Unterrichtseinheit: Paul Klee (4. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2001

19 Seiten, Note: --


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Analyse der Lehr- und Lernsituation
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Lernvoraussetzungen

2 Sachanalyse
2.1 Einordnung des Themas in einen größeren fachwissenschaftlichen Zusammenhang
2.2 Sachanalytische Begründung der ausgewählten inhaltlichen Perspektiven

3 Didaktische Analyse
3.1 Stellenwert des Themas im Bildungsplan
3.2 Gegenwartsbedeutung
3.3 Zukunftsbedeutung
3.4 Struktur des Themas
3.5 Zugänglichkeit
3.6 Exemplarische Bedeutung

4 Lernziele
4.1 Richtziel
4.2 Grobziel
4.3 Feinziel

5 Methodische Analyse
5.1 Geplante Methodenkonzeption
5.2 Lernphasen
5.3 Lehrverfahren
5.4 Sozialformen

6 Mediale Analyse

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

1. Analyse der Lehr- und Lernsituation

1.1 Rahmenbedingungen

Lokale Rahmenbedingungen

Die Grundschule in H. liegt 5 Gehminuten vom H.er Bahnhof entfernt.

Sie besteht aus einem Hauptgebäude und zwei Nebengebäuden. Der Pausenhof ist begrünt und bietet den Kinder die Möglichkeit Fußball oder Basketball zu spielen.

Die Gebäude sowie die Einrichtungen sind veraltet und recht einfach gestaltet.

Personale Rahmenbedingungen

Die Klasse 4 besteht aus 21 Schülern, davon sind 15 Mädchen und 6 Jungen. Ausländische Kinder befinden sich keine unter ihnen. Die Klassenlehrerin Frau H. unterrichtet die Klasse seit September letzten Jahres in den Fächern Deutsch, Heimat- und Sachunterreicht sowie Bildende Kunst.

Die Klasse an sich setzt sich aus sehr unterschiedlichen Charakteren zusammen, von denen einige Schüler(innen) besonders lebhaft und vorlaut, andere hingegen auffällig ruhig und zurückhaltend sind. Diese Umstände führen zu einem zeitweise gespannten Klassenklima. Besonders auffällig ist Daniel, der in jeder gesehenen Stunde den Klassenkasper spielte und mit seinen Kommentaren und Verhaltensweisen den Rest der Klasse zum Lachen brachte, was den Unterrichtsverlauf enorm störte. Daniel ist sehr bestimmend und bleibt selten ruhig auf seinem Platz sitzen. Erika ist, wie Daniel übrigens auch, ein äußerst intelligentes Kind. Im Gegensatz zu Daniel, fällt sie während dem Unterricht niemals unangenehm auf. Es genügt, wenn man ihr eine Aufgabe einmal stellt, denn sie beantwortet meist alle Fragen richtig und vollständig. Sie ist den anderen Kindern in ihrem Arbeitstempo weit voraus. Bei Andres und Tobias merkt man, dass sie mehr gefordert werden wollen, wie auch bei Andrea und Tine.

Frau H. erzählte uns, dass von den 21 Schüler(innen) in der Klasse am Schuljahresende 11 aufs Gymnasium, 5 auf die Realschule und 5 auf die Hauptschule gehen werden. Letztere beteiligen sich nur wenn sie aufgefordert werden am Unterricht und verhalten sich ansonsten eher ruhig und zurückhaltend. Über die restlichen Schüler(innen) lässt sich allgemein sagen, dass sie die gesehenen Stunden mit Interesse verfolgt und motiviert mitgearbeitet haben.

Temporale Rahmenbedingungen

Die Stunde findet von 10.35-11.20 Uhr statt, d.h. es ist für die Kinder die vierte Unterrichtsstunde des Tages, direkt im Anschluss an die große Pause.

In der vorangehenden Woche finden in der Grundschule H. die Projekttage statt, bei denen einige Kinder aus der Klasse Gespenster aus verschiedenen Materialien basteln sollen, wie z. B. aus Leintüchern, Luftballons und Zeitungen. Da zwei Wochen zuvor auch noch Pfingstferien waren, gehe ich davon aus, dass die Kinder wieder gut erholt sind und motiviert am Unterricht teilnehmen.

1.2 Lernvoraussetzungen

Kenntnis- und Leistungsstand

Das Lesestück über den Maler Paul Klee gehört zum Arbeitsbereich 2 „Lesen und Verstehen“.

Bei fast allen Kindern ist die Lesesicherheit und Lesegeläufigkeit weitgehend erreicht. Die Kinder sollen nun lernen, bewusst verschiedene Lesehaltungen einzunehmen. Sie sollen in dieser Stunde den Text vollständig erschließen und die darin enthaltenen Informationen entnehmen und bewerten. Sie haben bereits in den vorangegangenen Deutschstunden gelernt, sich mit Texten gezielt auseinanderzusetzen. Durch Methoden des kreativen und handelnden Umgehens mit Texten, durch die Umsetzung in andere Medien und durch die Herstellung des Autorenbezugs erhalten die Kinder einen selbständigen Zugang zum Text. Die Kinder haben bei Frau H. bereits geübt, Bilder zu beschreiben. Sie können Farben, Formen sowie geometrisches Zeichnen einschätzen und beurteilen. Einigen Schülern fällt es schwer, Einzelheiten in einem Bild zu erkennen, sie sehen es eher als eine große Einheit. Die meisten Schüler(innen) der Klasse werden die Anregungen des Bildes „Der junge Baum“ gerne aufnehmen, um diese Gedanken in eigenen und anderen Techniken zu bearbeiten. Einzelne Schüler(innen) wie z. B. Erika und Daniel werden die einzelnen Gestaltungsmerkmale des Bildes schnell herausfinden und Besonderheiten in der Maltechnik nennen können. Da fast alle Kinder mit Texten sicher umgehen können und gerne malen, sehe ich keine besonderen Probleme bei der Auseinandersetzung mit der Biographie des Paul Klee sowie bei der Besprechung seines Gemäldes „Der junge Baum“.

Interesse am Thema

Bei den bisher gesehenen Stunden war die Lernbereitschaft der gesamten Klasse im Deutschunterricht erfreulich hoch. Die Kinder werden aufmerksam den Text über Paul Klee verfolgen und sich freiwillig zum Vorlesen melden, da die Klasse allgemein sehr gerne liest. Sie arbeiten motiviert mit, wenn es darum geht, Fragen zum Text gezielt zu beantworten. Die Kinder werden den Menschen Paul Klee und seine Charaktereigenschaften, mit Hilfe seiner Bilder, einschätzen und beschreiben können. Meine Aufmerksamkeit gilt insbesondere den ruhigeren Schülern wie Daniel Platz, Christine und Alisa, die hin und wieder dazu neigen, sich während dem Unterricht mit anderen Dingen zu beschäftigen, wenn sie ein Thema nicht interessiert bzw. wenn es zu lange besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass auch die anderen Jungen in der Klasse gut mitarbeiten werden. Bei Tobias werde ich darauf achten, dass er seine Aufgaben vollständig erledigt und nicht, wie sonst, zu früh beendet.

Gruppenklima

Die Klasse 4 der Grundschule H. hat, aufgrund der unterschiedlichen Charaktere innerhalb der Klasse, kein besonders gutes Gruppenklima. Andres, Daniel Platz und der andere Daniel fallen durch häufige Sticheleien sowie durch persönliche Auseinandersetzungen auf. Gruppenarbeit ist bei dieser Klasse nicht empfehlenswert, da die Kinder Gruppenarbeit nicht gewohnt sind, wobei Partnerarbeit keinerlei Probleme bereitet. Es gibt immer wieder Schüler(innen), die in einer Diskussionsrunde das Wort ergreifen und für Ordnung sorgen. Ihre Klassenlehrerin Frau H. kann sich in der Klasse sehr gut durchsetzen und sorgt mit ihrer recht strengen Art, auch bei den Problemkindern, für Ruhe.

Sozialformen

Die Sitzordnung lässt keine Arbeit in größeren Gruppen zu. Seitlich stehen je drei Tische nebeneinander senkrecht zur Tafel. In der Mitte stehen sechs Tische parallel zur Tafel, von denen je zwei in einer Reihe stehen. Die Kinder, die an den seitlichen Tischen sitzen, müssen dadurch stets schräg zur Tafel schauen und haben, je nach Anschrieb an der Tafel, keine freie Sicht nach vorn.

Es wäre ein großer Aufwand, die Tische für eine Gruppenarbeit in kleinere Tischgruppen umzustellen, da das Klassenzimmer nicht genügend Platz bietet. Letzteres verbietet auch das Sitzen in einem Stuhlkreis im hinteren Bereich des Zimmers. Der Blick ins Grüne, die großen Fenster und die aufgebauten Regale mit Lernmaterialien, verleihen dem Zimmer eine angenehme und gemütliche Atmosphäre. Besonders günstig wirkt sich die abgestellte Klingel im Klassenzimmer auf die Unterrichtsplanung aus. Frau H. kann z. B. ein Thema über zwei Stunden besprechen, ohne dabei unterbrochen zu werden. Die Kinder beenden erst dann ihre Arbeit, wenn sie fertig ist, und nicht, wenn es klingelt.

2. Sachanalyse

2.1 Einordnung des Themas in einen größeren fachwissenschaftlichen Zusammenhang

Die Lesesicherheit und Lesegeläufigkeit ist bei Kindern in einer vierten Klasse weitgehend erreicht. Die Kinder sollen nun lernen, bewusst verschiedene Lesehaltungen einzunehmen, hier kommt es schon mal vor, dass die Kinder eine Geschichte als Theaterstück nachspielen sollen, um somit den Bezug zwischen Text und Spiel intensiver zu erfahren. Mit der Fähigkeit Texte zu erschließen, können die Kinder selbständig Informationen erfassen, verstehen und sich anschließend mit ihnen auseinandersetzen. Der Umgang mit weiteren Medien wie z. B. Zeitschriften und Bilder, hilft ihnen ihre Kreativität zu fördern, sich in den Autor besser hineinzuversetzen und einen Text zur informativen und emotionalen Bereicherung für sich auszuwählen. Dadurch werden sie zu selbständigen Lesern erzogen.

Mit dem Verstehen verschiedener Begriffe und Ausdrücke in einem Text, lernen die Kinder den Zusammenhang zu erkennen und den Sinn bzw. Hintergrund eines Textes zu erfassen.

Sie lernen Paul Klee (1879-1940) als einen deutsch-schweizerischen Maler und Radierer kennen, der zu den originellsten Vertretern der Malerei des 20. Jahrhunderts zählt und einen maßgeblichen Einfluss auf die moderne Kunst ausübte. Paul Klee stammt aus einer musikalischen Familie, sein Vater Hans Klee war Deutscher und von Beruf Musiklehrer, seine Mutter Ida Maria war Sängerin und zeichnete gern. Paul selbst wurde Geigenspieler und Künstler, der die Natur mit verschiedenen Medien wie z. B. mit Worten, Bildern, Plastiken und Stickereien zum Ausdruck brachte. Paul Klee hatte schon als Kind eine besondere Schwäche für Katzen, während seines ganzen Lebens hat er sie immer wieder gemalt und gezeichnet. Seine Lieblingskatze hieß Bimbo. Paul Klee war ein sehr eifriger Künstler, der in seinem Leben viele künstlerische Persönlichkeiten wie z. B. Franz von Stuck, Paul Cézanne und Wassily Kandinsky kennenlernte. Paul Klee ging im Jahre 1886 in der Nähe von Bern zur Schule, bis zu seinem Abitur 1898 lernte er viele Sprachen, Geschichten und Wissenschaften. Er war auch ein guter Schriftsteller und Lehrer. Paul Klee sah es nicht als seine Aufgabe, Erscheinungen wiederzugeben, er wollte stattdessen in die innerste Bedeutung der Modelle eindringen, um das Herz zu erreichen. Mit seinem künstlerischen Credo „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, wollte er zum Ausdruck bringen, dass der Mensch lernen soll, nicht nur auf die Oberfläche zu schauen, sondern tiefer, um an die Wurzeln der Dinge heranzukommen. Als er im Alter von sechzig Jahren in einer Klinik in der Schweiz an einer Haut- und Muskelkrankheit starb, hinterließ er über 8926 Kunstwerke. Darunter befand sich auch das 1932 gemalte Gemälde „Der junge Baum“, welches vor allem in den Farben rot und weiß gehalten ist. Weiß symbolisiert die Frische und Reinheit, ist oft die Farbe zarter Blüten. Das Rot ist Symbol für Leben. Der Saft, das „Blut“ des jungen Baumes, ist noch direkt zu sehen, ist durch Rinde und Holz zu spüren. Das ganze Bild atmet eine freie, unschuldige Lebensfreude, die in ihrer Zartheit des Schutzes bedarf vor vielerlei Gefährdungen, derer sich „Der junge Baum“ nicht bewusst ist. Mit diesem Gemälde erinnert uns der Künstler daran, wie wunderbar der Frühling ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Unterrichtseinheit: Paul Klee (4. Klasse)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe  (Grundschuldidaktik)
Note
--
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V13051
ISBN (eBook)
9783638188043
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Fächerübergreifender Unterricht Deutsch-BK: Interpretation (Argumentieren lernen) eines Bildes von Paul Klee im Fach Deutsch und anschließende Aktion (Herstellung eines Bildes) in BK. Die Kinder sollen lernen typische künstlerische Merkmale zu erkennen und diese zu beschreiben. Sie sollen selbst ein Bild kreativ gestalten.
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Paul, Klee, Klasse)
Arbeit zitieren
Katja Biersch (Autor), 2001, Unterrichtseinheit: Paul Klee (4. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13051

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