Diese Arbeit umfasst das Thema Verfahrenspsychologie mit den folgenden Inhalten:
- Unschuldig im Gefängnis – Wie schrecklich muss dies für die Betroffenen sein?;
- Die Verfahrenspsychologie und die Aussagepsychologie;
- Voraussetzungen von Aussagen und Einfluss auf Aussagequalität;
- Die Suggestion und das Geständnis;
- Der Zusammenhang zwischen Aussage und Persönlichkeit;
- Glaubhaftigkeit – Entspricht die Zeugenaussage der Realität?
Inhaltsverzeichnis
Unschuldig im Gefängnis – Wie schrecklich muss dies für die Betroffenen sein?
Die Verfahrenspsychologie und die Aussagepsychologie
Was ist eine Aussage?
Was zählt alles zu einer Aussage und womit beschäftigt sich die Aussagepsychologie?
Worauf muss geachtet werden bei einer Aussage?
Voraussetzungen von Aussagen und Einfluss auf Aussagequalität
Phase 1: die Wahrnehmung
Zeugin nach 30 Jahre noch einmal befragt
Das Wahrnehmungsexperiment
Phase 2: Speicherung im Langzeitgedächtnis
Phase 3: Erinnerung und sprachliche Wiedergabe
Unter Mordverdacht
Die Suggestion und das Geständnis
„Ächte die Tat, aber achte den Täter!“
Der Falschinformationseffekt und Suggestion
Der Zusammenhang zwischen Aussage und Persönlichkeit
Die 8 Gebote der vernehmenden Person
Vernehmung von erwachsenen Zeugen, worauf muss geachtet werden?
Dokumentation der Vernehmung
Vernehmung von Kindern und Jugendlichen
Ablauf einer Vernehmung von Kindern bzw. Jugendlichen
Glaubhaftigkeit – Entspricht die Zeugenaussage der Realität?
Exkursionen
Das Landesverwaltungsgericht Salzburg und das Landesgericht Salzburg im Vergleich
Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Salzburg
Diensthunde
Aktuelles
Sachbeweise und DNA
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der forensischen Verfahrens- und Aussagepsychologie auseinander, wobei der Fokus auf den Faktoren liegt, die die Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen beeinflussen sowie auf den ethischen Implikationen bei Vernehmungen.
- Psychologische Mechanismen der menschlichen Wahrnehmung und Gedächtnisspeicherung.
- Risiken von Suggestion und die Entstehung von Pseudoerinnerungen.
- Methodik der kindgerechten und erwachsenengerechten Vernehmung.
- Bedeutung von Beweismitteln wie DNA-Spuren im Kontrast zu reinen Zeugenaussagen.
- Ethische Reflexion über Täterbehandlung und die Vermeidung von Justizirrtümern.
Auszug aus dem Buch
Die Verfahrenspsychologie und die Aussagepsychologie
Nun kommen wir zum Thema Aussage gegen Aussage!
Die Verfahrenspsychologie musste mehrere Phasen durchlaufen.
Experimentelle Frühphase diese dauerte von Ende des 19. Jahrhunderts bis ca. 1930 an, Experimente waren damals von großer Bedeutung. Damals behauptete man Unmündige seinen unfähig eine forensisch brauchbare Aussage zu machen. Ein Untersuchungsrichter österreichischer Herkunft und Uni Professor Hans Gross hat ein Handbuch für Untersuchungsrichter geschrieben, eine mehr als bemerkenswerte Leistung meiner Meinung nach. Er behauptete genau das Gegenteil, nämlich Kinder seien sehr wohl wichtige Zeugen und können brauchbare Aussagen machen. Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren sind laut Gross die allerbesten Zeugen, da Kinder keine Liebe, Hass, Ehrgeiz, Falschheit, Religion und Stand kennen genauso wenig wie Geldbesitz.
Was ich ganz interessant finde ist das im Tatortkoffer für Untersuchungsrichter von Hans Gross auch eine Dose Zuckerl zu finden ist diese soll als Ermutigung für scheue Kinder dienen, dies ist bestimmt ein guter Weg an die Sache heranzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Unschuldig im Gefängnis – Wie schrecklich muss dies für die Betroffenen sein?: Eine persönliche Reflexion über das Leid unschuldig Inhaftierter und die Gefahren durch falsche Zeugenaussagen.
Die Verfahrenspsychologie und die Aussagepsychologie: Einführung in die historische Entwicklung der Disziplin und die grundlegende Bedeutung der Aussage im Rechtssystem.
Voraussetzungen von Aussagen und Einfluss auf Aussagequalität: Analyse der Phasen einer Aussage, von der Wahrnehmung bis hin zur sprachlichen Wiedergabe unter Berücksichtigung psychologischer Störfaktoren.
Die Suggestion und das Geständnis: Erörterung der Problematik erzwungener Geständnisse und der ethischen Grenzen bei der Wahrheitsfindung.
Der Falschinformationseffekt und Suggestion: Aufzeigen, wie nachträgliche Informationen Erinnerungsbilder verzerren können.
Der Zusammenhang zwischen Aussage und Persönlichkeit: Betrachtung der Rolle des Vernehmungsstils und der Voreinstellungen der vernehmenden Person.
Vernehmung von erwachsenen Zeugen, worauf muss geachtet werden?: Darstellung praktischer Anforderungen an eine faire und effiziente Vernehmungspraxis.
Dokumentation der Vernehmung: Erläuterung der Bedeutung und rechtlichen Grundlagen der Protokollierung.
Vernehmung von Kindern und Jugendlichen: Vorstellung spezieller Methoden zur kindgerechten Befragung.
Glaubhaftigkeit – Entspricht die Zeugenaussage der Realität?: Analyse der richterlichen und gutachterlichen Bewertung der Glaubhaftigkeit.
Exkursionen: Ein Blick in die Praxis durch Besuche bei Gerichten und Polizeidienststellen.
Aktuelles: Überlegungen zur psychischen Belastung in Ausnahmesituationen wie dem Lockdown.
Sachbeweise und DNA: Bedeutung objektiver Beweise für die Korrektur oder Ergänzung von Zeugenaussagen.
Schlüsselwörter
Verfahrenspsychologie, Aussagepsychologie, Glaubhaftigkeit, Suggestion, Zeugenvernehmung, Wahrnehmung, Langzeitgedächtnis, Phantasieneigung, Pseudoerinnerungen, Sachbeweise, DNA-Spuren, Justizirrtum, Rechtspsychologie, forensische Relevanz, Vernehmungsmethodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Text behandelt die psychologischen Aspekte forensischer Verfahren, mit einem besonderen Fokus darauf, wie Zeugenaussagen entstehen, wie sie beeinflusst werden und wie deren Glaubhaftigkeit sicher bewertet werden kann.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die menschliche Wahrnehmung, die Suggestibilität bei Befragungen, die Auswirkungen einer falschen Beschuldigung sowie der Stellenwert objektiver Beweise im Vergleich zu Zeugenaussagen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Komplexität und Fehleranfälligkeit von Aussagen zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie durch adäquate Vernehmungsmethoden eine objektive Wahrheitsfindung unterstützt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Hintergründe werden verwendet?
Es wird auf psychologische Theorien, forensische Erkenntnisse (z. B. das Eisbergmodell), Erfahrungen aus der Lehre, mediale Beispiele und relevante gesetzliche Rahmenbedingungen Bezug genommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte: von den psychologischen Phasen einer Aussage, den Grundregeln der Befragung (8 Gebote) bis hin zur spezifischen Behandlung kindlicher Zeugen und dem Vergleich zwischen Sach- und Personbeweisen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Aussagepsychologie, Suggestion, Glaubhaftigkeit, Wahrnehmung und forensische Praxis geprägt.
Welche Rolle spielt die "kindliche Amnesie" laut der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass Kinder keine Erinnerungen an die ersten drei Lebensjahre haben, weshalb Aussagen erst ab dem dritten Lebensjahr sinnvoll erhoben werden können.
Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Sachbeweisen wie DNA?
Sie sieht in Sachbeweisen eine unverzichtbare Stütze, da diese, im Gegensatz zu fehleranfälligen Zeugenaussagen, eine objektive Klärung ermöglichen können und bei "Aussage gegen Aussage"-Konstellationen entscheidend sind.
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- Pamela Radovanovic (Author), 2020, Verfahrenspsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305447