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Scheidung der Eltern und Entwicklung des Kindes. Inwiefern wird das Verhalten im Erwachsenenalter beeinflusst?

Titel: Scheidung der Eltern und Entwicklung des Kindes. Inwiefern wird das Verhalten im Erwachsenenalter beeinflusst?

Hausarbeit , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Duygu Gökce (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentrale Fragestellung der Arbeit ist, wie die Umstände der elterlichen Scheidung die Entwicklung des Kindes beeinflussen und inwiefern diese Folgen im Erwachsenenalter zum Vorschein kommen. Um dieser Frage nachzugehen, geht die Arbeit auf verschiedene Studien ein und vergleicht diese miteinander.

Auf die Einleitung folgen Annäherungen an die Begriffe Familie und Scheidung. Daraufhin erläutert die Arbeit die historische Entwicklung der Scheidung in Deutschland. Dann erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand. Hierbei geht die Arbeit auf die Studien von Figdor (2004, 2007), Wallerstein, Lewis und Blakeslee (2002), Napp-Peters (1988), Hetherington und Kelly (2003) ein.

Anschließend bezieht sich die Arbeit auf die psychische Entwicklung des Kindes nach der Scheidung. Im Fokus dieses Kapitels stehen Themen wie Loyalitätskonflikte, Aggressionen, Selbstwertprobleme und Bindungsstörungen. Abschließend werden die Ergebnisse bewertet und einen Ausblick gegeben, wie mit dem Thema Scheidung und die Auswirkungen dieser auf die kindliche Entwicklung in Zukunft umgegangen werden sollte.

"Was wird aus den Kindern?" – Diese Frage haben sich vermutlich mehr Eltern gestellt als je zuvor. Seit den 60er Jahren sind die Scheidungsraten enorm angestiegen. Insgesamt wird rund jede dritte Ehe geschieden. 2018 lag die Scheidungsquote bei 32,94%. Dieser Trend scheint unaufhaltsam. Da die Zahl der betroffenen Kinder hoch ist, gilt die Scheidung der Eltern als eine der größten pädagogischen Probleme der Gegenwart.

Wie man sich gut vorstellen kann oder vielleicht sogar selbst erfahren hat, führt eine Trennung zu Veränderungen im Lebenslauf der Kinder. Figdor sieht die Scheidung sogar als Lebensschicksal für Scheidungskinder. Dabei kann dieses Schicksal bei etwa 10-20% der betroffenen Kinder zu langfristigen Folgen führen. Auch wenn die Trennung Vorteile mit sich bringt, wie weniger Ärger und Stress, verlieren die Kinder immer einen Elternteil, der für ihre Entwicklung nötig ist. Dieses Thema ist deshalb so legitim, weil in vielen Fällen die psychische Gesundheit im Erwachsenenalter bei jenen schlechter ist, die in der Kindheit oder in der Jugend eine Scheidung erlebten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN

2.1. FAMILIE

2.2. SCHEIDUNG

3. SCHEIDUNGSSITUATION IN DEUTSCHLAND

4. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND

5. ENTWICKLUNGSTHEMEN

5.1. LOYALITÄTSKONFLIKTE

5.2. AGGRESSION

5.3. SELBSTWERTPROBLEME

5.4. BINDUNG

5.5. PARTNERSCHAFTEN

6. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftlich, inwiefern die elterliche Scheidung die kindliche Entwicklung prägt und welche Auswirkungen traumatisierende oder belastende Trennungserfahrungen auf das Beziehungs- und Verhaltensmuster im späteren Erwachsenenalter haben.

  • Analyse der psychologischen Folgen von Scheidung auf die kindliche Entwicklung
  • Untersuchung von Loyalitätskonflikten, Aggressionen und Bindungsstörungen
  • Vergleich internationaler Langzeitstudien (u.a. Wallerstein, Hetherington)
  • Rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Scheidung in Deutschland
  • Langfristige Einflüsse auf die Beziehungsfähigkeit und Versagensängste im Erwachsenenalter

Auszug aus dem Buch

5.1. Loyalitätskonflikte

Spannungen nach der Scheidung zwischen den Eltern können bei Kindern zu Loyalitätskonflikten führen. Dadurch, dass die Elternteile nach der Trennung unterschiedliche Wertmaßstäbe verfolgen und unterschiedliche Erziehungsvorstellungen haben, fühlt sich das Kind zerrissen zwischen seiner/ihrer loyalen Haltung dem Vater gegenüber und seiner/ihrer loyalen Haltung der Mutter gegenüber (Staub,2018: 33). Die Kinder können sich nicht zwischen Mutter und Vater entscheiden, da sie kein Elternteil enttäuschen möchten. Diese Situation belastet die Kinder sehr, da sie nicht wissen, wer Schuld an der Scheidung hat. Das Kind bekommt Vertrauensprobleme und ist sich nicht sicher, welches Elternteil die Wahrheit sagt (Figdor, 1998, 129). Ein weiterer Grund für den Vertrauensbruch ist es, wenn ein Elternteil den anderen vor dem Kind schlecht darstellt. Dieses Verhalten verwirrt das Kind sehr. Da das Kind nicht weiß, wer die Wahrheit sagt und wer lügt, fällt es ihm/ihr schwer, ein Elternteil nicht zu lieben und sich zu distanzieren. Dadurch fühlt es sich schlecht und sieht sich als „Verräter“, da es eine ungerechte Seite lieben könnte (Figdor, 2011: 130). Daraus schließend vergrößern Loyalitätskonflikte die Schuldgefühle des Kindes (Figdor, 2011: 43). Staub (2018: 31) führt aus, dass Kinder, als Folge der Schuldgefühle, den Kontakt zu dem jeweiligen Elternteil reduzieren kann. Zudem kann es auch sein, dass das Kind die negativen Seiten des Elternteils übertrieben wahrnimmt. Vor allem ist dies der Fall, wenn Eltern sich gegenseitig negativ darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung, Relevanz der Scheidungsraten und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage sowie der methodischen Herangehensweise anhand bekannter Studien.

2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN: Definition der für die Arbeit relevanten Begriffe Familie und Scheidung unter besonderer Berücksichtigung ihrer verschiedenen Formen und Phasen.

3. SCHEIDUNGSSITUATION IN DEUTSCHLAND: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der statistischen Lage bezüglich der Ehescheidungen in Deutschland.

4. AKTUELLER FORSCHUNGSSTAND: Gegenüberstellung maßgeblicher psychologischer Langzeitstudien zur Analyse der Auswirkungen elterlicher Trennung auf Kinder.

5. ENTWICKLUNGSTHEMEN: Detaillierte Untersuchung spezifischer psychologischer Belastungen wie Loyalitätskonflikte, Bindungsstörungen und Auswirkungen auf spätere Partnerschaften.

6. SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige zukünftige Umgangsformen mit den Auswirkungen von Scheidungen auf die Kinder.

Schlüsselwörter

Scheidung, Kinder, psychische Entwicklung, Loyalitätskonflikte, Bindungstheorie, Scheidungsfolgen, Elternhaus, Aggression, Selbstwertgefühl, Partnerschaftsrisiko, langfristige Folgen, Trennungsprozess, Sozialverhalten, Familienpsychologie, Erwachsenenalter.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das übergeordnete Thema dieser Arbeit?

Die Hausarbeit befasst sich mit den psychologischen Auswirkungen von elterlichen Scheidungen auf die Entwicklung von Kindern und die daraus resultierenden Verhaltensmuster im Erwachsenenalter.

Welche Themenfelder werden besonders intensiv beleuchtet?

Kernbereiche sind der Begriff der Familie, rechtliche Aspekte der Scheidung, Loyalitätskonflikte, Aggressionsverhalten, Probleme mit dem Selbstwert und die langfristigen Folgen für partnerschaftliche Bindungen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Untersuchung geht der Frage nach, wie kritische Umstände bei einer Scheidung die kindliche Entwicklung beeinflussen und in welcher Weise diese Folgen im Erwachsenenleben sichtbar werden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt dieser Arbeit zugrunde?

Die Verfasserin nutzt eine Literatur- und Studienanalyse, wobei sie maßgebliche, weltweit anerkannte Längsschnittstudien (z.B. von Wallerstein, Hetherington und Figdor) vergleicht und diskutiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Scheidungsphasen, die aktuelle Rechtslage in Deutschland und fokussiert sich detailliert auf spezifische Entwicklungsthemen wie die Bindungssicherheit und das Wiederholen von Verhaltensmustern.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind Scheidung, Loyalitätskonflikte, Bindungsstörungen, Kindheit, langfristige psychische Entwicklung und Beziehungsverhalten.

Wie bewerten die Studienautoren die Rolle der Triangulierung nach der Scheidung?

Die Arbeit betont, dass nach der Trennung die triale Beziehung (Mutter-Vater-Kind) zerbricht, was zu einer erhöhten Angst bei Kindern führt, da ihnen der „andere“ Partner zum Stressabbau oder als Puffer fehlt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der eigenen Biografie?

Die Autorin stellt fest, dass, obwohl sie als Scheidungskind selbst betroffen ist, das bewusste Fernhalten von elterlichen Konflikten einen wesentlichen Schutzfaktor für ihre eigene Entwicklung darstellte.

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Details

Titel
Scheidung der Eltern und Entwicklung des Kindes. Inwiefern wird das Verhalten im Erwachsenenalter beeinflusst?
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
1,0
Autor
Duygu Gökce (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1305826
ISBN (eBook)
9783346782021
ISBN (Buch)
9783346782038
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Scheidung Entwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Duygu Gökce (Autor:in), 2020, Scheidung der Eltern und Entwicklung des Kindes. Inwiefern wird das Verhalten im Erwachsenenalter beeinflusst?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305826
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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