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Stigma-Theorie nach Goffman

Titel: Stigma-Theorie nach Goffman

Essay , 2020 , 7 Seiten , Note: 1

Autor:in: Alexandra Brunet (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch Stereotypenbildung und die gesellschaftlich determinierte Einstufung als Abweichung von der Norm führen Suchterkrankungen trotz gesellschaftlichen Fortschritts und Veränderungen der Mentalität zu starker Stigmatisierung der Betroffenen. Sie bleiben weiterhin das, was Goffman mit seinem zweiten Typ von Stigma beschreibt – ein individueller Charakterfehler, ein Zeichnen von Willensschwäche. In der Arbeit mit suchtkranken Menschen werden Sozialarbeiter_innen – nicht selten in Folge ihrer eigenen Handlungen oder Haltungen – mit Stigmatisierungsprozessen ihrer Klientel konfrontiert. Die Folgen für die Betroffenen sind vielfältig – von erhöhter Rezidivgefahr, sozialem Rückzug, darauffolgenden Selbstverurteilungsprozessen, Selbstwertverlust und sogar depressiven Zuständen bis hin zu sozialer Ausgrenzung und finanziellen Einbußen. Deshalb ist es für die Soziale Arbeit in der Suchthilfe von besonderer Bedeutung, sich mit dem Thema Stigma auseinanderzusetzen, das eigene Handeln kritisch zu reflektieren, sich mit den Folgen der Stigmatisierung für die Betroffenen zu befassen und letztendlich nach Wegen zu suchen, sich nicht mehr an den Stigmatisierungsprozessen zu beteiligen, diese fortzusetzen oder sie sogar zu verursachen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Darstellung der Stigma-Theorie nach Goffman

3 Stigma-Theorie in der Suchthilfe

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Stigma-Theorie von Erving Goffman, wie suchtkranke Menschen gesellschaftlich und innerhalb der Suchthilfe diskriminiert werden. Ziel ist es, die Mechanismen von Stigmatisierung im Kontext der Suchthilfe kritisch zu hinterfragen, um Ansätze für eine ressourcenorientierte und weniger diskriminierende Soziale Arbeit aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Stigma-Theorie nach Goffman
  • Stigmatisierungsprozesse bei Suchterkrankungen
  • Die Rolle der Suchthilfe und Prävention in Stigmatisierungsprozessen
  • Wechselwirkung zwischen Selbstbild und gesellschaftlicher Stigmatisierung
  • Perspektiven für eine moderne, partizipative Suchthilfe

Auszug aus dem Buch

Die soziale Konstruktion von Stigmatisierung

In modernen Gesellschaften stellt Stigmatisierung einen komplexen gesellschaftlichen Prozess dar. Goffman sieht das Stigma als Resultat gesellschaftlich konstruierter Inkongruenzen zwischen den antizipierten und den vorhandenen Attributen der sozialen Identität eines Individuums. Die aktuale soziale Identität – die tatsächlichen Attribute, das, was einen Menschen definiert – weicht in irgendeiner Weise von den unbewussten, antizipierten, künstlichen und situationsbezogenen Erwartungen – der virtualen sozialen Identität – ab.

Diese abweichenden Eigenschaften bilden insbesondere dann, wenn sie herabmindern oder beeinträchtigend sind, das, was Goffman Stigma nennt. Es führt zu einer tiefen Diskreditierung der Betroffenen und zur Beschädigung ihrer sozialen Identität, zu dem Gefühl nicht ganz menschlich zu sein (ebd., S. 10 ff.).

Dieses Stigma, von der Norm abzuweichen, führt die Betroffenen in der Regel dazu, sich wegen ihrer Merkmale zu schämen, sich von der Gesellschaft zurückzuziehen, während ihr Selbstbild stark darunter leidet. Aber die Auseinandersetzung mit ihrer Stigmatisierung kann in den Betroffenen auch andere Reaktionen hervorrufen. Hier nennt Goffman das Bestreben, diese direkt oder indirekt zu korrigieren, den Versuch, aus dieser Situation sekundäre Gewinne zu erzielen und das Infragestellen oder Ablehnen der Norm bzw. der Normalitätsgrenze, die das Stigma verursacht hat (vgl. Goffman 2016, S. 18 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Doppelrolle der Sozialen Arbeit, die trotz guter Absichten oft ungewollt zu Stigmatisierungsprozessen bei Suchtkranken beiträgt.

2 Darstellung der Stigma-Theorie nach Goffman: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Stigmas als Spannungsfeld zwischen erwarteter und realer sozialer Identität sowie die verschiedenen Bewältigungsstrategien Betroffener.

3 Stigma-Theorie in der Suchthilfe: Hier wird analysiert, wie präventive Maßnahmen und das biomedizinische Krankheitsmodell unfreiwillig zur Marginalisierung und Selbststigmatisierung Suchtkranker beitragen.

4 Fazit: Das Fazit fordert einen Paradigmenwechsel hin zu einer ressourcenorientierten und partizipativen Suchthilfe, die eine klare Trennung zwischen Person und Suchtverhalten vornimmt.

Schlüsselwörter

Stigma-Theorie, Erving Goffman, Suchthilfe, Suchtprävention, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Marginalisierung, Selbststigmatisierung, Identitätsmanagement, biomedizinisches Krankheitsmodell, Ressourcenorientierung, Teilhabe, Stigmatisierungsprozess, soziale Identität, Gesundheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Stigma-Theorie nach Erving Goffman im Kontext der Suchthilfe und kritisiert, wie gesellschaftliche Normen zur Ausgrenzung suchtkranker Menschen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Stigmatisierung, die professionelle Suchthilfe, die Diskrepanz zwischen Präventionsabsichten und deren Wirkung sowie die Bedeutung der Identität für Betroffene.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie professionelle Akteure in der Suchthilfe durch Reflexion ihres Handelns aktiv dazu beitragen können, Stigmatisierung abzubauen, anstatt sie fortzuführen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Stigma-Theorie und deren Übertragung auf das Praxisfeld der Suchthilfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Stigma-Begriffs nach Goffman und dessen konkrete Anwendung bzw. Relevanz in den aktuellen Strukturen der Suchthilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stigma, Suchthilfe, Goffman, soziale Identität, Diskriminierung und ressourcenorientierte Handlungskonzepte charakterisiert.

Wie unterscheidet Goffman zwischen den verschiedenen Typen stigmatisierter Personen?

Goffman unterscheidet zwischen „diskreditierten“ Personen, deren Stigma offensichtlich ist, und „diskreditierbaren“ Personen, deren Stigma verdeckt ist und ein Informationsmanagement erfordert.

Warum wird die Suchtprävention im Text kritisch gesehen?

Der Text kritisiert, dass trotz der Absicht, Sucht als Erkrankung zu entmoralisieren, die angewandten Methoden oft weiterhin auf Defiziten basieren und das Stigma in der Gesellschaft verstärken.

Welche Rolle spielt die Salutogenese in der Argumentation?

Die salutogenetische Perspektive dient als Gegenentwurf zur Defizitorientierung; sie betont das Stärken der Ressourcen der Klienten, statt sie über ihre Erkrankungsmerkmale zu definieren.

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Details

Titel
Stigma-Theorie nach Goffman
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart
Note
1
Autor
Alexandra Brunet (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
7
Katalognummer
V1305966
ISBN (PDF)
9783346777317
ISBN (Buch)
9783346777324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goffman Stigma Stereotypenbildung Stigmatisierung Sucht Suchthilfe soziale Identität Pflege
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Brunet (Autor:in), 2020, Stigma-Theorie nach Goffman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305966
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Leseprobe aus  7  Seiten
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