zu erfragen – der Grund für die Einordnung als indirekte Behauptung ist.

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Details

Titel
Indirekte assertive Sprechakte. Rhetorische Fragen als indirekte Behauptungen
Hochschule
Universität Leipzig  (Germanistik)
Veranstaltung
Pragmalinguistik
Note
1,7
Autor
Marie Gründer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
29
Katalognummer
V1304866
ISBN (PDF)
9783346777638
ISBN (Buch)
9783346777645
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprechakt Sprechtaktregeln Indirekte Sprechakte Rhetorizität Searle Indikatoren Sprachwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Gründer (Autor:in), 2022, Indirekte assertive Sprechakte. Rhetorische Fragen als indirekte Behauptungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1304866
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Leseprobe aus  29  Seiten
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